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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.01.2018

Kein trockener Ratgeber

Alltagslust
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Die Schweizerin Veronika Schmidt, ausgebildete christliche Paar- und Familienberaterin und Sexologin, ist schon seit einigen Jahren für ihre Ratgeber zum Thema Sex bekannt. In diesem zweiten Buch wiederholt ...

Die Schweizerin Veronika Schmidt, ausgebildete christliche Paar- und Familienberaterin und Sexologin, ist schon seit einigen Jahren für ihre Ratgeber zum Thema Sex bekannt. In diesem zweiten Buch wiederholt sie wichtige Erkenntnisse des ersten Buchs, und geht detaillierter auf viele Fragen ein, die ihr als Reaktion auf ihr erstes Buch gestellt wurden. So ist dieses Buch tatsächlich ein Praxis-Ratgeber.

Das Buch macht einen hochwertigen Eindruck. Der Text wird mit vielen Bildern von verliebten (Ehe)Paaren aufgelockert. Auch Skizzen zur Anatomie des Körpers und zu Stellungen ergänzen den Text, dabei bleibt aber alles sachlich und ist nicht „schmuddelig“. Im Zentrum des Buchs stehen ganz praktische Informationen und Übungen. Diese sind aber eingerahmt in einer ganzheitlichen Sicht von Ehe und Sexualität. So geht die Autorin auf sehr viele Beziehungsthemen ein. Entfremdung durch Streit, unterschiedliche Bedürfnisse, Sex im Alter, Impotenz, fehlender oder verfrühter Orgasmus, Kinderwunsch, Fremdgehen; das sind nur einige der vielen Themen, die Veronika Schmidt anspricht. Neben den Bildern, legen die vielen Zitate Jörg Zinks über Liebe das Positive an einer Liebesbeziehung dem Leser nahe.

Da in vielen christlichen Kreisen das Thema Sex ein Tabu ist, füllt dieser Ratgeber eine Lücke. Es ist gut, dass Informationen in einer Weise vermittelt werden, die Gott und Menschen achtet. Die Autorin ist eine Expertin auf ihrem Gebiet, und gibt das, was sie gelernt hat, weiter. Dabei würde ich mir aber mehr Achtung für das Gewissen des Einzelnen wünschen. So ist die Selbstliebe, eine verschönte Bezeichnung für Selbstbefriedigung, für sie eine wichtige Grundlage zum Erlernen der sexuellen Liebesfähigkeit, denn wer nicht weiß, was ihm guttut, wird schwerlich befriedigt werden. Ich denke aber, dass dieses Erlernen auch im Miteinander der Beziehung geschehen kann, und dass „Selbstliebe“ nicht dafür die Voraussetzung sein muss. Ob Selbstbefriedigung in Ordnung ist, ist in christlichen Kreisen umstritten. Es kann nicht richtig sein denjenigen, der dabei ein schlechtes Gewissen hat, zur Selbstbefriedigung zu drängen. Letztendlich sollte jeder selbst entscheiden ob die Maßstäbe der Bibel für ihn uneingeschränkt gültig sind, oder ob er sie lieber durch moderne, wissenschaftliche „Erkenntnisse“ relativieren will. In der Bibel findet sich gottgewollte Sexualität immer innerhalb einer Beziehung, zwischen Ehemann und Ehefrau.

Ganz entspannt zum guten Sex –dieser umfassende Ratgeber unterstützt den Leser auf diesem Weg.

Veröffentlicht am 25.01.2018

Wohin gehen wir?

Wie können wir denn leben?
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Francis Schaeffer lebte von 1912-1984. Er wurde vor allem durch seine Bücher und durch die Gründung der Lern- und Lebensgemeinschaft L’Abri in der Schweiz bekannt. Dieses Buch erschien erstmals im Jahr ...

Francis Schaeffer lebte von 1912-1984. Er wurde vor allem durch seine Bücher und durch die Gründung der Lern- und Lebensgemeinschaft L’Abri in der Schweiz bekannt. Dieses Buch erschien erstmals im Jahr 1976, und wurde danach immer wieder neu aufgelegt.

Angefangen mit der römischen Kultur, geht Schaeffer auf die wichtigsten Denker der letzten zwei Jahrtausende ein. Dabei werden große Zeiträume manchmal stark zusammengefasst, da es ihm um die jeweilige Entwicklung in diesen Epochen geht. Von der Antike, über das Mittelalter, die Renaissance, die Reformation und die Aufklärung, gelangt er zu der Zeit der modernen Wissenschaft. Mit Beispielen aus Musik, Dichtung und Kunst zeigt er die wandelnde Denkweise der Menschen. Ab der Aufklärung versuchte der Mensch immer mehr sich die Welt und den Menschen ohne Gott zu erklären. Aber mit dem Aufgeben einer höheren Macht, stürzte der Mensch ins Leere. Ohne Gott fehlt das Konstante, die Gesetzmäßigkeit, und es gibt keine allgemeingültigen Maßstäbe dafür, wie Menschen miteinander umgehen sollen. Gesetze sind dann willkürlich, oder werden von einer autoritären Macht oder der Mehrheit festgelegt. Somit können sie sich aber immer wieder verändern. Das kann gefährlich werden, denn wer entscheidet ob ein behinderter oder alter Mensch lebenswert ist?

Dem Menschen, der ohne Gott lebt, sind nur noch zwei Werte wichtig, persönlicher Frieden und Wohlstand. So lange es ihm persönlich gut geht, ist er nicht mehr bereit sich für etwas Höheres einsetzen. Der Mensch ist gleichgültig geworden, und auch leicht zu manipulieren.

Dieses Buch ist sehr interessant, aber auch anstrengend zu lesen. Viele bekannte Namen werden genannt, und ihre Theorien und Erkenntnisse kurz erklärt. Es ist spannend die Zusammenhänge zu erkennen, aber ohne Vorwissen fällt es auch manchmal schwer den Gedanken des Autors zu folgen. Trotzdem finde ich es eine sehr wertvolle Lektüre, denn wie schnell sind auch Christen bereit den neuen Denkern zu folgen, die aber vielleicht letztendlich nur Hoffnungslosigkeit bieten, weil sie von Anfang an Gott aus ihrem Denken ausschließen.

Schaeffer zeigt in diesem Buch wie unsere Kultur ohne Gott auf den Weg in den Untergang ist. Er fordert Christen auf sich für die Wahrheit einzusetzen, um diesem Untergang entgegenzuwirken. Obwohl das Buch schon vor über 40 Jahren geschrieben wurde, zeigt Schaeffer einen erstaunlichen Weitblick. Auch wenn der Kommunismus heute weniger das Problem ist, sind seine Gedanken hilfreich um neuste Entwicklungen zu verstehen und einzuschätzen.

Ein schwieriges, aber sehr wertvolles Buch! Schade, dass in diesem Band die Bilder fehlen, die allerdings hier angesehen werden können: https://www.betanien.de/schaeffer/

Veröffentlicht am 22.01.2018

Die Entscheidung weiterzugehen

Morgen soll wieder mir gehören
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Alyssa Quilala ist mit ihrem dritten Kind schwanger. Auf dem Heimweg von einem Familienausflug wundert sie sich darüber, dass sie schon eine ganze Weile keine Bewegungen ihres Kindes gespürt hat. Im Krankenhaus ...

Alyssa Quilala ist mit ihrem dritten Kind schwanger. Auf dem Heimweg von einem Familienausflug wundert sie sich darüber, dass sie schon eine ganze Weile keine Bewegungen ihres Kindes gespürt hat. Im Krankenhaus stellt der Doktor fest, dass das Kind tot ist. Am nächsten Tag soll die Geburt des toten Kindes eingeleitet werden. Freunde beten mit ihnen um ein Wunder, aber es bleibt dabei; nach einer sehr anstrengenden Geburt wird Jethro tot geboren.

Alyssa macht anschließend verschiedene Phasen durch. Zuerst bestimmt die Trauer ihr ganzes Leben, bis sie merkt, dass ihre Familie darunter leidet. Stück für Stück lernt sie trotz dieses schweren Schicksals weiterhin Gott zu vertrauen. In ihrem Vertrauen wird sie auch ein Vorbild für andere.

In jedem Kapitel geht es um ein wichtiges Thema, rund um Verlusterfahrungen. Alyssa schreibt, unter anderem, über die Rolle von Freundschaften, über ihren Umgang mit der Angst, über ihre Ewigkeitshoffnung und über ihre Ehe. Ihre Erkenntnisse lassen sich auch leicht auf andere Verlusterfahrungen übertragen. Dabei ist der Grundtenor des Buchs ihr Vertrauen auf Gott, selbst wenn er unsere Gebete anders erhört als wir wollten. Das Wissen, das ihr Sohn im Himmel auf sie wartet, tröstet und ermutigt Alyssa und ihrem Mann, Chris.

Bei Schicksalsschlägen können wir selbst entscheiden, ob wir daran zerbrechen, oder ob wir trotzdem hoffnungsvoll in die Zukunft gehen. Diese wichtige Aussage betont die Autorin immer wieder.

Dieses Buch lässt sich schnell lesen. Die vielen eingestreuten Beispiele aus Alyssas eigenem Leben lockern die theoretischen Gedanken auf. Trotz mancher Wiederholungen ist dieses trostreiche und hilfreiche Buch lesenswert, vor allem für Menschen, die nach Verlusterfahrungen mit Gott hadern.

Veröffentlicht am 18.01.2018

Ein Kleid verbindet vier Frauen

Vier Frauen und ein Hochzeitskleid
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Charlotte ist verlobt, aber sie hat das Gefühl, dass irgendetwas an der Beziehung nicht stimmt. Sie und ihr Verlobter planen nicht voller Vorfreude die Hochzeit. Unerwartet findet Charlotte sich auf einer ...

Charlotte ist verlobt, aber sie hat das Gefühl, dass irgendetwas an der Beziehung nicht stimmt. Sie und ihr Verlobter planen nicht voller Vorfreude die Hochzeit. Unerwartet findet Charlotte sich auf einer Versteigerung wieder, und obwohl sie es sich eigentlich nicht leisten kann, kauft sie eine teure, verschlossene Truhe. Mühsam kann sie die Truhe öffnen, und sie findet ein wunderschönes Brautkleid, das wie neu aussieht. Als Inhaberin eines Geschäfts für Brautmoden kennt sie sich aus. Es ist ein sehr besonderes Kleid. Charlotte macht sich auf die Spurensuche, um mehr über die Geschichte dieses besonderen Kleids herauszufinden.

Sie lernt die anderen Frauen kennen, die dieses Kleid getragen haben, und dabei entdeckt sie auch viel über ihr eigenes Leben. In allem wird sie von ihrem starken Glauben getragen, und sie glaubt, dass Gott ihr Leben lenkt und alles zum Guten führt.

Insgesamt werden in diesem Buch vier Geschichten erzählt, wobei der Schwerpunkt auf Charlottes Geschichte liegt. Alles vier Frauen sind sehr liebenswürdig, jede auf eine andere Art. Beim Lesen erfährt man auch viel über verschiedene Zeitepochen und die Probleme dieser Zeit, z.B. die Trennung der Rassen vor 100 Jahren. Mit Humor, Spannung, Romantik und einige überraschende Wendungen, ist es ein Buch, das man immer weiterlesen möchte. Die Hinweise auf den Glauben der Protagonisten macht das Buch nur noch wertvoller.

Veröffentlicht am 17.01.2018

Witze und viel mehr

Lache, solange du noch Zähne hast
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Arno Backhaus hat viele Gaben. Den Älteren und den Jüngeren ist er vielleicht entweder als Teil des Musik-Duos „Arno und Andreas“ bekannt, oder als E-fun-gelist, der die christliche Botschaft auf ungewöhnliche ...

Arno Backhaus hat viele Gaben. Den Älteren und den Jüngeren ist er vielleicht entweder als Teil des Musik-Duos „Arno und Andreas“ bekannt, oder als E-fun-gelist, der die christliche Botschaft auf ungewöhnliche Weise weitergibt, als T-Shirt Gestalter, oder als Witze-Erzähler. Mit seinen Witzen hat er auch schon den ersten Platz in einer Fernsehsendung gewonnen. Wer könnte also besser eine Sammlung von Witzen herausgeben?

Aber in diesem Buch steckt viel mehr. Zwischen vielen Witzen finden sich auch Texte zum Nachdenken, vor allem über den christlichen Glauben. Es ist eine bunte Sammlung von Gedankenanstößen, sortiert in verschiedene Lebensbereiche, die ich mir gut als Einstieg in eine Predigt oder Bibelarbeit vorstellen könnte.

Ein Beispiel für einen Text zum Nachdenken:
Der Erweckungsprediger Moody wurde einmal von einer Dame angesprochen: „Ihre Methode, Menschen für Jesus zu gewinnen, finde ich nicht gut.“ Darauf Moody: „Ich kann sie gerne ändern, sagen Sie, wie viele Menschen haben Sie mit Ihrer Methode zum Glauben geführt? Dann nehme ich die.“ Die Dame etwas irritiert: „Niemanden.“ Darauf Moody: „Dann finde ich meine Methode doch besser.“

Und eines der Witze:
Nach der Kreuzigung Christi kommt Nikodemus zu Josef von Arimathäa und bittet ihn sein Grab für Jesus zur Verfügung zu stellen. Doch der ersinnt Ausflüchte: „Ich brauche das Grab für mich und meine Familie.“ Darauf Nikodemus: „Stell dich nicht so an – es ist doch nur übers Wochenende!“

Ein Buch, in dem man gerne blättern und schmökern wird, und es ist sicher für jeden Geschmack Einiges dabei.