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Veröffentlicht am 10.02.2019

Im Herzen Europäer

Im Herzen Europäer.
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"Im Herzen Europäer" setzt sich aus 28 (europäischen) Hauptstadtgeschichten zusammen, die Christa Klickermann erzählt.

Die Einführung in das Buch finde ich sehr interessant, da die Autorin erklärt, wie ...

"Im Herzen Europäer" setzt sich aus 28 (europäischen) Hauptstadtgeschichten zusammen, die Christa Klickermann erzählt.

Die Einführung in das Buch finde ich sehr interessant, da die Autorin erklärt, wie sie auf die Europareise gekommen ist, wie sie sie geplant hat, und was ihr dabei wichtig war.
Danach folgt eine Einführung in die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse und Entwicklungen innerhalb Europas, die als Einleitung und groben Gesamtüberblick fungiert, was ich sehr schön finde.

Die Hauptstadtgeschichten finde ich klasse, weil sie nicht den Stil der objektiven Reiseführer haben, sondern das persönliche darstellen. Ich hatte das Gefühl, mit Christa und ihrem Mann auf Reisen zu sein, in die Atmosphären der einzelnen Städte einzutauchen und die Ecken zu besuchen, die für sie in ihrem "Europa-Auftrag" interessant waren.
Es gab einige Stellen, die mich zum Schmunzeln, zum Nachdenken und zum Verweilen eingeladen haben.
Besonders die Interviews mit Einheimischen am Ende der einzelnen Kapitel finde ich sehr schön, weil sie den persönlichen Hauptstadtbesuch auf sehr persönliche Weise abrunden.

Gerade in der jetzigen Situation erscheint es wichtig, sich zu vergegenwärtigen, wie wichtig Europa ist, und welche Verbundenheit es beherbergt. Christa Klickermanns Reisetagebuch ist ein großer Schritt in diese Richtung und weckt nicht nur die Reiselust, sondern lässt teilhaben an persönlichen Erfahrungen in einem wunderschönen Europa.

Veröffentlicht am 10.02.2019

Warum der stille Salvatore eine Rede hielt

Warum der stille Salvatore eine Rede hielt
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Klappentext:
Durch einen spektakulären Unfall wird der Einzelgänger Salvatore mitten im Krieg berühmt. Freund und Feind reißen sich um ihn. Aber wem kann er wirklich vertrauen - dem blauen Kameraden, den ...

Klappentext:
Durch einen spektakulären Unfall wird der Einzelgänger Salvatore mitten im Krieg berühmt. Freund und Feind reißen sich um ihn. Aber wem kann er wirklich vertrauen - dem blauen Kameraden, den depressiven Adventisten oder der schönen, aber chronisch übermüdeten Unbekannten?


Mir fällt es schwer, den Inhalt auf den Punkt gebracht zusammenzufassen, weil der Roman so vielschichtig ist. Salvatore überlebt einen tragischen Unfall, was ganz Bovnik und Thunak beeindruckt. Ab sofort wird ihm jegliche mediale Aufmerksamkeit gewidmet, er wird als Held gefeiert. Durch diesen Unfall ändert sich sein Einzelgänger-Lebensstil und er knüpft neue Kontakte. Kontakte, die sein Weltbild und seine Lebensweise verändern...

"Warum der stille Salvatore eine Rede hielt" spielt in einer Gesellschaft, die von Krieg geprägt ist. Bovnik und Thunak kämpfen seit Jahren unerbittlich. Durch eine spezielle Waffentechnik nimmt die Gesellschaft keinen (tödlichen) Schaden und steht dem Krieg abgestumpft gegenüber. Die Schilderung dieses Umstands finde ich im Buch sehr gelungen, weil sie in überspitzter, sarkastischer und gleichzeitig sehr einfacher Form dargestellt wird.
Salvatore verkörpert Veränderung in jeglicher Hinsicht - persönliche und gesellschaftliche Veränderung.

Michael Wäser hat den Roman sehr vielschichtig gestaltet. Da aus verschiedenen Perspektiven berichtet wird, und der Leser sukzessive Einblicke in die bovnische und thunakische Gesellschaft erhält, hat es mich einige Seiten gekostet, die Zusammenhänge und Entwicklungen nachzuvollziehen. Diese Erfahrung finde ich sehr spannend, da beim Lesen mit meinem Verständniss und meinen Interpretationsansätzen gespielt wurde. Im Nachhinein klärten sich alle Zusammenhänge, in denen Salvatore der rote Faden ist.
In dem Buch sind die unterschiedlichen Themen wie Krieg, persönliche Abgestumpftheit, Abneigung, der Kampf um Veränderung, Freundschaft, Liebe, Kraft, Mut etc. auf höchster Ebene miteinander auf überspitzte, sarkastische, abgründige, und absolut eindrucksvolle Weise verbunden und ergeben ein großes Ganzes.

Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, weil er sehr komplex, anspruchsvoll und gleichzeitig schlicht ist. Wer auf lange Sätze, viele Einbettungen und einen anspruchsvollen Schreibstil steht, wird hier auf seine Kosten kommen.
Die Figuren sind, wie bereits oben angedeutet, sukzessiv beschrieben und ergeben Kapitel für Kapitel ein Gesamtbild ab. Diese Vorgehensweise gefällt mir. Salvatore war mir von der ersten Seite an sympathisch und entwickelte sich für mich als DIE feste Komponente. Auch Vera gefällt mir in ihrer Beschreibung sehr gut.

Die Entwicklungen sind alle stimmig und finden in einem (für mich teilweise überraschenden) Ende ihren Höhepunkt.

Ich kann für dieses Buch definitiv eine Leseempfehlung aussprechen!

Veröffentlicht am 10.02.2019

Das Zwillingsmatch

Das Zwillingsmatch
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Klappentext:
Caro tut alles, um sich dem jugendlichen Charme ihres Praktikanten Ben zu entziehen, der völlig unverfroren mit ihr flirtet. Vergebens. Schon bald ist sie unsterblich verliebt. Und er scheint ...

Klappentext:
Caro tut alles, um sich dem jugendlichen Charme ihres Praktikanten Ben zu entziehen, der völlig unverfroren mit ihr flirtet. Vergebens. Schon bald ist sie unsterblich verliebt. Und er scheint ihre Gefühle zu erwidern. Kann das gut gehen? Mit einem gerade mal neunzehnjährigen Mann, so viel jünger als sie? Was weiß sie eigentlich über diesen Ben? Wer genau ist er? Nach und nach findet Caro es heraus. Und wird mit einer ungeheuerlichen Wahrheit konfrontiert …


Der Klappentext und das Cover klingen sehr vielversprechend. Allerdings wurden meine Erwartungen nicht gänzlich erfüllt.
Im Klappentext ist nur die Rede von Caro, die sich in ihren Praktikanten Ben verliebt. Der Roman besteht allerdings aus vielen Erzählsträngen, die aus der Sicht der jeweiligen Person berichten. Hier handelt es sich nicht nur um Caro und Ben, sondern auch um die jeweiligen Freunde bzw. Familienmitglieder. Da die Umstände in Bens Familie sehr viel Raum in der Erzählung einnehmen, habe ich das Gefühl, dass die eigentliche Geschichte, um die es laut Klappentext geht (Caro und Ben) eher in den Hintergrund gerückt wird.
Da die Geschichte aus verschiedenen Erzählsträngen besteht, die von diversen Personen und Problemen berichten, gibt es sehr viel Input, der nicht immer mit Caros und Bens Verhältnis zusammenhängt.
Die Inhalte, die Sabine Bartsch hier behandelt, finde ich grundsätzlich sehr gut. Sie bilden eine gute Basis für eine Geschichte. Allerdings handelt es sich für meinen Geschmack um zu viel Inhalt für die (im Verhältnis dazu sehr) geringe Seitenzahl. Dadurch überschlagen sich die Ereignisse fast, da auf ein Ereignis gleich ein nächstes (meist schwerwiegendes) folgt. Bei mir hat sich dadurch den Eindruck erweckt, dass alles zu konstruiert ist und an vielen Stellen zu dramatisch wird. Diese Dramatik wird dann im nächsten Moment aufgelöst und durch eine neue ersetzt.

Insgesamt muss ich sagen, dass mich das Buch leider nicht gänzlich überzeugt hat. Es handelt sich hier um ein tolles Material, das sehr viel Potential hat. Die Umsetzung hat mir allerdings nicht so gut gefallen. Auf mehr Seiten mit einer langsameren Gesamtentwicklung hätte der Roman für mich eine intensivere und länger anhaltende Wirkung.

Veröffentlicht am 10.02.2019

Alles wird gut, oder?

Alles wird gut, oder?
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Buchhändlerin Judith erscheint in ihrer Küche der Geist eines jungen Mädchens, das das Verschwinden eines Mädchens ankündigt. Judith soll zur Polizei gehen. Als tatsächlich ein junges Mädchen verschwindet, ...

Buchhändlerin Judith erscheint in ihrer Küche der Geist eines jungen Mädchens, das das Verschwinden eines Mädchens ankündigt. Judith soll zur Polizei gehen. Als tatsächlich ein junges Mädchen verschwindet, übernimmt Privatdetektiv Benedikt, in den Judith sich verguckt hat, den Fall. Dieser wundert sich, dass Judith sich komisch verhält. Kann Judith Nina helfen?

Der Klappentext und das Cover erschienen mir sehr vielversprechend. Ich habe mir eine mystische, spannende Geschichte vorgestellt. Leider wurde ich diesbezüglich enttäuscht.
Der Schreibstil ermöglicht ein flüssiges Lesen. Allerdings liest sich das Buch durch die flapsige Wortwahl und die sehr einfache Beschreibung der Handlungen wie ein Roman. Spannung kam bei mir leider an keiner Stelle auf.
Nina finde ich sehr sympathisch und ihre Dialoge mit Judith oftmals unterhaltsam. Judiths Verhalten kann ich meist nicht nachvollziehen. Sie reagiert nie rational, sondern lässt sich von ihren Impulsen lenken und verstrickt sich in ein Netz aus Lügen und Albernheiten. Ihre Gedanken bezüglich Nina kann ich leider nicht nachempfinden, die bezüglich Benedikt schon eher. Benedikt erschien mir weit mehr gelungen. Er scheint bodenständig, handelt rational und situativ angemessen.
Die Liebelei zwischen den beiden Charakteren finde ich ganz nett, obwohl sie für meinen Geschmack ein wenig zu vordergründig ist und an einigen Stellen sehr ausufert und es ein langatmiges Hin und Her gibt.
Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 10.02.2019

Sommervogel

Sommervogel
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Claire hat noch ein paar Wochen Zeit, bis sie ihren neuen Job beim Gartenbauamt antreten muss. Ihr Onkel Ben, der in der kanadischen Wildnis lebt, ist krank und braucht Unterstützung. Claires Mutter bittet ...

Claire hat noch ein paar Wochen Zeit, bis sie ihren neuen Job beim Gartenbauamt antreten muss. Ihr Onkel Ben, der in der kanadischen Wildnis lebt, ist krank und braucht Unterstützung. Claires Mutter bittet sie daraufhin, nach Kanada zu fliegen und sich dort um Ben zu kümmern. Claire taucht in die kanadische Landschaft ein und findet durch Nat einen Zugang zu der Spiritualität der Indianer und damit zu einer tragischen Liebesgeschichte...

Ich habe mich durch den Titel, das Cover und den Klappentext sofort angesprochen gefühlt.
Der Schreibstil ist wundervoll leicht und gleichzeitig so intensiv, dass ich geradezu in der Geschichte versunken bin. Die Beschreibungen der kanadischen Landschaft waren so bildhaft und so detailliert, dass ich sie mir problemlos vorstellen konnte und die Atmosphäre, die um Claire herrschte, fühlen konnte.
Die meisten Charaktere finde ich sehr sympathsich, vor allem Claire, deren Entwicklung in Kanada sehr deutlich wird, Ben, der so liebenswert wie verschroben ist und Nat, der einen besonderen Draht zu Claire entwickeln kann.
Spiritualität spielt eine sehr große Rolle und ihre Zusammenhänge werden dem Leser sehr verständlich erklärt und sehr passend in die Handlung integriert.
Die Entwicklungen bilden einen Spannungsbogen, der bis zum Ende stets steigt und einen gelungenen Abschluss findet.
In dem Roman spiegeln sich die Kultur der Natives, die Schönheit der Landschaft und die Machenschaften zwielichtiger Geschäftsmänner wider, die ein tolles Gesamtwerk bilden.

"Sommervogel" ist ein toller Roman, der mich in eine andere Welt mitgenommen und vollkommen gefesselt hat. Mittendrin wollte ich gar nicht weiterlesen, weil ich nicht wollte, dass die Geschichte endet.