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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.10.2017

Ich möchte Ihnen meinen Freund vorstellen...

Der Möglichmacher
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In diesem Buch nimmt Tobias Kley den Leser mit hinein in die wichtigste Beziehung seines Lebens. Mit 17 verschiedenen Wortbildern beschreibt er den „Möglichmacher“. Der Möglichmacher ist für jeden Menschen ...

In diesem Buch nimmt Tobias Kley den Leser mit hinein in die wichtigste Beziehung seines Lebens. Mit 17 verschiedenen Wortbildern beschreibt er den „Möglichmacher“. Der Möglichmacher ist für jeden Menschen da, und er hat grenzenlose Macht. Während Menschen uns immer wieder enttäuschen, ist dem Möglichmacher nichts unmöglich. Er heilt Herzen, ermutigt, versorgt und erweitert Horizonte, und noch viel mehr. Beim Erklären all dieser Eigenschaften, erzählt Tobias Kley auch viel aus seinem eigenen Leben, vor allem von seinen Erfahrungen bei erlebnispädagogischen Freizeiten mit gefährdeten Jugendlichen. In den letzten Kapiteln des Buchs wird dem Leser leicht verständlich und auf logische Weise erklärt warum es so wichtig ist eine Beziehung mit dem Möglichmacher zu haben, und wie das geht.

Im gesamten Buch ersetzt Tobias Kley den Begriff „Gott“ mit „Möglichmacher“. Es werden auch beim Leser keine Grundkenntnisse über den christlichen Glauben vorausgesetzt. Dieses Buch eignet sich darum sehr gut zum Weitergeben an kirchenferne Menschen, die sich vielleicht zum ersten Mal mit dem Glauben auseinandersetzen wollen.

Der Autor versteht es Geschichten zu erzählen und den Leser da abzuholen, wo er ist. Auch Menschen, die Gott schon kennen, finden sicher gute Gedankenanstöße und Ermutigung für ihren Alltag. Mir persönlich ging es allerdings beim Lesen so, dass es mir ein bisschen zu viel wurde mit dem Austausch vom Begriff Gott, gerade bei den Bibelstellen und den Berichten von anderen Menschen. Besonders positiv fand ich, neben den gut passenden Beispielen aus dem Alltag, die leicht verständliche Erklärung, wie man ein Leben mit Gott beginnt. Dieses Buch lädt auf überzeugende Weise dazu ein mit dem Möglichmacher zu leben.

Veröffentlicht am 12.10.2017

Geheimnisse werden gelüftet

Der Triumph des Lammes
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Ein dickes Buch über die Offenbarung - kann das helfen dieses wichtige, aber rätselhafte Buch zu verstehen? Ich finde dieses Buch meistert das auf hervorragende Weise. Ausführlich, aber gut verständlich ...

Ein dickes Buch über die Offenbarung - kann das helfen dieses wichtige, aber rätselhafte Buch zu verstehen? Ich finde dieses Buch meistert das auf hervorragende Weise. Ausführlich, aber gut verständlich geschrieben, nimmt der Autor den Leser mit auf eine Reise durch das Buch der Offenbarung.

Bevor auf einzelne Verse der Offenbarung eingegangen wird, beginnt das Buch mit einer ausführlichen Einleitung, die wirklich ein großer Gewinn ist. Es geht darum wie das Buch der Offenbarung grundsätzlich verstanden werden kann. Dabei geht der Autor auf die damaligen Zuhörer dieses Buches ein – ja, richtig, Zuhörer, denn zur damaligen Zeit wurden Texte eher vorgelesen, da nicht jeder den Text selbst hatte und viele nicht lesen konnten. Darum machen auch komplizierte Erklärungsversuche wenig Sinn, meint der Autor. Und seine Argumente sind sehr überzeugend.

Nach dieser Einleitung geht der Autor abschnittsweise durch die Offenbarung, dabei beginnt jedes Kapitel mit einer Einführung, die diese Gedanken in unserer Lebenswelt holt, und schließt mit einer Zusammenfassung ab. Immer wieder wird auf unterschiedliche Betrachtungsweisen verwiesen, und es finden sich auch viele Anmerkungen und Hinweise speziell für den deutschen Leser. Neben dem Blick auf den damaligen Zuhörer, finden sich viele Verweise auf alttestamentliche Prophezeiungen und andere biblische Parallelen. Und immer wieder geht es um die Frage, was dieser Text für unser persönliches Glaubensleben bedeutet. Das Buch enthält viele Quellenangaben und Worterklärungen für den Leser, der tiefer einsteigen möchte, und es schließt mit einem Kapitel über die Bedeutung der Offenbarung für uns als Leser ab. Im Anhang finden sich noch ein Überblick über die Offenbarung und eine Beschreibung der verschiedenen Auslegungsschulen.

Dieses Buch war mir eine große Hilfe, um die Offenbarung zu verstehen. Ich habe es in kleinen Portionen als Teil meiner täglichen Andacht gelesen, zusammen mit dem biblischen Text. Ich habe neu entdeckt, dass vieles nicht wörtlich zu verstehen ist, sondern als Bild gedacht ist. eine große Hilfe für mich war auch die Erkenntnis, dass die Reihenfolge der geschilderten Ereignisse nicht immer chronologisch ist. Manchmal wird auch dasselbe Ereignis wiederholt, aus anderer Perspektive oder mit einer anderen Betonung, geschildert. Und das macht Sinn, denn auch an anderen Stellen in der Bibel findet sich dieses Prinzip (z.B. Schöpfungsgeschichte, Durchzug durch das Rote Meer).

Dieses Buch hilft mir nicht nur die Offenbarung besser zu verstehen, sondern es stärkt meinen Glauben, und festigt mein Wunsch bereit zu sein für Gottes neue Welt.

Veröffentlicht am 01.10.2017

Einblick in ein verwundetes Herz

Mitten aus dem Leben
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Sara starb kurz vor ihrem 11. Geburtstag. Die Familie war auf den Weg in einem Freizeitpark, es sollte ein besonderes Ferienerlebnis werden. Beim Abbiegen übersah der Vater ein Auto, und bei der anschließenden ...

Sara starb kurz vor ihrem 11. Geburtstag. Die Familie war auf den Weg in einem Freizeitpark, es sollte ein besonderes Ferienerlebnis werden. Beim Abbiegen übersah der Vater ein Auto, und bei der anschließenden Kollision wurde seine Tochter sehr schwer verletzt.

Im Krankenhaus bangte die Familie um das Leben Saras. Familienmitglieder und Freunde unterstützten sie und beteten für sie, aber nach einigen Tagen starb Sara. Viel zu früh.

Der Vater, Arne Kopfermann, ist als Dichter von christlichen Liedern bekannt. Viele kennen ihn von Konzerten oder christliche Veranstaltungen, und er setzt sich auch für das Kinderhilfswerk „World Vision“ ein. Was bedeutet dieser unbegreifliche Verlust für seine Familie, für seinen Glauben und für seine Tätigkeit als Liedermacher?

Mit überraschender Authentizität und Offenheit erzählt Arne Kopfermann in diesem Buch wie er diese schwere Zeit erlebt. Er beginnt mit einer Beschreibung seiner besonderen, lebenslustigen Tochter. Als Leser ist man dann umso betroffener wenn man mitgenommen wird zur Unfallstelle und ans Krankenhausbett auf der Intensivstation. Trotz allem Beten und Hoffen stirbt dieses geliebte Mädchen. Der Autor schreibt dann über seinen Umgang mit diesem Verlust, und vergleicht es mit einer Amputation. Man lernt weiterzuleben und kann sogar irgendwann wieder Schönheit entdecken, aber das ändert nichts daran, dass etwas Wesentliches immer fehlen wird.

Arne schreibt über seinen Umgang mit seinen Schuldgefühlen, über die Schwierigkeit beruflich weiterzumachen, und über die unterschiedliche Art, in der er und seine Frau ihre Trauer verarbeiten. Von Anfang bis Ende ist das Buch auch eine Auseinandersetzung mit seinem Glauben. Trotz Zweifel, hält er daran fest, dass Gott unbegreiflich ist, und das Recht hat zu handeln wie er will. Und auch wenn das was er tut unseren Vorstellungen entgegensteht, ist Gott gut.

Die vielen Liedtexte, die sich an passender Stelle im Buch finden, stammen meist vom Autor selbst und bereichern das Buch sehr. Außerdem habe ich mich über einige bemerkenswerte Zitate aus guten, christlichen Büchern gefreut. Und auch die Bilder bringen diese Geschichte dem Leser noch näher.

Fazit: Diese wahre Geschichte über den Umgang mit Trauer nach einem tragischen Unglück kann trauernden Menschen helfen, die selbst nur schwer Worte für das Unfassbare finden können. Aber auch Menschen, die Trauernde begleiten, werden viel darüber erfahren was hilfreich ist und was nicht. Abgesehen davon, kann jeder Leser wertvolle Gedankenimpulse finden, gerade wenn es darum geht Gott trotz Schicksalsschläge oder geplatzten Träume zu vertrauen. Es lohnt sich diesen offenen Erfahrungsbericht zu lesen.

Veröffentlicht am 01.10.2017

Versuch eine philosophische Meinung als Wahrheit zu verkaufen

Und du wirst den verborgenen Schatz in dir finden
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Alice ist eine erfolgreiche Kommunikationsberaterin, Ihr Freund aus Kindheitstagen ist Priester. Er ist unglücklich über die sinkende Besucherzahlen in seiner Kirche. Alice will ihm helfen. Sie ...

Alice ist eine erfolgreiche Kommunikationsberaterin, Ihr Freund aus Kindheitstagen ist Priester. Er ist unglücklich über die sinkende Besucherzahlen in seiner Kirche. Alice will ihm helfen. Sie vertieft sich zuerst in die Bibel, und dann in andere religiösen Schriften. Sie führt mit verschiedenen Menschen unterschiedlicher Religionen Gespräche, und verbindet dann Elemente der Kommunikationswissenschaft mit religiösen Inhalten. Der Plan geht auf, die Besucherzahlen gehen nach oben.

Leider ist nur ein geringer Teil des Buches tatsächlich eine Geschichte. Die Handlung scheint nur einen Sinn zu erfüllen, als Aufhänger für philosophische Vorlesungen. Der Leser begleitet Alice auf ihre Suche nach religiösen Erkenntnissen. Was ich dabei problematisch finde, ist dass diese Erkenntnisse als die einzige Wahrheit dargestellt werden.

Erzählerisch lässt dieses Buch also zu wünschen übrig, aber das größere Problem ist, dass unbegründete Theorien als Wahrheit dargestellt werden, der Leser also auf einen Weg gezogen wird, der in die Irre führt.

Veröffentlicht am 01.10.2017

Einfach mal abschalten

Stille
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Noch vor dem Aufschlagen dieses Buchs bin ich sehr beeindruckt. Das schlichte Cover macht einen edlen, und auch stillen Eindruck. Unter dem Buchumschlag verbirgt sich eine hektische Straßenszene ...

Noch vor dem Aufschlagen dieses Buchs bin ich sehr beeindruckt. Das schlichte Cover macht einen edlen, und auch stillen Eindruck. Unter dem Buchumschlag verbirgt sich eine hektische Straßenszene - ein gelungener Gegensatz.

Die Aufteilung des Buchs in kurze Leseabschnitte gefällt mir auch sehr gut. Die Bilder lockern den Text auf, aber mich persönlich beeindrucken sie eher weniger.

Der Autor erzählt in jedem dieser kurzen Kapitel über seine Gedanken und Erfahrungen zu dem Thema "Stille". Dabei geht es vielleicht auch oft eher um "Ruhe"- das heißt es geht nicht nur um die äußere Umgebung, sondern auch um das, was in mir passiert.

Erschreckend wahr sind wohl seine Gedanken darüber, dass wir uns oft in Tätigkeiten flüchten, weil es uns schwerfällt Stille auszuhalten. Es geht auch um FOMO (fear of missing out), die Angst nicht immer und sofort jede Nachricht mitzubekommen. Die Technik, die uns Zeit ersparen sollte, raubt uns wieder mehr als die gewonnene Zeit.

Das Lesen wird durch die vielen Anekdoten und Beispiele aus dem Leben des Autors nicht langweilig. Ein weiteres Plus sind die Berichte über seine abenteuerliche Reisen.

Wer eine Schritt-für-Schritt Anleitung erwartet wird enttäuscht sein, aber wer eine Einstimmung und gute Gedankenanstöße zum Thema Stille sucht, wird sicher viel Freude an diesem Buch haben.