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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.09.2024

Tolles Setting, schwacher Plot

Blutbuße
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„Blutbuße“ von Viveca Sten ist bereits der dritte Fall für Hanna Ahlander und Daniel Lindskog im schwedischen Åre - und hat mich nicht überzeugt. Worum geht es?
Die Stockholmer Geschäftsfrau Charlotte ...


„Blutbuße“ von Viveca Sten ist bereits der dritte Fall für Hanna Ahlander und Daniel Lindskog im schwedischen Åre - und hat mich nicht überzeugt. Worum geht es?
Die Stockholmer Geschäftsfrau Charlotte Wretlind wird in ihrer Hotelsuite erstochen. Sie wollte ein verlassenes Berghotel wieder zum Leben erwecken. Hanna und Daniel ermitteln…
Die Geschichte spielt während der Osterzeit 2021. Aber es gibt auch Rückblicke in die Vergangenheit: 1973. Sie erzählen vom Schicksal der 17-jährigen Monica.
Ein zweiter Mord geschieht und eine Entführung. Wo ist die Verbindung?
„Blutbuße“ ist ein Buch, das erneut Gewalt gegen Frauen thematisiert. Wie schon „Tief im Schatten“ zuvor.
Über das Wiedersehen mit Hanna und Daniel sowie deren Kollegen Anton und Raffe habe ich mich gefreut. Hanna ist verliebt in Daniel. Daniel neigt zu Wutausbrüchen. Beide haben sich nicht wirklich weiterentwickelt.
Monica ging mir auf den Keks. Sie ist sooo naiv. Wir reden schließlich über die 70er Jahre des vorherigen Jahrhunderts, das ist gerade mal 50 Jahre her. Ich war damals im selben Alter wie Monica.
Last but not least hatte der Mörder, der früh bekannt ist, natürlich eine schlimme Kindheit.
Ich bin ein Fan der ersten Stunde und habe alles von Viveca Sten mit (großer) Freude gelesen. Aber „Blutbuße“ hat mich enttäuscht.

Fazit: Viel Privatleben, wenig Spannung. Eines der schwächsten Bücher der Autorin.

Veröffentlicht am 26.09.2024

Hinter Hamburgs Türen

Hinterm Horizont geht's weiter
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„Hinterm Horizont geht's weiter“ von Lars Haider, der dritte Fall für den sympathischen Journalisten Lukas Hammerstein, habe ich mit großer Freude gelesen, wie schon die beiden Vorgänger. Wie gehabt stammt ...


„Hinterm Horizont geht's weiter“ von Lars Haider, der dritte Fall für den sympathischen Journalisten Lukas Hammerstein, habe ich mit großer Freude gelesen, wie schon die beiden Vorgänger. Wie gehabt stammt der Titel aus einem Lied von Udo Lindenberg. Worum geht es?
Lukas hat einen neuen Chef, Caspar Schreiber. Der macht erst mal Tabula rasa, setzt 30 Kollegen vor die Tür. Nicht nur Polizeireporterin Kaja Woitek ist der Meinung: »Der Schreiber muss weg!«
Währenddessen sterben die Reichen und Mächtigen der Hamburger High Society wie die Fliegen. Zufall? Oder ist ein Serienkiller in der Hansestadt unterwegs?
Hammerstein ermittelt hinter Hamburgs Türen. Wieder mit von der Partie: Dackeldame Finchen und sein Freund Udo, der Ehrenbürger werden soll.
Die Eskapaden des Dackels halten sich diesmal in Grenzen. Auch Lukas‘ Privatleben nimmt hier nicht so viel Raum ein.
Die Auflösung ist überraschend und absolut stimmig. Und so freue ich mich schon auf die Fortsetzung, so es denn eine geben wird.

Fazit: Wieder viel gelacht und köstlich amüsiert. Beste Unterhaltung!

Veröffentlicht am 24.09.2024

Lügen, Lügen, Lügen

Der Steg
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„Die Schwester“, „Der Buchhändler“ und „Die Frau vom Strand“ hatte ich mit großer Freude gelesen und auch „Der Steg“ von Petra Johann überzeugt mit einem originellen Plot und einer Menge Spannung. Worum ...

„Die Schwester“, „Der Buchhändler“ und „Die Frau vom Strand“ hatte ich mit großer Freude gelesen und auch „Der Steg“ von Petra Johann überzeugt mit einem originellen Plot und einer Menge Spannung. Worum geht es?
Priska hat alles: Toller Job, toller Ehemann, tolles Haus am See. Sie freut sich auf ein Wochenende mit ihrem Halbbruder Moritz und dessen neuer Freundin Anna. Als sie von einer Joggingrunde zurückkommt, entdeckt sie einen Mann auf dem Bootssteg, der zu ihrem Haus gehört. Kurz darauf liegt der Mann tot im Wasser. Wie konnte es dazu kommen?
Priskas Ehe ist auf einer Lüge aufgebaut. Und wie das so ist, bleibt es nicht bei einer Lüge. Auf die erste folgt die zweite, und so weiter…
Mit „Der Steg“ ist der Autorin erneut ein psychologisch raffiniert gestrickter Thriller gelungen.
Erzählt wird die Geschichte fast ausschließlich in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Priska und Anna. Eine Wendung jagt die nächste. Die Auflösung überrascht und schockiert.

Fazit: Unblutiger, unglaublich spannender Psychothriller!

Veröffentlicht am 23.09.2024

Der Spion, der in die Kälte geht

Kalter Sturm
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„Kalter Sturm“ von Anne Nørdby ist bereits der 4. Fall für den sympathischen Ermittler Tom Skagen von der Sondereinheit Skanpol aus Hamburg. Schauplatz ist diesmal hauptsächlich Island. Worum geht es?
Tom ...

„Kalter Sturm“ von Anne Nørdby ist bereits der 4. Fall für den sympathischen Ermittler Tom Skagen von der Sondereinheit Skanpol aus Hamburg. Schauplatz ist diesmal hauptsächlich Island. Worum geht es?
Tom wird in Stavanger von Mitgliedern einer rechten Gruppierung namens Åsgards Söhne überfallen und kann nur knapp entkommen. Statt sich in ein Safehouse zu begeben, fliegt er nach Island, um dort den Tod einer Deutschen aufzuklären.
Wiebke Brandt war tiefgläubig. Zusammen mit ihrem Mann, ihren Kindern und einer befreundeten Familie sind sie nach Island gekommen, um ›Urlaub gegen Hand‹ zu machen. Sie alle sind Mitglieder einer obskuren Sekte.
Jede Menge Verdächtige, aber weit und breit kein Motiv. Unterstützt wird Tom vor Ort von der Kollegin Halla und den Kollegen Bjarni sowie Nils aus Reykjavík.
Die Autorin hat ihren neuen Thriller atmosphärisch in Szene gesetzt. Besonders gefallen hat mir die Grenze zwischen Mystischem und der Realität. Was ist wahr und was ist nur das Ergebnis unserer Fantasie?
Eine einsame Schaffarm ohne Verbindung zur Außenwelt, starker Schneefall, das hat ein bisschen was von einem Locked Room Mystery. Der Täter oder die Täterin muss sich unter den Anwesenden befinden, denen eine Flucht unmöglich ist.
Über das Wiedersehen mit Tom, Jette und Maja habe ich mich sehr gefreut. Denn sie sind mir inzwischen ans Herz gewachsen.

Fazit: Spannende Ermittlungen im Land der Elfen und Zwerge. Abgründig!

Veröffentlicht am 23.09.2024

Was passiert mit den Kindern?

Kein Land in Sicht
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Da ich vom Kreuzfahrtvirus infiziert bin, wollte ich „Kein Land in Sicht“ von Christina Pertl gerne lesen. Die Inhaltsangabe ließ auf einen spannenden Krimi hoffen, aber ich wurde enttäuscht. Worum geht ...


Da ich vom Kreuzfahrtvirus infiziert bin, wollte ich „Kein Land in Sicht“ von Christina Pertl gerne lesen. Die Inhaltsangabe ließ auf einen spannenden Krimi hoffen, aber ich wurde enttäuscht. Worum geht es?
Die „Freedom of Spirit“ kreuzt im Mittelmeer. Eine Frau erwacht in ihrer Kabine. Sie weiß weder ihren Namen, noch, wie und warum sie auf dem Kreuzfahrtschiff gelandet ist. Sicher ist nur, dass sie Kreuzfahrten hasst und Angst vorm Wasser hat.
Wie sich herausstellt, gehört Stephanie Mayrhofer zum Animationsteam. Nur bruchstückhaft kehren die Erinnerungen zurück: Sarah Peters ist ihr wirklicher Name und sie ist Kriminalkommissarin. Zusammen mit ihrem Kollegen Michael wurde sie undercover eingeschleust, um einer brutalen Schlepperbande auf die Spur zu kommen.
„Kein Land in Sicht“ ist Christina Pertls Debüt. Eine wirre Geschichte, leidlich spannend. Kryptisch anmutende Dialoge deuten auf Verbrechen hin. Die unsympathische Protagonistin stolpert durch die ersten 100 Seiten, bevor ein Mord geschieht.
In einem anderen Handlungsstrang wird vom Schicksal eines Gefangenen erzählt. Möglicherweise wurde er operiert. Oder ist es der Fieberwahn? Sein Name ist Michael. Und dann sind da auch noch Kinder. Sie wurden anscheinend entführt.
Ein Krimi muss vielschichtig sein, auf mehreren Ebenen spielen, seine Spannung aus Handlungen und Dialogen und nicht zuletzt den Protagonisten selbst ziehen. All das habe ich hier schmerzlich vermisst. Zudem hätte das Buch ein besseres Lektorat verdient: „orangene“ Dinge gibt es nicht.

Fazit: Solider Krimi über ein wichtiges Thema.