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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.08.2020

Reizvolle Ablenkung bei Wehwehchen

Mein Puste-Licht-Buch: Die kleine Tröste-Fee
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Dieses Bilderbuch aus Hartpappe enthält eine ganz besondere Überraschung. Auf jeder Doppelseite des Buchs sind vier kleine Lichter zu sehen. Wenn das Kind unten auf die Seite pustet gehen diese Lichter ...

Dieses Bilderbuch aus Hartpappe enthält eine ganz besondere Überraschung. Auf jeder Doppelseite des Buchs sind vier kleine Lichter zu sehen. Wenn das Kind unten auf die Seite pustet gehen diese Lichter an.

Etwas mehr als die Hälfte des Buchs enthält die Technik. Auf der Rückseite befindet sich ein Batterienfach und ein Schalter; so kann die Leuchtfunktion an- und ausgeschaltet werden.

Gelesen ist das Buch sehr schnell. Es enthält vier Doppelseiten, die unglückliche Tiere zeigen. Ob Bauchweh, ein Insektenstich, ein Sturz oder eine Erkältung, ihre Not passt gut zum Alltag der Kleinen. Die Texte sind sehr kurz. Ein Reim auf der linken Seite beschreibt das Unglück, und auf der rechten Seite wird das Kind aufgefordert mit der Tröste-Fee zu pusten, damit es nicht mehr so weh tut.

Das Aufleuchten der Lichter lässt die Kleinen staunen und macht großen Spaß. Es ist aber eine Enttäuschung, dass dieses Buch so kurz ist. Der Leuchteffekt sorgt sicher für eine schnelle Ablenkung, da wäre es wirklich schön, wenn das Buch mehr als vier Doppelseiten hätte.

Die Bilder sind schön und kindgerecht gezeichnet. Die Tiere, die getröstet werden sollen, erinnern mit ihrer Kleidung an Kuscheltiere. Dazu kommen passende Elemente, wie Bienen oder Kuchen, doch insgesamt sind die Bilder übersichtlich. Es gibt nicht viele Einzelheiten, die entdeckt werden können.

Fazit: Lichter leuchten auf - eine faszinierende Idee, die Kindern sicher viel Spaß macht. Schade, dass Bilder und Texte so überschaubar sind.

Veröffentlicht am 18.07.2020

Das Leben feiern

Auf das Leben!
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Dieses wunderschön gestaltete Buch feiert das Leben, mit all seinen Facetten. Es gibt natürlich viele schöne Feste, die gefeiert werden – Geburtstage, Hochzeiten und Jubiläen, zum Beispiel. Die Autorin ...

Dieses wunderschön gestaltete Buch feiert das Leben, mit all seinen Facetten. Es gibt natürlich viele schöne Feste, die gefeiert werden – Geburtstage, Hochzeiten und Jubiläen, zum Beispiel. Die Autorin denkt aber auch an weitere Ereignisse, die gefeiert werden sollten; der erste Schultag, ein Babybauch, der wöchentliche Ruhetag, ja, sogar der Abschied vom Leben.

Dieses Buch beschäftigt sich nämlich nicht nur mit den Sonnenseiten des Lebens. Viele Erfahrungsberichte zeigen, wie Menschen mit Not und Trauer umgehen. Manche Eltern müssen sich viel zu früh von ihren Kindern verabschieden. Eine ältere Frau trifft die schwere Entscheidung, dass sie nicht mehr allein ihren Ehemann pflegen kann und er in einem Heim besser versorgt werden kann. Krankheit, finanzielle Probleme oder die Diagnose des Arztes stellen das Leben anderer auf den Kopf.

Die Seiten dieses Buchs sind wie ein bunter Wiesenstrauß, dabei erinnert die Gestaltung an eine Zeitschrift. Jede neue Seite ist eine Überraschung. Dabei dreht sich alles um ein bewusstes, achtsames Leben, das positiv ausgerichtet ist. Es geht um Dankbarkeit und Ruhe, Feiern und Trauern. Neben Beiträgen der Autorin, enthält dieses Buch viele Berichte von Betroffenen, sei es Eltern, die ein Kind verloren haben, oder Paare, die sich „getraut“ haben zu heiraten. Dazu kommen Hinweise auf Bücher zur Vertiefung eines Themas, wertvolle Zitate und schön gestaltete Seiten.

Die Buchbeschreibung lässt vermuten, dass dieses Buch konkrete Hinweise für die Planung von Festen enthält, doch die Gedanken und Texte dieses Buchs sind weniger konkret, sie sind eher inspirierend. Wenn es beispielsweise um Hochzeiten geht, finden sich zwar einige konkrete Hinweise zur Planung, aber im Mittelpunkt stehen Gedanken über Ehe und Liebe.

Obwohl die Autorin Theologin ist, hat sie eine große Offenheit für andere Glaubensrichtungen. Immer wieder weist sie auf jüdische und muslimische Feste und Rituale hin. Glaubensbegriffe wie Taufe und Sakramente werden erklärt, denn dieses Buch richtet sich nicht nur an Christen, sondern auch an Menschen, die keinen Glaubenshintergrund haben.

Fazit: Ein buntes Buch, das zum Blättern, Lesen und Nachdenken einlädt. Die verschiedene Facetten des Lebens werden betrachtet und positiv beleuchtet. Es ist ein Buch, das zu mehr Achtsamkeit und Dankbarkeit aufruft.

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Veröffentlicht am 16.07.2020

Die Liebe zum Landleben

Kinder backen mit Christina
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Christina ist gerne Bäuerin. Sie lebt mit ihrer Familie in Österreich auf dem Bramlhof. Vor allem ihre kleinen Gäste, die Urlaub auf dem Bauernhof machen, wollen viel wissen über alles, was auf dem Hof ...

Christina ist gerne Bäuerin. Sie lebt mit ihrer Familie in Österreich auf dem Bramlhof. Vor allem ihre kleinen Gäste, die Urlaub auf dem Bauernhof machen, wollen viel wissen über alles, was auf dem Hof geschieht. Darum weiß sie genau, was Kinder interessiert.

Dieses Buch hat drei Hauptteile. Im ersten Teil geht es um die Herkunft von den gängigsten Lebensmitteln, im zweiten Teil gibt es Rezepte zum Nachbacken und im dritten Teil geht es um den Alltag auf dem Bauernhof.

Das Buch macht einen hochwertigen Eindruck, mit einem stabilen Einband, zwei Lesebändchen und sehr vielen schönen Bildern. Es macht Spaß in diesem bunten Buch zu blättern.

Im etwas kürzeren, ersten Teil erfahren die Kinder unter anderem, woher Milch kommt, wie Hefe wirkt und warum Salz etwas Besonderes ist. Die Texte sind kindgerecht geschrieben und sprechen den jungen Leser persönlich an. Besonders schön in diesem Teil sind die Aktivitäten, die nachgemacht werden können. Neben Spielen und Experimenten, erfahren Kinder beispielsweise wie sie Butter selbst machen können.

Nach Tipps für das Backen mit Kindern folgen die dreißig Rezepte dieses Buchs, die etwa die Hälfte des Buchs ausmachen. Wie der Titel sagt, liegt der Schwerpunkt auf das Backen, aber es kommen auch andere Speisen vor, die Kindern gut schmecken, wie Popcorn oder Eis. Die Rezepte sind nach Jahreszeiten geordnet, wobei die Kuchen und Brote natürlich das ganze Jahr über gebacken werden können. Aber natürlich gibt es auch jahreszeitlich passende Rezepte, wie Nikoläuse, Rentiere oder Osterhasen.

Die Rezepte sind zumeist einfach und enthalten Zutaten, die leicht zu beschaffen sind. Es fehlt eine Zubereitungszeit, aber das ist vermutlich beim gemeinsamen Backen mit Kindern nicht so wichtig.

Der letzte Teil des Buchs bringt den Lesern das Landleben näher. Christina beschreibt den Alltag auf einem Bauernhof, erzählt von den Tieren auf dem Hof und vom Säen und Ernten. Auch dieser Teil geht auf Fragen ein, die Kinder interessieren. Die Sprache ist anschaulich und kindgerecht. In allem klingt die große Liebe der Autorin zum Leben auf dem Land heraus.

Dieses Buch ist mehr als ein Backbuch. Gerade Stadtkinder, für die Milch und Eier einfach aus dem Supermarkt stammen, können mit diesem Buch sehr viel Wissenswerte entdecken. Auch wenn das Buch nur dreißig Rezepte enthält, sind diese leicht nachzuarbeiten und erprobt. Das ist besser als eine Unmenge an Rezepten, die nicht ansprechend sind.

Fazit: Dieses Buch eignet sich vor allem für Menschen, die nicht nur Backen, sondern mit ihren Kindern das Leben auf dem Land entdecken wollen. Sehr zu empfehlen!

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Veröffentlicht am 14.07.2020

Die Krise verstärkt das, was in uns steckt

Hoffnung
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Dieses kleine Büchlein in leuchtendem Gelb fällt ins Auge. Das Coverbild ist gut gewählt; die Weltkugel trägt Maske, doch sie wird gehalten von einer schützenden Hand.

Achtzehn Menschen berichten in diesem ...

Dieses kleine Büchlein in leuchtendem Gelb fällt ins Auge. Das Coverbild ist gut gewählt; die Weltkugel trägt Maske, doch sie wird gehalten von einer schützenden Hand.

Achtzehn Menschen berichten in diesem Buch, wie sie die Corona-Krise erleben und was ihnen Hoffnung gibt.

Andrea erzählt von den Zuständen in überfüllten Flüchtlingcamps auf einer griechischen Insel. So schlimm die Zustände schon vorher waren, jetzt ist es noch schwerer Hoffnung zu finden. Johannes Hartl, der Leiter des Augsburger Gebetshauses, gibt gute Ratschläge für die Zeit der Quarantäne.

Die beschäftigte Influencerin Jana muss mit einem leeren Terminkalender zurechtkommen. Ein Krankenhausdirektor berichtet vom Klinikalltag. Die Corona-Krise erinnert andere Autoren an überstandene Krisen, sei es durch eine Naturkatastrophe oder wegen einer zerbrochenen Beziehung. Diese Erfahrungen geben ihnen in der momentanen Krise Kraft.

Allen Autoren gemeinsam ist ihre Verankerung im christlichen Glauben. So ist auch Gott die eigentliche Quelle ihrer Hoffnung, selbst dann, wenn sie sein Tun nicht verstehen. Sie berichten aber nicht nur von heldenhaften Glaubenserfahrungen, sondern auch von Fragen und Zweifel.

Das Buch schließt mit einem Beitrag des Herausgebers über Hoffnung ab, der zeigt wie lebensnotwendig Hoffnung ist. Er ruft dazu auf Hoffnung von Gott zu bekommen und weiterzugeben.

Viele der Autoren sind noch jung, das ist auch an ihrem Schreibstil zu erkennen. Die kurzen Infos zu den Autoren erhalten oft einen lustigen oder interessanten Zusatz, wie bei der Vorstellung der Kandidaten einer Spielshow. Das gibt diesem Buch einen jugendlichen, aktuellen Touch.

Fazit: Dieses kleine Buch enthält die unterschiedlichsten Erfahrungen, die zeigen was in Krisenzeiten helfen kann. Ein wertvoller Ratgeber, der auch gut zum Weitergeben geeignet ist.

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Veröffentlicht am 14.07.2020

Bibelstudium über den Heiligen Geist mit einigen fragwürdigen Aussagen

Der Heilige Geist
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Der bekannte amerikanische Autor und Prediger John Bevere schreibt zusammen mit seinem Sohn in diesem Buch über das Wesen und Wirken des Heiligen Geistes. Dabei beginnt er mit der Frage, „Wer ist der Heilige ...

Der bekannte amerikanische Autor und Prediger John Bevere schreibt zusammen mit seinem Sohn in diesem Buch über das Wesen und Wirken des Heiligen Geistes. Dabei beginnt er mit der Frage, „Wer ist der Heilige Geist?“, um anschließend über die Beziehung des Einzelnen mit dem Geist zu schreiben. Nach etwas mehr als die Hälfte geht es dann fast ausschließlich um das Zungenreden.

Das Buch ist in fünf Kapitel eingeteilt, die jeweils fünf Einzelthemen enthalten. Am Ende von jedem Kapitel gibt es einen Teil, in dem das Gelesene in einer persönlichen Andacht vertieft werden kann. Neben Erklärungen enthält dieses Teil viele Bibelstellen, die nachgeschlagen werden können, und Platz, um sich Notizen zu machen.

Bevere betont, dass der Heilige Geist nicht irgendeine Substanz ist, sondern eine Person, die in Beziehung mit uns treten will. Die verschiedene Weisen, in denen der Heilige Geist uns hilft, werden aufgeführt. Teilweise wirken die Erklärungen allerdings etwas verwirrend, da der dreieinige Gott auseinander dividiert wird. Das führt zu merkwürdigen Schlüssen. So wird, zum Beispiel, die Bibelstelle Apostelgeschichte 16,6-7 so ausgelegt, dass die Jünger in einem Fall vom Heiligen Geist und in einem anderen Fall vom Geist Jesu hören. Es scheint außerdem als würden Bibelverse so zusammengeflickt werden, dass eine neue Aussage entsteht. So wird der Heilige Geist wegen Lukas 11,20 mit dem Finger Gottes gleichgesetzt, und dann wegen Psalm 8,4 behauptet der Autor, „Die meisten Christen wissen nicht, dass es der Heilige Geist war, der die Sterne und die Planeten ans Firmament setzte.“ Solche Aussagen vermitteln den Eindruck als würde der Autor von drei Göttern ausgehen, nicht von einem, der auf verschiedene Weise in Erscheinung tritt.

Ein weiteres Problem ist die starke Betonung der Zungenrede. Die Bibelstellen, die vor einem falschen Gebrauch der Zungenrede warnen, werden mit dem Argument entkräftet, dass es verschiedene Arten der Zungenrede gibt, und sich diese Stellen nur auf das öffentliche Zungenreden beziehen. Der Autor ist der Meinung, dass jeder Christ, der vom Heiligen Geist erfüllt ist, in Zungen reden sollte. Darum geht es in zwei der fünf Kapitel fast ausschließlich um dieses Thema. Auch die Weisheit Gottes und Wegweisung, so meint der Autor, wird vor allem in Zeiten des Zungengebets empfangen.

Obwohl Pastor genannt, hat der Autor nicht Theologie studiert, sondern an einer umstrittenen „Wort des Glaubens“ Kirche eine Bibelschulausbildung abgeschlossen. Darum ist damit zu rechnen, dass manche Aussagen nicht fundiert sind. Trotzdem scheint der Autor nicht mehr ganz auf der Linie der „Wort des Glaubens“ Bewegung zu sein, denn er stellt am Anfang des Buchs ganz richtig fest, „Wer den Geist Gottes als einen Einfluss oder höhere Macht sieht, wird ständig sagen, ‚Ich will mehr vom Geist.‘ Aber jemand, für den er eine wunderbare Person ist, wird sagen: ‚Wie kann ich ihm mehr von mir geben?‘“

Fazit: Obwohl dieses Buch einige gute Gedanken über den Heiligen Geist enthält, ist der Umgang des Autors mit einzelnen Bibelversen nicht überzeugend. Man kann durchaus mit Gewinn Teile dieses Buchs lesen, aber bei einigen Aussagen ist Vorsicht geraten.

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