Profilbild von sommerlese

sommerlese

Lesejury Star
offline

sommerlese ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit sommerlese über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.02.2024

Hauptsache man hat Spaß!

Weitsprung mit Schwein
0

Henrike Wilsons Bilderbuch "Weitsprung mit Schwein" ist für Kinder ab vier Jahren und erscheint bei DTV.

Die Tiere veranstalten einen Wettkampf, das läuft genauso ab wie bei den Menschen. Sie laufen, ...

Henrike Wilsons Bilderbuch "Weitsprung mit Schwein" ist für Kinder ab vier Jahren und erscheint bei DTV.

Die Tiere veranstalten einen Wettkampf, das läuft genauso ab wie bei den Menschen. Sie laufen, springen, werfen, klettern und schwimmen um die Wette. Beim Laufen hat die Ente mit ihren kurzen Watschelbeinchen keine Chance gegen die anderen und der Hase gewinnt ganz klar das Rennen. Prompt lachen alle die Ente aus, dabei kann sie doch nichts für ihre kurzen Beine. Danach ist der Weitsprung an der Reihe und hier versagt das Schwein, denn es stolpert über seine Hufe. Wieder lachen alle, nur die Ente und das Schwein nicht. Und so geht es weiter, es gibt immer wieder Disziplinen, bei denen ein Tier nicht so perfekt abschneidet. Aber ist das denn überhaupt wichtig? Jeder hat doch seine persönlichen Stärken und über die Schwächen sollte man einfach nicht lachen. Das ist echt uncool! Viel wichtiger ist doch, das man gemeinsam Sport macht, dabei Spaß hat und sich gemeinsam freuen kann, wenn alle mitmachen.


Dieses Buch lässt sich durch die lebensnahen Textzeilen super vorlesen, man hat dabei das Gefühl, hier berichtet ein Sportreporter, der die Tiere bei ihrem Wettkampf begleitet. Man kann super bei den Disziplinen mitfiebern und über die Fehlversuche lachen, die aussagestarken Bilder sind klasse anzusehen und unterstreichen die Geschichte auf humorvolle Art. Denn mal hängt den Tieren die Zunge vor Anstrengung aus dem Hals oder man schwitzt vor Anstrengung förmlich mit, als das kleine Eichhörnchen versucht, einen Medizinball zu werfen. Ausnahmsweise verrate ich mal, es schafft nur ein paar Zentimeterchen. Aber das ist nicht schlimm, trotzdem sollte man es immer versuchen und mit den anderen gemeinsam Freude an der Bewegung und am Wettkampf haben. Dieses Buch möchten meine Lesekinder sich immer wieder ansehen und vorlesen lassen.

Henrike Wilsons hinreißendes Bilderbuch enthält eine großartige Botschaft. Es ist etwas für Kinder, die vielleicht im Sport keine großen Erfolge erzielen, aber trotzdem gerne dabei mitmachen und richtig viel Spaß mit ihren Freunden haben.


Einer kann richtig weit werfen, jemand anderes wirft sogar rückwärts und alle lachen. Es ist egal, Hauptsache, man hat Spaß! Dabeisein ist alles!

Veröffentlicht am 20.02.2024

Ein entzückender Vorlesespaß mit Spieleffekten

So wunderbare Ostern! – Mein Pop-up-Überraschungsbuch
0

Im Penguin Junior Verlag erscheint Olga Strobels Pop-up-Bilderbuch "So wunderbare Ostern" für Kinder ab 2,5 Jahren.

Dieses Jahr ist es endlich soweit, Osterhase Ben darf zum ersten Mal Ostereier verteilen! ...

Im Penguin Junior Verlag erscheint Olga Strobels Pop-up-Bilderbuch "So wunderbare Ostern" für Kinder ab 2,5 Jahren.

Dieses Jahr ist es endlich soweit, Osterhase Ben darf zum ersten Mal Ostereier verteilen! Er nimmt den gefüllten Korb und hüpft fröhlich los. Was gibt es da nicht alles in der Natur zu sehen! Unterwegs trifft Ben ein paar Freunde, denen er schnell mal hilft. Nur leider verliert Ben dabei alle Ostereier. Aber seine Freunde sind zur Stelle und helfen ihm, das Osterfest zu retten. Nun wird gemeinsam Ostern gefeiert.

Dieses stabile Papp-Bilderbuch ist auch schon etwas für die Kleinkinder. Der Text wird in lustigen Reimen erzählt und Kleinkinder verstehen schon gut, was dort in der Geschichte passiert. Die bunten und fröhlichen Bilder zeigen entzückende Tiere und Pflanzen, die im Frühling zu neuem Leben erwachen. Und der Anblick der bunten Ostereier in Bens Körbchen lässt auch bei den Kindern die Vorfreude auf das Osterfest wachsen. Da werden Blumen gegossen, Haustüren mit Osterkränzen geschmückt und Ben füttert die Ferkel mit Möhren. Und weil Ben alle Eier verloren hat, helfen ihm seine Freunde, denn sie alle wollen Ostern feiern.

Doch das Großartige in diesem Buch sind die tollen und überraschenden Effekte durch Schieber und Pop-up-Effekte. Den Hasen Ben mal eben hüpfen zu lassen, macht richtig Spaß. Das verleitet Kinder zum Mitmachen und Erzählen, schult dabei die Motorik und fördert die Sprachentwicklung.

Es ist ein entzückender Vorlesespaß, bei dem sich Kinder aktiv durch die Pop-up-Effekte beteiligen können und selbst erzählen, was dort gerade geschieht. Für Ostern meine Buch-Empfehlung fürs Osternest!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.02.2024

Dunkle Spuren der Vergangenheit

Rügentod
0

Der Krimi "Rügentod" von Sylvia Frank erscheint im Aufbau Verlag. Der Name gehört dem Autorenehepaar Sylvia Vandermeer und Frank Meierewert.

Rügen in den zwanziger Jahren: Dorothee von Stresow ist erfolgreiche ...

Der Krimi "Rügentod" von Sylvia Frank erscheint im Aufbau Verlag. Der Name gehört dem Autorenehepaar Sylvia Vandermeer und Frank Meierewert.

Rügen in den zwanziger Jahren: Dorothee von Stresow ist erfolgreiche Krimiautorin und lebt in Berlin. Nun kehrt sie anlässlich einer Schulfeier zurück auf die Insel Rügen, seit dem Tod ihrer Eltern beim Brand auf ihrem Gutshof war Dorothee nicht mehr hier. Sie trifft ihre alte Schulfreundin Margarethe, die ihr am nächsten Tag neue Erkenntnisse über den damaligen Brand mitteilen möchte. Doch bevor es dazu kommt, stirbt Margarethe durch einen Anschlag. Hier möchte jemand verhindern, dass Dorothee etwas über die Brandnacht erfährt. Doch Dorothee lässt sich nicht einschüchtern und nimmt mit dem Tierarzt Albert Badrow die Ermittlungen auf. Dabei genießt sie die Zeit mit dem Sohn ihres früheren Verwalters, weil sie schon als Mädchen in ihn verliebt war.

Die Geschichte spielt in den 20er Jahren, damals war Rügen bereits ein mondänes Seebad und die Gesellschaft in unterschiedliche Klassen aufgeteilt. Dorothee ist eine selbstbewusste Frau mit einem klaren Verstand, sie fährt Auto und ist für ihre Zeit ziemlich emanzipiert. Nun möchte sie endlich das Rätsel um den Tod ihrer Eltern lösen dieser Verlust und die Unaufgeklärtheit der Umstände lasten ihr schon lange auf der Seele. Sie mischt sich ungefragt in die Ermittlungen, was der Kommissar häufig einfach so hinnimmt.

Der Erzählstil wirkte auf mich nicht sehr flüssig und die Dialoge recht steif, womit vielleicht versucht wurde, die Sprache der Zeit nachzuempfinden. Außerdem läuft die Handlung ohne große Überraschungen und mit häufigen Situationsbeschreibungen ab, wobei die Täterverfolgung etwas in den Hintergrund tritt und dem Krimi dadurch die Spannung nimmt.

Die Charaktere werden insgesamt recht grob beschrieben, aber Dorothee bekommt mehr Facetten und scheint als Frau weit ihrer Zeit voraus zu sein. Denn sie ist unverheiratet und recht forsch, fährt Auto und bringt die Ermittlungen auf eigene Faust voran, ohne irgendwo anzuecken. Das wirkt etwas übertrieben und sehr emanzipiert. Durch dieses Verhalten und den fehlenden Einblick in ihre Gedanken kam sie mir nicht sehr nahe.

Ich fand es ungewöhnlich, dass Handlungen der Jagd und etwas über Wölfe in die Story eingebunden wurden. Doch das hat die Geschichte für mich auch nicht spannender gemacht, ganz im Gegenteil. Die einzelnen Ermittlungsteile fügen sich am Ende stimmig zu einem Ganzen, aber mich konnte die Handlung nicht überzeugen.

Insgesamt eher ein durchwachsener Krimi, der mich nicht vollständig überzeugen konnte und von dem ich mehr Spannung erwartet habe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.02.2024

Eine traumhaft schöne Fantasiereise

Safari durch die wilde Stadt
0

Bei DTV Junior erscheint das Bilderbuch "Safari durch die wilde Stadt" von Thomas Docherty. Es richtet sich an Kinder ab vier Jahren.

Joe liebt Bücher über wilde Tiere, aber leider gibt es in der Stadt ...

Bei DTV Junior erscheint das Bilderbuch "Safari durch die wilde Stadt" von Thomas Docherty. Es richtet sich an Kinder ab vier Jahren.

Joe liebt Bücher über wilde Tiere, aber leider gibt es in der Stadt keine Wildnis. Aber vielleicht doch, wenn man nur genau hinsieht und genügend Fantasie mitbringt.

In diesem fantasievollen Buch kann man eine wunderbar abenteuerliche Entdeckungsreise in die Wildnis unternehmen. Denn Joe träumt von der Wildnis und entdeckt wilde Tiere, die in der Stadt leben und er sieht sogar Tiere, die nur in der afrikanischen Savanne oder im tiefsten Dschungel zu finden sind. Denn in der Fantasie ist viel möglich, man muss ihr nur genügend Freiraum lassen und davon träumen.

Es gibt nur sehr wenig Text, der prägnant und sehr einfach zu verstehen ist und selbst kleinere Kinder nicht überfordert. Aber Hauptaugenmerk bekommen in diesem Buch die farbenfrohen, detailgenauen und entzückenden Illustrationen der vielen unterschiedlichen Tiere, die mit liebenswerten Gesichtern und vielen bunten Details eine echte Augenweide darstellen. Mit diesem Buch können Kinder nicht nur ihre Fantasie spielen lassen, sie lernen auch viele verschiedene Tierarten kennen.

Dabei macht es Kindern und Erwachsenen große Freude, die vielen kleinen Details zu entdecken und die entzückend gemalten Tiere bei ihren Aktionen anzusehen. Auch beim mehrfachen Ansehen gibt es auf dieser Safari Neues zu beobachten und die Tiere sind immer wieder für eine Überraschung gut.

In dieser Geschichte kommen die Tiere auch prima miteinander aus, da gibt es keine Fressfeinde oder feindliches Verhalten, alle leben friedlich nebeneinander. So stellt man sich die Wildnis in seinen schönsten Träumen vor und so ergeht es auch Joe. Und so schläft er am Ende auch zufrieden und seelig träumend ein.


Eine kunterbunte, großartige Fantasiereise durch die Tierwelt, die uns träumen lässt von einem harmonischen Miteinander der Tiere.

Veröffentlicht am 16.02.2024

Unverklärte Ansichten über das Landleben

Mühlensommer
0

Der Roman "Mühlensommer" von Martina Bogdahn erscheint im KiWi Verlag.

Maria ist erfogreiche Werbegrafikerin, alleinerziehende Mutter zweier Teenager-Töchter und lebt in der Stadt. Als sie gerade einen ...

Der Roman "Mühlensommer" von Martina Bogdahn erscheint im KiWi Verlag.

Maria ist erfogreiche Werbegrafikerin, alleinerziehende Mutter zweier Teenager-Töchter und lebt in der Stadt. Als sie gerade einen Ausflug in die Berge unternimmt, erreicht sie der Notruf ihrer Mutter, die nach einem Unfall ihres Vaters Marias Hilfe auf dem Mühlenhof anfordert. Maria fährt zurück ins Dorf, die demente Großmutter und die Tiere müssen versorgt werden.



" Es wird still, wenn ein Leben geht. Ich schaue in den Himmel, ... und ich spüre, wie irgenhdetwas verschwindet und uns zurücklässt...staunend, wie wenig Zeit da doch zwischen lebendig und tot war." Zitat Seite 229


Als Maria auf dem Bauernhof eintrifft, hat sie sofort alte Erinnerungen an ihre Kindheit im Kopf. Ihr kommen die schönen Erlebnisse an unbeschwerte Tage in den Sinn, doch auch die negativen Seiten, die die Tierhaltung, die ständige Bereitschaft für die Tiere und die harte Arbeir mit sich bringen.

Martina Bogdahn versetzt ihre Leser mitten hinein in den Alltag auf einem Bauernhof und setzt mit den Geschichten viele Emotionen in Gang. Denn hier werden nicht nur schöne Kindheitserinnerungen an das Leben mit Tieren oder an das Toben im Heu wach, es gibt auch eine mit allen blutigen Details erzählte Schweineschlachtung, bei der wir die betroffenen Gefühle und Gedanken Marias hautnah miterleben und mit ihr leiden.

Marias Kindheit auf dem Mühlenhof war kein Urlaub auf dem Bauernhof mit angenehmen Dingen wie Tiere streicheln oder im Heu toben. Sie wurde genau wie ihr Bruder Thomas zum Arbeiten im Schweinestall oder bei der Hopfenernte eingebunden. Inzwischen sind Jahre vergangen und Maria arbeitet erfolgreich in ihrer Werbeagentur, die Rückkehr auf dem Mühlenhof setzt alte Erinnerungen frei, die nicht immer schön sind.


Diese lebendige und feinfühlige Erzählung versetzt mich in die Zeit meiner Jugend, als es ganz selten Hitzefrei gab und die Bauernhofkinder im Sommer nicht in den Urlaub fuhren, sondern bei der Ernte als Hilfskräfte eingesetzt wurden. In diesem Buch kommen auch die beschwerlichen und arbeitsintensiven Seiten des Landlebens offen und unverblümt zur Sprache. Und hier gibt es auch die kleinen Freiheiten, den gelebten Familienzusammenhalt und ein Leben in der Natur, die hier für positive Stimmungen sorgen.

Der Erzählstil ist eher einfach, aber dennoch sehr bildhaft und stimmungsbeschreibend. Nach und nach kommt man den Figuren näher und erkennt die Entbehrungen der Familie und kann die harten Arbeitstage auf dem Hof, aber auch den Geruch von frisch gebackenem Brot und einer glücklichen Kindheit miterleben.

Dieser Roman zeigt das Landleben von seiner ungeschönten Seite, hier liegen Tod und Leben nah beieinander und die tägliche Arbeit ist vorrangig vor allen anderen Dingen des Familienlebens.


Ein ehrlicher, unverklärter und lebensnah erzählter Roman über das Landleben, der authentisch Erlebnisse, Bauernhofalltag und viele Kindheitserinnerungen aufzeigt.