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Veröffentlicht am 31.01.2022

Denn Mensch ist Mensch, egal in welchen Land geboren

Am Abgrund der Menschlichkeit
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Der Arzt und Sozialmediziner Gerhard Trabert setzt sich tatkräftig für soziale Gerechtigkeit ein, sowohl in der Politik als auch vor Ort an den Brennpunkten der Erde. So war er 2004 nach dem Tsunami in ...

Der Arzt und Sozialmediziner Gerhard Trabert setzt sich tatkräftig für soziale Gerechtigkeit ein, sowohl in der Politik als auch vor Ort an den Brennpunkten der Erde. So war er 2004 nach dem Tsunami in Sri Lanka und 2010 half er bei der Versorgung der Erdbebenopfer auf Haiti. Neben der Unterstützung von notleidenden Menschen nach Umweltkatastrophen, reist er zu Flüchtlingslagern rund um die Welt, immer mit dem Anliegen den armen Menschen dort so gut es geht zu helfen.

In diesem Buch berichtet der Autor von seinen Einsätzen in einer Vielzahl von Ländern im Laufe der letzten dreißig Jahren. Griechenland, Syrien, Bosnien, Afghanistan, Irak und Benin sind nur einige der Länder, von denen dieses Buch erzählt. Neben Berichten über seine medizinischen Dienste, erzählt der Autor von den persönlichen Schicksalen einiger Menschen, die er kennenlernt. Die Schilderungen werden von Infoblöcken unterbrochen. Diese Ergänzungen bieten hilfreiche Hintergrundinformationen über angesprochene Probleme. Dabei geht es beispielsweise um Genitalverstümmelung, Kinderhandel oder Prostitution.

Trotz seines großen persönlichen Einsatzes klingt eine wohltuende Demut aus den Worten des Autors. Er kommt nicht als weißer Retter zu den Armen. Er betont immer wieder, dass alle Menschen gleich wertvoll sind, darum ist es ihm sehr wichtig die Würde jedes Patienten zu wahren. Außerdem schildert er ehrlich seine Gefühle und berichtet auch von seinem Versagen. Diese Demut und Offenheit machen den Autor sehr sympathisch.

Auch wenn kaum explizit auf den christlichen Glauben hingewiesen wird, ist dieses Buch durchdrungen von den biblischen Prinzipien der Gerechtigkeit und tätigen Nächstenliebe. Denn, „Wegschauen, nicht handeln, bedeutet, selbst Teil eines Unrechtsystems zu sein.“

Fazit: Ein packender Bericht über medizinische Hilfseinsätze in den verschiedensten Ländern der Erde, der aufrüttelt und auf die große, ungerechtfertigte Not von Flüchtenden aufmerksam macht. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 30.01.2022

Den Hilflosen eine Stimme geben

Mein Leben für die Hexenkinder
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Die 1982 geborene Autorin dieses Buchs ist überzeugte Christin. Es ist ihr ein Anliegen ihr Leben nicht zu verschwenden, sondern da einzusetzen, wo sie eine positive Veränderung bewirken kann. Doch sie ...

Die 1982 geborene Autorin dieses Buchs ist überzeugte Christin. Es ist ihr ein Anliegen ihr Leben nicht zu verschwenden, sondern da einzusetzen, wo sie eine positive Veränderung bewirken kann. Doch sie ist sich nicht sicher, wie Gott sie gebrauchen will.

Als sie mit einer Freundin eine Dokumentation über Hexenkinder ansieht, bittet ihre Freundin sie eindringlich nach Nigeria zu reisen, um sich vor Ort ein Bild von der Situation zu machen. Maïmounas Vater stammt aus Nigeria, darum hat sie dort Verwandtschaft. Trotzdem hatte sie nie den Wunsch dorthin zu reisen, zu groß ist ihre Angst vor Insekten und Malaria.

Der Gedanke an die Kinder, die als Hexenkinder beschimpft werden, lässt sie jedoch nicht los, also nimmt sie Kontakt auf zu einem Heim, im dem einige Kinder Unterschlupf gefunden haben, und reist schließlich selbst dorthin. Die Schicksale der Kinder bewegen sie zutiefst. Sie unterstützt die Mitarbeiter des Heims nach Kräften, doch ihr Geld geht angesichts der großen Not schnell aus. Zurück in Deutschland gründet sie einen Verein, in der Hoffnung damit mehr bewirken zu können. Sie möchte nicht nur möglichst viele Kinder retten, sie will vor allem aufklären, damit nicht noch mehr Kinder als Hexen beschimpft und ausgestoßen werden.

Neben einem Bericht über Maïmounas Arbeit, werden in diesem Buch insgesamt sechs wahre Geschichten von Kindern, die gerettet wurden, erzählt. Diese Geschichten sind mehr als bewegend, sie sind erschütternd. Viele der Kinder hatten liebevolle Eltern, doch wegen dem Tod eines Elternteils oder anderer Schicksalsschläge, wurden sie von einem Tag auf den anderen zu Außenseitern. Als Hexen beschimpft und verfolgt, mussten sie oft um ihr Leben fliehen.

Die Kapitel über die Kinderschicksale werden aus Sicht der Kinder erzählt. Die Trauer über den Verlust von geliebten Menschen, der Wunsch alles richtig zu machen, die Unsicherheit und Angst, die Suche nach Identität - das alles wird so beschrieben, dass man beim Lesen mit dem betroffenen Kind mitfühlt. Dazu werden Land und Leute so beschrieben, dass man einen sehr guten Eindruck vom Leben in Nigeria erhält.

In den Kapiteln über Maïmounas Erlebnisse sind vor allem ihre Erfahrungen als Kind einer Deutschen und eines Nigerianers interessant. In Deutschland als Schwarze angesehen, ist sie in Nigeria eine privilegierte Weiße. Anstatt dieses Privileg einfach zu ihren Gunsten auszunutzen, überlegt sie, „Und ich begreife, dass es nicht ausreicht, sich seines Privilegs bewusst zu sein, vielmehr muss man dieses Privileg auch aktiv zurückweisen, damit alle eine faire Chance haben.“ Ihre Gedanken über die Missstände in Nigeria sind wohltuend demütig. So schreibt sie, „Bevor man eine andere Person, ein anderes Land oder gar einen ganzen Kontinent richtet, sollte man sich zunächst einmal selbst untersuchen.“

Dieses wichtige Buch ist schnell gelesen, da es spannend und gut geschrieben ist. Abwechselnd wird aus Sicht der Autorin und der Kinder berichtet. Beides ist sehr bewegend. An Schluss macht die Autorin deutlich, dass dieses Problem mehr mit uns in Europa zu tun hat, als uns vermutlich bewusst ist.

Fazit: Ein bewegender und beeindruckender Bericht über den Einsatz einer jungen Frau für entrechtete Menschen in Nigeria. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 25.01.2022

Ermutigende Texte für Mädchen und junge Frauen

Hope & Love
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Die britische Filmmacherin und Autorin Meg Cannon will mit Wort und Bild Hoffnung wecken und positive Veränderungen herbeiführen. In diesem bunten Andachtsbuch schreiben sie und sechs ihrer Freundinnen ...

Die britische Filmmacherin und Autorin Meg Cannon will mit Wort und Bild Hoffnung wecken und positive Veränderungen herbeiführen. In diesem bunten Andachtsbuch schreiben sie und sechs ihrer Freundinnen ermutigende Texte für Mädchen und junge Frauen. Für jeden Tag des Jahres gibt es eine wunderschön gestaltete Seite. Manchmal stehen da nur ein paar Worte, manchmal ein Bibeltext, ein Gedicht oder ein Erlebnis. Teilweise geht es über mehrere Tage um ein Thema, zum Beispiel die Waffenrüstung Gottes oder Heldinnen der Bibel.

Besonders interessant sind die Fragen, die an manchen Tagen beantwortet werden, zum Beispiel, „Wenn Gott alles vergibt, spielt es dann eine Rolle, was ich tue?“, oder, „Wie kann Gott Leid zulassen?“ Schwierige Themen werden angesprochen, wie sexuelle Belästigung oder die Sucht nach Anerkennung. Insgesamt ist die Vielfalt der Themen, die in diesem Buch behandelt werden, beeindruckend. Neben alltäglichen Problemen, wie zum Beispiel Handysucht, geht es auch um geistliche Fragen, wie das Gebet.

Fazit: Ein Andachtsbuch, das mit seinen fröhlichen Farben und abwechslungsreichen Seiten einfach Spaß macht! Mit ermutigenden Texten und persönlichen Geschichten ist dieses Buch ein richtig gutes Geschenk für Teenager und junge Frauen. Sehr empfehlenswert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.01.2022

Ob Liebe überwinden kann?

Die wundervolle Miss Winthrop
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Catherine muss nicht nur mit dem Verlust ihres Vaters zurechtkommen, nach seinem Tod müssen sie und ihre Mutter aus dem Herrenhaus ausziehen, da das Erbe einem männlichen Verwandten zufällt. Zudem stellt ...

Catherine muss nicht nur mit dem Verlust ihres Vaters zurechtkommen, nach seinem Tod müssen sie und ihre Mutter aus dem Herrenhaus ausziehen, da das Erbe einem männlichen Verwandten zufällt. Zudem stellt sich heraus, dass der Vater hohe Schulden hinterlassen hat.

Der Erbe, ein entfernter Verwandter, ist ein Mann, den Catherine nur zu gut kennt. Drei Jahre ist es her, dass Catherine und Jonathan jede freie Minute miteinander verbracht haben. Doch wegen einem Missverständnis sind sie einander nun entfremdet. Nicht nur das, jeder wirft dem anderen innerlich vor, an dem Zerwürfnis schuld zu sein.

Catherine kümmert sich liebevoll um ihre Mutter, die mit dem gesellschaftlichen Abstieg gar nicht zurechtkommt. Dazu fehlt im neuen Zuhause jeglicher Komfort. Trost und Ermutigung findet Catherine in ihrem Andachtsbuch. Die Worte, die sie morgens liest, geben ihr Kraft für den Tag. Ihr Leben empfindet sie als inhaltslos, darum ist sie froh, wenn sich eine Gelegenheit ergibt notleidenden Nachbarn zu helfen.

Als eine Verwandte Catherine und ihre Mutter einlädt, begeben sie sich nach Bath für einen ausgedehnten Aufenthalt. Allerdings gibt es dort einige Damen, die großes Interesse an den vermeintlichen Fehlern anderer haben. Da kommt es ihnen gerade recht, dass Catherine so viel Zeit mit einem Mann verbringt, der alt genug ist, um ihr Großvater zu sein. Die Klatschtanten wittern einen Skandal. Catherine ist nirgends vor den bösen Zungen sicher.

Jonathan sucht mittlerweile eine Braut, doch obwohl die Auserwählte nett und hübsch ist, zögert er. Er kann die eine, die er geliebt hat, einfach nicht vergessen. Doch eine Versöhnung erscheint aussichtslos.

In diesem Roman wird die beliebte Regency Ära sehr gut wiedergegeben, nicht nur was die Beschreibung der Häuser, Gärten und Veranstaltungen betrifft, sondern auch in Bezug auf die Stellung der Frau und die gesellschaftlichen Konventionen. Catherine und Jonathan, die beide einen festen Glauben haben, sind dem Leser schon bald sympathisch. Auch Charaktere, die eine Nebenrolle spielen, wachsen schnell ans Herz, zum Beispiel Catherines Tante und der General, ihr älterer Freund.

Im Vergleich zu den anderen Bücher dieser Reihe gibt es hier einige Längen. Die Romanze zieht sich so lange hin, dass es beim Lesen manchmal frustrierend ist. Sehr schön hingegen sind die vielen Bezüge zum Glauben.

Fazit: Ein unterhaltsamer Regency Roman im Stil von Jane Austen. Gut geschrieben und mit sympathischen Charakteren, ist diese Geschichte sehr empfehlenswert.

Veröffentlicht am 22.01.2022

Die Geheimnisse eines alten Schlosses

Das Lied der Grünen Insel
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Laines Herz ist zerbrochen, als sie nach Frankreich zur Hochzeit ihrer Freundin reist. Weil sie ihre Nichte adoptiert hat, hat ihr Mann sie verlassen. Nach der Hochzeit erfährt Laine, dass ihre Freundin ...

Laines Herz ist zerbrochen, als sie nach Frankreich zur Hochzeit ihrer Freundin reist. Weil sie ihre Nichte adoptiert hat, hat ihr Mann sie verlassen. Nach der Hochzeit erfährt Laine, dass ihre Freundin mit ihrem Mann nach Irland reisen wird, um dort nach einem Schloss zu sehen, das die Familie geerbt hat. Da sie nichts zurück nach Amerika zieht, nimmt sie die Einladung der Freundin, sie zu begleiten, gerne an. Bei der Sichtung des Schlosses lernt sie den Bruder des Ehemanns kennen und schätzen, doch sie kann sich nicht vorstellen so bald nach der schmerzhaften Trennung von ihrem Mann neu zu vertrauen.

Issy ist eine starke Frau. Sie erlebt die 1916er Osteraufstände nicht nur mit, sie versucht wichtige Ereignisse mit ihrer geliebten Kamera festzuhalten. Dazu muss sie Männerkleidung anziehen und sich in gefährliche Teile der Stadt begeben. Neben ihrer Leidenschaft für das Fotografieren, wird ihr mehr und mehr klar, dass sie den Mann liebt, den sie abgewiesen hat.

Maeve erlebt im Jahr 1798 die irische Rebellion. Auch sie ist eine starke Frau. Sie setzt sich aufopfernd für das Familiengut ein, da ihr Vater sich nicht für die Belange des Anwesens interessiert. Zu traurig ist er über den Tod seiner Frau und seines Sohnes. Als Maeve einen vermeintlichen Verbrecher von einem gegnerischen Clan rettet, befindet sie sich auf einmal mittendrin in dem Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten.

Dieses Buch erzählt abwechselnd die drei Geschichten dieser Frauen. Kapitel für Kapitel wechselt Zeit und Geschichte. Das ist teilweise spannend, teilweise aber auch frustrierend, denn die Geschichten werden oft an spannenden Stellen abgebrochen, doch bis die zwei anderen Geschichten gelesen sind, hat die Spannung deutlich nachgelassen. Der andere Nachteil dieser Erzählweise ist, dass die Identifikation mit den Charakteren kaum gelingt. Dadurch entsteht wenig Interesse für das Schicksal der drei Frauen.

In jeder Geschichte gibt es eine Liebesbeziehung, doch leider sind sie recht vorhersehbar. Die Beschreibungen der historischen Geschehnissen sind gut und interessant, allerdings fällt es manchmal schwer zu folgen, wenn man wenig über die Geschichte Irlands weiß. Das Land, die Stadt, das Schloss – das sind alles wunderbare Kulissen, die so beschrieben werden, dass man am liebsten dorthin reisen würde. Die Charakterstärke und Hingabe der männlichen Hauptprotagonisten können zum Schwärmen verführen, ebenso die Stärke und Unabhängigkeit der beiden weiblichen Protagonisten aus vergangenen Zeiten.

Obwohl dieses Buch das zweite in einer Serie ist, kann es gut ohne Vorwissen aus dem ersten Band gelesen werden. Das Buch erscheint in einem christlichen Verlag, doch der Glaube spielt keine große Rolle.

Fazit: Eine historische Erzählung auf drei Zeitebenen, die über wichtige Ereignisse in der Geschichte Irlands erzählt. Trotz einiger Mängel empfehlenswert!