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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.11.2019

Der Markt bestimmt

Der Store
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Cloud - ein Online-Versandhaus, das stark an Amazon erinnert - hat für seine Mitarbeiter eigene Städte errichtet. Es gibt klimatisierte Wohnungen, Einkaufszentren und eine Rentenversicherung. Das ist ...


Cloud - ein Online-Versandhaus, das stark an Amazon erinnert - hat für seine Mitarbeiter eigene Städte errichtet. Es gibt klimatisierte Wohnungen, Einkaufszentren und eine Rentenversicherung. Das ist gut, weil es außerhalb der Anlage kein Leben mehr gibt. Die Umwelt ist vom Klimawandel zerstört, Innenstädte ausgestorben.
Die Idee ist gut, sehr realistisch, aber die Story vermochte mich nicht zu fesseln. Langweilig und langatmig. Erst nach 2/3 nimmt die Geschichte Fahrt auf. Der übermächtige Cloud-Gründer Gibson Wells ist unermesslich reich. Paxton und Zinna, eine Liebesgeschichte, die keiner braucht. Auch die Sprache hat mir nicht gefallen. Schade.

Fazit: Ein dystopischer Roman, der bei weitem nicht an „1984“ heranreicht.

Veröffentlicht am 18.11.2019

Der Mensch ist ein Raubtier, und zwar ein besonders gefährliches.

Raubtierstadt
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Die Arne-Eriksen-Trilogie hatte mich begeistert. Daher wollte ich „Raubtierstadt“ gerne lesen und wurde nicht enttäuscht. Einige Zeilen aus Bjørnstjerne Bjørnsons Gedicht „Sidste Sang“ stimmen den Leser ...


Die Arne-Eriksen-Trilogie hatte mich begeistert. Daher wollte ich „Raubtierstadt“ gerne lesen und wurde nicht enttäuscht. Einige Zeilen aus Bjørnstjerne Bjørnsons Gedicht „Sidste Sang“ stimmen den Leser auf die Geschichte ein. Denn Oslo ist auch unter dem Namen Tigerstadt bekannt.
Ein mysteriöser Einstieg. Es geht um einen Mann, der sich Mr. Mithothin nennt, und ein blutiges Ritual. Danach lernen wir Sara Elin Persen kennen. Sie ist aus der Finnmark nach Oslo gekommen, um mehr über den Tod ihres Bruders Atle herauszufinden. Sara ist Samin und Synästhetikerin.
Sara landet bei Geir in seiner WG. Er ist Künstler. Sara und Geir haben viel gemeinsam. Und dann sind da noch Vidar und Katrine, Geirs Ex, sowie Anja und Yuna. Eine skurrile Truppe. Geir wird überfallen - und stirbt. Was hat Sara mit der Sache zu tun? Was will die Fremde im Einkaufszentrum von ihr? Und warum wird Sara auf offener Straße entführt?
Bernhard Stäber lebt seit 2012 in Norwegen. „Raubtierstadt“ ist anders als seine Arne-Eriksen-Thriller. Rasanter. Auch hier dreht sich alles um die nordischen Mythen und Riten der Samen. Spannend, keine Frage. Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Sicht von Sara. Das schafft Nähe. Saras Gedanken und Gefühle haben mich berührt.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Sara war mir sofort sympathisch. Eine interessante Figur. Als Sara an den Rand des Abgrunds getrieben wird, wächst sie über sich hinaus. Erst am Ende schließt sich dann der Kreis. Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen, auch wenn das Finale etwas konstruiert daherkommt.

Fazit: Ein atmosphärischer und spannender Norwegen-Thriller, der mich unheimlich gut unterhalten hat.

Veröffentlicht am 17.11.2019

Ein explosiver Fall für Zack Herry

In den Klauen des Falken
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Die Vorgänger hatten mich begeistert und auch „In den Klauen des Falken“ hat mich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Was für ein krasser Einstieg. Doch Zack hat keine Zeit, das Selbstmordattentat in der ...

Die Vorgänger hatten mich begeistert und auch „In den Klauen des Falken“ hat mich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Was für ein krasser Einstieg. Doch Zack hat keine Zeit, das Selbstmordattentat in der Stockholmer U-Bahn weiter zu verfolgen, denn er soll einen Polizistenmörder finden. Wie immer geht es um Sex und Drogen. Spannend geschrieben, keine Frage.
„In den Klauen des Falken“ ist bereits der fünfte Fall für den schwedischen Kommissar Zack Herry. Er war Mitglied einer Sondereinheit der Stockholmer Polizei, ist aber nun suspendiert. Und auch auf seine Kollegin Deniz hat es jemand abgesehen. Doch warum?
Mons Kallentoft, diesmal mit Anna Karolina als Co-Autorin, hat seinen neuen Thriller wieder düster und abgründig in Szene gesetzt. Mehrere komplexe Handlungsstränge gilt es zu verfolgen. Kurze Kapitel mit wechselnden Perspektiven sorgen für Dynamik.
Zack und Deniz sind mir inzwischen ans Herz gewachsen. Auch der blinde Rudolf und IT-Spezialistin Sirpa, ihr Chef Douglas sowie Zacks Jugendfreund, Drogendealer Abdula, sind wieder mit von der Partie. Auch über Olympia, Hebe erfährt der Leser mehr.

Fazit: Fall Nr. 5 für Zack Herry. Spannend und brandaktuell!

Veröffentlicht am 17.11.2019

Spannend und gruselig

Cold Storage - Es tötet
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Als Fan von Michael Crichtons „Jurassic Park“ musste ich "Cold Storage - Es tötet" unbedingt lesen - und wurde nicht enttäuscht. Worum geht es?
1987: Alle Bewohner des australischen Wüstenorts Kiwirkurra ...

Als Fan von Michael Crichtons „Jurassic Park“ musste ich "Cold Storage - Es tötet" unbedingt lesen - und wurde nicht enttäuscht. Worum geht es?
1987: Alle Bewohner des australischen Wüstenorts Kiwirkurra sind tot - Opfer eines mutierten Killerpilzes. Der Pilz wird zwar vernichtet, aber nicht ohne vorher eine Probe zu nehmen.
32 Jahre später: In einem Lagerhaus bekommen es Teacake und Naomi, zwei junge Nachtwächter, mit dem Killerpilz zu tun. Ein Pilz, der die ganze Menschheit ausrotten könnte...
David Koepp gehört zu den erfolgreichsten Drehbuchautoren Hollywoods und legt mit diesem ambitionierten Schocker seinen ersten Roman vor.

Fazit: Packender Horrorthriller mit einer Prise Humor und tollen Figuren.

Veröffentlicht am 12.11.2019

Eine verdammt schmutzige Geschichte

Das tote Kind im Wind
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Die Berlin-Krimis mit Kommissar Breschnow von Connie Roters hatten mich begeistert, deshalb musste ich „Das tote Kind im Wind“ unbedingt lesen und wurde auch diesmal nicht enttäuscht. Doch worum geht ...


Die Berlin-Krimis mit Kommissar Breschnow von Connie Roters hatten mich begeistert, deshalb musste ich „Das tote Kind im Wind“ unbedingt lesen und wurde auch diesmal nicht enttäuscht. Doch worum geht es?
Auf einem Spielplatz in Büsum schaukelt ein totes Kind im Wind. Lisa von der Kripo in Kiel arbeitet mit Hochdruck daran, den Mörder des syrischen Flüchtlingsjungen dingfest zu machen. Wie sich herausstellt wurde der kleine Ammar brutal vergewaltigt. Unterstützt wird Lisa von der befreundeten Kommissarin Nina aus Berlin. Eigentlich ist diese in Büsum, um den freigestellten Kollegen David zurückzuholen.
Währenddessen wird in Berlin ein junger Roma tot aufgefunden. Die Parallelen zu Büsum sind unverkennbar. Als in Berlin ein weiteres Flüchtlingskind verschwindet, bekommen Nina und ihr Team alle Hände voll zu tun…
Connie Roters hat ihren neuen Kriminalroman packend in Szene gesetzt. Immer mal wieder sind Abschnitte in Kursivschrift eingestreut, aus Tätersicht. Gruselig! „Das tote Kind im Wind“ ist ein Buch, das Gewalt gegen Kinder und sexuellen Missbrauch thematisiert.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Lisa und Nina sind mir sofort ans Herz gewachsen. Mit David bin ich dagegen bis zum Schluss nicht warm geworden. Denn er nimmt Drogen, ist unzuverlässig und unprofessionell.
„Das tote Kind im Wind“ ist keine leichte Kost. Mitunter kaum auszuhalten. Ja, es ist ein hartes Buch, nichts für zartbesaitete Gemüter. Aber letzten Endes muss sich der Leser diesen Geschehnissen stellen. Zitat der Autorin: Eine schmutzige Geschichte zu einem schmutzigen Thema, das immer noch gerne unter den Tisch gekehrt wird.

Fazit: Lisa und Nina ermitteln in Büsum und Berlin. Ein Krimi, der unter die Haut geht.