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Veröffentlicht am 27.10.2021

Ein humorvoller Abschluß der Reihe

Klugscheißer Supreme
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"Klugscheißer Supreme" ist das Finale der Reihe um den sympathischen Klugscheißer Timo Seidel von Autor Thorsten Steffens. Die Reihe erscheint im Piper Verlag.

Timo Seidel hat nach vier Jahren sein ...


"Klugscheißer Supreme" ist das Finale der Reihe um den sympathischen Klugscheißer Timo Seidel von Autor Thorsten Steffens. Die Reihe erscheint im Piper Verlag.

Timo Seidel hat nach vier Jahren sein Lehramtsstudium beendet und muss nun nur noch das gefürchtete Referendariat durchstehen. Das ist wieder eine Zeit, in der er sich erneut seinen Kollegen und Schülern gegenüber beweisen muss. Für Timo mit seiner Besserwisserei keine einfache Sache und so schliddert er wieder in Pleiten, Pech und Pannen, dass es eine wahre Freude ist.

Endlich mit dem Studium fertig, muss sich Timo als Referendar wieder an ein neues schulisches Umfeld gewöhnen und seine Position neu erarbeiten, aber das ist er inzwischen ja schon gewohnt.
Dank seiner liebenswert witzigen Art nimmt man ihm seine Besserwisserei nicht so sehr übel. Er ist Deutschlehrer und verbessert halt gerne sprachliche und grammatikalische Fehler, sprich falsches Deutsch. Doch er muss sich auch durchsetzen lernen, besonders bei seiner recht widerspenstigen Klasse und auch manchen Kollegen gegenüber muss er sich nun gegenüber behaupten. Aber mit der Zeit reifen seine Lebens- und Lehr-Erfahrung und er erweist sich als guter Lehrer und sein Charakter ist entgegen Band 1 und Band 2 deutlich gereift.

Neben seiner neuen schulischen Aufgabe als Referendar erleben wir Timo auch im Privaten. Mit Daniela hat er eine liebenswerte Partnerin gefunden, doch auch das Partnerleben will gelernt sein. Zu den alten Bekannten treffen wir auch viele neue Figuren, die mit ihren Charakterzügen schon mal anecken und beim Leser für Verdruß sorgen. Aber Timo kann sich inzwischen gut zurücknehmen und bekommt mit seiner witzigen Art auch die schwierigen Kontakte gut auf die Reihe.
Der eingebaute Humor ist genau im richtigen Maß eingesetzt, nicht flach, sondern zum Teil tiefgründig und reflektiert. Wer Spaß an witzigen Begriffen und Wortneuschöpfungen hat, bekommt sie hier in vielfacher Variation geboten und nach Duden erklärt.
Besondere Begriffe erwähnt Timo recht häufig, manche hat man bisher vielleicht noch nie gehört. Man kann darüber einfach nur herzhaft lachen, wie zum Beispiel über "Rotstiftbezirk", "untergrammatisiert" oder "Silbenklatscher" (das steht für Deutschlehrer/in), um nur wenige zu nennen. Immerhin kannte ich die "Dreisekundenregel" vom Basketball.

Timo ist nun zum Mann gereift, er ist kollegial und respektvoll und müht sich, Freundschaften und die Liebe zu Daniela zu pflegen. Sein Privatleben nimmt immer mehr Raum für ihn ein, ich hoffe mal, das eventuelle Nachfolgebände noch vom Familienvater Timo handeln werden.

Thorsten Steffens Schreibstil ist toll zu lesen. Locker, dialogreich und unterhaltsam frisch erzählt er, wie das Leben eben so spielt. Da das Buch in einzelne Kapitel unterteilt ist, kann man es auch häppchenweise gut lesen. Die Überschriften sind übrigens auch sehr gelungen (Kapitel 7: Partikel, Pleonasmen und PIN-Nummern).

Ein humorvoller Abschluß der Reihe mit einem liebenswerten Protagonisten, vielseitigen Nebenfiguren und der Absicht, die deutsche Sprache wieder ins richtige Licht zu rücken.

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Veröffentlicht am 26.10.2021

Ein zauberhaftes Bilderbuch über die Freude an Weihnachten

Die gestohlene Weihnachtsgans
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Das Bilderbuch "Die gestohlene Weihnachtsgans" mit dem Text von Johanna Lindemann und Bildern von Andrea Stegmaier erscheint im Annette Betz Verlag.

Emma freut sich schon sehr auf das Weihnachtsfest, ...

Das Bilderbuch "Die gestohlene Weihnachtsgans" mit dem Text von Johanna Lindemann und Bildern von Andrea Stegmaier erscheint im Annette Betz Verlag.

Emma freut sich schon sehr auf das Weihnachtsfest, doch dann gibt es einige Schwierigkeiten, die den üblichen Ablauf des Festes zu bedrohen scheinen. Die Weihnachtsgans verschwindet und es gibt keinen Ersatz, die Nachbarn können sich die Sache auch nicht erklären. Was kommt denn jetzt auf den Tisch? Ein festliches Essen wäre doch so schön gewesen. Da klingelt es an der Tür, wer das wohl sein mag?



Das Weihnachtsfest soll in Emmas Familie immer perfekt sein. Doch was für ein Ärger, erst passt die Gans nicht in den Bräter und dann wird sie auch noch gestohlen. Gerade jetzt hat kein Geschäft mehr geöffnet. Und kein Nachbar hat etwas gesehen.

Wir erleben Emmas große Vorfreude auf das Weihnachtsfest. Wie wohl der Baum aussieht und was sie geschenkt bekommen mag? Sie ist ganz gespannt. Doch dann ist die Gans weg und Emmas Eltern in großer Panik. Dabei kommt es doch gar nicht so sehr auf den Braten an.

In diesem Weihnachtsbuch lassen uns die schönen und aussagekräftigen Illustrationen in die Wohnungen verschiedener Familien schauen. Wie feiern sie wohl Weihnachten? Das Männerpaar ist mit Weihnachtsbäckerei beschäftigt, die indische Familie möchte gleich essen und Oma Engele im Erdgeschoß traut sich kaum die Tür ganz zu öffnen. Doch Emmas Eltern wollen unbedingt einen Gänsebraten zum Fest haben. Leider lässt sie um diese Zeit kein Geschäft mehr hinein, auch sie wollen endlich Weihnachten mit ihren Familien feiern. Das ist ja fast wie bei Maria und Josef!


Weihnachten ist das Fest der Liebe und nicht das Fest der perfekten Weihnachtsgans. Und wahre Weihnachtsfreude ist, wenn aus einem unperfekten Weihnachten noch ein richtig tolles Fest wird! Das wird hier sehr eindeutig gezeigt. Emma freut sich auch über Spaghetti und die größte Freude ist sowieso eine Feier mit vielen fröhlichen Menschen.


Ein kunterbuntes Plädoyer für Vielfalt und Toleranz und ein wunderbares Weihnachtsbuch, das am Ende ein wunderschönes Weihnachtsfest zeigt.

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Veröffentlicht am 25.10.2021

Eine schöne Herbstlektüre

Ein Cottage in Cornwall
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Der Roman "Ein Cottage in Cornwall" von Elisabeth Kabatek erscheint im Droemer Verlag.

Die 50-jährige Schwäbin Margarete zieht für ihre große Liebe Chris nach Cornwall. Obwohl das ihr großer Traum ist, ...

Der Roman "Ein Cottage in Cornwall" von Elisabeth Kabatek erscheint im Droemer Verlag.

Die 50-jährige Schwäbin Margarete zieht für ihre große Liebe Chris nach Cornwall. Obwohl das ihr großer Traum ist, muss sie sich erst eingewöhnen und ihre Mutter und die Noch-Frau von Chris mischen sich auch noch in Maggies Leben ein. Außerdem ist das Landleben auf dem Hof ja doch etwas anderes als ihr bisheriges Leben in einer Großstadt. Wird sie hier glücklich werden?

Bei diesem witzig geschriebenen Roman konnte ich gut eintauchen in das neue Leben von Maggie. Ich habe mit ihr gelitten und gelacht, ihre Sorgen verstanden und mit ihr gehofft, dass sich alles zum Guten wendet.

Elisabeth Kabatek hat einen bildhaften und eingängigen Schreibstil, sie hat ihre Figuren vielfältig gezeichnet, mit Ecken und Kanten, nicht alle kommen sympathisch daher. Dadurch wirken sie sehr lebensnah und bringen auf unterhaltsame Art Glück und Leid, Ärger und Gefühle mit sich. Am liebsten habe ich Maggie und Chris begleitet, sie haben einige Hürden zu meistern, doch gemeinsam sind sie dazu in der Lage. Wenn da nicht die zickige Ex-Frau wäre.

Das Buch wird wechselweise aus der Sicht von Margarete und der Expunkerin Lori erzählt und so erlebt man gleich zwei Frauenschicksale in einem Buch. Das klappt hier sehr gut, denn beide haben viel miteinander zu tun und wenn man Loris Vergangenheit erfährt, erkennt man, was sie alles schon erlebt hat. Wer die englische Tea-Time kennt, wird besonders die Szenen in Loris Küche bei Tee und Scones mit Wohlgefühl miterleben. Ich habe mich für Lori gefreut, dass sich nun Liam kennengelernt hat. Denn bisher konnte nie ein Mann in ihrem Leben Platz finden.

Das gezeigte Setting in Cornwall sorgt für eine schöne Atmosphäre und man sehnt sich beim Lesen dorthin. Überhaupt haben die Einbindung von schwäbischer Mundart, die gezeigten Mentalitätsunterschiede zwischen Engländern und Deutschen und das Landleben auf dem Bio-Hof mit viel Humor für gute Unterhaltung gesorgt. Solche Romane sind genau richtig für dunkle Herbsttage, wo man sich mit einer Tasse Tee aufs Sofa zurückzieht. Übrigens gibt es ein landestypisches Rezept zu Gemüsepasteten (Cornish Pasty) es im Anhang und die Autorin erklärt im Nachwort weshalb diese Pasteten so gut in die Gegend passen.

Mir machte die Geschichte eines bewusst: Wenn sich im Leben auch so manche Hoffnung zerschlägt, sollte man doch nie aufhören an sein Glück zu glauben und fest darum zu kämpfen.

Auch wenn ich mich wiederhole, dieser Roman passt perfekt in die Herbstzeit. Mit Cornish Pasty und einer Tasse Tee ist hier unterhaltsame Lesezeit garantiert.

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Veröffentlicht am 24.10.2021

Ein sympathischer Musiker, der trotz Erfolg bodenständig geblieben ist

El Mismo Sol - Unter derselben Sonne
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El Mismo Sol - Unter derselben Sonne von Alvaro Soler und Christine Dohler erscheint im Penguin Verlag.

Ob Magia, La Cintura oder El mismo sol: Diese stimmungsvollen Hits kennen wir alle aus dem Radio. ...

El Mismo Sol - Unter derselben Sonne von Alvaro Soler und Christine Dohler erscheint im Penguin Verlag.

Ob Magia, La Cintura oder El mismo sol: Diese stimmungsvollen Hits kennen wir alle aus dem Radio. Sie bringen mit der wohltönenden Stimme von Alvaro Soler echte Sommerlaune und machten ihn weltweit bekannt. Alvaro wurde in Barcelona geboren, wuchs in Japan auf, beendete seine Schulzeit in Spanien und lebt in Madrid und Berlin. Seine Einblicke in verschiedene Kulturen lässt ihn den Begriff Heimat neu erfinden. Er ist ein Weltbürger und spricht sieben Sprachen und fühlt sich überall zu Hause. Mit Musik verbindet er Menschen und Kulturen und wurde durch seiner Teilnahme an »Sing meinen Song« deutschlandweit bekannt.

"Es ist nicht gleich das Ende, wenn mal etwas schiefläuft. Es kann sogar der Anfang von etwas ganz Großartigem sein." Zitat Seite 27

Alvaro Soler hat schon in frühester Kindheit viele Kulturkreise erlebt. Doch was ist für sein Leben bisher prägend und wichtig gewesen? Er erzählt seine prägenden Erlebnisse und lässt uns mit persönlichen Fotos an seinem Leben teilhaben. Von der Fahrt im Tourbus bis zum Unwohlsein eines Künstlers, das manchmal wunderbare künstlerische Blüten erschafft.

Biografien von jungen Menschen stehe ich im allgemeinen immer sehr kritisch gegenüber. Alvaro Soler ist zwar jung, aber er hat schon eine Menge in seinem Leben gesehen und das aus verschiedenen Kulturkreisen. Seine sympathische und natürliche Art spricht an, er ist ein Sonnyboy, der mit seinen flotten Songs zum Mitsingen animiert und einfach gute Laune verbreitet. Dabei ist er eher ein nachdenklicher Mensch und lebt nachhaltig, engagiert sich für den Schutz unserer Umwelt und unterstützt Kinder in Not.

In diesem Buch erzählt Alvaro wie er seine Kindheit in Spanien und Japan erlebte, was ihn prägte und ihm an seiner Familie wichtig sind und wie er das Musikbusiness erlebt. Seinen musikalischen Durchbruch erlebte er durch den Auftritt mit Jennifer Lopez, das war sein Eintritt in die weltweite Musikszene. Sehr offen erzählt er, was diese Bekannheit und das Leben in der Öffentlichkeit mit ihm gemacht haben. Denn für ihn zählt nicht der Erfolg, für ihn zählt die Musik und die positive Wirkung, wie Musik Menschen verbindet. Aber auch, wie er gutes Essen liebt und das für ihn allgemeine Lebensfreude und Gemeinschaft verkörpert. Auch die Zubereitung seiner Spezialität einer Gazpacho Salmorejo-Variante bekommt man im Buch erklärt.

Er lässt uns hinter die Kulissen der Showbühnen blicken, berichtet von seinen Banderfahrungen und Leben im Tourbus und lässt Alltagsszenen sichtbar werden. Hier erlebt man lustige, ernste, traurige und tiefsinnige Erlebnisse, Ansichten und Gedanken und durch diese authentischen Erfahrungen fühlt man sich Alvaro sehr nah. Er ist ein liebenswürdiger Mensch, den man einfach nur mögen kann. Ein Musiker, guter Kumpel und Freund des Zelebrierens von Kochen und Essen in Gemeinschaft.
Doch nicht nur Musik gehört zu Alvaros Leben, es ist sein Sinn für Nachhaltigkeit und es hat mir auch imponiert, wie er sich in Kenia für Kinder in Not engagiert und seinen Bekanntheitsgrad dafür einsetzt.

Sprachlich gesehen wird alles im lockeren und einfachen Erzählstil nahegebracht, doch dadurch wirkt das Buch auch nicht übertrieben oder aufgesetzt, sondern sehr natürlich und authentisch. Es scheint so, als ob Alvaro persönlich neben mir sitzt und erzählt. Das finde ich sehr nahbar und muss dafür ich auch seine Co-Autorin Christine Dohler sehr loben, die diese Biografie maßgeblich mitgestaltet hat.

Alle Fans des Musikers werden sich an den vielen persönlichen Fotos Alvaros erfreuen, er ist wirklich ein Sonnenschein und hübscher Anblick, der auch Nichtfans positiv beeindruckt.

Diese Biografie ist keine literarische Empfehlung, dafür aber eine überzeugte positive Meinung zu einem sympahtischen Mann, der trotz seiner musikalischen Erfolge auf dem Boden geblieben ist und mit seinen Ansichten für seine Generation ein Vorbild ist.

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Veröffentlicht am 21.10.2021

Spannender Traum von Olympia

Goldmädchen
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Im Dragonfly Verlag erscheint der Jugendroman "Goldmädchen" von Jennifer Iacopelli.

Als Leistungsturnerin fiebert Audrey seit Kindesbeinen an auf die Chance einer Teilnahme bei den olympischen Spielen ...

Im Dragonfly Verlag erscheint der Jugendroman "Goldmädchen" von Jennifer Iacopelli.

Als Leistungsturnerin fiebert Audrey seit Kindesbeinen an auf die Chance einer Teilnahme bei den olympischen Spielen hin. Mit ihrer Freundin Emma gehört sie zur amerikanischen Nationalmannschaft und dann sorgt ein Skandal für ein Desaster. Ihr Trainer wird wegen Missbrauchsverdacht an einer anderen Athletin verhaftet. Das Team steht vor einer wichtigen Entscheidung, wer darf mit zur Olympiade und was wissen die Mädchen näheres zu dem Vorwurf?

Jennifer Iacopelli war selbst Sport-Berichterstatterin zum Thema Kunstturnen und bringt ihre Kenntnisse durchaus interessant in die Handlung ein.

Audrey Lee trainiert seit ihrer Kindheit mit ihrer Freundin Emma. Der Handstützüberschlag, zweieinhalbfache Schrauben und Rückwärtssalto gehören zum vielfach geübten Repertoire, aber eine Verletzungspause nach einer Operation am Rücken erfordert Audreys ganze Kraft und Ausdauer, um dann mit 17 zurück ins Elite-Team zu gelangen. Nun steht die Qualifikation für die Olympischen Spiele an, sie muss es schaffen, denn es ist ihre letzte Chance, eine weitere Turnsaison wird es für sie nicht geben. Zu stark sind die Rückenschmerzen. Aber sie möchte ihre Turnerzeit mit einer Medaille beenden. Als dann aber ihr Trainer wegen Missbrauchsverdachts ausfällt, gerät ihr Traum ins Wanken.

In diesem Roman werfen wir aus Audreys Sicht einen Blick in ihr Leben als Kunstturnerin. Es geht dabei um Freundschaft, Teamgeist, großen Konkurrenzdruck und ein Leben für den Leistungssport, was Jennifer Iacopelli sehr kenntnisreich und detailliert beschreibt. Unzählige intensive Übungsstunden des Trainings werden absolviert, häufig von Schmerzen begleitet und unter dem Druck eines Diätplans, um dem großen Traum einer Medaille näher zu kommen. Ich konnte von Beginn an mit der sympathischen und kameradschaftlichen Audrey mitfühlen, mitfiebern und ihre Sorgen und Nöte miterleben. Denn als ihr Trainer ausfällt, zerfällt die Turngruppe in zwei Lager und auch ihre langjährige Freundin Emma wechselt zur Gegenseite. Trotzdem lässt sich Audrey nicht unterkriegen und startet mit reichlich Kampfgeist und Durchhaltevermögen noch einmal richtig durch.

Jennifer Iacopelli überzeugt mit ihrem flüssigen Schreibstil und dem eingebundenen Wissen über den Turnsport. Auch für Laien wird verständlich beschrieben, wie die täglichen Übungseinheiten des Trainings ablaufen und welche Punkte bei diesem Sport entscheidend sind. Das ist schon recht ausführlich und intensiv, aber so läuft nun mal ein Leben von jungen Turnerinnen im Turnsport ab. Iacopellis tiefen Einblicke in diesen Sport und in die Wettkämpfe in Tokio haben mich an das Buch gefesselt und sie machen sehr deutlich, wie hart der Trainingsdruck ist und wie groß der Traum von einer Teilnahme an der Olympiade. Das Buch spricht sicherlich Turninteressierte und ganz besonders Turnerinnen an, weil sie dieses Wettkampfleben aus eigener Erfahrung her kennen. Der Missbrauchsvorwurf wird sehr einfühlsam im Buch behandelt, das Thema ist in Sportgruppen immer häufiger ein Problem.

Bei den spannenden Wettkampfszenen konnte ich regelrecht mitfiebern und fühlte mich als heimliche Zuschauerin persönlich bei Olympia dabei. Und ich habe Audrey und Emma für ihr couragiertes Handeln bewundert und konnte auch die anderen Figuren gut kennenlernen. Ganz nebenbei entspinnt sich noch eine Liebesgeschichte, die aber den Wettkampfszenen nicht den Rang abläuft.

Dieses interessante Jugendbuch spricht alle Altersklassen an, die sich für das Leben von Kunstturnerinnen interessieren. Etwas Interesse für Profisport im Allgemeinen sollte man als Leser/in aber schon mitbringen.

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