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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.12.2016

Viel Action und große Gefühle, aber keine Vampire

The Chemist – Die Spezialistin
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Dr. Juliana Fortis hat viele Identitäten. Denn sie ist das Opfer einer Intrige und seit drei Jahren auf der Flucht vor ihrem ehemaligen Arbeitgeber, einem Dezernat, das für die US-Regierung arbeitet.
Sie ...


Dr. Juliana Fortis hat viele Identitäten. Denn sie ist das Opfer einer Intrige und seit drei Jahren auf der Flucht vor ihrem ehemaligen Arbeitgeber, einem Dezernat, das für die US-Regierung arbeitet.
Sie ist Chemikerin und eine Spezialistin in Sachen Folter. Aber nicht mit den einschlägigen Werkzeugen, sondern mit Drogen. Im Moment nennt sie sich Chris. Chris schläft mit einer Gasmaske in der Badewanne. Eine ihrer Vorsichtsmaßnahmen.
Julianas Ex-Chef Carston bietet ihr einen Deal an: Noch einmal soll sie einen Terroristen verhören. Danach wäre sie frei. Der Name der Zielperson: Daniel Beach, ein Lehrer. Aber ist er tatsächlich der Mann, der ein tödliches Grippevirus verbreiten will?
Und dann ist da noch Barnaby. Ihr ehemaliger Mentor kam bei einem Giftgasangriff ums Leben. Deshalb also ihre Paranoia. Heute heißt sie übrigens Jesse. Jesse entführt Daniel und foltert ihn. Trotzdem verliebt er sich in sie.
Daniels Bruder Kevin hatte seinen Tod inszeniert, um Daniel zu schützen. Kevin ist ein Profikiller und hat den Auftrag, Alex aka Juliana zu töten. Alex‘ Auftrag ist also eine Falle. Beide tun sich zusammen, um den Drahtzieher zu finden.
Eine atemlose Verfolgungsjagd quer durch die USA beginnt…
Ich habe Stephenie Meyers Twilight-Serie nicht gelesen. Aber der Klappentext und die Leseprobe zu „The Chemist - Die Spezialistin“ hatten mein Interesse geweckt. Ein Buch für Erwachsene. Story und Stil haben mir gefallen. Ein knallharter Thriller.
Im Verlauf der Handlung nimmt die Romantik jedoch einen immer breiteren Raum ein. Das geht zu Lasten der Spannung.
Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Zitat: »Nimm’s mir nicht übel, Danny, aber du bist in etwa so gefährlich wie eine handgestrickte Socke.« Viel Action, Waffen, Testosteron - und große Gefühle. Ein typisches Buch für den US-amerikanischen Markt.

Fazit: Mehr Liebesroman als Thriller und ein Happy End mit Zuckerguss. Das war mir dann doch „too much“!

Veröffentlicht am 09.12.2016

Schattenmächte

Tod und Schatten
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„Tod und Schatten“ ist der Auftakt einer neuen Krimi-Reihe von Ole R. Börgdahl. Die Geschichte spielt innerhalb einer Woche und ist in Berlin verortet. Worum geht es?
Ein toter Mann und eine verletzte ...


„Tod und Schatten“ ist der Auftakt einer neuen Krimi-Reihe von Ole R. Börgdahl. Die Geschichte spielt innerhalb einer Woche und ist in Berlin verortet. Worum geht es?
Ein toter Mann und eine verletzte Frau, namens Claudia Witte, werden in einem Reisebüro entdeckt. Beide haben Schussverletzungen. Anscheinend waren Profis am Werk. Auch, wenn die anschließende Tatortreinigung nicht so ganz geklappt hat.
Wer ist das Opfer? Lorenz Mittag, der Besitzer des Reisebüros, ist es wohl nicht. Denn der Tote ist deutlich jünger. Oder ist Mittag der Täter? Denn er ist spurlos verschwunden. Marek Quint, ein studierter Polizist, und Thomas Leidtner, ein „alter Hase“, ermitteln...
Manch falsche Fährte wird begangen, überraschende Nebenwege tun sich auf und führen schließlich auf Umwegen zum Ziel. Viele Ebenen des organisierten Verbrechens und des Ermittlungsapparates werden berührt. Geheimdienstliche Aktivitäten sind im Spiel.
Nichts ist wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint. Marek sitzt in der Falle, er ist unfähig, Schuld von Unschuld zu unterscheiden, echte und falsche Identitäten verschwimmen vor seinen Augen, das Böse ist bedrohlich und faszinierend zugleich.
Der Autor erzählt die hochkomplexe Geschichte in perfektem Tempo und mit stetig steigender Spannung bis zum überraschenden Ende. Und die Moral von der Geschicht? Die Schattenmächte, die Menschen, die die Fäden zogen, hätten keine andere Wahl, als alles zu vertuschen.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Thomas ist mir sofort ans Herz gewachsen. Mit Marek bin ich dagegen bis zum Schluss nicht wirklich warm geworden. Nichtsdestotrotz eine sympathische Truppe, der ich gerne wieder über die Schulter schauen möchte.

Fazit: Ein neues starkes Team. Krimi-Spannung aus Berlin!

Veröffentlicht am 22.11.2016

Sodom und Gomorrha in Martinsfehn

Ihr einziges Kind
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Um es gleich vorwegzunehmen, „Das Dorf der Lügen“ und „Die stille Braut“ hatte ich mit Begeisterung verschlungen und so war ich schon gespannt auf „Ihr einziges Kind“. Die Inhaltsangabe ließ erneut auf ...


Um es gleich vorwegzunehmen, „Das Dorf der Lügen“ und „Die stille Braut“ hatte ich mit Begeisterung verschlungen und so war ich schon gespannt auf „Ihr einziges Kind“. Die Inhaltsangabe ließ erneut auf einen spannenden Kriminalroman hoffen und ich wurde nicht enttäuscht. Worum geht es?
Im Haus der Familie Cassjen ist Schreckliches geschehen: Cord wurde kaltblütig ermordet, seine junge Frau und das Baby sind spurlos verschwunden. An Verdächtigen mangelt es nicht. Doch, wer hatte ein Motiv? Renke Nordmann und Nola van Heerden ermitteln…
Bald ist klar, diese Familie ist alles andere als normal. Denn jeder hat etwas zu verbergen. Ein ostfriesischer Sündenpfuhl erster Güte. Werden die beiden Kommissare den kleinen Caspar und seine psychotische Mutter rechtzeitig finden?
Über das Wiedersehen mit Renke und Nola habe ich mich sehr gefreut. Aber es dauert nicht lang und sie stoßen auf ein komplexes Geflecht aus ehrgeizigen Unternehmern, Betrug und innerfamiliären Angelegenheiten.
Als eine weitere Leiche gefunden wird - bei Weitem nicht die letzte - bricht das Chaos über Martinsfehn, jenem Umschlagplatz von Geld, Hoffnung und verratenen Träumen mit voller Wucht herein.
Barbara Wendelken kann spannend und anschaulich erzählen. Zudem bietet die Geschichte überraschende Wendungen und Entwicklungen. Am Ende halten Renke und Nola nicht nur Händchen, atmen tief durch und alles ist gut.

Fazit: Der dritte Fall für Renke und Nola. Bewegend!

Veröffentlicht am 21.11.2016

Undercover in Würzburg

Mainschatten
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„Mainschatten“ von Anja Mäderer ist nach „Mainleid“ bereits der zweite Fall für die junge Würzburger Kommissarin Nadja Gontscharowa. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene ...

„Mainschatten“ von Anja Mäderer ist nach „Mainleid“ bereits der zweite Fall für die junge Würzburger Kommissarin Nadja Gontscharowa. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Sebastian, Juniorchef einer renommierten Tanzschule, wird tot aufgefunden. Bald ist klar, er wurde ermordet, mit einer Überdosis Insulin. Die Tanzschule war verschlossen. Nur zehn Personen hatten einen Schlüssel. Zehn Verdächtige, ein perfekter Mord? Jedenfalls ein Klassiker.
Nadja ermittelt undercover und entdeckt, dass es im Umfeld der Tanzschule schon einmal einen Todesfall gegeben hat. Wo ist die Verbindung?
Über das Wiedersehen mit Nadja, Kollege Peter und Rechtsmediziner Lars habe ich mich sehr gefreut. Neu dabei, sein Assistent Dr. Nepomuk Kamil-Chechem, genannt Mukki. „Mainschatten“ lässt sich wieder flott und flüssig lesen. Abschnitte in Kursivschrift aus der Sicht einer Frau, verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen.
Eine Geschichte mit falschen Fährten, überraschenden Wendungen und einem intensiven Spannungsbogen bis zum unerwarteten Ende. Passagen in fränkischem Dialekt sorgen für Lokalkolorit. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Zitat: Mei Großvadder haddes Haus gebaud, und es hat alles überstande. Allen Griechen had’s gedrozd…
„Mainschatten“ hat mir richtig gut gefallen, sogar noch einen Tick besser als der Vorgänger. Nadja, Peter, Lars und Mukki, eine sympathische Truppe, der ich gerne wieder über die Schulter schauen möchte.

Fazit: Nadja und Peter ermitteln wieder. Krimi-Spannung aus Franken!

Veröffentlicht am 19.11.2016

Was wäre, wenn …?

HELIX - Sie werden uns ersetzen
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Um es gleich vorwegzunehmen, Blackout und Zero hatte ich mit Begeisterung verschlungen und so war ich schon gespannt auf HELIX. Die Inhaltsangabe ließ erneut auf einen spannenden Wissenschaftsthriller ...


Um es gleich vorwegzunehmen, Blackout und Zero hatte ich mit Begeisterung verschlungen und so war ich schon gespannt auf HELIX. Die Inhaltsangabe ließ erneut auf einen spannenden Wissenschaftsthriller hoffen und ich wurde nicht enttäuscht. Worum geht es?
Nach Energiesicherheit und Datenschutz hat Marc Elsberg wieder ein heißes Eisen angepackt. Diesmal geht es um Gentechnik. Auch mit Gesellschaftskritik spart der Autor nicht. Gleich mehrere Handlungsstränge gilt es zu verfolgen.
Der US-Außenminister stirbt bei einem Staatsbesuch in München. Offiziell an Herzversagen. De facto an einem personalisierten Killervirus. Gleichzeitig werden in Tansania, Brasilien und Indien genmanipulierte Pflanzen und Ziegen entdeckt.
In einem weiteren Handlungsstrang lernen wir die 15-jährige Jill aus Boston kennen. Sie ist etwas Besonderes. Denn ihre genetischen Anlagen wurden optimiert. Sie ist nicht nur hyperintelligent, sondern sieht auch noch toll aus. Doch plötzlich ist sie spurlos verschwunden.
Schließlich sind da noch Helen und Greg. Ein Paar mit Kinderwunsch. Sie fliegen nach San Diego in eine Befruchtungsklinik. Dort macht der Chefarzt ihnen ein unmoralisches Angebot. Werden sie sich für ein „modernes“ Kind, mit verbesserten genetischen Anlagen entscheiden?
Gene Drive per CRISPR/Cas heißt das Zauberwort. Damit wird die Vererbungslehre, die Mendelschen Gesetze, außer Kraft gesetzt. Fluch und Segen zugleich. Zitat: »Superintelligenz, körperliche Überlegenheit und Attraktivität würden sich verbreiten wie eine Seuche. «
Bald ist klar, Doktor Stanley Winthorpe und sein Team haben die Kontrolle über die modernen Kinder verloren. Die Situation eskaliert, ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt…
Eine komplexe, dennoch hochspannende Geschichte, die in der nahen Zukunft spielt. Bestens recherchiert und gut erklärt. Marc Elsberg lässt den Leser mitraten: Ist dies alles Fiktion oder schon die Realität? Eine Lektüre, die einen klüger macht und lange nachhallt.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Mit Helen bin ich bis zum Schluss nicht warm geworden. Ihr Handeln konnte ich nicht nachvollziehen und mich erst recht nicht damit identifizieren. Jessica dagegen, sie leitet die Taskforce, die den Tod des Außenministers untersuchen soll, ist mir sofort ans Herz gewachsen. Denn sie ist tough. Für mich gehört Genie Jill zu den Guten. Gene, ihr kleiner „Bruder“, war mir dagegen bis zum Schluss nicht geheuer.
Zitat: »Anlagen zu …« Fieberhaft überlegte sie [Helen]. »… hoher empathischer Begabung, Komplexitätserfassung, Schnelligkeit, reduziertem Energiebedarf … äh, Größe zirka zwei Meter für den Jungen, eins achtzig für das Mädchen …« »Siehst du«, sagte Eugene. »Sie wollen ohnehin alle dasselbe. « Das gibt mir zu denken!

Fazit: Rasanter Genre-Mix aus Thriller, Sci-Fi und Sachbuch, der Genmanipulation thematisiert. Beklemmend und erschreckend real!