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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2019

Der Märchenwald hat Schauriges zu bieten!

Märchenwald
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Max und Ellie werden von ihrer Mutter im Wandschrank versteckt - mit dem Auftrag, zum Opa zu gehen. Das letzte, was die beiden hören, ist das Knallen der Haustür. Ihre Mutter ist weg. Das Geschwisterpaar ...

Max und Ellie werden von ihrer Mutter im Wandschrank versteckt - mit dem Auftrag, zum Opa zu gehen. Das letzte, was die beiden hören, ist das Knallen der Haustür. Ihre Mutter ist weg. Das Geschwisterpaar macht sich nun quer durch Berlin auf den Weg zu ihrem Opa. Währenddessen erzählt Max seiner Schwester die Geschichte vom Märchenwald.
Zum selben Zeitpunkt kommt auf dem Alexanderplatz eine junge Frau zu sich - körperlich zugerichtet und ohne Erinnerung. Allerdings wird sie von einem vermeintlichen "Freund" bedroht und begibt sich auf die Flucht durch Berlin - auf der Suche nach ihrer Erinnerung.


Paul Kalkbrenner und Sera Muth ermitteln hier in einem sehr spannenden Fall, der auf den ersten Blick überhaupt nichts mit Max, Ellie und der jungen Frau vom Alexanderplatz zu tun hat.
Martin Krist startet den Thriller rasant. Der Leser braucht keine Eingewöhnungszeit, sondern ist sofort mitten in den Geschehnissen.
Die Kapitel sind kurz und auf die unterschiedlichen Handlungsstränge fokussiert.
Obwohl von Beginn an klar ist, dass die Erzählstränge schließlich ein großes Ganzes ergeben müssen, steckt der Weg voller Spannung, Entwicklungen und schaurigen Hintergründen. Denn im Märchenwald gibt es nicht nur Ritter und gute Riesen.

Martin Krist hat mit "Märchenwald" gezeigt, dass er sein Handwerk versteht. Er hat aus einem interessanten Fall, temporeicher Erzählweise, sympathischen Ermittlern und einem rasanten Finale einen absolut spannenden Thriller vorgelegt.

Veröffentlicht am 10.02.2019

Was alles hinter einem Bestseller stecken muss

Bestseller
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Elmar Weixlbaumer und Monika B. Paitl beleuchten in ihrem Werk den Buchmarkt, das Verlagswesen und die Arbeit, die auf einen Autor nach Beendigung des Buches auf ihn zukommen.

Der Informationsteil ist ...

Elmar Weixlbaumer und Monika B. Paitl beleuchten in ihrem Werk den Buchmarkt, das Verlagswesen und die Arbeit, die auf einen Autor nach Beendigung des Buches auf ihn zukommen.

Der Informationsteil ist gut gelungen: Er ist informativ, beleuchtet sowohl den Buchmarkt als auch die Verlagsarbeit und betont, dass Verlage unter'm Strich erst einmal Business machen. Dass nicht jedes Buch in diesen Businessplan passt, sollte jedem klar sein. Das vorliegende Sachbuch soll also helfen, herauszufinden was alles dazugehört, damit das eigene Buch richtig vermarktet wird und zum Bestseller wird.
Das Versprechen finde ich sehr gewagt und beim Lesen hat sich auch herausgestellt, dass dies definitiv nicht allen möglich ist. Selfpublisher haben zwar eine Möglichkeit zur Veröffentlichung, haben es mit der Vermarktung jedoch um einiges schwerer als AutorInnen mit Verlagsvertrag.
Im theoretischen Teil bekommt der Leser Einblicke in diese und andere Weisheiten und vor allem in das Geschäft der Vermarktung.

Die praktischen Tipps hingegen beschränken sich auf SachbuchautorInnen oder jene, die es werden wollen. Selbstverständlich ist es einfacher, ein Sachbuch einschlägig zu vermarkten. Dennoch wird ebenfalls versucht, die Tipps allgemein zu halten, was in diesem Fall eher misslingt. Schließlich bringen Belletristikautoren schwammige Tipps auch nichts, nur, um mit ins Boot geholt zu werden.

Insgesamt kann ich sagen, dass das Buch sehr informativ ist und grundlegende Strukturen und Vermarktungsstrategien beleuchtet. Allerdings sind die praktischen Tipps primär für SachbuchautorInnen geeignet. Daher wäre es eventuell hilfreicher, den Titel dementsprechend anzugleichen - oder den Inhalt auf den Titel.

Veröffentlicht am 10.02.2019

Zwischen den Meeren

Zwischen den Meeren
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Ally und Tom sind frisch verheiratet und nach Cornwall gezogen, als fest steht, dass Tom beruflich für einige Monate nach Japan gehen soll. Dort wird er den Bau von Leuchttürmen unterstützen. Ally tritt ...

Ally und Tom sind frisch verheiratet und nach Cornwall gezogen, als fest steht, dass Tom beruflich für einige Monate nach Japan gehen soll. Dort wird er den Bau von Leuchttürmen unterstützen. Ally tritt währenddessen ihre erste Stelle als Ärztin in einer Nervenheilanstalt an. Die Monate der Trennung fordert sie selbst und ihre Ehe heraus: Tom fühlt sich immer wohler in Japan, ist von der Kultur begeistert und saugt alle Eindrücke auf wie ein Schwamm. Er ist sich nicht sicher, ob er nach England zurückkehren möchte. Während Ally allein in Cornwall bleibt, wird sie von Kindheits- und Jugenderinnerungen heimgesucht, die das zerrüttete Verhältnis zu ihren Eltern widerspiegeln. Außredem hat sie den Tod ihrer Schwester noch nicht verarbeitet und muss sich selbst und ihre Position als Ärztin finden. Sie fragt sich, ob da überhaupt Platz für Tom als ihr Ehemann ist.



Sarah Moss hat einen sehr anspruchsvollen, nüchternen Schreibstil, der eine ruhige Atmosphäre schafft. Er passt gut zur Handlung und unterstreicht die Entwicklungen der beiden Charaktere. Die Kapitel werden abwechselnd aus Allys und Toms Perspektive erzählt, sodass der Leser parallel beide Wege, Handlungen und Gedanken vermittelt bekommt.
Die Charaktere verfügen nur bedingt über Tiefe, sondern werden eher auf wenige Charakterzüge reduziert. Dadurch rückt die Frage nach dem Sein, nach den Wünschen an das Leben, an die Ehe und die Zukunft und vor allem der Weg, diese lange Trennung zu Beginn der Ehe zu bewältigen, in den Fokus.

Zu Beginn war ich fasziniert vom Schreibstil, von der Geschichte und war gespannt, was Ally und Tom erleben werden, wie sie sich entwickeln und ihre Sehnsucht zueinander bewältigen. Allerdings ließ die Sehnsucht ziemlich schnell nach - so wie die Erzählung selbst zwischenzeitlich dahinplätscherte. Die Entwicklungen der beiden waren jedoch nachzuvollziehen und plausibel geschildert.

Insgesamt hat mir das Buch insofern gefallen, als es eine ruhige Geschichte war, die die Entwicklung einer Ehe während einer Trennung zeigte - zu einer Zeit, in der es weder üblich war, dass Frauen als Ärztinnen tätig waren noch dass ein Mann seine Frau allein zurücklässt.

Veröffentlicht am 10.02.2019

Gutes Einsteigerbuch

Vegan feiern
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Das Kochbuch "Vegan feiern" von Mäggi Kokta hält, was es schon auf dem Cover verspricht: köstliches Fingerfood, bunte Buffets und kreative Partyideen.

Die Gestaltung und die Aufmachung des Kochbuches ...

Das Kochbuch "Vegan feiern" von Mäggi Kokta hält, was es schon auf dem Cover verspricht: köstliches Fingerfood, bunte Buffets und kreative Partyideen.

Die Gestaltung und die Aufmachung des Kochbuches sind sehr hochwertig. Das Hardcover ist sehr glatt, sodass es sich hervorragend abwischen lässt, denn in der Küche geht es ja doch oftmals etwas schmieriger zu.

Die Einteilung der Rezepte ist sehr übersichtlich, da sie einzelnen Kategorien zugeordnet werden. So kann sich der oder die Kochwütige sofort in den Bereichen Fingerfood & Aufstriche, Suppen & Currys, Pizza, Strudel & Brot, Salate und Desserts orientieren.

Das Design ist schön, es fängt immer wieder Elemente ein, die Gemüse oder Pflanzen zeigen, was die veganen Rezepte optisch unterstützt. Dies tun ebenfalls die Fotos, die zu fast jedem Rezept vorhanden sind und so auf den ersten Blick einen (optischen) Eindruck liefern.

Zu Beginn des Buches stellt Mäggi Kokta sich selbst und ihren Weg zur veganen Küche kurz vor. Außerdem liefert sie Informationen über diejenigen Lebensmittel, die in der veganen Küche die Basis bilden. Gerade für Anfänger, die sich in das "Neuland" Veganismus begeben, scheint dies sehr hilfreich und informativ.

Die Rezepte finden sich wie bereits erwähnt in einzelnen Subkategorien wieder. Sie sind sehr einfach gehalten und verständlich formuliert, sodass beim Kochen keine Verständnisprobleme auftauchen können. Außerdem befinden sich seitlich der Rezepte nützliche Hinweise oder Erklärungen zu den Lebensmitteln oder der Zubereitung, was gerade für Anfänger sehr nützlich ist.

Mir gefällt vor allem, dass die Rezepte insofern gemischt sind, als es "eigenständige" vegane Rezepte sind, die größtenteils ohne Milchersatz-/oder Fleischersatzprodukte auskommen, und andererseits vegane Pendants zu klassischen oder beliebten Rezepten gibt, die diese Ersatzprodukte beinhalten. Ein Beispiel ist der vegane Eiersalat, denn wohl jeder kennt und jeder Nicht-Veganer liebt. Die vegane Variante muss hier selbstverständlich auf Ersatzprodukte zurückgreifen.

Der letzte Teil des Buches setzt sich aus Partyideen zusammen, die mit Menü- und Buffetvorschlägen kombiniert sind, was eine zusätzliche Inspiration bietet.

Außerdem befinden sich am Ende des Buches ein Glossar, das Worterklärungen enthält, und eine Aufstellung der glutenfreien und sojafreien Rezepte, was den Allergikern zugute kommt.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es sich bei "Vegan feiern" um ein Kochbuch handelt, dass leckere, sehr einfache Rezepte beinhaltet, bei denen die Wahrscheinlichkeit, dass sie jeder mag, sehr groß ist. Dies liegt wohl an der Einfachheit der einzelnen Rezepte, die die Stärke des Buches ausmachen: Die Zutaten sind sehr leicht zu bekommen und die Rezepte sind leicht zuzubereiten. Allerdings fehlt es mir neben der Schlichtheit ein bisschen an Raffinesse, da ich besondere und ausgefallene Rezepte sehr mag.
Das Kochbuch ist jedoch hervorragend für diejenigen geeignet, die einfache Rezepte bevorzugen, noch nicht viel oder keine Erfahrungen im Bereich der veganen Küche haben und sich langsam herantasten möchten. Und natürlich für alle, die sichergehen möchten, dass ihre essbaren Partymitbringsel von allen gegessen werden und nicht wegen Extravaganz oder ihrer von weitem sichtbaren veganen Inhaltsstoffen stehen gelassen werden.

Veröffentlicht am 10.02.2019

Max Broll auf Mörderjagd

Interview mit einem Mörder
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Max Broll ist Totengräber in einem kleinen Dorf, in dem schon sein Vater Totengräber war. Sein bester Freund Baroni, ein ehemaliger Fußballstar, wohnt gleich nebenan und plant die Eröffnungsfeier seines ...

Max Broll ist Totengräber in einem kleinen Dorf, in dem schon sein Vater Totengräber war. Sein bester Freund Baroni, ein ehemaliger Fußballstar, wohnt gleich nebenan und plant die Eröffnungsfeier seines Wurststandes. Bei der Feier wird mitten in der Zeremonie auf Baroni geschossen. Niemand außer Max sieht den Täter. Doch der entpuppt sich als älterer deutscher Tourist, nichts mit Baroni zu tun hat. Doch Max hält an dem, was er gesehen fest. Da ihm niemand glabut, macht er sich allein auf die Verfolgungsjagd des Mannes, Fink, und versucht ihm ein Geständnis zu entlocken.

Bernhard Aichners Schreibstil ist sehr speziell und in der Krimilandschaft eher selten. Seine Sätze und vor allem die Dialoge sind knapp formuliert. Er beschränkt sich im weitesten Sinne auf die Handlung und weniger auf Orts- oder Charakterbeschreibungen.
Der Schreibstil verursacht die Spannung, die sich schon nach wenigen Kapiteln aufbaut, da der Leser unbedingt wissen will, ob es sich bei Fink um den Mörder handelt.
Max beharrt so sehr darauf und begleitet Fink auf dessen Reise, wobei er ihm immer wieder den Mord vorwirft und ein Schuldeingeständnis fordert. Fink reagiert jedoch so gelassen und unbesorgt, dass auch ich nicht immer sicher war, wer hier welches Spiel spielt und was hinter Max Wahrnehmung steckt. Schließlich ist der ganze Krimi aus Max' Sicht und seiner Wahrnehmungsperspektive geschrieben, die die Distanz zum Geschehen und einen objektiven Blick darauf aus Lesersicht erschwert.

Manipulation, Wahnsinn und Beharrlichkeit sind Elemente, die die Psyche Max' und Finks beschreiben und deren Duell, das sich im Laufe des Buches entwickelt, befeuert. Bis zum Schluss ist es dem Leser selbst überlassen, was er glaubt, wie er Max' Wahrnehmung und Handeln beurteilt.
All diese Elemente machen "Interview mit einem Mörder" zu einem grandiosen, spannenden Krimi mit sehr speziellem Schreibstil.