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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.07.2025

Familiengeheimnisse

Was wir für wahr gehalten haben
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November 1969: Mattie ist auf dem Weg nach Hause. Ein ganzes Jahr lang wollte sie nichts mit ihrer Familie zu tun haben – zu groß war der Schmerz nach dem Tod ihres Zwillingsbruders im Vietnamkrieg. Doch ...

November 1969: Mattie ist auf dem Weg nach Hause. Ein ganzes Jahr lang wollte sie nichts mit ihrer Familie zu tun haben – zu groß war der Schmerz nach dem Tod ihres Zwillingsbruders im Vietnamkrieg. Doch nun ist ihre Mutter schwer krank und könnte bald sterben. Wie wird es Mattie nach dieser langen Zeit in der Ferne zuhause ergehen? Kann sie mit ihrem Vater Frieden schließen?

Januar 1942: Auch Ava muss mit einem schweren Verlust zurechtkommen. Mit nur 21 Jahren ist sie plötzlich verwitwet – ihr Mann, der in Pearl Harbor diente, überlebt den Angriff nicht. Nun lebt Ava allein mit ihrer feindseligen Schwiegermutter im Elternhaus ihres Mannes. Eine Anstellung auf einem nahegelegenen Militärstützpunkt bietet ihr die willkommene Gelegenheit, dem Alltag zu entkommen.

Dezember 1941: Der deutsche Student Gunther wird festgenommen. Er versteht nicht, weshalb man ihn der Spionage verdächtigt. Er ist kein Nazi – im Gegenteil: Er lebt in Amerika, weil er dem Nazi-Regime entfliehen wollte. Doch die Beamten glauben ihm nicht. Gunther wird in ein Internierungslager gebracht.

Abwechselnd wird die Geschichte dieser drei Menschen erzählt – bei den beiden Frauen in der Ich-Form, bei Gunther in der dritten Person.

Es ist interessant, aus unterschiedlichen Perspektiven über den berüchtigten Vietnamkrieg zu lesen. Neu für mich waren die Passagen über die Internierung deutscher Staatsangehöriger in den USA während des Zweiten Weltkriegs.

Spannend ist, wie sich die verschiedenen Erzählstränge miteinander verbinden. Alte Briefe offenbaren ein verborgenes Familiengeheimnis. Allerdings lässt sich manches beim Lesen frühzeitig erahnen.

Am Ende des Buches bleiben einige wichtige Fragen unbeantwortet, was etwas enttäuschend ist. Die Charaktere sind sympathisch, wirken jedoch stellenweise etwas zu stereotyp. Dieser christliche Roman enthält einige Hinweise auf den Glauben, doch die Gottesfrage bleibt eher im Hintergrund.

Fazit: Ein spannender Liebesroman, der auf zwei Zeitebenen spielt. Vor dem Hintergrund zweier bedeutender Kriege werden Familiengeheimnisse aufgedeckt und es wird die Frage gestellt, wie Menschen mit schweren Schicksalsschlägen umgehen können.

Veröffentlicht am 09.07.2025

Eine ansprechende Bibel für O’Bros Fans

Hoffnung für alle. Die Bibel – O'Bros-Edition
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Die O’Bros Bibel ist richtig gut gemacht. Sie ist grau mit einem schlichten, holografischen Kreuz in der Mitte und dem Schriftzug „to be honest.“ auf der Rückseite – das ist auch der Titel ihres neuen ...

Die O’Bros Bibel ist richtig gut gemacht. Sie ist grau mit einem schlichten, holografischen Kreuz in der Mitte und dem Schriftzug „to be honest.“ auf der Rückseite – das ist auch der Titel ihres neuen Albums. Es ist ein einfaches, aber modernes Design. Die Bibel ist klein, liegt gut in der Hand und lässt sich dadurch super überall mitnehmen. Die Seiten sind wie bei jeder anderen Bibel, man kann gut Dinge markieren und Notizen machen. Inhaltlich ist sie eine ganz normale Bibel, aber in der „Hoffnung für alle“-Übersetzung, was ich mega gut finde, weil sie leicht verständlich ist. Gerade wenn man sich zum ersten Mal richtig mit der Bibel beschäftigt, hilft das total. Die Bibel startet mit ermutigenden Worten: „Die Bibel hat die Welt verändert – und sie kann auch dein Leben verändern.“ Auf der nächsten Seite wird man mit den sieben Lieblingsfakten der O’Bros über die Bibel begrüßt. Ich finde das richtig cool, weil es persönlich wirkt, aber auch total hilfreich ist für Leute, die vielleicht noch gar nichts über die Bibel wissen. Selbst für mich als Gläubige war da noch was Neues dabei. Am Ende gibt’s noch eine Message von den O’Bros, die vor allem an neue Gläubige gerichtet ist, aber auch mich nochmal voll ermutigt hat. Sie teilen „ein paar Gedanken zum Abschluss“ und erklären nochmal mehr darüber, wie man die Bibel lesen kann. Man merkt, dass sie besonders an neue Christen gedacht haben – es gibt sogar ein Start-Gebet, mit dem Ungläubige direkt Jesus annehmen können. Die Bibel endet mit den Worten: „Egal, wo du gerade stehst – Gott ist da.“ Ich höre schon lange die Musik von den O’Bros und fand schon immer, dass ihre Texte richtig bedeutsam sind – sie passen irgendwie immer genau zu meiner Situation. Und ich finde, genau das haben sie mit dieser Bibel wieder geschafft. Weil ich auch ein Fan bin, hab ich mich mega über die Bibel gefreut. Aber ich finde, sie ist nicht nur für Leute gemacht, die die O’Bros kennen. Sie passt für alle – der Inhalt spricht für sich.
Jasmina, 16 Jahre

Veröffentlicht am 07.07.2025

Als Mutter versagt?

Sunbirds
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Anne sucht seit Jahren nach ihrem Sohn. Nach dem Schulabschluss reiste er von einer kleinen schottischen Insel nach Indien, auf der Suche nach etwas – er weiß wohl selbst nicht genau was.

Plötzlich bricht ...

Anne sucht seit Jahren nach ihrem Sohn. Nach dem Schulabschluss reiste er von einer kleinen schottischen Insel nach Indien, auf der Suche nach etwas – er weiß wohl selbst nicht genau was.

Plötzlich bricht der Kontakt ab. Kein Lebenszeichen mehr von Torran. Die meisten seiner Sachen liegen noch in seinem Hotelzimmer in Indien, doch der Junge ist verschwunden.

Die alarmierten Eltern reisen nach Indien, verfolgen jeden Hinweis und suchen überall verzweifelt nach ihrem Sohn. Nach sieben Jahren ist der Vater überzeugt, dass Torran nicht mehr lebt. Doch die Mutter klammert sich an jede Hoffnung und lebt inzwischen selbst in Indien. Jede freie Minute nutzt sie, um weiter nach ihm zu suchen.

Eines Tages reist ihre Nichte zu ihr, denn es gibt eine neue Spur. Obwohl die beiden Frauen sich nicht gut verstehen, machen sie sich gemeinsam auf die Suche.

Die Geschichte wird in vielen kurzen Kapiteln erzählt, wobei in jedem Kapitel eine andere Person im Mittelpunkt steht. Obwohl es in erster Linie um die Geschichte einer Mutter geht, wird sie aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

Die Beschreibungen der Landschaft und Vogelwelt Indiens sind faszinierend. Das Buch weckt die Sehnsucht, selbst in den Himalaya zu reisen. Die Einblicke in die Aussteigerkultur Indiens sind überraschend und aufschlussreich. Einige der Randfiguren sind sehr sympathisch und wachsen einem schnell ans Herz.

Obwohl ich als gläubige Christin mit der beschriebenen religiösen Welt Indiens wenig anfangen kann, hat mich dieser Roman tief berührt. Im Zentrum steht Annes Suche nach Antworten – zunächst nach dem Verbleib ihres Sohnes, doch im Verlauf der Geschichte erweitert sich ihr Blickwinkel. Sie beginnt, ihre eigene Vergangenheit zu reflektieren, ihre Lebensentscheidungen zu überdenken und ihre Fehler zu erkennen. Das Buch endet anders, als erwartet, doch der Schluss fühlt sich genau richtig an.


Fazit: Ein bewegender Roman über die Suche einer Mutter nach ihrem Sohn und nach Antworten auf wichtige Lebensfragen. Sehr empfehlenswert, vor allem für Leser, die gerne durch einen Roman über tiefe Fragen nachdenken.

Veröffentlicht am 25.05.2025

Endlich selbstgebackenes Brot!

Brot backen in Perfektion mit Hefe
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Schon beim ersten Durchblättern macht dieses schön gestaltete Buch Freude. Das bebilderte Inhaltsverzeichnis erinnert an die einladende Vielfalt in einer Lieblingsbäckerei.

Der Autor hat nach zahlreichen ...

Schon beim ersten Durchblättern macht dieses schön gestaltete Buch Freude. Das bebilderte Inhaltsverzeichnis erinnert an die einladende Vielfalt in einer Lieblingsbäckerei.

Der Autor hat nach zahlreichen Versuchen seine eigene Methode perfektioniert, bei der mit deutlich weniger Hefe gearbeitet wird. Statt zu kneten, wird der Teig nur gemischt und bekommt anschließend viel Zeit zum Ruhen. Das Ergebnis: besonders bekömmliche und schmackhafte Backwaren.

Im ersten Teil des Buches erklärt der Autor ausführlich seine Vorgehensweise. Zahlreiche Fotos und Antworten auf häufige Fragen machen die Methode leicht nachvollziehbar und nehmen Anfängern mögliche Unsicherheiten. Hilfreich ist auch die Tabelle für größere Mengen am Ende des Buches.

Etwa 70 abwechslungsreiche Rezepte folgen auf diesen Grundlagenteil. Die Auswahl reicht von klassischen Broten und Semmeln über beliebte Gerichte wie Pizza und Flammkuchen bis hin zu internationalen Spezialitäten wie Ciabatta und Croissants. Auch süße Rezepte wie Rosinen- oder Bananenbrot sind vertreten.

Die ansprechend gestalteten Fotos machen Lust aufs Nachbacken. Dank der Einleitung am Anfang des Buches sind die Rezepte sehr einfach gehalten. Nach dem Prinzip, „Weniger ist mehr“, werden oft nur wenige Zutaten benötigt, die zudem leicht erhältlich sind. Doch es gibt auch aufwändigere Rezepte, die mit Schritt-für-Schritt-Fotos erklärt werden.

Fazit: Dieses Buch ist mehr als nur eine Rezeptsammlung: Es ist eine Einladung, sich intensiv mit der Kunst des Brotbackens auseinanderzusetzen. Leser brauchen etwas Zeit und Geduld, um ein Gefühl für den Teig zu entwickeln. Doch die Anleitung vermittelt das nötige Wissen mit viel Liebe zu dieser nahrhaften Kunst. Die Rezepte können außerdem leicht abgewandelt werden, um unzählige andere Backwaren zuzubereiten.

Veröffentlicht am 21.05.2025

Wem gehört die Insel?

Die Legende
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Die bekannte Autorin Mercer Mann braucht dringend neue Inspiration. Ihr Verlag wartet bereits ungeduldig auf den nächsten Roman, doch die zündende Idee lässt auf sich warten. Da erzählt ihr ein guter Freund ...

Die bekannte Autorin Mercer Mann braucht dringend neue Inspiration. Ihr Verlag wartet bereits ungeduldig auf den nächsten Roman, doch die zündende Idee lässt auf sich warten. Da erzählt ihr ein guter Freund von einer wahren, düsteren Geschichte, die sich ganz in ihrer Nähe zugetragen hat. Mercer ist sofort fasziniert. Das könnte die Grundlage für ihr nächstes Buch sein.

Ein Teil dieser Geschichte wurde bereits von einer Frau namens Lovely niedergeschrieben. Ein Buch, das kaum jemand gelesen hat. Es erzählt von einer Insel, auf der einst entflohene Sklaven Zuflucht fanden. Die Erinnerungen an ihre Gefangennahme und die grausame Überfahrt über den Atlantik sind erschütternd und tief bewegend.

Lovely ist die letzte Nachfahrin jener Menschen und betrachtet die Insel als ihr Eigentum, obwohl sie schon lange auf dem Festland lebt. Sie will das Land ihrer Vorfahren um jeden Preis verteidigen, denn dort sind ihre Ahnen begraben. Doch eine mächtige Firma plant, auf der Insel eine luxuriöse Ferienanlage zu errichten. Ein ungleicher Kampf beginnt, der an David gegen Goliath erinnert.

Der Roman ist vor allem dann packend, wenn er sich auf die Geschichte von Lovelys Vorfahren konzentriert. Diese Rückblicke sind intensiv und emotional. Weniger überzeugend ist hingegen die Schilderung des Rechtskampfes, der sich zieht und gelegentlich an Spannung verliert. Zwar lockern witzige Dialoge und Ereignisse das Geschehen auf, doch fehlt in vielen Passagen die emotionale Tiefe. Die Ereignisse werden oft zu sachlich und distanziert erzählt, wodurch die Charaktere fremd bleiben.

Das Ende ist etwas enttäuschend. Es verläuft ohne große Überraschungen und wirkt etwas belanglos. Dennoch lohnt sich die Lektüre über dieses wichtige historische Thema. Grisham schreibt engagiert über soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und politische Machtspiele. Die Passagen über die unmenschliche Behandlung von Sklaven, die so eindringlich erzählt werden, sind erschütternd und bleiben im Gedächtnis.

Fazit: Ein lesenswerter Roman eines bekannten Bestseller Autors. Besonders die historischen Aspekte beeindrucken nachhaltig, während andere Teile etwas langatmig geraten. Ein Buch, das nachdenklich macht und berührt.