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Veröffentlicht am 02.11.2022

Farbenfrohe und musikalische Annäherung an die Musik-Geschichte

So klingt die Geschichte der Musik
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Im Ullmann Verlag erscheint das mit Musik unterlegte Bilderbuch "So klingt die Geschichte der Musik" von Emilie Collet. Es richtet sind an Kinder ab 12 Monaten.

Hören und Sehen sind für Kinder entscheidende ...

Im Ullmann Verlag erscheint das mit Musik unterlegte Bilderbuch "So klingt die Geschichte der Musik" von Emilie Collet. Es richtet sind an Kinder ab 12 Monaten.

Hören und Sehen sind für Kinder entscheidende Sinne um etwas ihre Umwelt zu entdecken und etwas zu verstehen. Dieses Buch stellt Klangbeispiele verschiedener Musikepochen vor, gestartet wird im Mittelalter und führt weiter über die Renaissance, Barock, Klassik, Romantik bis in die Moderne.

Durch das Berühren eines Soundbuttons startet die Musik und das ist auch schon für kleine Kinder ein tolles Erlebnis.

Die Illustrationen sind bunt und fröhlich und zeigen Musiker und Tänzer in Menschen- und Tiergestalt in der zur Musikepoche üblichen Kleidung. In der Überschrift wird der jeweilige Musikstil mit Jahrezahlen benannt und in kurzen Texten etwas zur Musik erklärt oder es werden kleine Mitmachaufgaben gestellt.

Dieses kartonierte Hardcover ist recht robust und für Kinderhände gut geeignet. Sie haben einfach Freude daran, die bunten Bilder anzusehen, den kleinen Chip zu drücken und dann die Musikfragmente zu hören. Auch wenn sie mit den Jahreszahlen und den Namen der Epochen sicher noch nicht viel anfangen können, so erkennen sie doch, wie unterschiedlich die Musikstile sind.

Die Klangqualität ist für so ein kleines Buch recht gut und die Sequenzen sind recht klar hörbar. Betrieben wird das Soundmodul mit auswechselbaren Knopfzellen, die man zum Anhören einschalten muss.


Die Verbindung von Akustik und Visuellem ist für Kinder sehr lehrreich und sie greifen gerne zu diesem Buch weil es interaktiv ist.

Veröffentlicht am 29.10.2022

Ein schöner Winter-Roman für lange Winterabende

Wintermeer und Bernsteinherzen
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Im Harper Collins Verlag erscheint der Roman "Wintermeer und Bernsteinherzen" von Tanja Janz.

Finja hat sich in Hamburg ihren Traum von einer eigenen Naturheilpraxis aufgebaut, doch gerade steckt sie ...

Im Harper Collins Verlag erscheint der Roman "Wintermeer und Bernsteinherzen" von Tanja Janz.

Finja hat sich in Hamburg ihren Traum von einer eigenen Naturheilpraxis aufgebaut, doch gerade steckt sie in einer schwierigen finanziellen Situation. Da kommt das lukrative Angebot ihrer ehemaligen Chefin genau richtig. Finja soll ihren früheren Job als Maklerin für einen bestimmten Auftrag wieder aufnehmen und für einen Schauspieler in Sankt Peter-Ording eine exclusive Immobilie mit besonderen Anforderungen finden, der Preis spielt keine Rolle. Gerne stürzt sich Finja in die Aufgabe und kann gleichzeitig die Schönheit der Gegend wunderbar genießen und lernt auch noch den sympathischen Zahnarzt Jesper kennen.

Ich mag den eingängigen und atmosphärischen Erzählstil von Tanja Janz, sie lässt die schöne Natur an der Nordsee und das spezielle Flair Sankt Peter-Ordings und einige weihnachtliche Szenen wunderbar in ihre Geschichte einfließen und hat mich mit dieser Geschichte wieder gut unterhalten. Die Handlung umfasst Finjas Erlebnisse während ihrer Maklertätigkeit und bekommt durch die unterschiedlichen Protagonisten eine unterhaltsame Note.

Finja fühlt sich in Sankt Peter-Ording richtig wohl, sie genießt die Zeit an der Nordsee. Als sie den Zahnarzt Jesper trifft, fliegen schnell die Schmetterlinge in ihrem Bauch. Doch sie muss Geld verdienen, ihre Naturheilpraxis läuft alles andere als kostendeckend und so sucht sie für ihre alte Chefin eine bestimmte Immobilie. Das ist nicht so leicht, denn wer hier wohnt, möchte in der Regel nicht verkaufen. Als sie das reizvolle, alte reetgedeckte Barnsteenhuus entdeckt, ist sie vom Zauber des Hauses erfüllt und es zieht sie magisch an. Das könnte das passende Objekt für ihren Auftraggeber sein, wenn der unbekannte Eigentümer denn überhaupt verkaufen möchte. Aber zunächst muss sie den Besitzer erst einmal aufindig machen.

Es ist ein wunderbares Vergnügen, gemeinsam mit Finja durch die Ortsteile Sankt Peter-Ordings zu spazieren und wer die Szenerie kennt, fühlt sich gleich heimisch. Man spürt den Wind und die Kälte die einem beim Gang über den langen Steg in Bad um die Nase weht. Schön sind auch die Zeit im Reitstall, die kulinarischen Genüsse und die beschriebenden Wohnobjekte, die mit ihrer Vergangenheit eine interessante Geschichte erzählen.

Nicht ganz überzeugt hat mich Finja als Maklerin, so ganz professionell wirkt sie bei ihrer Immobiliensuche leider nicht und ihr Auftraggeber ist scheinbar einer von den großspurigen Menschen, die glauben, mit Geld alles kaufen zu können. Das gibt der Geschichte einen leicht schalen Beigeschmack. Für gute Unterhaltung sorgen allerdings die weihnachtlichen Vorbereitungen im Reitstall und die Treffen mit Finjas Zahnarzt. Und es gibt einige Hintergründe in der Geschichte, die von Nächstenliebe erzählen und damit genau zum Thema Weihnachtswunder passen.

Für lange Winterabende ist dieser Roman genau die richtige Lektüre. Er lässt vom nächsten Besuch in Sankt Peter-Ording träumen, erzählt von Liebe, Zeit im Pferdestall und von Nächstenliebe und bringt damit reichlich Wohlfühlatmosphäre mit.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.10.2022

Gesunde Veggie-Küche für jeden Tag

Die grüne Küche – Quick + Slow
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Die Autoren David Frenkiel und Luise Vindahl sind das Bloggerpaar hinter dem Food-Blog "Green Kitchen Stories". Ihr Blog steht für eine gesunde Esskultur mit vegetarischen Rezepte für die ganze Familie. ...

Die Autoren David Frenkiel und Luise Vindahl sind das Bloggerpaar hinter dem Food-Blog "Green Kitchen Stories". Ihr Blog steht für eine gesunde Esskultur mit vegetarischen Rezepte für die ganze Familie.

Die Autoren haben hier einen vielseitigen grünen Mix vorgestellt, wo sich einfache, schnelle Alltagsgerichte und aufwändigere Festmahlzeiten abwechseln. Für letztere steht man auch schon gerne mal etwas länger in der Küche und feiert den Kochvorgang vielleicht auch schon gemeinsam mit den Gästen.

Diesem Buch merkt man seinen modernen Touch an, so tragen die einzelnen Kapitel solche reißerischen Bezeichnungen wie Grundzutaten mit Wumms, Morgenstund, Quick-Auf die Schnelle, Slow-Ruhige Momente, Coole Kombis und Süßes. Gemeint sind damit nichts anderes als Frühstücksideen, Salate, schnelle Gerichte für zwischendurch, Suppen, Hauptgerichte und Süßes.

Die unterschiedlichen Zubereitungen machen deutlich, hier kommt es grundsätzlich auf die gute Vorbereitung der Grundzutaten an und auf Meal Prep, damit man zum eigentlichen Kochen wenig Zeit im Alltag benötigt. Die Gerichte lassen sich häufig mit bestimmten Upgrades oder Toppings geschmacklich verändern und an verschiedene Vorlieben anpassen. Es gibt auch einige Varianten für vegane Formen.
Das Buch hat einen festen Einband und eine handliche Größe, was mir in der Küche immer sehr wichtig ist. Mir gefällt die geschmackvolle Aufmachung zwischen Text und Bild und die wunderbaren Foodfotos. Zusätzlich eingestreute Familienbilder sorgen für eine persönliche Note aus dem Leben der Autoren-Kochfamilie.


Meine Favoriten sind: Vier-Jahreszeiten-Buchweizen-Poridge; Luftige Kokos-Pfannkuchen; Tomatensalat mit Kichererbsen und Feta; Schwedische Ofen-Pfannkuchen; Rigatoni mit Harissa, Tomaten und Zitronenjoghurt; Kürbisquiche; Fächerkartoffeln und Grünkohl in Safran-Dhal (hier benötigt man die oben erwähnten drei Blätter).

Nicht so gut finde ich, dass für manche Gerichte viele verschiedene Zutaten nötig sind, häufig auch nur in kleinen Mengen. Als Beispiel: Drei Blätter Grünkohl bekomme ich aus dem eigenen Garten, aber im Supermarkt ist das eher eine unübliche Menge. Außerdem muss man wissen, dass einige Zutaten auch nicht überall erhältlich sind, wie bestimmte Gewürze und Mehlsorten. Ebenso sieht es mit Zatar und Sumach aus, deren Zubereitung aber mit Rezept im Buch vorgestellt werden. Manchmal muss man vor dem Kochen einen Einkauf im nächsten Asia-Markt oder im türkischen Supermarkt einplanen.

Für mich waren nicht alle Rezepte alltagstauglich, weil Das fand ich sehr schade, denn es schmälert die Lust am Ausprobieren und Nachkochen ein klein wenig.

Bei der häufig im Buch erwähnten Granola-Butter kann ich den Hype nicht nachvollziehen, weil ich Geschmack nichts abgewinnen kann. Und auch wenn Röstkaroffeln mit Chili-Butter und Wassermelonen-Feta-Salat sicherlich gut schmecken, benötige ich dafür kein spezielles Rezept.

Bei den Gerichten, die mit dem Zusatz SLOW gekennzeichnet sind, sollte man vor der Zubereitung genau hinsehen, wie lange die Fermentier-, Rühr-, Ruhe- oder Koch-Zeit insgesamt beträgt. Diese Zeitangabe befindet sich seitlich am Rand des jeweiligen Rezeptes. Ich habe es eher zufällig entdeckt.


Unter dieser Auswahl findet sich bestimmt einiges, was man gerne nachkochen möchte, ich hatte einfach mehr Hauptgerichte erwartet. Die Umsetzung von schmackhafter, vegetarischer Küche ist auf alle Fälle gegeben. Vielseitige Veggie-Küche, mal schnell, mal aufwändiger zubereitet.

Veröffentlicht am 24.10.2022

Man ist immer selbst ein Stück weit für sein Glück verantwortlich

Heute ist der schönste Tag.
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Im Schneiderbuch Verlag erscheint Britta Sabbags Bilderbuch "Heute ist der schönste Tag" für Kinder ab drei Jahren, die Illustrationen stammen von Eefje Kuijl.

Eigentlich hatte sich Bär darauf gefreut, ...

Im Schneiderbuch Verlag erscheint Britta Sabbags Bilderbuch "Heute ist der schönste Tag" für Kinder ab drei Jahren, die Illustrationen stammen von Eefje Kuijl.

Eigentlich hatte sich Bär darauf gefreut, in der warmen Sonne spielen zu können. Doch dann ziehen graue Regenwolken auf und es gießt wie aus Eimern. Da bleibt er am besten gleich den ganzen Tag in seiner Höhle. Aber sein Freund Biber kommt an diesem Regentag vorbei und lockt ihn aus seiner Höhle, denn auch bei Regen kann man viele schöne Dinge entdecken und erleben. Man wird doch nur ein bißchen naß!

"Was haben wir für ein Glück, das es regnet!" Zitat

Wer sagt denn, dass man bei Regen keinen Spaß haben kann? Biber findet das gar nicht schlimm und bringt Bär auf tolle und gute Ideen. Bei Regen kann man herrlich mit Gummistiefeln in Pfützen springen, tanzen, singen oder im See schwimmen. Und wenn man pitschnaß und durchgefroren wieder nach Hause kommt, gibt es etwas Heißes zu trinken oder zu essen und das ist doch auch gemütlich. Dann spielt man drinnen Verstecken oder malt mit Buntstiften oder Wasserfarben einen Regenbogen. Es gibt viele schöne Dinge, die besonders gemeinsam glücklich machen, weil man zusammen Spaß hat. Dann scheint auch irgendwann wieder die Sonne.

Die Botschaft hinter diesem Buch ist klar. Schlechte Laune ist mies und mit Freunden, die gute Laune verbreiten und tolle Ideen haben, ist das Leben gleich viel schöner. Diese Erfahrung macht auch Bär und er erlebt, wie man sich den Tag selbst mit schönen Dingen füllen kann, weil man es möchte und Spaß haben will.

Die Texte sind einfach gehalten und sehr verständlich, aber die wunderschönen Illustrationen machen das Buch erst zu einem kleinen Highlight, denn sie zeigen nicht nur die Natur sehr getreu, sondern machen auch die Mimik in den Gesichtern von Bär und Biber sehr deutlich, sodass kleine Leser:innen gleich ihre Gefühle erkennen können. Und der besondere Hit ist der Song, den man sich per QR-Code anhören und dann mitsingen kann. Den entsprechenden Text findet man am Ende der Geschichte abgedruckt.

Auch wenn das Wetter oder die Laune mal nicht mitspielt, kann man sich trotzdem einen tollen Tag machen, um hinterher richtig glücklich zu sein. Und mit gutgelaunten Freunden machen Spiele und Unternehmungen doch erst richtig viel Spaß, auch wenn es mal gießt oder eben nicht so ist, wie man es sich wünscht.

Mein einziger Kritikpunkt ist die Farbe der Gummistiefel, die im Buchtext als rot beschrieben werden, in der Abbildung aber gelb sind. Da hat es wohl ein kleines Missverständnis gegeben.


Ein wunderschönes Freundschaftsbuch, dass deutlich macht, das jeder selbst für sein Glück etwas tun kann. Trübsal blasen bringt nichts, lieber das Beste aus der Situation machen.

  • Einzelne Kategorien
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Veröffentlicht am 23.10.2022

Wunderbarer Auftakt rund um das KaDeWe

KaDeWe. Haus der Träume
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Der historische Roman "KaDeWe – Haus der Träume" ist der Auftaktband von Marie Lacrosse aus dem Goldmann Verlag.

Berlin, Anfang des 20. Jahrhunderts: Schauplatz dieses Romans ist das berühmte Berliner ...

Der historische Roman "KaDeWe – Haus der Träume" ist der Auftaktband von Marie Lacrosse aus dem Goldmann Verlag.

Berlin, Anfang des 20. Jahrhunderts: Schauplatz dieses Romans ist das berühmte Berliner Kaufhaus KaDeWe, das mit seinen Luxusgütern schon früher berühmte Personen und kaufkräftige Kunden anzog. Als Tochter des Kaufhaus-Justiziars ist Judith Bergmann mit diesem Luxusangebot groß geworden. Ganz anders als Rieke, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt und deren Mutter im Kaufhaus die Putzkolonne leitet. Rieke ist vom Glanz des Angebots schier überwältigt und setzt alles daran, dort eine Anstellung zu bekommen. Sie hat Glück und wird Kassenmädchen, dort lernt sie auch ihren Kollegen Hermann kennen und möchte ihn heiraten. Judith war auf dem Lyzeum und möchte studieren, sie soll den Sohn des Kaufhausgründers heiraten. Als sie das Leid vieler hungernder Kinder wahrnimmt, engagiert sie sich in der Kinderfürsorge im jüdischen Viertel. Als der Erste Weltkrieg ausbricht müssen Judith und Rieke ihre Lebenspläne hintenanstellen.

Der Roman beginnt mit einem Prolog von 1907 mit dem prunkvollen Glamour des berühmten Kaufhauses. Dort lernen wir Rieke und Judith im Alter von zehn Jahren kennen als gerade der König von Siam mit seinem Gefolge das Kaufhaus besucht. Danach führt die Geschichte durch eine unruhige und schwierige Zeit, die von 1914-1926 reicht und die Marie Lacrosse mit historischen Begebenheiten, aber auch mit Leben, Emotionen, Not und Intrigen füllt.

Die Romanhandlung wird aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten durch drei Familien gezeigt. Da ist die Familie des Kaufhausgründers Adolf Jandorf, der sich nach oben gearbeitet hat und trotz des Erfolges ein guter Mensch geblieben ist. Ebenfalls in der Oberschicht verkehrt die Familie von Judiths Bergmann, sie wird sogar auf eine soziale Frauenschule geschickt. Dagegen stammt Familie Krause aus der Arbeiterschicht, die Mutter schuftet als Putzfrau, der Vater ist ein Trinker und Rieke muss alle möglichen Duldungen erleiden, um in Lohn und Brot zu bleiben.

Der wunderbar flüssige und bildhafte Schreibstil führt einerseits durch die glanzvollen Angebote des Kaufhauses und bringt aber auch die Not der Berliner Bevölkerung während des Ersten Weltkriegs zum Ausdruck. Auch die schwierige Lage mit der Hyperinflation wird gut deutlich gemacht und die Folgen für hungernde Menschen, insbesondere Kinder wird immer wieder thematisiert. Man erlebt auch den Erfindungsgeist der Berliner und spürt, wie die sozialen Ungleichheiten die Gesellschaft spalten.

Marie Lacrosse schildert auf eindringliche Weise den Überlebenskampf der Bevölkerung während und nach dem Ersten Weltkrieg und lässt uns gleichzeitig das Luxusangebot im Kaufhaus bestaunen. Dank der Erlebnisse von Rieke und Judith taucht man in das Alltagsleben ein und sieht sich von den Nöten der Menschen umgeben. Mit Rieke habe ich mitgelitten und mich für ihre Erfolge gefreut und auch Judith wurde zu meiner Sympathiefigur, denn sie setzt sich mit großer Empathie für notleidende Kinder ein, ihre Ausbildung auf der Alice Salomon Schule hat Früchte getragen.

Die Ausgestaltung der Charaktere erfolgt sehr lebensnah und mit vielen unterschiedlichen Facetten, die Handlung ist emotional und zeitbeschreibend, sodaß man sich spürbar in die Zeit versetzt fühlt.
Dieser Roman verdeutlicht auf stimmungsvolle Weise die Schwierigkeiten der Nachkriegsjahre und bringt das damalige politische und persönliche Leben der Menschen spürbar zum Ausdruck. Aber auch der aufkommende Nationalsozialismus und die Übergriffe auf die jüdische Bevölkerung werden im Roman Teil der Handlung. Marie Lacrosse hat sehr ausführlich recherchiert und eine fiktive Geschichte vor historischer Kulisse erzählt, die mir gut gefällt, die aber durch die Menge an Personen, Vorgängen und detailreichen Informationen auch etwas überfrachtet und zu sehr auserzählt wurde.

Ein umfassender, gut erzählter Roman, der das Leben der Menschen und das Kaufhaus KaDeWe im Wandel der Zeiten beschreibt.