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Veröffentlicht am 03.03.2023

Abschluss der Familiengeschichte der Dehmels

Fine und die Zeit der Veränderung
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Ulla und Heinrich Dehmel sind mittlerweile mit ihren Töchtern zurück in Berlin. Heinrich hat eine Stelle als Amtsarzt, verliert diese aber, als er die Zustände in den Arbeitersiedlungen anprangert. Ulla ...

Ulla und Heinrich Dehmel sind mittlerweile mit ihren Töchtern zurück in Berlin. Heinrich hat eine Stelle als Amtsarzt, verliert diese aber, als er die Zustände in den Arbeitersiedlungen anprangert. Ulla wendet sich der KPD zu, wird Mitglied und engagiert sich kräftig. Als sie und Heinrich sich scheiden lassen und dann noch die Wirtschaftskrise es für Ulla schwierig macht Geld zu verdienen, beschließt die Familie die drei Mädchen Fine, Cornelia und Beate weit ab von Berlin zu einer Pflegefamilie zu geben.

Das Buch beginnt aus Ullas Perspektive. Wir erleben mit ihr das fragile Familienleben mit Heinrich, der sich immer mehr von ihr abwendet. Halt findet sie bei ihren Schwägerinnen und der Partei. Nach einem Drittel des Buches wechselt die Perspektive zu Fine und damit geht der Blick wieder mehr in den Alltag. Wobei Fine sehr neugierig ist und gerne auch die Gespräche der Erwachsenen belauscht und somit der auch die Leser wieder eine Einblick in das gesellschaftliche Leben der Familie bekommt.

Ulrike Renk schafft es wieder diese ungewöhnliche Familie und deren Leben lebendig werden zu lassen. Wobei in Fines Abschnitt mehr oder weniger nur noch die Kernfamilie eine Rolle spielt. Lotti und Vera tauchen hier nur noch kurz und auch Ida Hamburg spielt keine Rolle mehr. Hier sieht man auch, wie der herausfordernde Alltag das enge miteinander auseinanderreißt.

Ich habe mich wieder wohl gefühlt mit dem Buch. Ich hätte auch gerne noch ein weiteres Buch über Fine Dehmel gelesen, so wie es ursprünglich geplant war. Ich kann aber nachvollziehen, dass Ulrike Renk gerade nicht die Kraft hat, noch einmal über die Brutalität des zweiten Weltkriegs zu schreiben, wenn gerade ein Krieg in Europa tobt. Vielleicht ergibt sich das später noch einmal, wenn wieder Frieden herrscht.

Von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung auch für die gesamte Reihe, die eine wirklich außergewöhnliche Familiengeschichte wieder aufleben lässt.

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Veröffentlicht am 21.02.2023

Köln vor 200 Jahren

Rosenmontag
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Gustav Zabel wir eines Morgens zu einem Diebstahl im Kölner Dom gerufen, ein wertvolles Kreuz ist verschwunden. Außerdem wird ein bestial Ermordeter aus dem Rhein gezogen. Als bei diesem dann eben jenes ...

Gustav Zabel wir eines Morgens zu einem Diebstahl im Kölner Dom gerufen, ein wertvolles Kreuz ist verschwunden. Außerdem wird ein bestial Ermordeter aus dem Rhein gezogen. Als bei diesem dann eben jenes Kreuz gefunden wird, deuten zunächst alle Indizien auf einen stadtbekannten Verbrecher hin. Doch Zabel wird davon überzeugt, dass der einfachste Weg nicht immer der richtige ist.

Der Fall des ermordeten Jean Kämmerer bietet einen Einblick in die Kölner Gesellschaft des Jahre 1823. Parallel zu den Ermittlungen bringt sich Zabel auf Wunsch seiner Frau auch bei den Vorbereitungen zum ersten Rosenmontagszug nach der Machtübernahme Preußens nach den napoleonischen Kriegen ein. Seine guten Verbindungen zum preußischen Königshaus helfen hier manch Klippe zu umschiffen.

An sich hat mir das Buch gut gefallen. Der Fall ist ziemlich verzwickt und Zabel macht sich das Leben teilweise selbst schwer, weil er sich nicht auf die Kölner Lebensart einlassen mag und daher immer der Außenseiter ist. Aber er lässt sich nicht unterkriegen. Was ich teilweise etwas störend fand, war der doch relativ häufige Einsatz des Kölner Dialekts. Selbst in der „hochdeutschen“ Fassung war der für mich als Nicht-Kölner schwer zu verstehen. Wenn komplett Kölsch gesprochen wurde, habe ich tatsächlich fast gar nichts mehr verstanden. Da der meiste Dialekt von einem direkten Kollegen Zabels gesprochen wird, gehen hier einfach Zwischentöne verloren.

Was ich etwas widersprüchlich fand war, dass Zabel manchmal nach Intuition handelt, weil er ja genügend Erfahrung hat, dann aber wieder keinem traut und eben nicht auf seinen Bauch hört, als er Zeugen vernimmt, die auch noch einem Kreis angehören, in den er eigentlich aufgenommen werden möchte. Gerade an der Stelle hätte ich von einem erfahrenen Ermittler mehr Fingerspitzengefühl erwartet.

Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen. Man ist schnell im Lesefluss und die Probleme, die die Kölner mit der preußischen Besatzungsmacht hatten werden schnell deutlich. Da prallten einfach sehr unterschiedliche Lebensarten aufeinander. Zabel ist in diesem Buch doch sehr Preuße und schafft es nicht, auch einfach mal locker zu sein. Da dieses Buch das erste einer Reihe ist, mag sich seine Persönlichkeit in den nächsten Bänden vielleicht noch ändern.

Von daher von mir durchaus eine Leseempfehlung, gerade zum 200. Jahrestag des ersten Rosenmontagzugs.

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Veröffentlicht am 19.02.2023

tolles Buch!

Für die Sterne bestimmt
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1961, die Menschheit hat den Mond besiedelt und plant die erste bemannte Reise zum Mars. Doch nicht jeder auf der Erde ist davon überzeugt, dass die Reise eine gute Idee ist.

In diesem Buch wird die Geschichte ...

1961, die Menschheit hat den Mond besiedelt und plant die erste bemannte Reise zum Mars. Doch nicht jeder auf der Erde ist davon überzeugt, dass die Reise eine gute Idee ist.

In diesem Buch wird die Geschichte von Elma York als eine der ersten weiblichen Astronautin weiter erzählt. Eigentlich hatte sie nicht geplant an der Mars Mission teilzunehmen, da sie ihren Mann nicht für drei Jahre verlassen will und auch langsam mit der Familienplanung beginnen möchte. Doch dann entscheidet die Leitung der IAC anders und auf Grund ihrer Popularität soll Elma nun doch mitreisen.

Die Autorin gestaltet in diesem Buch, schon wie im Vorgänger, eine alternative Geschichtsschreibung. Die Landung und Besiedelung des Monds haben bereits stattgefunden und nach dem Meteoreinschlag zehn Jahre zuvor ist die Besiedelung des Alls eine dringendere Aufgabe geworden.

Ich fand das Buch wieder sehr spannend geschrieben und fand es gut, wie die Autorin gerade die gesellschaftlichen Probleme mit einarbeitet. Rassismus ist an der Tagesordnung und auch die Diskriminierung der Frau ist vollkommen normal. Auf dem Weg zum Mars sind gerade diese Themen auch wichtig für das tägliche Miteinander. Die Expedition besteht aus zwei bemannten Schiffen und einem Versorgungsschiff. Die eine Besatzung ist rein weiß, da hier ein südafrikanischer Pilot an Bord ist und dies die Bedingung für seine Teilnahme und die Zahlung des Staats Südafrikas an die IAC ist. Die Autorin geht auch auf gleichgeschlechtliche Beziehungen ein.

Unterwegs gibt es einige menschliche und technische Probleme, die die Crews teilweise an den Rand der Belastungsgrenze bringen. Ich fand diesen Teil sehr spannend und auch sehr berührend. Hier sieht man gerade auf dem Schiff, auf dem Elma unterwegs ist eine starke Charakterentwicklung und gerade Parker, der im ersten Band eher ein Unsympath ist, macht hier eine tolle Entwicklung.

Ich muss sagen mir hat der Teil der Reise fast besser gefallen als der Teil mit den Vorbereitungen davor. Hier wird es zu einem sehr typischen Science Fiction Roman. Sicher hätte man da das ein oder andere auch weglassen können, aber alles in allem war ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Technik und Persönlichkeitsentwicklung.

Alles in allem war es ein wirklich tolles Buch. Ich hoffe sehr, dass es von der Autorin noch mehr zu lesen geben wird, ihre Ideen sind einfach ungewöhnlich und sehr gut umgesetzt.

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Veröffentlicht am 17.02.2023

interessant

Vanilletage – Die Frauen der Backmanufaktur
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Carl will Apotheker werden um Menschen die Medizin zu geben, die sie heilt. Doch hat er auch ein Gespür dafür, neue Produkte zu entwickeln und weiter zu verfeinern. So gelingt es ihm das Backtriebmittel, ...

Carl will Apotheker werden um Menschen die Medizin zu geben, die sie heilt. Doch hat er auch ein Gespür dafür, neue Produkte zu entwickeln und weiter zu verfeinern. So gelingt es ihm das Backtriebmittel, dass ihm sein Onkel aus Amerika mitgebracht hat, zu analysieren und auf den deutschen Markt zu bringen. So wird es den Hausfrauen ermöglicht Kuchen wie vom Bäcker zu backen. Seine Frau Josephine unterstützt ihn und trägt mit ihren Marketing Ideen maßgeblich an dem Erfolg der Produkte bei.

Wie das Cover schon vermuten lässt, dreht es sich in diesem Buch über die Entstehungsgeschichte der Firma Dr. Oetker, auch wenn es sich hier um Dr. Carl Meister dreht. Soweit ich das im Internet herausgefunden hat, entspricht die Handlung des Buches in weiten Teilen der tatsächlichen Familien- und Firmengeschichte. Natürlich handelt es sich hier nicht um eine Biografie, sondern eben um einen Roman. Die fiktiven Anteile erläutert die Autorin auch im Nachwort des Buches.

Die Geschichte an sich fand ich sehr interessant, erfährt man doch wie die Produkte, die man schon sein Leben lang kennt und benutzt, entstanden sind. Allerdings muss ich sagen, dass mir die Geschichte an sich ein wenig zu platt war. Die Probleme die in der Familie auftreten, laufen immer nach dem gleichen Muster ab. Es gibt Streit, einer hört nicht richtig zu, läuft davon und bei einem zweiten Gespräch klärt sich alles auf. Dazwischen scheint eine heile Welt zu herrschen und außer den handelnden Personen treten nur wenige Charaktere auf.

Mir war das zu wenig, ich hatte immer das Gefühl dass ich hier nur an der Oberfläche kratze. Und das teilweise doch recht nervige Verhalten von Josephine und Carl miteinander fand ich auf Dauer recht anstrengend.

Trotzdem war das Buch eine nette Unterhaltung, mehr für mich aber nicht. Ich hatte zwar Bilder im Kopf, aber irgendwie hat es mich nicht so gepackt, dass ich die weiteren Bände noch lesen wollte.

Von mir daher nur eine begrenzte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 16.02.2023

tolles Cross Over

Mehr als die Gerechtigkeit
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Der Krieg ist vorbei und Gut Mohlenberg wieder eine Psychiatrische Anstalt. Als Richard Hellmer bei Friederike anfragt, ob sie ihm helfen kann seine Aussage vor einem parlamentarischen Ausschuss zum Thema ...

Der Krieg ist vorbei und Gut Mohlenberg wieder eine Psychiatrische Anstalt. Als Richard Hellmer bei Friederike anfragt, ob sie ihm helfen kann seine Aussage vor einem parlamentarischen Ausschuss zum Thema Zwangssterilisationen im dritten Reich vorzubereiten, reist sie mit ihrer Tochter Charlotte nach Hamburg.

Dort bietet ausgerechnet Dr. Krüger, der Erzrivale von Richard Hellmer, Hilfe an. Doch es kommt zu keinem Treffen mehr, denn Krüger wird tot aufgefunden. Friederike lässt es sich nicht nehmen auch aktiv die Ermittlungen von Alfred Studt zu unterstützen. Und Charlotte freundet sich derweil mit Fritz Ellmers Halbbruder Thomas an.

Wer die Reihen von Melanie Metzenthin kennt wird feststellen, dass sich hier das Personal all ihrer Serien in einem Band zusammenfindet. Ich bin generell ein Fan davon, alte Bekannte aus anderen Büchern wieder zu treffen. Das ist für mich ein bisschen wie nach Hause kommen. Der Autorin gelingt es in diesem Band hervorragend die einzelnen Geschichten zusammenzuführen.

Friederike ermittelt nun also mit Fredi Studt, den wir aus der Hafenschwester kennen. Auch sein Sohn Wolfgang ist mit involviert und die Kabbeleien zwischen Friederike und Fredi sind einfach köstlich. Am Ende erweist es sich hilfreich Friederike sozusagen als psychologisch geschulte Undercover Ermittlerin einzusetzen, kommt sie doch an manchen Ecken einfacher an Informationen als die Polizei.

Währenddessen ist Charlotte mit Thomas unterwegs. Hier werden die letzten Unstimmigkeiten in der Familiengeschichte der Mitchells geklärt und zu einem guten Ende gebracht.

Ich fand das Buch ganz toll, auch wenn es im Prinzip Abschied nehmen heißt, von Gut Mohlenberg, den Figuren der Hafenschwester und auch ein kleines bisschen von den Leisen Helden. Wobei es hier demnächst wohl noch einen Sidekick geben wird, was mich sehr freut.

Wer die oben genannten Reihen nicht alle gelesen hat, wird sich mit diesem Buch auch zurechtfinden, die Autorin baut genügend Informationen ein um die Geschichte auch ohne Vorkenntnisse zu verstehen. Allerdings fallen einem manche Dinge nur auf, wenn mal die anderen Bücher auch kennt. Da diese alle sehr lesenswert sind, kann ich sie auch alle nur empfehlen.

Von mir daher eine Leseempfehlung für dieses tolle Buch, in dem viele Einzelteile perfekt zusammengefügt werden. Hut ab dafür vor der Autorin!

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