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Veröffentlicht am 29.01.2021

Traue niemandem

Ork City
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„Zum Guten, zum Bösen … gibt es so etwas überhaupt? Meiner Erfahrung nach ist die Welt genau wie Dorglash, schmutzig und grau, mit ein paar Flecken bunten Lichts, die für ein paar Stunden angehen, um dann ...

„Zum Guten, zum Bösen … gibt es so etwas überhaupt? Meiner Erfahrung nach ist die Welt genau wie Dorglash, schmutzig und grau, mit ein paar Flecken bunten Lichts, die für ein paar Stunden angehen, um dann wieder zu verlöschen.“ [215]
In „Ork City“ von Michael Peinkofer gerät „Corwyn Rash, Privatschnüffler – nicht König Corwyn der Gerechte“ [29] in einen Fall, der ihn mehr fordern wird, als er anfangs vermutet hätte.
„Ob es mir gefiel oder nicht, mein neuer Fall hatte bereits begonnen – und zwar ohne mich.“ [48] Es ist eine sehr gute Mischung aus Fantasy und Krimi noir, die die Leser*innen sofort fesselt. Die düstere Atmosphäre, die scheinbare ausweglose Situation, die Gefahren und Ängste werden gut skizziert. „Seine Angst beherrschen zu können und keine Angst zu verspüren, sind zwei grundverschiedene Dinge.“ [209] Egal welchen Schritt der Protagonist auch geht, so ist er immer von der Dunkelheit umgeben und spürt die Gefahren des Öfteren am eigenen Leib.
Orks, Zyklopen, Menschen, Gnome, Zwerge und eine Ermittlung von Rash? Ja, das passt und macht aufgrund des Schreibstils auch ordentlich Spaß. Die Welt hätte, meines Erachtens, gerne noch etwas mehr herausgearbeitet werden können. Die Charaktere gefallen und geben der Geschichte das besondere Flair.
Eine schöne Idee ist die Sprache der Unterwelt, die der Autor hin und wieder einfließen lässt. Man versteht diese aus dem Kontext heraus und es gibt zudem am Ende des Buches auch eine Übersicht dazu.

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Veröffentlicht am 25.01.2021

Der Blick durch das Schlüsselloch

Hinter diesen Türen
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„Hinter diesen Türen“ spielt sich etwas Unheilvolles ab. Und das merkt nicht nur die Protagonistin Rowan Caine, sondern auch die Leser mit jeder weiteren Seite. Ruth Ware liefert eine spannende Story, ...

„Hinter diesen Türen“ spielt sich etwas Unheilvolles ab. Und das merkt nicht nur die Protagonistin Rowan Caine, sondern auch die Leser mit jeder weiteren Seite. Ruth Ware liefert eine spannende Story, ein tolles Setting und verblüffende Wendungen. Besonders der Schluss hat es mir persönlich angetan. Das war ein grandioser Schachzug der Autorin.
Rowan schreibt Briefe an den Strafverteidiger und wir bekommen die Informationen zu diesem verzwickten und mysteriösen Fall aus erster Hand. Nicht nur, dass die Stimmung zusehends düsterer wird, je weiter man im Buch vorankommt, so wirkt auch die ganze Atmosphäre immer bedrückender.
Obwohl wir als Leser schon am Anfang wissen worauf die Geschichte hinauslaufen wird, ist man von dem Schreibstil, den Geschehnissen so gefesselt, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Man sieht sich mit vielen Fragen konfrontiert, bildet seine Meinung, verwirft diese und folgt einer anderen Spur, nur um am Ende ordentlich überrascht zu werden. Die Klärung des Falls ist nachvollziehbar und logisch.
Spannung gepaart mit ein bisschen Grusel. Die schönen Highlands und Natur mit dem bedrohlich wirkenden Haus und der darin verbauten Technik. Die Kombinationen und die Erzählweise bieten pures Lesevergnügen.

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Veröffentlicht am 04.01.2021

Düsteres Wunderland

Todessamen
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„Seltsame Träume. Stimmen im Kopf. Der Gedanke, verrückt zu werden, erwies sich als doch gar nicht so abwegig. “ [70]
Das Cover von „Todessamen“ gibt bereits einen Einblick in Jessies Wunderland, nur, ...

„Seltsame Träume. Stimmen im Kopf. Der Gedanke, verrückt zu werden, erwies sich als doch gar nicht so abwegig. “ [70]
Das Cover von „Todessamen“ gibt bereits einen Einblick in Jessies Wunderland, nur, dass es dort für die Protagonistin weitaus dunkler zugeht. Insgesamt ist die Story recht düster. Aber gerade dies fasziniert an diesem Werk von Nicole Siemer, geht es doch um die Themen Tod und Mobbing und die Verarbeitung eben dieser. „Mein Herz darf nicht tot sein. Ich muss doch etwas fühlen können. Es darf nicht tot sein.“ [183]
Jessie lebt in Grubingen und taucht wie Alice in ein Wunderland ab. Jedoch ist dieses Wunderland eine düstere Version, als man dies von Alice kennt und am Anfang erwartet hätte. „Wie sehr hatte sie sich immer ihr eigenes Wunderland gewünscht. Jetzt hatte sie es. Und es war ein Albtraum.“ [251]
Die Geschichte ist gut geschrieben, jedoch fehlt der ersten Hälfte der Drive, die Spannung, welche einen dazu bringen würde, das Buch nicht aus der Hand zu legen. Ab der Mitte zieht die Spannung an. Die Geschichte nimmt ordentlich Fahrt auf. Auch die Charaktere sind gut herausgearbeitet, wandeln und entwickeln sich weiter. Insgesamt ist es ein schöner Fantasy Roman mit einem nicht ganz ausgeschöpftem Potential.

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Veröffentlicht am 17.12.2020

Impressionen einer vergangenen Zeit

The Great Escape
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Wie im Nachwort - Seefahrt als Sehnsucht - sehr schön beschrieben, bewahren die Fotografien „eine verlorene Welt mit all ihren Tönen, Gerüchen und Gefühlen.“ [237] Und genau das zeigt und vermittelt der ...

Wie im Nachwort - Seefahrt als Sehnsucht - sehr schön beschrieben, bewahren die Fotografien „eine verlorene Welt mit all ihren Tönen, Gerüchen und Gefühlen.“ [237] Und genau das zeigt und vermittelt der Bildband „The Great Escape: Geschichten von der Seefahrt 1950-1970“ von Julia Dellith auf eindrucksvolle Weise. Die Bilder sind teils s/w und teils in Farbe und zeigen die Strapazen, die körperlichen Anstrengungen einer vergangenen Zeit. Mal ist dies ein Blick auf das Schiff selbst, die Mannschaft, auf die (lebende) Fracht und ein anderes Mal werden die Impressionen der Erkundungstouren eingefangen. Die Fotografien sind durchweg gelungen. Was mich an diesem Punkt etwas stört, dass man nähere Informationen zu den Fotografien erst am Ende des Buches findet, da sich die Bildtitel im Anhang befinden. Man muss also etwas blättern.
Im Mittelteil des Bildbandes gibt es einen erklärenden Textteil, der sich in die folgenden Punkte gliedert: Faszination Seefahrt, Fotografien von der Seefahrt, Wiederaufbau von der Seefahrt, Romantische Seefahrt, Modernisierung von der Seefahrt. Das ist sehr interessant geschrieben. Da hätte ich mir auch ein Vorwort für das Buch gewünscht.
Insgesamt ist es für die Leser*innen eine tolle Reise in die Vergangenheit.

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Veröffentlicht am 11.12.2020

Kleiner Baum ganz groß

Kleiner Weihnachtsbaum
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Als kleiner Weihnachtsbaum hat man es nicht leicht. Besonders, wenn man hoch oben auf einem Berg steht und sich einsam fühlt. Ja, „Kleiner Weihnachtsbaum“ von Gary Cooper ist wirklich eine ganz andere ...

Als kleiner Weihnachtsbaum hat man es nicht leicht. Besonders, wenn man hoch oben auf einem Berg steht und sich einsam fühlt. Ja, „Kleiner Weihnachtsbaum“ von Gary Cooper ist wirklich eine ganz andere Weihnachtsgeschichte die zu faszinieren weiß. Die Geschichte verdeutlicht den Zauber von Weihnachten, behandelt Themen wie Freundschaft und Mut.
Was dieses Buch zu einem besonderen macht, sind natürlich auch die Illustrationen von Alla Churikova. Diese kommen in dem A4-Querformat mit stabilem Einband und den vollflächig und farbig gestalteten Seiten sehr gut zur Geltung. Die Farben orientieren sich dabei an einer winterschaftlichen Landschaft. Sie sind also eher kühl und wirken dadurch sehr passend.
Der Schreibstil von Gary Cooper ist klar, verständlich und kindgerecht. Somit können Zuhörer*innen ab vier Jahren der Geschichte problemlos folgen, obwohl sie doch reichlich Text auf den 32 Seiten enthält. Das Buch eignet sich besonders für die Vorweihnachtszeit in der man sich gemeinschaftlich verzaubern lässt.

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