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Veröffentlicht am 18.10.2024

Ewig leben?

Bis in alle Endlichkeit
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„Bis in alle Endlichkeit“ von James Kestrel aka Jonathan Moore ist bereits 2019 unter dem Titel „Blood Relations“ erschienen. Also lange vor seinem preisgekrönten Epos „Fünf Winter“. Worum geht es?
San ...


„Bis in alle Endlichkeit“ von James Kestrel aka Jonathan Moore ist bereits 2019 unter dem Titel „Blood Relations“ erschienen. Also lange vor seinem preisgekrönten Epos „Fünf Winter“. Worum geht es?
San Francisco, Juni 2019: Der Privatermittler Leland »Lee« Crowe ist auf dem Weg in sein Büro, als er in einem heruntergekommenen Viertel eine Entdeckung macht. Eine junge Frau liegt tot auf dem eingedrückten Dach eines Rolls-Royce.
Bei der Toten handelt es sich um die 20-jährige Claire Gravesend. Alles deutet auf Selbstmord hin, aber Claires megareiche Mutter Olivia glaubt den ermittelnden Beamten nicht. Stattdessen bittet sie Lee, den Tod ihrer Tochter aufzuklären.
„Bis in alle Endlichkeit“ erinnert an die Krimis von Raymond Chandler mit dem Privatdetektiv Philip Marlowe. Zweimal war ich kurz davor, das Buch abzubrechen. Denn die ersten 80 Seiten sind ein einziger Monolog des Ich-Erzählers Lee.
Was wie ein Detektivroman beginnt, entwickelt sich zu einer spannenden Horrorgeschichte. Wie man dem deutschen Titel entnehmen kann, geht es um irgendetwas, bei dem Genetik eine Rolle spielt. Womöglich illegale Experimente.
Lee, ein ehemaliger Anwalt, schlägt sich als Privatdetektiv mit Jobs für den Strafverteidiger Jim Gardner durch. Er bewegt sich stets im Graubereich und schreckt auch nicht vor Gewalt zurück. Am Ende mutiert er gar zu Supermann.

Fazit: Kurzweilige Unterhaltung, die nachdenklich stimmt.

Veröffentlicht am 12.10.2024

Viel Meditation und Yoga-Flow

Still ist die Nacht (Ein Fall für Maya Topelius 2)
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„Im Herzen so kalt“ von Sandra Åslund, der erste Fall für die schwedische Kriminalinspektorin Maya Topelius, hatte ich mit Freude gelesen, aber die Fortsetzung, „Still ist die Nacht“, hat mich enttäuscht. ...


„Im Herzen so kalt“ von Sandra Åslund, der erste Fall für die schwedische Kriminalinspektorin Maya Topelius, hatte ich mit Freude gelesen, aber die Fortsetzung, „Still ist die Nacht“, hat mich enttäuscht. Worum geht es?
Maya nimmt an einem Yoga-Retreat auf der Schäreninsel Svartlöga teil. Doch schon am ersten Tag nach dem Mittsommerfest wird Carl Wallensteen, einer der Inselbewohner, tot aufgefunden. Er wurde erstochen. Die Polizei riegelt die Insel ab und Maya ermittelt undercover. Ein weiterer Mord geschieht...
Dem starken Einstieg folgt ein schwacher Mittelteil. Der Plot hat ein bisschen was von einem Locked Room Mystery: eine abgelegene Insel, vom Rest der Welt abgeschnitten. Ein Sturm zieht auf und der Täter oder die Täterin muss sich unter den Anwesenden befinden, denen eine Flucht unmöglich ist.
Über das Wiedersehen mit Maya und ihrem Partner Pär Stenqvist habe ich mich gefreut. Allerdings ist dieser Esoterikkram (O-Ton) nicht mein Ding. Dabei ist der Kriminalfall eigentlich spannend.
Auch das Thema Locked Room Mystery hat an Faszination verloren, finde ich. Schade, war ich doch vor Kurzem selbst im Stockholmer Schärengarten, allerdings nicht zum Yoga.
Das Ende ist noch mal spannend mit einem fiesen Cliffhanger. Nichtsdestotrotz bin ich nicht sicher, ob ich Band 3, „Dann ruhest auch du“, lesen werde, der im Oktober 2025 erscheinen soll.

Fazit: Locked Room Mystery nach bekanntem Schema.

Veröffentlicht am 03.10.2024

Die Spur des Geldes

Die Stunde des Löwen
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Die Thriller von Deon Meyer habe ich alle mit großer Freude gelesen und auch „Die Stunde des Löwen“, der neunte Fall für Bennie Griessel und seinen Partner Vaughn Cupido überzeugt mit einem originellen ...


Die Thriller von Deon Meyer habe ich alle mit großer Freude gelesen und auch „Die Stunde des Löwen“, der neunte Fall für Bennie Griessel und seinen Partner Vaughn Cupido überzeugt mit einem originellen Plot und einer Menge Spannung. Worum geht es?
Bennie und Cupido wurden degradiert und in die Provinz versetzt. Dort untersuchen sie den mysteriösen Tod der Studentin Le-Lanie. Anscheinend wurde sie von Hunden gebissen. Deren Besitzer „Basie“ wird kurz darauf selbst getötet - erstickt durch Bauschaum.
In einem weiteren Handlungsstrang wird die Geschichte eines spektakulären Raubüberfalls erzählt. Gibt es eine Verbindung? Die Ermittler folgen der Spur des Geldes. Als wäre das nicht schon genug, will Bennie endlich seine Alexa heiraten…
„Die Stunde des Löwen“ ist herausfordern und anspruchsvoll, aber auch humorvoll und mühelos zu lesen. Es geht um Korruption, Geldverschwendung und Missmanagement. Zudem ist die Geschichte von wahren Begebenheiten inspiriert. Interessant und treffend fand ich die Kapitelüberschriften: Rotkatze, Strandwolf, Leopard, Hyäne und Löwe.
Neben dem Kriminalfall ist der Thriller eine subtile Gesellschaftsanalyse: Loadshedding (Stromabschaltungen), Staatsplünderung etc. werden gut erklärt. Über das Wiedersehen mit Bennie und Cupido habe ich mich gefreut. Ab und zu finden sich Bezüge zu Vorgängerbänden, erscheinen alte Bekannte. 564 eBook-Seiten, in zwei Tagen verschlungen.

Fazit: Ein Ausflug in die Seele Südafrikas. Mein Jahreshighlight!

Veröffentlicht am 01.10.2024

Neues aus Dänemark

Aschezeichen
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„Aschezeichen“ von Katrine Engberg ist der zweite Fall für die sympathische Privatermittlerin Liv Jensen. Zusammen mit dem Kopenhagener Polizisten Petter Bohm ermittelt sie im Fall eines ermordeten Dänen ...


„Aschezeichen“ von Katrine Engberg ist der zweite Fall für die sympathische Privatermittlerin Liv Jensen. Zusammen mit dem Kopenhagener Polizisten Petter Bohm ermittelt sie im Fall eines ermordeten Dänen mit iranischen Wurzeln: Tami Ansari wurde mit aufgeschnittener Kehle auf der Insel Vorsø gefunden. Seine beiden Teenager-Kinder sind seitdem verschwunden.
Die Spur führt Liv zum Auffanglager Sandholm, in dem Tami vor 30 Jahren Asyl beantragt hatte. Unterstützung bekommt Liv von Nima Ansari, dem Betreiber einer Autowerkstatt, der vor 20 Jahren aus dem Iran geflüchtet war und ein Vetter von Tami ist.
Über das Wiedersehen mit Liv und Nima habe ich mich gefreut. Psychologin Hannah und ihr Vater Jan sind auch wieder mit von der Partie.
„Aschezeichen“ ist herausfordernd und anspruchsvoll, nichtsdestotrotz spannend. Nichts ist wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint. Rückblenden in die Vergangenheit verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen.
Richtig schöne solide Ermittlertätigkeit. Das ist genau mein Ding. Am Ende ist alles schlüssig aufgelöst. Und so bin ich schon gespannt auf Livs nächsten Einsatz.

Fazit: Fall Nr. 2 für Liv Jensen. Komplex und spannend zugleich.

Veröffentlicht am 29.09.2024

Tolles Setting, schwacher Plot

Blutbuße
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„Blutbuße“ von Viveca Sten ist bereits der dritte Fall für Hanna Ahlander und Daniel Lindskog im schwedischen Åre - und hat mich nicht überzeugt. Worum geht es?
Die Stockholmer Geschäftsfrau Charlotte ...


„Blutbuße“ von Viveca Sten ist bereits der dritte Fall für Hanna Ahlander und Daniel Lindskog im schwedischen Åre - und hat mich nicht überzeugt. Worum geht es?
Die Stockholmer Geschäftsfrau Charlotte Wretlind wird in ihrer Hotelsuite erstochen. Sie wollte ein verlassenes Berghotel wieder zum Leben erwecken. Hanna und Daniel ermitteln…
Die Geschichte spielt während der Osterzeit 2021. Aber es gibt auch Rückblicke in die Vergangenheit: 1973. Sie erzählen vom Schicksal der 17-jährigen Monica.
Ein zweiter Mord geschieht und eine Entführung. Wo ist die Verbindung?
„Blutbuße“ ist ein Buch, das erneut Gewalt gegen Frauen thematisiert. Wie schon „Tief im Schatten“ zuvor.
Über das Wiedersehen mit Hanna und Daniel sowie deren Kollegen Anton und Raffe habe ich mich gefreut. Hanna ist verliebt in Daniel. Daniel neigt zu Wutausbrüchen. Beide haben sich nicht wirklich weiterentwickelt.
Monica ging mir auf den Keks. Sie ist sooo naiv. Wir reden schließlich über die 70er Jahre des vorherigen Jahrhunderts, das ist gerade mal 50 Jahre her. Ich war damals im selben Alter wie Monica.
Last but not least hatte der Mörder, der früh bekannt ist, natürlich eine schlimme Kindheit.
Ich bin ein Fan der ersten Stunde und habe alles von Viveca Sten mit (großer) Freude gelesen. Aber „Blutbuße“ hat mich enttäuscht.

Fazit: Viel Privatleben, wenig Spannung. Eines der schwächsten Bücher der Autorin.