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Veröffentlicht am 15.09.2016

Rupert und die Loserparty auf Langeoog

Ostfriesenfete
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Der Brief kam mit der Post. Nadja lädt ihren alten Schulfreund Rupert zu einer ganz besonderen Party in ihr Feriendomizil auf Langeoog ein.
Nadja hatte bis vor kurzem ein Seniorenheim geleitet und nebenbei ...


Der Brief kam mit der Post. Nadja lädt ihren alten Schulfreund Rupert zu einer ganz besonderen Party in ihr Feriendomizil auf Langeoog ein.
Nadja hatte bis vor kurzem ein Seniorenheim geleitet und nebenbei unter dem Namen „Madame X“ erotische Literatur geschrieben. Als ihr Pseudonym aufflog, verlor sie ihren Job. Rupert hofft auf ein sexuelles Abenteuer und sagt zu. Er ist sicher, in der Kategorie „Schule und Beruf“ der größte Loser zu sein: ein ehemaliger Sitzenbleiber, der Hauptkommissar bei der Mordkommission wurde.
Außer ihm hat Nadja noch vier weitere Gäste zu sich nach Hause eingeladen: Einen Fernsehkommissar, einen Unternehmensberater, ihre ehemalige Klassensprecherin und eine Altenpflegerin. Sie war wohl mal Nadjas Mitarbeiterin. Ein gruppendynamisches Intrigenspiel beginnt. Am nächsten Morgen ist der Unternehmensberater tot: Ein Messer steckt in seiner Brust.
In einem geschlossenen Raum geschieht ein Mord. Der Täter oder die Täterin muss sich unter den Anwesenden befinden, denen eine Flucht unmöglich ist. Ein schlauer Kommissar dröselt den verzwickten Fall auf, bis er ihn im großen Finale vor allen andächtig Lauschenden löst. Gemeuchelt hat stets jene/r, dem/der man es am wenigstens zutraute, genau wie bei Agatha Christie.
Mit „Ostfriesenfete“ hat Klaus-Peter Wolf eine wunderbar schräge Geschichte mit lauter skurrilen Typen geschrieben. Denn, wenn Rupert ermittelt, läuft alles etwas anders als geplant. Ein Krimi, der mich nicht nur bestens unterhalten, sondern auch noch köstlich amüsiert hat.

Fazit: Spannender, witziger Kurzkrimi à la Agatha Christie. Unbedingt Lesen!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Das Morden geht weiter

Post Mortem - Zeit der Asche
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Auch in „Zeit der Asche“, dem zweiten Band der Post Mortem-Reihe, verfolgen Profikiller Avram Kuyper und Interpol-Agentin Emilia Ness noch immer die Fährte eines Mannes, der keine Grenzen und kein Gewissen ...


Auch in „Zeit der Asche“, dem zweiten Band der Post Mortem-Reihe, verfolgen Profikiller Avram Kuyper und Interpol-Agentin Emilia Ness noch immer die Fährte eines Mannes, der keine Grenzen und kein Gewissen kennt.
Die Bestie Belial ist zwar tot, doch in einem abgelegenen Landhaus in Südfrankreich taucht ein neues Opfer auf. Das kriminelle Netzwerk ist größer als geahnt. Folter und Mord auf Bestellung und nach Wunsch des Kunden. Das Ganze wird auch noch gefilmt.
Avram und Emilia agieren unabhängig voneinander, müssen dann aber doch zusammenarbeiten. Der eine getrieben von Rache für Bruder und Sohn, die im ersten Band „Tränen aus Blut“ zu den Opfern gehörten, die andere von dem Wunsch, endlich die Täter zur Strecke zu bringen.
Mark Roderick gelingt es erneut, einerseits Spannung aufzubauen, anderseits die Grausamkeit der Verbrechen nie zu sehr in den Vordergrund zu schieben. Die Handlung ist vielschichtig, der Plot komplex. Allerdings hat der Autor die Angewohnheit, Sachverhalte mehrfach zu wiederholen. Das geht zu Lasten der Spannung.
Der zweite Band ist eine solide Fortsetzung mit kleinen Schwächen. Denn die Charaktere haben sich meines Erachtens nicht wirklich weiterentwickelt. Auch spannungsmäßig reicht „Zeit der Asche“ nicht an den Debütroman heran. Bleibt zu hoffen, dass Mark Roderick mit dem dritten Band, „Tage des Zorns“, wieder zu alter Form aufläuft.

Fazit: Ein zweiter Band, der dem gelungenen Erstling leider nicht das Wasser reichen kann, schade…

Veröffentlicht am 15.09.2016

Sex and Drugs and Rock 'n' Roll

Der Pavian
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Kaum zu glauben, dass „Der Pavian“ von einer Frau geschrieben wurde. Denn es handelt sich um einen echten Hardboiled-Thriller. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Worum geht es?
Schauplatz ist Stockholm, ...


Kaum zu glauben, dass „Der Pavian“ von einer Frau geschrieben wurde. Denn es handelt sich um einen echten Hardboiled-Thriller. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Worum geht es?
Schauplatz ist Stockholm, die dunkle Seite. Amanda ist nur deshalb Polizistin geworden, um sich zu rächen. Rache für den Selbstmord ihrer Schwester Sanna. Zwei Typen sollen dafür büßen:
Adnan, ein Krimineller und Loser. Er hatte Sanna Drogen verkauft und ist gerade erst aus dem Gefängnis entlassen worden sowie Magnus, ein Frauenheld und Kontroll-Freak. Er war der zuständige Kommissar für Sannas Anzeige wegen Vergewaltigung. Alle drei finden sich kurz darauf in einer spannungsreichen Ménage-à-trois wieder. Das kann natürlich nicht gut gehen.
Atemlos, in einem ganz eigenen Stakkato-Stil, schildert Anna Karolina Larsson den Rachetrip einer starken Frau. Es geht um Sex und Gewalt, morbide und extrem. Die Sprache ist derb, teilweise sexistisch, passt aber zum Geschehen. Denn es herrscht Krieg zwischen Jugos und Russen. Ein tödliches Netz aus Bestechung und Korruption, in das auch die Polizei verstrickt zu sein scheint.
Kurze Kapitel und viele Perspektivwechsel sorgen für Dynamik und einen durchgängigen Spannungsbogen bis zum unerwarteten Ende. Ein gestohlener Pavian, eine neue Geschäftsidee und eine Reise nach Sri Lanka. Nur schrittweise wird enthüllt, wohin das Ganze führen soll. „Der Pavian“ bietet morbide, extreme, zuweilen grenzwertige Unterhaltung. Nichts für zartbesaitete Gemüter!

Fazit: Sex und Gewalt, Spannung und Action. Ein abgründiges Debüt mit einer unkonventionellen Heldin. Faszinierend düster!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Sport ist Mord

Nachtblau stirbt die Erinnerung
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„Mit lautem Knacken zerbrach seine Schädeldecke oberhalb des linken Ohres, und er bildete sich ein, dem Riss bei seiner Entstehung auf jedem Millimeter folgen zu können.“ Kommissar Brenner wird brutal ...

„Mit lautem Knacken zerbrach seine Schädeldecke oberhalb des linken Ohres, und er bildete sich ein, dem Riss bei seiner Entstehung auf jedem Millimeter folgen zu können.“ Kommissar Brenner wird brutal attackiert, als er sich mit René Hübner, dem Trainer seiner Tochter Pia, treffen will. Eine Verwechslung? Denn eigentlich fühlt René sich verfolgt.

Polizist Frank Liebknecht aus dem hessischen Vielbrunn im Odenwald ist währenddessen auf der Suche nach einem Grabschänder: Ein umgedrehtes Kreuz und dreißig silberne Münzen, Ostmark, deuten auf einen Verräter aus der ehemaligen DDR. Durch Rückblicke in die Vergangenheit wird schnell klar, dass es sich um Sport und Doping handeln muss.

Plötzlich stirbt René an Herzversagen. Gibt es eine Verbindung? Wie so oft liegt die Antwort in der Vergangenheit…

„Nachtblau stirbt die Erinnerung“ thematisiert ein dunkles Kapitel der (deutsch-)deutschen Sportgeschichte. Von Brigitte Pons - wie immer - bestens recherchiert und gut erklärt. Ist unser Täter ein Opfer des Systems? Außerdem geht es um die Rache einer verlassenen Frau. Ich mag Geschichten, die zeigen, wie Liebe, Freundschaft, aber auch Eitelkeiten, Neid, Missgunst und Hass das menschliche Schicksal beeinflussen - mit überraschenden, dramatischen und manchmal brutalen Folgen. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz.

Über das Wiedersehen mit Frank und seinem Kollegen Marcel habe ich mich sehr gefreut. Auch Sylvie ist wieder mit von der Partie und Bruni zurück aus dem Unruhestand. Selbst, wenn der Leser der Polizei immer einen Schritt voraus ist, wird dennoch Spannung aufgebaut. Eine Geschichte mit falschen Fährten, dramatischen Wendungen und einem intensiven Spannungsbogen bis zum unerwarteten Ende. Und ganz nebenbei gibt es noch ein Coming-out. Frank, Marcel und Sylvie, eine sympathische Truppe, der ich gerne wieder über die Schultern schauen möchte.

Fazit: Ein Buch über ein altes und doch brandaktuelles Thema, das den Verstand und die Seele berührt. Spannend und beklemmend zugleich.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Wo ist Mia

Remember Mia
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»Was habe ich getan? Ich muss mich erinnern, um sie zu finden.«

Estelle erwacht in einem New Yorker Krankenhaus und kann sich an nichts erinnern. Sie hatte einen schweren Autounfall. Zudem hat sie eine ...

»Was habe ich getan? Ich muss mich erinnern, um sie zu finden.«

Estelle erwacht in einem New Yorker Krankenhaus und kann sich an nichts erinnern. Sie hatte einen schweren Autounfall. Zudem hat sie eine Schusswunde. Wollte sie Selbstmord begehen oder wurde sie angeschossen?

Bald ist klar, dass Estelle unter einer dissoziativen Amnesie leidet. Retrograd, vermutlich posttraumatisch. Vielleicht sogar Trauma bezogen. Der Grund könnte ihre kürzlich verschwundene Tochter sein. Mia war sieben Monate alt, als sie angeblich aus ihrem Bettchen entführt wurde.

Wo liegt das Motiv? Estelles Ehemann Jack und Vater der kleinen Mia hat ein Alibi. Und so wird Estelle schnell selbst zur Hauptverdächtigen.

„Remember Mia“ ist das Psychogramm einer Frau zwischen Wahn und Wirklichkeit. Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Sicht von Estelle. Ungefiltert wie gleichermaßen chaotisch und bruchstückhaft. Was ist wahr und was ist nur das Ergebnis unserer Fantasie? Estelles Gedanken sind sprunghaft, teilweise verworren. Warum verschweigt sie gegenüber der Polizei wichtige Details? Jedenfalls drehen sich die Ermittlungen im Kreis…

Im Grunde geht es in diesem Buch ums Muttersein. Estelle hat offenbar eine Postpartale Depression. Außerdem ist Mia ein Schreikind, was Estelle total überfordert. Einerseits ist sie sehr in Sorge um ihr Baby und sucht permanent Bestätigung von Ärzten und anderen Experten, dass Ihr Kind gesund ist, andererseits kümmert sie sich nicht um Mia und lässt sie einfach weinen.

Die Geschichte fand ich leidlich spannend und vorhersehbar. Auch der Erzählstil von Alexandra Burt vermochte mich nicht zu fesseln. Estelle kommt megaunsympathisch rüber. Das hat mich zunehmend genervt. Also habe ich nach 120 Seiten aufgegeben und das Buch abgebrochen.

Fazit: Definitiv kein Thriller, bestenfalls ein Spannungsroman. Schade...