Familiengeheimnisse
Was wir für wahr gehalten habenNovember 1969: Mattie ist auf dem Weg nach Hause. Ein ganzes Jahr lang wollte sie nichts mit ihrer Familie zu tun haben – zu groß war der Schmerz nach dem Tod ihres Zwillingsbruders im Vietnamkrieg. Doch ...
November 1969: Mattie ist auf dem Weg nach Hause. Ein ganzes Jahr lang wollte sie nichts mit ihrer Familie zu tun haben – zu groß war der Schmerz nach dem Tod ihres Zwillingsbruders im Vietnamkrieg. Doch nun ist ihre Mutter schwer krank und könnte bald sterben. Wie wird es Mattie nach dieser langen Zeit in der Ferne zuhause ergehen? Kann sie mit ihrem Vater Frieden schließen?
Januar 1942: Auch Ava muss mit einem schweren Verlust zurechtkommen. Mit nur 21 Jahren ist sie plötzlich verwitwet – ihr Mann, der in Pearl Harbor diente, überlebt den Angriff nicht. Nun lebt Ava allein mit ihrer feindseligen Schwiegermutter im Elternhaus ihres Mannes. Eine Anstellung auf einem nahegelegenen Militärstützpunkt bietet ihr die willkommene Gelegenheit, dem Alltag zu entkommen.
Dezember 1941: Der deutsche Student Gunther wird festgenommen. Er versteht nicht, weshalb man ihn der Spionage verdächtigt. Er ist kein Nazi – im Gegenteil: Er lebt in Amerika, weil er dem Nazi-Regime entfliehen wollte. Doch die Beamten glauben ihm nicht. Gunther wird in ein Internierungslager gebracht.
Abwechselnd wird die Geschichte dieser drei Menschen erzählt – bei den beiden Frauen in der Ich-Form, bei Gunther in der dritten Person.
Es ist interessant, aus unterschiedlichen Perspektiven über den berüchtigten Vietnamkrieg zu lesen. Neu für mich waren die Passagen über die Internierung deutscher Staatsangehöriger in den USA während des Zweiten Weltkriegs.
Spannend ist, wie sich die verschiedenen Erzählstränge miteinander verbinden. Alte Briefe offenbaren ein verborgenes Familiengeheimnis. Allerdings lässt sich manches beim Lesen frühzeitig erahnen.
Am Ende des Buches bleiben einige wichtige Fragen unbeantwortet, was etwas enttäuschend ist. Die Charaktere sind sympathisch, wirken jedoch stellenweise etwas zu stereotyp. Dieser christliche Roman enthält einige Hinweise auf den Glauben, doch die Gottesfrage bleibt eher im Hintergrund.
Fazit: Ein spannender Liebesroman, der auf zwei Zeitebenen spielt. Vor dem Hintergrund zweier bedeutender Kriege werden Familiengeheimnisse aufgedeckt und es wird die Frage gestellt, wie Menschen mit schweren Schicksalsschlägen umgehen können.