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Veröffentlicht am 29.01.2022

Heitere Krimiunterhaltung mit regionalem Touch

Die letzte Pille bringt den Tod
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Der Allgäu-Roman "Die letzte Pille bringt den Tod" ist das Debüt von Romina Angeli aus dem Harper Collins Verlag.

Burglbach ist ein friedliches, verschlafenes Dörfchen im Allgäu, aber als der Apotheker ...

Der Allgäu-Roman "Die letzte Pille bringt den Tod" ist das Debüt von Romina Angeli aus dem Harper Collins Verlag.

Burglbach ist ein friedliches, verschlafenes Dörfchen im Allgäu, aber als der Apotheker Ludwig Fischlinger tot aufgefunden wird, ist es mit der Ruhe erst einmal aus und vorbei. Eine willkommene Gelegenheit für Walli Schimmel, die flippige, umtriebige Rentnerin, die sich sofort an die Ermittlungen macht. Die Polizei geht nicht von Mord aus, aber Walli schon. Nun muss sie nur noch ihren begriffstutzigen Sohn Wolfi, Polizist, aber nicht gerade ein Top-Ermittler, davon überzeugen. Aber am besten, sie übernimmt selbst die Suche nach dem Mörder!

Bei diesem Buch darf man sich auf eine humorvolle Unterhaltung freuen, die mit einer Krimiermittlung unterlegt wurde und im ländlichen Allgäu spielt.

Walli ist eine verrückte Nudel mit speziellem Kleidungsstil, sie lebt mit ihrem Sohn Wolfi, Ü40 und Polizist, unter einem Dach. Für ihr Alter ist sie noch sehr agil und mit dem richtigen Riecher für Krimifälle ausgestattet. Als ihre Freundin Friedl den toten Apotheker Fischlinger findet, wirft Walli gleich mal ein Auge auf die Leiche. Der wurde ermordet, so lautet ihre Schlussfolgerung. Und weil sie weiß, dass die Polizei hier nicht mit hellen Köpfen ausgestattet ist, sie kennt ja ihren Sohn Wolfi, nimmt sie die Ermittlungen gleich mal selbst in die Hand. Einige Informationen kann sie ja dem Wolfi abluchsen und bringt dann eins und eins zusammen.

Bei diesem Buch ist man ständig mit Walli unterwegs und erkundet die Lebenssituation des toten Apothekers und seiner jungen Witwe. Freundin Friedl lebt noch etwas hinterwäldlerisch ohne Internet und sorgt mit ihren Bemerkungen im Dauerdialekt für lebensnahe Allgäuer Art und den regionalen Charakter in der Story. Man muss sich ihr Kauderwelsch zwar ein wenig zusammenreimen, aber inhaltlich versteht man es schon. "Noi, noi, noi, dis ka it sei." Zitat Seite 176

Nachdem der Fall erst einmal in Gang gekommen ist, stößt Walli bei ihren Ermittlungen auf illegale Geschäfte, gerät damit in Gefahr und lässt sich trotzdem nicht abwimmeln. Da kann ihr "depperter" Sohn Wolfi nur staunen und die Leser ebenfalls. Sehr unterhaltsam sind auch die ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden, aber etwas anderes würde zu Walli auch nicht passen. Sehr abwechslungsreich folgt man der Handlung und rät mit, wer wohl die letzte Pille verabreicht hat.

Mir hat besonders der lockere, ironisch, humorige Erzählstil gefallen, der auch mal mit derben Flüchen daherkommt. Nur den "Saupreußen" verzeihe ich nicht! Beim Lesen hatte ich die markanten Personen immer gut vor Augen, die Charaktere sind schon ausgefallen und man kann ihre Eigenarten auch gut erkennen.
Heitere Unterhaltung mit regionalem Touch und einer etwas verrückten Hobbyermittlerin, die man gerne begleitet.

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Veröffentlicht am 28.01.2022

Ein toller Bilderbuchspaß über die bunte Welt!

Anders? Genau richtig!
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Das Bilderbuch "Anders? Genau richtig!" von Sven Gerhardt und Nikolai Renger erscheint im Penguin Junior Verlag für Kinder ab 2 Jahren.

Bei diesem Buch sind auf jeder Seite verschiedene Tiere dargestellt, ...

Das Bilderbuch "Anders? Genau richtig!" von Sven Gerhardt und Nikolai Renger erscheint im Penguin Junior Verlag für Kinder ab 2 Jahren.

Bei diesem Buch sind auf jeder Seite verschiedene Tiere dargestellt, man muss schon genau hinsehen, um die Tiere zu entdecken, die sich von ihren Artgenossen im Aussehen unterscheiden. Anfangs tanzt nur ein Elefant aus der Reihe, doch mit jeder Seite kommt ein weiteres buntes Tier hinzu. Bei den Pinguinen sind es schon sechs Tiere, die man suchen muss. Am Ende feiern alle diese Tiere gemeinsam ein fröhliches Fest.

Kinder sind vom Wesen her noch unvoreingenommen, sie begegnen deshalb vorurteilsfrei allen Menschen und Tieren, die anders aussehen. Mit diesem herrlich illustrierten Buch wird die Vielfalt aufgezeigt und es wird deutlich gemacht, dass jeder genau richtig ist, so wie er aussieht. Dank der Suchaufgaben haben Kinder Spaß, mit den witzigen Tierfiguren wird die Fantasie angeregt und sie lernen ganz nebenbei die Zahlen von 1-6 kennen. Das Buch ist außerdem total witzig, denn wer muss beim Anblick der gestylten Löwenmähnen, der lächelnden Haie oder der gepunkteten Zebras nicht schmunzeln?

Die Illustrationen von Nikolai Renger sind sehr detailreich und total lustig anzusehen und die kurzen Reime sind gut verständlich und machen Spaß. Da suchen Kinder gern nach den Tieren, die sich von der Masse abheben.

Dieses Buch fördert die soziale Kompetenz, Toleranz und Fantasie, indem es den Blick auf selbstverständliche Weise auf die Unterschiedlichkeiten lenkt. Außerdem führt es Kinder in die Welt der Zahlen ein. Ein toller Bilderbuchspaß mit einer wichtigen Botschaft, witzig verpackt!

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Veröffentlicht am 26.01.2022

Dieses wunderschöne Frühlingsbuch verzaubert mit Pias neuem Abenteuer

Pia Pustelinchen - Das Findelei
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Das Bilderbuch "Pia Pustelinchen - Das Findelei" von Kathleen Freitag wurde illustriert von Anita Schmidt und erscheint im Dragonfly Verlag. Es wird empfohlen ab 4 Jahren.

Pia Pustelinchen lebt auf einer ...

Das Bilderbuch "Pia Pustelinchen - Das Findelei" von Kathleen Freitag wurde illustriert von Anita Schmidt und erscheint im Dragonfly Verlag. Es wird empfohlen ab 4 Jahren.

Pia Pustelinchen lebt auf einer bunten Blumenwiese, sie ist ein neugieriges, liebes Pusteblumenmädchen mit einem großes Herz. Gemeinsam mit ihren Freunden, Marienkäfer Mario und Ameise Frederick, erlebt sie täglich tolle Abenteuer auf ihrer Wiese. Eines Tages entdecken die Freunde ein scheinbar verloren gegangenes Ei im dichten Gras. Wo stecken denn wohl die Eltern? Und was für ein Ei ist das eigentlich? Sie machen sich auf die Suche auf der Sommerwiese.

Sehr warmherzig und kind- und altersgerecht wird hier ein neues Pusteblumen-Abenteuer erzählt, das die Herzen der Leserschaft im Sturm erobert. Der Text ist für kleine Kinder verständlich und es wird sehr lustig durch besondere Wortschöpfungen wie "Mistkäferpech" oder "Pfützenbrühe". Außerdem können Kinder hier auch einiges über die Kinderstube verschiedener Tiere lernen.

Wie schon im ersten Band haben mich auch hier die wunderbaren Illustrationen regelrecht verzaubert, die durch die Farbvielfalt so richtig frühlingshaft bunt wirken. Auf der Wiese summt und brummt es, alle Tiere sind mit etwas beschäftigt. Die einzelnen Details werden naturgetreu dargestellt und man kann sogar die Mimik der Tiere und Figuren wunderbar ablesen.

Die Suche nach der Herkunft des gefundenen Eies führt Pia, Frederik und Mario zu den anderen Wiesenbewohnern. Sie erfahren von den Vögeln, Fröschen und Maulwürfen wie deren Kinderstube aussieht. Ohne Eltern ist dieses Ei hilflos, Pia beschließt, es auszubrüten, aber ob das klappt und wie die Geschichte weitergeht, müsst ihr selbst herausfinden.

Ein weiteres warmherzig erzähltes Pusteblumen-Abenteuer macht alle Leser zu Fans. Dieses Buch mag man gern immer wieder in die Hand nehmen.

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Veröffentlicht am 25.01.2022

Originelles Lesevergnügen dank Rentner-Gang und englischem Humor

Der Mann, der zweimal starb (Die Mordclub-Serie 2)
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Der neue Fall für den Donnerstagsmordclub ist da: "Der Mann, der zweimal starb" von Richard Osman erscheint im List Verlag.

In der südenglischen Seniorenresidenz Coopers Chase genießen die vier rüstigen ...

Der neue Fall für den Donnerstagsmordclub ist da: "Der Mann, der zweimal starb" von Richard Osman erscheint im List Verlag.

In der südenglischen Seniorenresidenz Coopers Chase genießen die vier rüstigen Freunde Elisabeth, Joyce, Ron und Ibrahim ihren Lebensabend. Doch während Joyce gelangweilt mit dem Gedanken spielt, sich einen Hund zuzulegen, erhält Elizabeth eine ominöse Nachricht ihres ehemaligen Geheimdienstkollegen vom MI5, der sich mit der New Yorker Mafia und einem Drogenkartell angelegt hat und nun Elizabeths Hilfe einfordert. Auf die umtriebige Rentnertruppe wartet ein neuer Fall, es geht um gestohlene Diamanten im Wert von 20 Millionen Pfund.

Als Neueinsteigerin wäre für mich ein Personenverzeichnis hilfreich gewesen, aber man kommt im Laufe der Handlung schon dahinter und lernt die Personen mit ihrem speziellen Humor und den markanten Eigenschaften näher kennen. Diese Charaktere bringen unterschiedliche Talente ein, ergänzen sich wunderbar und verfolgen so die Ermittlungen auf unterhaltsame Weise. Unglücklicherweise wird Ibrahim von Rowdys überfallen, brutal getreten und ausgeraubt und muss im Krankenhaus seine Verletzungen auskurieren. Doch seine Freunde lassen ihn nicht im Stich, sie besuchen ihn und beratschlagen an seinem Krankenbett ihren neuen Fall.

Die Mitglieder vom Donnerstagsmord Club machen sich trotz ihrer kleinen Gebrechen eifrig und mit wachem Verstand an die Ermittlungen, werden allerdings auch vom Jäger zu Gejagten. Denn bei 20 Millionen Pfund haben Kriminelle kein Pardon mit Senioren. Die Freunde lassen sich aber weder von Mafiosi, noch von Leichen abschrecken und widmen sich besessen den verschwundenen Diamanten. Nebenbei klären sie auch den Überfall auf Ibrahim auf. Denn da sind sie sich einig, solche Täter dürfen einfach nicht ungestraft davon kommen.

Der Erzählstil ist absolut locker und wunderbar leicht zu lesen. Sehr anschaulich werden nicht nur einzelne Vorgänge geschildert, wir tauchen auch in die Gedankenwelt einiger Protagonisten ein und lernen sie und ihre Vergangenheit damit immer besser kennen.

Typisch Englisch ist der ab und zu aufblitzende trockene Humor, mit dem sich die Freunde beispielsweise über ihre jeweiligen Alterseinschränkungen lustig machen. Die liebenswürdigen Herrschaften der Rentnergang kennt sich gut, sie halten zusammen, akzeptieren ihr Alter und sind dennoch äußerst aktiv und umtriebig. Sie spielen sich direkt in die Herzen ihrer Leser und ich bewundere sie für ihre enorme Aktivität und würde sie gerne in weiteren Fällen ermitteln sehen.

Ein originelles Lesevergnügen mit ironischem Humor über recht aktiv dargestellte Senioren, die dafür sorgen, dass am Ende die Gerechtigkeit siegt. Lang lebe der Donnerstagsmord Club!

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Veröffentlicht am 22.01.2022

Hier verliert man immer wieder den roten Faden

Der Pfauengarten
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Der Roman "Der Pfauengarten" von Lisa Gornick wurde übersetzt von Angela Schumitz und erscheint im Goldmann Verlag.

Oyster Bay 1916: Die herrschaftliche Villa Laurelton Hall des exzentrischen Louis ...

Der Roman "Der Pfauengarten" von Lisa Gornick wurde übersetzt von Angela Schumitz und erscheint im Goldmann Verlag.

Oyster Bay 1916: Die herrschaftliche Villa Laurelton Hall des exzentrischen Louis Tiffany mit dem exotischen Pfauengarten ist die Kinderstube von Prudence, die dort als Tochter von Bediensteten mit ihren Geschwistern aufwächst und eine glückliche Kindheit verlebt. Doch ein schicksalsträchtiges Ereignis setzt diesem Zustand ein Ende.

New York 2013: Im Alter von 101 Jahren bekommt Prudence Besuch von ihrer Großnichte Grace. Um ihr Gewissen zu erleichtern, offenbahrt sie Grace ihr lang gehütetes Geheimnis. Sie weiß, was in der verhängnisvollen Nacht geschah und worauf ihre Familie Laurelton Hall verlassen mussten.

"Es gibt keinen Sinn im Leben. Wie ein Baum, eine Rose, ein Rhinozeros überdauern die Menschen einen mehr oder weniger kalkulierbaren Zeitraum. Das Beste, was sie in dieser Zeit tun können, ist zu beschließen, so gut wie möglich zu leben." Zitat Seite 161

Zu Beginn tauchte ich zunächst sehr beeindruckt in die Handlung ein, erlebte das Kennenlernen der zwei verwandten Frauen, wollte das besondere Geheimnis entdecken und war von dem wunderbar gelungenen Erzählstil ganz eingenommen.

Prudence und ihre Großnichte Grace lernen sich spät kennen und beginnen ihre Sicht auf die Familiengeschichte zu erzählen, die immerhin die Spanne von 100 Jahren umfasst, schließlich ist Prudence bereits 101 Jahre alt. Immer mehr fügen sich ihre Puzzleteilchen zusammen und zeigen die Entwicklung der Familie. So weit, so gut! Von da an fügen sich Rückblenden, ausführliche Schilderungen von Ereignissen, Personen und unterschiedlichen Nebenhandlungen zu einer umfassenden Geschichte, bei der ich den roten Faden vermisst habe. Denn diese Story ist reich an Charakteren, die alle ihren Platz in diesem Roman erhalten, für mich sind das zuviele unnötige Details und einfach zuviele Figuren. Hier wäre ein Personenregister definitiv nötig gewesen, dann hätte die Autorin sich wohl auch bewusst gemacht, wer hier für die Geschichte entscheidend ist und wer nicht. Eher am Rande werden Louis C. Tiffany, der legendäre Glaskünstler, und Ann Freud, die Tochter von Sigmund Freud erwähnt. Diese Personen hätten etwas mehr Aufmerksamkeit verdient und ich hätte gern mehr von ihnen erfahren.

Von den Protagonisten Prudence, ihren Eltern und Geschwistern, den Zwillingen Grace und Garcia und von Leo kann man sich ein klares Bild machen, denn sie werden gut dargestellt. Insgesamt muss ich aber sagen, dass die einzelnen Figuren recht emotionslos erscheinen, so als halten sie ihre Gefühle zurück. Es wird auf die Psyche einiger Personen eingegangen, alles ist recht kompliziert, denn hier wird ein Verhalten gelebt, das wohl auch der jeweiligen Erziehung geschuldet ist.

Für mich ist das zwar eine wunderbar erzählte Geschichte mit vielen Wortmalereien, die ich bewundert habe, aber von der Handlung her ist es eher eine mittelmäßige Geschichte, die sich durch viele Nebenhandlungen in die Länge zieht und auch das Geheimnis konnte mich nur mäßig überraschen. An der bildhaften Sprache und den vielen Schauplatzbeschreibungen habe ich mich erfreuen können und auch Prudence Aufgabe, Luxusvillen einzurichten, fand ich sehr interessant.

In diesem Roman werden die Lebenswege vieler Figuren erzählt, vielleicht ein paar zuviele Figuren, die durch ihre Stories die Aufmerksamkeit von den Hauptfiguren abziehen. Wer gerne in Familiengeschichten eintaucht, die vor Beschreibungen nur so trotzen, wird dieses Buch sicher mögen.

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