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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.05.2019

Rechtzeitig vorbereiten

Vom Segen der späten Jahre
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Der kürzlich verstorbene Prediger Billy Graham wurde 99 Jahre alt. Dieses Buch gehört zu den letzten Büchern, die er geschrieben hat, als er schon um die 90 war. Er beschäftigt sich mit einer Lebensphase, ...

Der kürzlich verstorbene Prediger Billy Graham wurde 99 Jahre alt. Dieses Buch gehört zu den letzten Büchern, die er geschrieben hat, als er schon um die 90 war. Er beschäftigt sich mit einer Lebensphase, die immer länger wird, dem Alter. Er gibt zu, dass Einiges im Alter unangenehm, oder gar traurig, ist. Man ist mehr auf andere angewiesen, die Gesundheit lässt nach, und man verliert vielleicht sogar seinen Lebenspartner. Aber es gibt auch Positives.

Der Fokus dieses Buchs liegt auf die aktive Gestaltung dieser Lebensphase. Mit einfachen Worten und der Weisheit eines langen Lebens, zeigt er worauf es im Alter ankommt. Er zitiert dabei häufig die Bibel, oder erzählt von biblischen Vorbildern.

Billy Graham geht auf viele verschiedene Fragen ein, zum Beispiel die Gestaltung des Ruhestands oder die Lücke, die beim Tod von Nahestehenden entsteht. Dabei erzählt er oft von seinen persönlichen Erlebnissen. Seine Trauer über den Tod seiner Frau wird an mehreren Stellen deutlich.

Die späten Lebensjahre sind eine gute Zeit, um die erworbene Weisheit mit der jüngeren Generation zu teilen, und gleichzeitig von ihnen zu lernen. Die Jahre im Ruhestand müssen nämlich nicht selbstsüchtig gefüllt werden. Wir können positiv auf das Leben anderer einwirken. Entscheidend ist, dass wir den Lauf so vollenden, wie es Gott gefällt.

Auch vom Himmel ist die Rede, und als Evangelist betont er natürlich wie wichtig es ist, sich auf den Tod vorzubereiten.

Das Hörbuch wird von Rüdiger Klaue gesprochen, einem erfahrenen Hörfunk-Moderator. Die Stimme ist angenehm und ruhig. Sie passt auf jeden Fall gut zum Thema des Buchs.

Fazit: Ein hilfreiches Buch über das Alter, das nicht nur für Senioren interessant ist. Einfach und klar beschreibt der bekannte Evangelist, wie man sein Leben im Alter bewusst und zielgerichtet gestalten kann. Sehr zu empfehlen!

Veröffentlicht am 15.05.2019

Gutes Brot braucht Zeit

Bauernbrote & Brötchen nach traditionellen Rezepturen
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Der Hobby-Bäcker Gerhard Kellner hat lange geübt und Verschiedenes ausprobiert, bis er mit seinen Backergebnissen ganz zufrieden war. Dieses Buch ist das Ergebnis seiner Back-Leidenschaft. Was diese Brote ...

Der Hobby-Bäcker Gerhard Kellner hat lange geübt und Verschiedenes ausprobiert, bis er mit seinen Backergebnissen ganz zufrieden war. Dieses Buch ist das Ergebnis seiner Back-Leidenschaft. Was diese Brote auszeichnet, ist die lange Wartezeit. Gerhard Kellner ist davon überzeugt, dass diese Ruhezeit zu einem viel besseren Ergebnis führt.

Das Einführungskapitel erklärt ausführlich die Grundlagen des Brotbackens. Eine große Rolle spielt dabei das Anstellgut, beziehungsweise Sauerteig. Interessant ist auch die Schritt-für-Schritt Erklärung über den Prozess des Backens. Werkzeug und Mehlarten werden ebenso erklärt, wie die Zeitplanung.

Im Rezeptteil finden sich viele traditionelle Rezepte. Außergewöhnlich ist auch hier die lange Wartezeit. Bei den meisten Rezepten wird Sauerteig verwendet. Nur im letzten Viertel des Buchs sind einige schnellere Rezepte zu finden, bei denen Hefe verwendet wird. Aber auch diese Brote und Brötchen dauern mindestens drei Stunden.

Fast alle Backwaren sind auf einem ansprechenden Bild zu sehen. Ein großer Vorteil des Buchs sind auch die Verzeichnisse am Ende des Buchs. Die Rezepte sind nicht nur alphabetisch angeordnet, sondern auch nach Kapiteln und nach Gebäckart.

Mit etwa siebzig Rezepten wird hier sicher jeder fündig. So gibt es beispielsweise Kaisersemmel, Bauernbrot und Fladenbrot, aber auch außergewöhnliche Kreationen wie Roggenbrot mit schwarzem Pfeffer und Krusties mit altem Teig.

Die langen Wartezeiten sind gewöhnungsbedürftig. Es wäre hilfreich, wenn bei den Rezepten eine Zusammenfassung der Zeit stehen würde, so könnte der Leser auf einen Blick sehen, wann das Brot fertig sein wird.

Fazit: Wer gerne mit Sauerteig arbeitet und es nicht eilig hat, wird an diesem Buch sicher viel Freude haben. Einfachere und aufwändigere Rezepte führen zu einer Vielfalt an schmackhaftem Brot und leckeren Brötchen.

Veröffentlicht am 14.05.2019

Einfach nur lecker!

Käsekuchen & Cheesecakes. Rezepte mit Frischkäse oder Quark
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Käsekuchen und Cheesecake sind ähnlich, aber doch nicht dasselbe. Während der deutsche Käsekuchen mit Quark gemacht wird, ist beim amerikanischen Cheesecake meistens Frischkäse dabei. Dieses Buch enthält ...

Käsekuchen und Cheesecake sind ähnlich, aber doch nicht dasselbe. Während der deutsche Käsekuchen mit Quark gemacht wird, ist beim amerikanischen Cheesecake meistens Frischkäse dabei. Dieses Buch enthält nebeneinander viele Kuchen beider Kategorien. Und auch wenn sich alles um Frischkäse, Quark und Mascarpone dreht, ist es erstaunlich wie unterschiedlich das Ergebnis sein kann.

Neben herkömmlichen Kuchen, die Oma schon gebacken hat, gibt es Außergewöhnliches, wie Käsekuchen- Eis am Stiel oder einem Cheesecake-Shake. Ein ganzes Kapitel ist Kuchen mit Schokolade gewidmet. Viele Kuchen enthalten Obst, oder haben ein besonderes Topping.

Sehr hilfreich ist das einführende Kapitel, mit allgemeinen Hinweisen und Tipps. So erfährt der Leser wie man Risse im Käsekuchen vermeidet, oder wie der Kuchen besonders saftig wird.

Zu jedem Rezept gibt es ein schönes, appetitliches Bild. Neben einer Zutatenliste, erfährt man auch wie lange die Zubereitungs-, Back- und Ruhezeit ist. Kalorienangaben fehlen, was bei einem solchen Buch vielleicht ganz positiv ist.

Das Buch enthält eine gute Mischung aus einfachen und aufwändigeren Rezepten. Schön ist auch, dass amerikanische Rezepte dem deutschen Geschmack angepasst wurden, indem die Zuckermenge reduziert wurde.

Fazit: Ein ausgezeichnetes Buch, zu einem günstigen Preis. Benutzerfreundliche Rezepte für ganz unterschiedliche Käsekuchen. Sehr zu empfehlen!

Veröffentlicht am 13.05.2019

Interessante Hintergründe deutscher Sprichwörter, leider in wortreichen Erklärungen versteckt

Warum ist die Leberwurst beleidigt?
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Der Gedanke, der hinter diesem Buch steckt, ist für deutsche Sprachliebhaber faszinierend. Es gibt unzählige Sprichwörter und Redensarten. Ihr Hintergrund ist oft mysteriös. Denn warum sollte eine Leberwurst ...

Der Gedanke, der hinter diesem Buch steckt, ist für deutsche Sprachliebhaber faszinierend. Es gibt unzählige Sprichwörter und Redensarten. Ihr Hintergrund ist oft mysteriös. Denn warum sollte eine Leberwurst beleidigt sein, und wozu einen guten Rutsch wünschen? Die Redaktion der Süddeutschen Zeitung ist diesen Rätseln auf den Grund gegangen.

Die fast achtzig kurzen Beiträge sind thematisch in neun Kapiteln zusammengefasst. Da geht es um Speisen, Religion, Körperteile, Zahlen und anderes. Die einzelnen Kolumnen sind schnell gelesen. Es werden dabei nicht nur Begriffe und Sprichwörter untersucht, sondern auch Fragen wie zum Beispiel, was vor dem Urknall war, oder woher das Händeklatschen kommt.

Die Beiträge beginnen mit der Frage eines Lesers, die anschließend beantwortet wird. Die Begriffe und Rätsel werden jeweils auf zwei oder drei Seiten erklärt. Dabei wird weit ausgeholt. Die umfassenden Kenntnisse beziehungsweise Forschungsergebnisse der Redakteure sind deutlich zu sehen.

Die aufgeworfenen Fragen sind interessant, und versprechen ein kurzweiliges Buch. Leider lässt die Ausführung zu wünschen übrig. Es scheint als wollten die Autoren mit ihrer Gelehrtheit beeindrucken. Da geht es oft um Sagen und Mythen oder um skurrile historische Begebenheiten, die jedoch wenig mit der Frage zu tun haben. So mancher Beitrag schließt mit der Aussage ab, dass es nicht wirklich eine Antwort gibt.

Schöner wäre es, wenn die Antworten beim Thema bleiben würden und lesefreundlicher wären. Nichts gegen Wissenschaft und sprachlicher Gewandtheit, aber in diesem Fall bietet es keinen Mehrwert. Vielleicht erfüllt dieses Buch den Erwartungen von Süddeutsche-Lesern, für die breite Masse ist es auf jeden Fall weniger geeignet.

Fazit: Die Frage nach der Herkunft von Redewendungen und Gebräuche verspricht eine unterhaltsame Lektüre, leider ist aber der Schreibstil dieses Buchs langatmig und ausschweifend.

Veröffentlicht am 09.05.2019

Entspannter glauben: Mit Gott leben, anstatt für ihn

Du musst niemandem etwas beweisen
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„Wenn es Gott wirklich gibt, was bedeutet das für mein Leben?“ Jennie Allen stellte sich dieser Frage, und das Ergebnis war die Gründung eines Netzwerks von Frauen für Frauen. Die mittlerweile weltweit ...

„Wenn es Gott wirklich gibt, was bedeutet das für mein Leben?“ Jennie Allen stellte sich dieser Frage, und das Ergebnis war die Gründung eines Netzwerks von Frauen für Frauen. Die mittlerweile weltweit tätige Organisation „IF: Gathering“ möchte Frauen ermutigen sich nicht nur Christen zu nennen, sondern Jesus wirklich bewusst nachzufolgen.

Obwohl diese Organisation erfolgreich ist und die Gründerin und Autorin dieses Buchs oft vor vielen Frauen spricht, fühlt sie sich unzulänglich. Und solche Gefühle, meint sie, sind typisch für Frauen. Sie erkennt, dass sie sich selbst sehr viel Druck macht, und dass sie dazu neigt für Gott, anstatt mit Gott zu leben.

Unsere Leben gleicht einer Suche nach Wasserquellen, meint sie. Wir verbringen unsere Zeit mit dem Versuch unseren inneren Durst zu stillen. Wir lechzen nach Bestätigung und Anerkennung. Ein solches Leben ist unbefriedigend und anstrengend.

Gott hat etwas Besseres mit uns vor. „Er schaut dir in die Augen und sagt: durch dich wollte ich so viel verändern – deine Nachbarn, die ganze Stadt. Leider hast du immer nur in deinem Wohnzimmer gesessen und dir Serien reingezogen.“ Das Gefühl unzulänglich zu sein soll uns nicht davon abhalten Großes zu wagen. Wenn wir mit Jesus verbunden sind, ist er es, der durch uns wirkt. Das ist eine große Entlastung.

Im ersten Teil des Buchs erklärt die Autorin, wie uns unsere andauernde Suche nach Glück aufreibt. Im zweiten Teil geht sie auf verschiedene Problemfelder ein, die uns zu schaffen machen können; zum Beispiel Angst, Scham oder Passivität.

Jedes Kapitel umfasst etwa zwanzig Seiten und beginnt mit einer kurzen Geschichte. Begegnungen von Menschen mit Jesus aus dem Johannes Evangelium werden in der Ich-Perspektive nacherzählt. Mit hilfreichen Gedanken geht die Autorin anschließend auf das Thema des Kapitels ein, wobei sie eigene Erfahrungen einfließen lässt. Offen berichtet sie aus ihrem eigenen Leben, z.B. von einer Ess-Störung. Dadurch spürt der Leser, dass sie nicht über allem schwebt, sondern mit denselben Problemen kämpft. Am Schluss jedes Kapitels finden sich einige Seiten zum Verweilen und Nachdenken. Diese schön gestalteten Seiten nehmen das Muster des Covers auf. Neben einem Bibelvers und Fragen und Anregungen zum Nachdenken, finden sich praktische Vorschläge, wie das Gelernte umgesetzt werden kann.

Ein Gedanke zieht sich durch dieses Buch: Lasse deine eigenen Bemühungen und Bestrebungen los, und vertraue dich einfach Gott an. Diese Erkenntnis ist entspannend, gerade für Menschen, die zum Perfektionismus neigen. Deutlich zeigt die Autorin, dass das nicht zur Inaktivität führt, aber das Leben wird leichter, wenn es nicht alleine bewältigt werden muss.

Fazit: Ein ansprechendes, ermutigendes Buch, das sich vor allem an Frauen richtet. Es regt an, sich weniger nach den Meinungen von anderen zu richten, sondern in seine Gottesbeziehung zu investieren.