Abwechslungsreiche Geschichten aus dem Mumintal
Die Mumins. Geschichten aus dem Mumintal„Geschichten aus dem Mumintal“, verfasst von Tove Jansson, ist eine Sammlung von neun, voneinander unabhängigen Erzählungen, in denen verschiedene Figuren aus der Muminwelt auftreten. Den Auftakt bildet ...
„Geschichten aus dem Mumintal“, verfasst von Tove Jansson, ist eine Sammlung von neun, voneinander unabhängigen Erzählungen, in denen verschiedene Figuren aus der Muminwelt auftreten. Den Auftakt bildet „Die Frühlingsmelodie“. Protagonist der Erzählung ist der Schnupferich, der nach einer Wanderung eine Melodie für Mumin komponieren möchte, dabei aber von einem kleinen Tier gestört wird. In „Ein schrecklicher Tag“ bieten sich ein kleiner Homsa sowie die kleine Mü einen Dichterwettstreit, wer die gruseligere Geschichte erzählen kann. Die dritte Geschichte „Die Filifjonka, die an Katastrophen glaubt“ handelt von einer Filifjonka, die sich permanent davor fürchtet, ihre Besitztümer zu verlieren, was sie sehr einengt. In „Die Geschichte vom letzten Drachen auf der Welt“ entdeckt Mumin einen kleinen Drachen. „Der Hemul, der die Stille liebte“ erzählt die Geschichte eines Hemuls, der mit seiner Arbeit im Vergnügungspark unzufrieden ist. Die folgende „Geschichte vom unsichtbaren Kind“ handelt von Ninni, einem Mädchen, das aufgrund des Spotts durch ihre Tante unsichtbar geworden ist. Bei den Mumins lernt sie Wertschätzung, sodass sie schrittweise sichtbar wird. In „Das Geheimnis der Hatifnatten“ versucht Muminvater die Ursprünge der permanent umherreisenden Hatifnatten zu ergründen. „Cedric“ ist eine moralische Erzählung um die Last des (übermäßigen) Besitzes. Den Abschluss bildet „Der Tannenbaum“, eine, wie der Titel schon andeutet, Weihnachtserzählung mit humorvoller Note: Am Weihnachtstag werden die Mumins aus ihrem Winterschlaf geweckt, wissen gar nicht, was Weihnachten ist, und vermuten in dem Fest eine herannahende Katastrophe. Man merkt schon: Die Geschichten sind sehr abwechslungsreich. Geeint werden sie aber dadurch, dass sie, obwohl vordergründig für Kinder geschrieben, tiefsinnige, existentielle Problemlagen des Menschseins wie Verlustängste, Erkennen/Artikulieren von Bedürfnissen, Einsamkeit oder Sehn- und Eifersucht behandeln. Mir persönlich haben die Geschichten am besten gefallen, in denen die Kernfiguren (die Muminfamilie, Schnupferich etc.) vorkommen – was aber nicht bedeutet, dass die anderen Geschichten „schlecht“ sind, sondern eher damit zusammenhängt, dass mich die Erlebnisse der Kernfiguren mehr interessierten.