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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.03.2019

Mir zu simpel

Herz aus Gold und Asche
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Elin hat ein Vorstellungsgespräch in der Firma, in der schon ihr Vater gearbeitet hat, bevor er bei einem Autounfall ums Leben kam. Und es klappt tatsächlich, es wird ihr ein Arbeitsplatz angeboten. Auch ...

Elin hat ein Vorstellungsgespräch in der Firma, in der schon ihr Vater gearbeitet hat, bevor er bei einem Autounfall ums Leben kam. Und es klappt tatsächlich, es wird ihr ein Arbeitsplatz angeboten. Auch wenn ihre Tante dagegen ist, nimmt Elin den Job an, sieht so doch hier die Möglichkeit ein Heilmittel für den Krebs ihres Bruders zu finden. IN der Firma trifft sie auf Esra, der anders als andere Männer zu sein scheint.

Ich muss sagen, ich habe das Buch bei etwa knapp der Hälfte abgebrochen. Vom Klappentext her hatte ich etwas anderes erwartet. Bei Filmen würde man sagen ich habe amerikanische Action erwartet und dann eine deutsche Daily Soap bekommen.
Mir war der Plot zu einfach gestrickt. Junge Frau (wie alt Elin tatsächlich ist, habe ich nicht herausgefunden) bekommt den Traumjob, trifft dort einen unglaublich gut aussehenden Mann und gerät in ein internationales Komplott der Pharmaindustrie. Angereichert wird das Ganze noch mit der Stadtlegende rund um die Basilisken, die Basel beschützen und damit einen Schuss Fantasy in die Geschichte bringen.
Was mich wirklich gestört hat war, dass Elin eigentlich schon Anfang 20 sein müsste, sich in Bezug auf Esra eher wie eine Vierzehnjährige verhält. Sobald er ums Eck kommt, kann sie nur noch an ihn und sein tolles Aussehen denken.
Zusätzlich arbeitet Elin wohl bei einem der weltweit größten Pharmaunternehmen (laut Klappentext). Dabei nimmt am Vorstellungsgespräch bereits der Firmenchef teil und sie bekommt sofort eine Zusage, obwohl sie das Gespräch nicht mal ansatzweise verfolgt. Dazu wird ihr für ihre Ausbildung ein Gehalt gezahlt, dass andere erst nach dreißig Jahren Firmenzugehörigkeit erreichen. Im weiteren Verlauf stellt sich die Forschungsabteilung als eine Gruppe von drei Leuten heraus, die ihre Forschungsunterlagen auch noch vollkommen ungesichert einfach herumliegen lassen.
Das waren alles Dinge, die mir auch den Rest der Geschichte einfach verleidet haben. Dabei ließ sich das Buch gut lesen und auch das Kopfkino lief von Anfang an.

Trotzdem kann ich hier leider keine Leseempfehlung aussprechen, dafür war mir das Ganze einfach zu simpel gestrickt.

Veröffentlicht am 09.03.2019

vielschichtiges Buch

Die verborgenen Stimmen der Bücher
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Emmet Farmer war schwer krank und kann jetzt seinen Eltern auf der Farm nicht mehr wirklich helfen. Da kommt den Eltern das Angebot einer Buchbinderin, ihn in die Lehre zu nehmen, eigentlich ganz recht.
Was ...

Emmet Farmer war schwer krank und kann jetzt seinen Eltern auf der Farm nicht mehr wirklich helfen. Da kommt den Eltern das Angebot einer Buchbinderin, ihn in die Lehre zu nehmen, eigentlich ganz recht.
Was wie ein Buch über einen Farmerssohn klingt, der einen neuen Beruf finden muss, stellt sich bald als deutlich vielschichtigeres Buch heraus. Bücher haben in dieser Welt eigentlich keinen Platz. Sie dienen nicht der Unterhaltung, sondern der Befreiung von unangenehmen Erinnerungen. Die Buchbinder sind auch nicht Menschen, die Bücher handwerklich herstellen, sie sind diejenigen, die die Erinnerung binden. Das alles muss Emmet erst noch lernen, haben seine Eltern ihm doch nie etwas über die Buchbinderei und deren Folgen erzählt.

Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt. Im ersten begleiten wir Emmet zur Buchbinderin Seredith und lernen grob die Regeln dieser Welt kennen. Der zweite Teil erzählt dann wie es zu Emmets Krankheit kam. Im letzten wiederum wechselt dann die Perspektive.
Mehr möchte ich dazu gar nicht erzählen, man sollte sich hier wirklich überraschen lassen.
Das Buch ist toll geschrieben, ich hatte von Anfang an Bilder vor Augen. Auch sind in der Handlung zarte Andeutungen verborgen, die den aufmerksamen Leser auf manche Überraschung vorbereitet. Gerade der Schreibstil hat mich sehr berührt und begeistert.

Die Idee, dass Menschen ihre Erinnerungen an ein Buch abgeben und dann ohne diese oft unangenehmen Erinnerungen weiterleben können, fand ich hoch interessant. Die Autorin zeigt aber auch die Nachteile und Gefahren, die diese Möglichkeit birgt. Da verkaufen Menschen ihre Erinnerungen an unlautere Buchbinder um damit Geld zu machen. Da aber jede Sitzung dem Menschen auch etwas des eigenen Ichs beraubt, ist genau das nicht ungefährlich. Und auch manch scheinbar freundlicher Arbeitgeber nutzt die Gelegenheit um Missbrauch der Angestellten zu verbergen.

Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Es entführt in eine Welt, die wir uns so nicht vorstellen können. Ein etwas anderes Fantasybuch!

Veröffentlicht am 04.03.2019

starker Familienroman

Die Stunde der Inseltöchter
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Laurens Leben scheint perfekt, sie lebt mit Mann und Tochter in Notting Hill, sie haben genug Geld und demnächst möchte sie sich selbstständig machen. Doch dann stirbt ihr Mann unerwartet und alles in ...

Laurens Leben scheint perfekt, sie lebt mit Mann und Tochter in Notting Hill, sie haben genug Geld und demnächst möchte sie sich selbstständig machen. Doch dann stirbt ihr Mann unerwartet und alles in ihrem Leben wird in Frage gestellt. Sie geht zurück nach Marthas Vineyard zu ihrer Mutter und Schwester, die beide selbst mit ihren Geheimnissen zu kämpfen haben.

Sarah Morgan hat diesmal nicht einen fluffigen Liebesroman geschrieben, sondern einen Familienroman, der doch mehr Tiefgang hat, als man erwarten würde. Sie erzählt nicht nur Laurens Geschichte, sondern die Geschichte ihrer ganzen Familie. Abwechselnd wird aus der Sicht von ihr, ihrer Schwester Jenna, ihrer Mutter Nancy und ihrer Tochter Mack erzählt. So bekommt man einen guten Einblick in das Innenleben der vier Frauen. An manchen Stellen hätte ich jede von ihnen treten mögen, weil jede Dinge in sich hineinfrisst, anstatt sie mit den anderen zu besprechen. Aber genau das tun die Frauen dann auch und aus der vorher zerrissenen Familie wird endlich eine Gemeinschaft.


Mir hat dieses Buch ausgesprochen gut gefallen. Es werden vielfältige Themen thematisiert, wie das Leben als Witwe, ein unerfüllter Babywunsch, die Unsicherheit der Teenager-Zeit und wie das Leben jenseits der Lebensmitte aussehen sollte.


Mir hat es viel Spaß gemacht die vier Frauen zu begleiten und zu sehen, wie sich jede von ihnen weiterentwickelt und Veränderungen zulässt.

Ich würde mich freuen noch mehr solcher Familienromane in einer solch tollen Umgebung wie Marthas Vineyard von Sarah Morgan zu lesen.


Von daher von mir eine absolute Leseempfehlung für dieses Wohlfühlbuch.

Veröffentlicht am 26.02.2019

skurriles Buch

Eiswelt
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Eiswelt spielt in einer Parallel-Welt der Erde, einer Erde, bei dem die Eiszeit nie aufgehört hat und die Menschen sich an extreme Winter angepasst haben. Die meisten von ihnen verschlafen den Winter, ...

Eiswelt spielt in einer Parallel-Welt der Erde, einer Erde, bei dem die Eiszeit nie aufgehört hat und die Menschen sich an extreme Winter angepasst haben. Die meisten von ihnen verschlafen den Winter, nur wenige bleiben wach um über diejenigen zu wachen, die schlafen.
Charlie ist einer von ihnen, ein Winterkonsul. Er ist noch ganz neu in seinem Job und versucht alles richtig zu machen. Doch schon bei deinem ersten Auftrag stellt dich heraus, dass richtig und falsch manchmal gar nicht so einfach zu unterscheiden sind.
Um den Winter zu überleben muss Charlie entscheiden, wem er trauen kann und wem nicht.

Eiswelt ist ein sehr skurriles Buch. Was vom Autor auch zu erwarten war. Die Gesellschaft, in der Charlie lebt ist unserer manchmal recht ähnlich (viele werden diverse Markennamen erkennen) und doch in vielen Dingen komplett anders. Anfangs fällt es manchmal recht schwer zu begreifen, um was es gerade genau geht. Ich muss gestehen, das Fortpflanzungskonzept dieser Gesellschaft habe ich bis zum Schluss nicht genau verstanden. Hat aber nichts ausgemacht, da es nicht handlungsbestimmend war.
Man sollte sich Zeit nehmen für dieses Buch. Anfangs um sich in das Geschehen hineinzudenken und zum Ende hin dann einfach um herauszufinden, was denn nun genau passiert ist und wie alles endet.

Ich habe mir Anfangs recht schwer getan mit dem Buch, aber als dann Action aufkam und immer wieder völlig unerwartete Dinge passierten, war ich voll dabei.

Dadurch, dass man alles nur aus Charlies Sicht sieht, fällt es einem tatsächlich sehr schwer zu entscheiden, wer den nun zu den Guten und wer zu den Bösen gehört. Oder wer einfach nur versucht den Winter irgendwie zu überleben.
Das Ganze ist mir einer guten Portion Kritik an Monopolisten gewürzt und zeigt was passiert, wenn sich plötzlich Firmen, die Geld verdienen wollen zum Wohltäter der Menschheit aufschwingen.
Für alle, die abgedrehte Plots und englischen Humor lieben, ist dieses Buch absolut richtig.

Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und vergebe auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 22.02.2019

schöner Cozy Krimi für zwischendurch

Je dunkler das Grab
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Mags Blake bekommt einen Anruf von ihrem Freund Sam, der als Historiker derzeit auf der Insel St. Michael’s Mount an einer Festschrift arbeitet und ihre Hilfe bezüglich der Gärten braucht. Kaum dort angekommen ...

Mags Blake bekommt einen Anruf von ihrem Freund Sam, der als Historiker derzeit auf der Insel St. Michael’s Mount an einer Festschrift arbeitet und ihre Hilfe bezüglich der Gärten braucht. Kaum dort angekommen macht sie mit Sam einen Rundgang über die Insel und die beiden finden dabei eine Leiche in einer kleinen Kapelle.

Als sich die Ermittlungen der Polizei in eine Richtung entwickeln, die Mags und Sam nicht gefallen, beschließen die beiden sich selbst etwas umzuhören.


Dieser zweite Band um Mags Blake und ihren Freund Sam Hawthorne ist wieder etwas für Liebhaber beschaulicher Krimis. Es geht wahrhaftig nicht blutig zu und das Privatleben der beiden steht wieder im Vordergrund.


Mags trifft auf eine alte Bekannte ihrer Mutter und beschließt herauszufinden, warum diese die Familie verlassen hat. Die ersten Hinweise dazu finden sich in der Bibliothek der Insel.

Auch die Beziehung zwischen Sam und Mags nimmt ganz langsam Formen an. Schön beschrieben ist auch wieder die Landschaft und ihre Besonderheiten.


Ich habe das Buch innerhalb eines Tages gelesen und ich muss sagen es war wirklich gut zu lesende Unterhaltung und ich freue mich schon auf den dritten Band der Reihe, der im Juli erscheinen wird.