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Veröffentlicht am 25.04.2025

Abwechslungsreiche Geschichten aus dem Mumintal

Die Mumins. Geschichten aus dem Mumintal
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„Geschichten aus dem Mumintal“, verfasst von Tove Jansson, ist eine Sammlung von neun, voneinander unabhängigen Erzählungen, in denen verschiedene Figuren aus der Muminwelt auftreten. Den Auftakt bildet ...

„Geschichten aus dem Mumintal“, verfasst von Tove Jansson, ist eine Sammlung von neun, voneinander unabhängigen Erzählungen, in denen verschiedene Figuren aus der Muminwelt auftreten. Den Auftakt bildet „Die Frühlingsmelodie“. Protagonist der Erzählung ist der Schnupferich, der nach einer Wanderung eine Melodie für Mumin komponieren möchte, dabei aber von einem kleinen Tier gestört wird. In „Ein schrecklicher Tag“ bieten sich ein kleiner Homsa sowie die kleine Mü einen Dichterwettstreit, wer die gruseligere Geschichte erzählen kann. Die dritte Geschichte „Die Filifjonka, die an Katastrophen glaubt“ handelt von einer Filifjonka, die sich permanent davor fürchtet, ihre Besitztümer zu verlieren, was sie sehr einengt. In „Die Geschichte vom letzten Drachen auf der Welt“ entdeckt Mumin einen kleinen Drachen. „Der Hemul, der die Stille liebte“ erzählt die Geschichte eines Hemuls, der mit seiner Arbeit im Vergnügungspark unzufrieden ist. Die folgende „Geschichte vom unsichtbaren Kind“ handelt von Ninni, einem Mädchen, das aufgrund des Spotts durch ihre Tante unsichtbar geworden ist. Bei den Mumins lernt sie Wertschätzung, sodass sie schrittweise sichtbar wird. In „Das Geheimnis der Hatifnatten“ versucht Muminvater die Ursprünge der permanent umherreisenden Hatifnatten zu ergründen. „Cedric“ ist eine moralische Erzählung um die Last des (übermäßigen) Besitzes. Den Abschluss bildet „Der Tannenbaum“, eine, wie der Titel schon andeutet, Weihnachtserzählung mit humorvoller Note: Am Weihnachtstag werden die Mumins aus ihrem Winterschlaf geweckt, wissen gar nicht, was Weihnachten ist, und vermuten in dem Fest eine herannahende Katastrophe. Man merkt schon: Die Geschichten sind sehr abwechslungsreich. Geeint werden sie aber dadurch, dass sie, obwohl vordergründig für Kinder geschrieben, tiefsinnige, existentielle Problemlagen des Menschseins wie Verlustängste, Erkennen/Artikulieren von Bedürfnissen, Einsamkeit oder Sehn- und Eifersucht behandeln. Mir persönlich haben die Geschichten am besten gefallen, in denen die Kernfiguren (die Muminfamilie, Schnupferich etc.) vorkommen – was aber nicht bedeutet, dass die anderen Geschichten „schlecht“ sind, sondern eher damit zusammenhängt, dass mich die Erlebnisse der Kernfiguren mehr interessierten.

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Ein spannungsgelqdener vierter Fall für Wim und Co.

Teufelsspring
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Inhalt: Ein neuer Fall für die Braunschweiger Ermittler Wim Schneider und Rosalie Helmer: Die Leiche der 20-jährigen Joelle Winter wird im Museumspark aufgefunden. Während Wim und Rosalie sich tiefer in ...

Inhalt: Ein neuer Fall für die Braunschweiger Ermittler Wim Schneider und Rosalie Helmer: Die Leiche der 20-jährigen Joelle Winter wird im Museumspark aufgefunden. Während Wim und Rosalie sich tiefer in die – nicht einfache – Vergangenheit von Joelle graben, erhalten sie unverhofft einen Anruf von Wims ehemaliger Kollegin Biggi Höfgens (die jüngst vorläufig den Kontakt zu Wim abgebrochen hatte): Zufällig ist sie auf einen bereits seit 30 Jahren ungelösten Cold Case gestoßen, der sich im Braunschweiger Land zugetragen hat und auffällige Ähnlichkeiten zum aktuellen Mordfall aufweist…

Persönliche Meinung: „Teufelsspring“ ist der vierte Niedersachen-Krimi von Mario Bekeschus, der sich um den Ermittler Wim Schneider dreht. Die einzelnen Fälle der Bände sind in sich abgeschlossen, sodass sich die Krimis unabhängig voneinander lesen lassen. Da in der Reihe aber das Privatleben der auftretenden Figuren eine große Rolle spielt, ist es für ein besseres Verständnis sinnvoll, die Reihe chronologisch zu lesen. Die Handlung besteht aus mehreren Erzählsträngen: einerseits die Ermittlung im aktuellen Mordfall um Joelle, andererseits die Ermittlungen im Cold Case. Daneben findet ein weiterer Strang in der Seniorenresidenz „Leugärten“ statt, in der – während Wims Schwester dort temporär untergebracht ist – Merkwürdiges geschieht. Alle drei Erzählstränge haben ihren ganz eigenen Spannungsbogen und besonderen Reiz, sodass „Teufelsspring“ eine abwechslungsreiche und kurzweilige Lektüre ist. Erzählt wird die Handlung aus einer Vielzahl von Perspektiven, was für ein schönes Tempo sorgt: Neben Wim, Rosalie und Biggi kommen u.a. Mads (ein Polizeianwärter), Hinnerk (ein Bekannter von Mads) und verschiedene Angestellte der Seniorenresidenz zu Wort. Dabei scheinen einzelne Figuren mehr zu Wissen, als sie preisgeben, wodurch weiter Spannung entsteht. Die Handlung generell ist fesselnd und endet mit kaum zu erwartenden Aufdeckungen. Insgesamt ist „Teufelsspring“ ein spannender und unterhaltsamer Kriminalroman, der für einige kurzweilige Stunden sorgt.

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Ein leichtfüßiger Coming of Age-Roman

Das Leben fing im Sommer an
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Inhalt: Sommer 2006. Chris hat gerade die Nachricht bekommen, dass er die Jugendmannschaft von Bayer Leverkusen verlassen muss. Davon will er sich den Sommer nicht vermiesen lassen – zumal die Weltmeisterschaft ...

Inhalt: Sommer 2006. Chris hat gerade die Nachricht bekommen, dass er die Jugendmannschaft von Bayer Leverkusen verlassen muss. Davon will er sich den Sommer nicht vermiesen lassen – zumal die Weltmeisterschaft in Deutschland ansteht. Tatsächlich wird der Fußball aber schnell zur Nebensache. Denn: Zwischen Sommernächten mit den besten Freunden und Freibadbesuchen passiert das Unglaubliche: Plötzlich scheint sich Debbie, in die Chris schon länger verliebt ist, für ihn zu interessieren…

Persönliche Meinung: „Das Leben fing im Sommer an“ ist ein Coming of Age-Roman des Fußballspielers Christoph Kramer, der mit der deutschen Fußballnationalmannschaft 2014 die Weltmeisterschaft gewann. Deshalb könnte man vermuten, dass sich auch sein Roman viel um Fußball dreht – dies ist allerdings nicht der Fall. „Das Leben fing im Sommer an“ ist ein berührender Coming of Age-Roman, den man lieben wird, auch wenn man gar nichts mit Fußball am Hut hat. Erzählt wird die Handlung aus der Ich-Perspektive des fünfzehnjährigen Chris. Dieser ist sehr authentisch gezeichnet: Er hat zwar den ein oder anderen frechen Spruch auf Lager, ist aber im Kern unsicher, verletzlich und auf der Suche nach sich selbst; hat mit anderen Worten die Probleme, die viele von uns in der Pubertät hatten, wodurch man sich schnell mit ihm identifizieren kann. Der Plot beinhaltet typische Coming of Age-Elemente: Gespräche mit Freunden, erste Partys, Freibadbesuche sowie die erste Liebe. Dies hat Christoph Kramer schön lebensnah eingefangen: Ich bin ein paar Jahre jünger als er, habe aber – in Variation – Ähnliches erlebt, sodass die Lektüre ein kleiner Nostalgietrip für mich war. Erzählt wird der Roman ungemein leichtfüßig, sodass man nur so durch die Seiten von „Das Leben fing im Sommer an“ fliegt. Insgesamt ist „Das Leben fing im Sommer an“ ein kurzweiliger Coming of Age-Roman mit einem lebensnah gezeichneten Protagonisten. Ein Roman über den einen prägenden Sommer, den vermutlich jeder Mensch – irgendwie und irgendwo – erlebt (hat).

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Ein fesselnder Klassiker mit interessanter Titelfigur

Der große Gatsby
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Inhalt: New York 1922. Nick Carraway ist gerade nach Long Island gezogen, um sich dort als Wertpapierhändler zu versuchen, als ihn die Fama um Jay Gatsby erreicht. Dieser wohnt in seinem Nachbarhaus und ...

Inhalt: New York 1922. Nick Carraway ist gerade nach Long Island gezogen, um sich dort als Wertpapierhändler zu versuchen, als ihn die Fama um Jay Gatsby erreicht. Dieser wohnt in seinem Nachbarhaus und gibt rauschende Feste – allerdings weiß niemand so genau, wer er ist, woher er kommt und aus welchen Quellen sein Geld stammt. Als Nick zum ersten Mal eine Party Gatsbys besucht, geschieht das Unglaubliche: Gatsby offenbart sich Nick und nimmt ihn in seinen Freundeskreis auf…

Persönliche Meinung: „Der große Gatsby“ ist ein Roman von F. Scott Fitzgerald, der als großer, us-amerikanischer Klassiker gilt. Erzählt wird der Roman nicht – wie der Titel vermuten lässt – aus der Perspektive Gatsbys, sondern aus der Ich-Perspektive Nicks. Nick ist eher ein ruhiger „Durchschnittstyp“, verglichen mit dem schillernden Gatsby blass und funktioniert hauptsächlich als Kamera, durch deren Linse die Lesenden die Handlung wahrnehmen. Diese Handlung ist aufgrund von zwei Charakteristika fesselnd und interessant: Einerseits wegen der rätselhaften Figur Gatsby, andererseits wegen der Vielfältigkeit des Romans. Zunächst zu Gatsby: Dieser ist – da seine Herkunft unbekannt ist – ein großes Rätsel (für die handelnden Figuren wie für die Lesenden). Häppchenweise erfährt man während der Lektüre weitere Informationen über Gatsby, sodass sich schrittweise der Nebel um diese Figur lichtet und der dekadente, halbseidene Gatsby mehr und mehr an Tiefe gewinnt. Ähnliches gilt für die Handlung: Anfangs eher eine Darstellung des Lebens der Reichen und Schönen entwickelt sich die Handlung über eine Liebesgeschichte zu einer Tragödie – wobei die ein oder andere Wendung zu finden ist, mit der man nicht unbedingt rechnet. Abgerundet wird die Ausgabe des Diogenes-Verlags durch die Schriftstellerin Min Jin Lee, die die Entstehungsgeschichte des Romans beleuchtet sowie einen persönlichen Blick in den großen Gatsby wirft. Insgesamt ist „Der große Gatsby“ ein fesselnder Klassiker mit einer interessanten Titelfigur.

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Ein vielschichtiger Horrorroman

Orakel
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Inhalt: Auf einem Blumenfeld zwischen Katwijk und Noordwijk erscheint das Wrack der jahrhundertealten „Orakel“. Wie sie dort hingekommen ist: ein Rätsel, das kaum gelöst werden kann. Denn: Wer durch die ...

Inhalt: Auf einem Blumenfeld zwischen Katwijk und Noordwijk erscheint das Wrack der jahrhundertealten „Orakel“. Wie sie dort hingekommen ist: ein Rätsel, das kaum gelöst werden kann. Denn: Wer durch die Luke des Schiffs steigt, verschwindet spurlos. Daher versucht der niederländische das Auftauchen der „Orakel“ zu verschleiern. Doch bald wird klar: Die Auswirkungen des Auftauchens der „Orakel“ sind schwer kleinzuhalten…

Persönliche Meinung: „Orakel“ ist ein Horrorroman von des niederländischen Schriftstellers Thomas Olde Heuvelt. Erzählt wird die Handlung aus einer Vielzahl von Perspektiven: Menschen, die eher zufällig auf die „Orakel“ treffen, kommen ebenso zu Wort wie Geheimdienstmitarbeiter. Ankerperspektiven sind dabei Robert Grim, ein Ermittler für Übernatürliches, der das Geheimnis der „Orakel“ lüften möchte, sowie Luca, ein 13-jähriger Junge, der die „Orakel“ entdeckt. Die Handlung, die sich über 650 Seiten erstreckt, ist sehr vielfältig und voll mit Überraschungen, sodass ich hier nur zwei Wegmarken festhalten möchte: Einen Schwerpunkt bildet Mystery/Horror: Vieles – insbesondere um die „Orakel“ – ist rätselhaft und unerklärlich; mehrfach finden sich handfeste Horrorszenen mit besonderen Wesen, die Thomas Olde Heuvelt sehr stark beschreibt. Daneben bildet ein Coming of Age-Plot einen weiteren Schwerpunkt. Luca muss aus bestimmten Gründen innerhalb kurzer Zeit erwachsen werden, wobei mir hier besonders die Darstellung der ersten Liebe gefallen hat. Auch das Setting der Handlung fand ich klasse: Oft sind Horrorromane ja in den USA angesiedelt. Dies ist hier anders, was ich sehr erfrischend fand: Der Roman spielt quasi vor der Haustür und die niederländischen Küstenorte sowie die Nordsee werden anschaulich beschrieben. Insgesamt ist „Orakel“ ein wendungsreicher, anschaulich geschriebener Horrorroman mit interessanten Figuren sowie Handlungsorten.

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