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Veröffentlicht am 25.02.2019

ein wütender CEO, eine verunsicherte Hundeflüsterin und mittendrin Smuckers

Most Wanted Bastard
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In „Most Wanted Bastard“ erzählt Annika Martin, wie eine ältere Frau ihrem kleinen Malteser namens Smuckers ein milliardenschweres Unternehmen mit zahlreichen Unterfirmen vererbt. Da ein Hund nicht sprechen ...

In „Most Wanted Bastard“ erzählt Annika Martin, wie eine ältere Frau ihrem kleinen Malteser namens Smuckers ein milliardenschweres Unternehmen mit zahlreichen Unterfirmen vererbt. Da ein Hund nicht sprechen kann, soll seine Hundesitterin und vermeintliche Hundeflüsterin, Vicky, als Sprachrohr fungieren. Diese fällt bei der Testamentsverlesung aus allen Wolken, genauso wie Henry, der Sohn und eigentliche Erbe. Er ist entschlossen sein Unternehmen um jeden Preis zu verteidigen, was bedeutet, dass er Vicky irgendwie loswerden muss. Dazu ist ihm keine Methode zu schade. Vicky ist entschlossen, sich nicht mehr von reichen Machos herumschubsen zu lassen, was bedeutet, dass sie ihre Krallen ausfährt und kämpft. Doch vielleicht haben beide falsche Vorurteile dem anderen gegenüber?

Das Buch wird jeweils aus der Ich-Perspektive von Vicky und Henry erzählt, wobei Vicky ganz klar den Löwenanteil hat und Henry nur ab und zu zu Wort kommt. Der Schreibstil ist locker und lässt sich flüssig lesen. Zudem ist er gespickt mit witzigen Vergleichen und leicht sarkastischen Anmerkungen, die mir beim Lesen viel Spaß gemacht haben. Doch trotz des unterliegenden Humors, der immer wieder zu Tage tritt, schlägt das Buch auch ernstere Töne an, wenn es um Vickys Vergangenheit geht. Diese zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch und wird nach und nach aufgedeckt. Mir war zwar im Groben recht früh klar, worum es dabei geht, aber es hat mich dennoch die ganze Zeit interessiert zu erfahren, was nun wirklich passiert ist.

Zu Beginn wird hauptsächlich von dem Erbkonflikt erzählt und den verschiedenen Maßnahmen, die Henry und Vicky ergreifen, um ihre Standpunkte klar zu machen. Dabei gibt es die ein oder andere witzige Situation, die mich zum Lachen gebracht hat, und es fliegen auch ordentlich die Fetzen. Dann gibt es eine Art Cut und die Liebesgeschichte nimmt ihren Lauf, die gefühlvoll geschildert wird. Ich finde diese Zweiteilung des Romans ganz gut, weil man so sieht, wie sich Beziehungen verändern können, allerdings war mir der „Cut“, der als solcher natürlich nicht dargestellt ist, irgendwie zu abrupt. Im einen Moment fliegen noch die Fetzen und im anderen sprechen sie von Vertrauen und quasi unsterblicher Liebe. Das hätte ich mir irgendwie runder gewünscht. So konnte ich den plötzlichen Sinneswandel nicht so ganz nachvollziehen. Vor allem von Henrys Seite hätte ich mir da mehr gewünscht, weil man nicht erfährt, warum er denn seine Meinung ändert. Er hätte gerne öfters zu Wort kommen können.

Was ich leider immer noch nicht verstehe und so direkt mit dem Buch nichts zu tun hat, ist der Titel. Warum um Himmels willen von einem „Bastard“ gesprochen wird, erschließt sich mir nicht. Henry wird als begehrtester Junggeselle bezeichnet und beschrieben, aber nie als Bastard, weder im übertragen noch im wörtlichen Sinne. Gegen Ende bezeichnet ihn Vicky zwar manchmal scherzhaft als Mistkerl, aber selbst da habe ich es nicht so ganz verstanden. Denn eigentlich ist Henry hinter seiner knallharten Fassade ein lieber und fürsorglicher Mensch. Also ja, den Titel finde ich hier mal ziemlich merkwürdig.

Das Buch insgesamt hat mich jedoch gut unterhalten, an mehreren Stellen zum Lachen gebracht und mir schöne Lesestunden beschert. Es ist eine leichte Lektüre mit ernsteren Untertönen, liebenswerten Charakteren und authentischen Details bezüglich der jeweiligen Arbeit von Henry und Vicky.

Vielen Dank an Netgalley und den LXY Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars, was jedoch keinen Einfluss auf meine Meinung hat.

Veröffentlicht am 19.02.2019

Nette Geschichte mit viel Herz für Zwischendurch

Corporate Love - Bentley
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In der Serie „Corporate Love“ erzählt Melanie Moreland die Geschichte von drei Männern, die sich in ihrer Studienzeit kennengelernt haben und seitdem beste Freunde und Familie für einander sind. Gemeinsam ...

In der Serie „Corporate Love“ erzählt Melanie Moreland die Geschichte von drei Männern, die sich in ihrer Studienzeit kennengelernt haben und seitdem beste Freunde und Familie für einander sind. Gemeinsam sind sie auch Partner in einer sehr erfolgreichen Firma, die Bentley mit seinem Erbe gegründet hat. Bentley ist der Ernste der drei, ist immer bestens organisiert und kümmert sich fast ausschließlich um seine Firma. Doch im ersten Band der Serie lernt er die Studentin Emmy durch Zufall in einem Café kennen. Sie verzaubert ihn sofort mit ihrer ehrlichen und direkten Art und bringt Farbe und Schwung in sein tristes Leben. Bentley weiß, er möchte sie unbedingt in seinem Leben haben. Emmy ist jedoch erst skeptisch, denn sie führt ein ganz anderes Leben, hat im Gegensatz zu Bentley kaum Geld und fühlt sich daher seiner nicht würdig.

Das Buch wird aus der Ich-Perspektive von Bentley und Emmy erzählt, wobei der Großteil der Kapitel aus Bentleys Sicht erzählt werden. Manchmal hätte ich mir etwas mehr aus Emmys Sicht gewünscht, da ihre Gedanken und Gefühle dadurch etwas blass blieben.
Der Schreibstil ist schlicht und gut zu lesen.
Ein wenig hat mich gestört, dass sich die beiden am Anfang so lange gesiezt haben, obwohl sie sich schon vorgestellt hatten. Da ich generell das „Du“ bevorzuge, fand ich das ein wenig anstrengend. Aber Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden.

Mir hat sehr gut gefallen, wie die Entwicklung der Beziehung der beiden geschildert wurde und vor allem wie vernünftig die beiden sind. Einer bewahrt immer einen kühlen Kopf und ich fand es erfrischend mal ein Buch zu lesen, in dem es keine unnötigen Eifersuchtsdramen und der ähnlichen gab, sondern tatsächlich mal Protagonisten, die über ihre Probleme sprechen.

Stellenweise war es mir trotzdem etwas zu kitschig und ich hätte mir etwas mehr Gefühle gewünscht. Die Autorin konzentriert sich mehr auf die Handlung. Die beiden Protagonisten bekommen beide sehr rührende und bewegende Vergangenheiten verpasst, aber ich konnte nicht wirklich spüren, in wie weit diese Vergangenheiten sie beeinflusst haben. Es fühlte sich einfach immer so an, als ob noch etwas fehlen würde, so das letzte Fitzelchen, der Pepp.

Parallel zur Liebesgeschichte entwickelt sich noch eine Art Krimigeschichte, die sich um Bentleys Firma dreht und Drohbriefe, die er erhält. Leider war dieser Erzählstrang für mich recht vorhersehbar, weshalb das Buch für mich mit keinen Überraschungen aufwarten konnte.

Dennoch hat es Spaß gemacht, die Geschichte zu lesen, eben weil die beiden Protagonisten so süß zu einander waren und mir auch die Nebenfiguren, Bentleys Freunde und Emmys Freundinnen, sehr sympathisch waren, die für ein paar witzige Wortgefechte gesorgt haben. Alles in allem ist es eine nette Geschichte für Zwischendurch, wenn man sich an einem verregneten Tag in eine Ecke verkrümeln und in das Leben anderer Leute entführen lassen möchte.

Vielen Dank an Netgalley und den LXY Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars, was jedoch keinen Einfluss auf meine Meinung hat.

Veröffentlicht am 17.02.2019

Ein wilder Highlander, eine sanfte Engländerin - zwei zerbrochene Seelen auf der Suche nach Heilung

Victorian Rebels - Das Licht unserer Herzen
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Im dritten Buch der „Victorian Rebels“ Reihe wird die Geschichte des Highlandteufels Liam und der Viscountess Blenchley erzählt. Letztere musste durch die Hände ihres Ehemannes und in einer Irrenanstalt ...

Im dritten Buch der „Victorian Rebels“ Reihe wird die Geschichte des Highlandteufels Liam und der Viscountess Blenchley erzählt. Letztere musste durch die Hände ihres Ehemannes und in einer Irrenanstalt Schreckliches erleiden. Mit Hilfe von Freunden konnte sie jedoch fliehen und möchte sich nun in den Highlands ein neues Leben als Philomena Lockhart, Gouvernante der Kinder des Highlandteufels, aufbauen. Der Highlandteufel, auch Laird Liam MacKenzie genannt, ist nach Jahren, die er im Krieg verbracht und in denen er im Auftrag des Königs gemordet hat, zu seinem Clan und zwei Kindern zurückgekehrt. Er trägt viele Sünden in sich und wird von noch mehr furchtbaren Erinnerungen gequält, genauso wie die neue Gouvernante, die einen seltsamen Reiz auf ihn ausübt. Doch sie verbirgt etwas und dann passieren auch noch merkwürdige Dinge auf seiner alten Burg…

„Liam war ein Held, der sich für die Sünden seiner Vergangenheit hasste, und sie (Mena) war eine Flüchtige mit einer geheimen Schande.“

Da mir das Vorgängerbuch dieser Reihe so gut gefallen hat, habe ich mich sehr gefreut auch dieses Buch lesen zu dürfen. Die Paarung Liam-Mena hatte sich nämlich dort schon gegen Ende angedeutet und ich war ganz gespannt darauf zu lesen, ob und wie Mena ihr Happy End findet. Denn sie hatte bereits im zweiten Teil aufgrund ihres schrecklichen Ehemannes und ihrer Lage mein Mitleid erregt. Dennoch kann dieses Buch, meiner Meinung nach, auch ohne Vorwissen aus den anderen beiden Büchern gelesen werden.

Der Schreibstil der Autorin fasziniert und begeistert mich einfach. Sie erzählt die Geschichte aus der Perspektive eines Dritten, wobei abwechselnd Liam und Mena ins Auge gefasst werden. Dabei werden Gefühle, Situationen und Landschaften so detailliert beschrieben, dass ich sie wunderbar nachvollziehen und vor meinem inneren Auge sehen konnte. Die Bilder und Vergleiche, die die Autorin verwendet, sind einfach klasse und haben mich immer wieder in Erstaunen versetzt. Mir gefällt diese blumige Sprache sehr gut, da sie wunderbar zu der Zeit passt, in der das Buch spielt. Das raue Schottland mit seinen Sitten und Bräuchen erwacht durch ihre Worte zum Leben und verzaubert. „Aber jetzt kletterten Wolken wie unaufhaltsame Eroberer an den Felsen hinauf und verbargen die Gipfel der Hebriden.“

Die Autorin scheut in keinem der Bücher davor zurück, Grausamkeiten genauso detailliert zu schildern, was aber nicht abstoßend ist, sondern einen tief im Herzen berührt und sofort mein Mitgefühl für Mena und Liam geweckt hat, der so Grausames erdulden musste, wie er selbst verübt hat. Mir hat sehr gut gefallen, wie sich die beiden langsam angenähert und sich dabei auch selbst verändert haben. Die schüchterne Mena ist mit jeder Seite weiter aus ihrem Schneckenhaus gekrochen und der verschlossene Laird hat sich mit jeder Seite etwas mehr geöffnet. Es war wirklich schön das miterleben zu dürfen.

Auch die Nebencharaktere, die Kinder und Jani, sind wunderbar ausgearbeitet, runden die Geschichte ab und sorgen für Auflockerungen. Dazwischen treibt noch ein Teufel sein Unwesen, der mit allerlei sagenumwobenen Geschichten und Bräuchen der Highlands einhergeht, von denen ich sehr gern gelesen habe. Es gibt unvorhergesehene Attentate und Verwicklungen, die für Spannung sorgen und sich parallel zur Liebesgeschichte abspielen.

An manchen Stellen wurde es mir trotz der tollen Beschreibungen etwas zu langatmig. Es wurde beispielsweise mehrmals wiederholt, welch grausame Taten Liam vollbracht hat und wie sehr ihn das belastet. Das fand ich beim ersten Mal sehr interessant und wichtig und hat mich auch berührt. Auch beim zweiten Mal fand ich es noch gut, aber alles dann alles nochmal und nochmal erklärt wurde, wurde es etwas langweilig, auch wenn immer wieder andere Worte dafür gefunden wurde. Das Gleiche gilt für Menas Probleme. Ein paar weniger Wiederholungen wären da, glaube ich, ganz gut gewesen.

Alles in allem ist es ein tolles Buch, das mich in der Zeit zurück und nach Schottland hat reisen lassen, was ich wunderbar fand. Die Charaktere und ihre Gefühle werden toll beschrieben, ich konnte mitfühlen, leiden und mich mit ihnen freuen und habe das Buch regelrecht verschlungen. Eine Empfehlung für alle, die gerne gefühlvolle, aber auch stellenweise grausame, historische Liebesromane in einer blumigen Sprache lesen, denen ein Hauch Krimi anhaftet.

Vielen Dank an Netgalley und den LXY Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars, was jedoch keinen Einfluss auf meine Meinung hat.

Veröffentlicht am 13.02.2019

Spannende Vermischung von Gangster- und Modewelt

Beautiful Danger - Vertrau mir nicht
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In „Beautiful Danger“ von Any Cherubim treffen die schüchterne, streng katholisch erzogene Julia und der freche, starke Sträfling Levin/Six aufeinander. Julia hat die Kleinstadt, in der sie aufgewachsen ...

In „Beautiful Danger“ von Any Cherubim treffen die schüchterne, streng katholisch erzogene Julia und der freche, starke Sträfling Levin/Six aufeinander. Julia hat die Kleinstadt, in der sie aufgewachsen ist, hinter sich gelassen, um in New York ihren Traum, Modedesignerin zu werden, zu verwirklichen. Dafür macht sie ein Praktikum und macht so Bekanntschaft mit dem Verbrecher Six, der für ihre Praktikumsstelle modeln soll. Er ist alles andere als begeistert von diesem Job, da er lieber wieder in sein Leben bei den SinDangers, einer berüchtigten Straßengang, zurückkehren möchte, als auf einem Laufsteg herumzustolzieren.

„Das Dunkle in mir lebte, hatte mich stark gemacht und mich vollkommen eingenommen. Da gab es keinen Platz für Reue, Buße und den ganzen Dreck.“ (Zitat von Levin/Six)

Dieses Buch ist für mich mal wieder einer der Fälle, wo Klappentext und Cover bei mir Assoziationen und Erwartungen hervorgerufen haben, die schlussendlich nicht so ganz dem Inhalt entsprachen. Nach lesen des Klappentextes hatte ich eher mit einer leicht humorvollen Geschichte gerechnet mit erotischen Stellen, da ja das „heiß“ extra betont wurde.
Nun, wer in diesem Buch auf Erotik hofft, ist damit eher falsch beraten, da es nur drei sinnliche Stellen gibt, die auch recht kurz gefasst sind. Mich hat das nicht gestört, ganz im Gegenteil war ich von dieser Entwicklung freudig überrascht.
Weiterhin steht der Modelljob von Levin und seine diesbezügliche „Ausbildung“ nicht unbedingt im Vordergrund, sondern nimmt nur einen kleinen Teil des ganzen Buches ein. Das fand ich etwas schade, da ich mir eben ein paar witzige Szenen vorgestellt habe.
Doch das hätte wahrscheinlich nicht zu dem eher düsteren Thema des Buches gepasst. Levins Seite der Geschichte spielt nämlich in der Unterwelt zwischen Verbrechern, FBI, Waffenhandel, Lügen, Loyalität und dem Kampf ums Überleben. Diese düstere Seite wird sehr gut geschildert und hat mich auch gleich gepackt, da sie für Spannung sorgt.
Im Kontrast dazu steht die eher rosa Zuckerwattewelt von Julia, die relativ naiv ist und bedingungslos an das Gute im Menschen glaubt. Als Levin in ihr Leben tritt, bringt er dieses ziemlich durcheinander. Denn plötzlich drehen Julias Hormone völlig durch und verwirren sie stark. Sie ist nämlich verlobt und hat mit ihrem Verlobten vereinbart mit dem Sex bis zur Ehe zu warten. Das war auch eine gute Idee, oder vielleicht doch nicht? Julias Gewissenskampf und Entwicklung zu einer eigenständigen und selbstbewussteren Persönlichkeit hat mir sehr gut gefallen und wurde toll geschildert. Schön fand ich auch, dass sie ihre gute Weltsicht trotz aller Schicksalsschläge nie verloren hat.

Diese zwei Erzählstränge haben immer wieder Berührungspunkte, wenn Julia und Levin aufeinander treffen und es funkt auch ab und zu, aber irgendwie hat mir der letzte Pepp gefehlt.
Die Geschichte lässt sich gut lesen und unterhält, aber wird mich jetzt nicht länger beschäftigen oder hallt nach. Manche Situationen und auch Gefühle hätten detaillierter beschrieben werden können und gerade gegen Ende geht alles ziemlich schnell. Ich hatte einfach irgendwie das Gefühl, in die Mode- und Gangsterwelt immer nur mit dem großen Zeh einzutauchen, aber nie mit dem ganzen Fuß.

Toll fand ich die Idee mit dem „Was wurde aus…“ am Ende des Buches, was so ähnlich war wie beim Abspann mancher Filme, wenn einem kurz erzählt wird, wie es mit den Figuren aus dem Film weitergeht. So etwas habe ich bei Büchern bisher noch nicht gelesen und fand es daher eine witzige Idee.

Alles in allem ist es eine unterhaltsame Lektüre, die ich in einem Rutsch gelesen habe und die mich ein paar Stunden gut unterhalten hat. Es gibt Spannung, unerwartete Verwicklungen, liebenswerte Haupt- und Nebencharaktere und die zarte Entwicklung einer süßen Liebesgeschichte.

Vielen Dank an Netgalley und den LXY Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars, was jedoch keinen Einfluss auf meine Meinung hat.

Veröffentlicht am 10.02.2019

gefühlvoll, herzzerreißend, bewegend

All In - Zwei Versprechen
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Im zweiten Band der „All In“ Diologie von Emma Scott müssen Jonahs Familie und Freunde lernen, mit seinem Tod klarzukommen, allen voran Kacey und Theo. Kacey wird alles zu viel und sie flüchtet nach New ...

Im zweiten Band der „All In“ Diologie von Emma Scott müssen Jonahs Familie und Freunde lernen, mit seinem Tod klarzukommen, allen voran Kacey und Theo. Kacey wird alles zu viel und sie flüchtet nach New Orleans, wo sie ihre musikalische Karriere wieder aufnimmt und gleichzeitig ihre Trauer in Alkohol ertränkt. Theo bemüht sich unterdessen zu funktionieren und seine Trauer zu verdrängen, indem er sich für ein Studium, seine Arbeit und Familie abrackert. Ihm selbst hilft jedoch keiner und er wird immer mehr von Selbstzweifeln und Trauer von innen heraus zerfressen, bis er von Kaceys Problemen erfährt. Sofort lässt er alles stehen und liegen und eilt zu Hilfe, denn er möchte zumindest die Hälfte seines Versprechens an Jonah halten: er wird sich um Kacey kümmern. Ob er auch zu seiner Liebe zu ihr stehen kann, steht allerdings in den Sternen.

Nachdem mich der erste Band nicht sonderlich berühren konnte, war ich recht skeptisch, wie es in diesem Band wohl weitergehen würde, zumal sich der Verlauf dieser Geschichte bereits im ersten Teil angedeutet hatte. Und darin lag, denke ich, auch mein Problem mit dem ersten Teil: man spürte einfach irgendwie unterschwellig, dass eigentlich Kacey und Theo zusammengehören und daher fühlte sich die Liebe zwischen Jonah und Kacey für mich nie so richtig echt an.

In diesem Teil ist das jedoch anders, denn man spürt Theos Liebe von der ersten Seite an. Er hatte mich mit seiner unerschütterlichen Loyalität und Aufopferungsbereitschaft schon im ersten Teil fasziniert und hier hat er mein Herz sofort erobert. Bereits der Prolog ließ die Tränen bei mir nur so fließen und so ging es dann auch für viele Kapitel weiter. Theos Gedanken, Zweifel, Ängste und Sorgen wurden so gefühlvoll und authentisch geschildert, dass ich seinen Kummer richtig spüren konnte. Es hat mich berührt und selbst jetzt lässt mich die Geschichte noch nicht ganz los. Denn obwohl Theo scheinbar in allen Bereichen den Kürzeren gezogen hat und sich nun eher wie ein billiger Jonah-Ersatz fühlt, bleibt er nach außen hin stark und hilft allen, ohne an sich und seine Ziele zu denken. Da geht einem gleichzeitig das Herz auf und zieht sich vor Mitleid zusammen.

Auch mit Kacey bin ich in diesem Band warm geworden, da sie eine enorme Entwicklung durchmacht, wie ich finde, was mir sehr gut gefallen hat. Sie streift das unreife Gehabe ab und beginnt ein Leben als erwachsene, selbstbewusste junge Frau, die ihr Leben endlich auf die Reihe kriegen möchte. Das hat mir wirklich gut gefallen.

Weiterhin haben mich wieder die wunderbare Schreibweise und detaillierten Beschreibungen der Autorin fasziniert. Sie schafft es die künstlerischen Leidenschaften von Theo und Kacey so toll zu schildern, dass ich die Begeisterung spüren und alles vor mir sehen konnte. Ja, ich habe sogar ernsthaft über Tattoos nachgedacht, weil mich die Beschreibungen so fasziniert haben. Auch dass eins der Lieder, die Kacey geschrieben hat, in dem Buch veröffentlicht wurde, fand ich super. Auf so etwas hoffe ich in Musikerbüchern immer und selten wird es gemacht, hier schon, daher Daumen hoch!
Genauso toll waren auch die Beschreibungen von New Orleans, das mit seiner Voodoogeschichte und Farbenpracht vor meinen Augen richtig Gestalt angenommen und mich begeistert hat. In letzter Zeit habe ich zufälligerweise einige Bücher mit New Orleans als Schauplatz gelesen, doch keines hat es geschafft, mir die Stadt so nahe zu bringen wie dieses.

Der einzige Wermutstropfen des Buches war für mich die kleine Nebengeschichte/Drama im dritten und letzten Teil des Buches, die für mich irgendwie erzwungen und zu schnell abgehandelt wirkte. Auch den Sinn dahinter konnte ich nicht ganz so verstehen, was ich etwas schade finde.

Nichtsdestotrotz hat mich dieses Buch wirklich begeistert und beschäftigt mich auch jetzt nach dem Lesen noch. Es ist gefühlvoll geschrieben, zieht einen direkt in die Geschichte und entführt einen an andere Orte und zeigt auf glaubwürdige Weise wie unterschiedlich Menschen mit einem schweren Verlust umgehen und ihre Trauer überwinden. Trauer und Liebe, Schmerz und Freude waren sich in diesem Buch nie fern und gerade diese Mischung hat es in meinen Augen zu etwas ganz Besonderem gemacht.

„Wenn kleine Hoffnungsschimmer auftauchen, muss man an ihnen festhalten. Ihnen zulächeln. Was soll das Ganze sonst?“

Vielen Dank an Netgalley und den LXY Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars, was jedoch keinen Einfluss auf meine Meinung hat.