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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2019

Augenöffner: Frauenbild

Das innere Korsett
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Das Buch "Das innere Korsett" macht seinem Titel alle Ehre. Bärbel Kerber und Gabriela Häfner zeigen, wie das heutige Frauenbild aussieht, dass Frauen oft hinter ihren Möglichkeiten bleiben und dass hinsichtlich ...

Das Buch "Das innere Korsett" macht seinem Titel alle Ehre. Bärbel Kerber und Gabriela Häfner zeigen, wie das heutige Frauenbild aussieht, dass Frauen oft hinter ihren Möglichkeiten bleiben und dass hinsichtlich der Emanzipation noch einiges getan werden muss.
Das Buch fundiert auf Studien und Zitaten, die erläutern, wie es zu dem aktuellen Frauenbild kommt, welche Ursachen dahinter stecken und deuten an, was getan werden muss, um daraus auszubrechen. Mir hat gefallen, dass die Aussagen so formuliert sind, dass sie für das allgemeine Frauenbild sprechen. So wird Ausnahmen der nötige Raum gelassen.
Die einzelnen Erklärungen, Argumente und Ergebnisse bauen so aufeinander auf, dass sich ein schöner Argumentationsstrang ergibt und ich als Leserin sehr gut folgen konnte. Das Frauenbild wird immerzu konkret mit dem Männerbild verglichen, was die Abweichungen und Differenzen in jeglicher Hinsicht noch deutlicher macht.
Insgesamt finde ich das Buch sehr gelungen. Es klärt darüber auf, wie das Frauenbild entstanden ist, wie Frauen (und dadurch auch Männer) weiterhin zu diesem herangezogen werden und was dagegen getan werden muss. Dies alles geschieht auf aufklärende Weise, ohne der Leserin zu nahe zu treten oder Auswege zu erzwingen. Für mich ist es der ideale Augenöffner für alle, die sich die Frage stellen, für was die Frau heute steht, wie es dazu kommt und wie sie sein könnte.

Veröffentlicht am 10.02.2019

Solider Roman

La Vita Seconda
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La Vita Seconda teilt sich in zwei Geschichten. Die eine spielt in der Gegenwart und die andere in der Vergangenheit. In der Gegenwart rettet Notarzt Marc einem jungen Unfallopfer das Leben und verliebt ...

La Vita Seconda teilt sich in zwei Geschichten. Die eine spielt in der Gegenwart und die andere in der Vergangenheit. In der Gegenwart rettet Notarzt Marc einem jungen Unfallopfer das Leben und verliebt sich in sie. AUch seine Kollegen verbindet eine gemeinsame Vorgeschichte, die im Verlauf ausgebaut wird. In der Vergangenheit im 17. Jahrhundert wacht die junge Frau Franziska stumm und ohne Erinnerung auf und wird in die Familie Antonios aufgenommen.

Das Cover finde ich sehr schön gestaltet. Ebenso gefällt mir der Schreibstil, der ein fließendes Lesen ermöglicht und die unterschiedlichen Schriftarten, die dem Leser signalisieren, in welcher der beiden Geschichten er sich befindet. Da die jeweiligen Kapitel immer sehr kurz sind, wechselt der Leser schnell von der Vergangenheit zur Gegenwart und wieder zurück. Das ist insofern gut, als sich beide Geschichten im selben Tempo entwickeln und der Leser in beide eingeweiht wird.
Die Protagonisten gefallen mir in beiden Geschichten gut. Sie sind nicht sehr detailliert beschrieben, aber so gut, dass ich mir sie annähernd bildlich vorstellen konnte.
Die Geschichten fingen für mich sehr mitreißend an, da ich unbedingt erfahren wollte, wie sie sich jeweils entwickeln und wie sie in Beziehung zueinander stehen. Zu Beginn war mir das nicht ganz klar, aber nach ca. zwei Drittel des Buches ahnte ich, in welche Richtung es gehen sollte. Und ab da passierten leider keine Überraschungsmomente mehr und ich hatte das Gefühl, dass die Auflösung in die Länge gezogen wurde. Gestreckt wurde sich mit historischem Input, der zwar einerseits sehr interessant, mir aber andererseits nach geraumer Zeit für meinen Geschmack zu viel erschien.
Trotzdem ist die Liebesgeschichte schön und das Buch in sich geschlossen und zum Schluss hin abgerundet. Das Buch ist also definitiv lesenswert und wer auf historische Romane steht, wird bestimmt nicht enttäuscht werden.

Veröffentlicht am 10.02.2019

Die Nebelgängerin

Die Nebelgängerin
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Teresa erfährt, dass sie eine Zwillingsschwester hat und reist nach Wien, um diese zu treffen. Allerdings läuft die erste Begegnung anders als geplant und die Entwicklung nimmt ihren Lauf. Teresa versucht, ...

Teresa erfährt, dass sie eine Zwillingsschwester hat und reist nach Wien, um diese zu treffen. Allerdings läuft die erste Begegnung anders als geplant und die Entwicklung nimmt ihren Lauf. Teresa versucht, alles über Alice herauszufinden und deren Geheimnis zu erfahren...

Der Leser wird zu Beginn in Teresas Leben mitgenommen, bekommt einen EInblick in ihren Alltag und durch geschilderte Erinnerungen Stück für Stück Informationen über ihre Vergangenheit. So kann sich der Leser im Laufe der Geschichte ein gesamtes Bild von ihr machen und bis dahin eigene Rückschlüsse ziehen. DIese Erzählweise gefällt mir sehr gut.
Ich hatte zu Beginn einige Schwierigkeiten, durch die Atmosphäre in die Geschichte hineinzufinden. Auf mich wirkte der Beginn sehr trist, sehr deprimierend, Teresas Unsicherheit nervte mich - im Verlauf erweist sich die Atmosphäre allerdings als sehr passend. Und nach einigen Kapiteln hat mich Teresa dann doch mitgenommen in ihre düstere Gedankenwelt und mich davon überzeugt, dass dies nur ein Teil von ihr ist.
Ich konnte mich nur eingeschränkt mit Teresa identifizieren, was allerdings keine Auswirkung auf die Begeisterung von der Geschichte oder die Spannung hatte. Und da die Handlung zwar vorhersehbar wirkte, sie dann jedoch nicht war, wurde es für mich immer spannender und ich wollte immer mehr über Alice und den weiteren Verlauf erfahren. Schließlich konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
Ich kann das Buch Psychothriller-Fans definitiv empfehlen!

Veröffentlicht am 10.02.2019

Ein Psychopath hütet das Geheimnis des Schuppens

Der Schuppen
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Der Thriller wird aus Jacksons Perspektive erzählt. Er wechselt innerhalb der Erzählung von der Gegenwart in die Vergangenheit, nimmt den Leser zu Stationen seines Lebens mit, die ihn veränderten und prägten, ...

Der Thriller wird aus Jacksons Perspektive erzählt. Er wechselt innerhalb der Erzählung von der Gegenwart in die Vergangenheit, nimmt den Leser zu Stationen seines Lebens mit, die ihn veränderten und prägten, zurück bis in das Jahr 1986. In diesem Jahr entdeckte er das Geheimnis im Schuppen, das sich unter der Falltür befindet und von seinem Vater bis dato gut gehütet wurde. Jackson nimmt den Leser mit in seine Psyche, offenbart ihm seine Passion, seine Wünsche und seine Abgründe.

Der Titel und der Klappentext haben mich enorm angesprochen. Es klang nach einem spannenden Buch, das die Abgründe eines Menschen offenbart. Obwohl ich im Prolog schon absehen konnte, was der rote Faden des Buches sein wird, gefielen mir die ersten Kapitel sehr gut. Ich habe Stück für Stück einiges über Jackson, seine Ehe, seine Beziehung zu seinem Sohn und zu Frauen im Allgemeinen erfahren.
Allerdings wurde es mir dann zu eintönig. Viele Redewendungen haben sich wiederholt, es gab für mich keine Überraschungsmomente und ich habe immer mehr die Lust verloren, weiterzulesen. Obwohl ich hoffte, dass mich die Geschichte an einem gewissen Punkt wieder begeistert, wurde ich leider enttäuscht. Auch das Ende finde ich vorhersehbar und nicht wirklich erschütternd. Dass mich die Geschichte in gewisser Weise kalt gelassen hat, liegt wahrscheinlich daran, dass ich keine Verbindung zu Jackson aufbauen konnte. Ich verstehe seine Gedanken und Handlungen nur begrenzt. Ich konnte die Distanz zwischen mir und ihm leider nicht überwinden. Der Schreibstil hat etwas sehr spezielles, er ist metaphorisch, sexistisch, irgendwie kühl - was an sich für einen Thriller nicht schlecht ist. Jedoch nervten mich die endlosen "Wiederholungsschleifen" und ich sehnte mich nach etwas Neuem, Überraschendem.
Obwohl ich die Grundidee des Buches sehr gut finde, hat es mich leider nicht überzeugen können.

Veröffentlicht am 10.02.2019

Eine unvergessliche Liebe

Vergiss nicht, dass wir uns lieben
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Ein Mann und eine Frau finden sich auf einer Insel, verfügen beide über keine Erinnerung und beginnen in dem einzigen Haus auf der Insel ein gemeinsames Leben und entdecken die Liebe.

Den Titel, das Cover ...

Ein Mann und eine Frau finden sich auf einer Insel, verfügen beide über keine Erinnerung und beginnen in dem einzigen Haus auf der Insel ein gemeinsames Leben und entdecken die Liebe.

Den Titel, das Cover und den Klappentext finde ich sehr gelungen. Sie passen sehr gut zusammen und haben in mir definitiv das Interesse an dem Roman geweckt.
Mir gefällt der Schreibstil besonders gut. Er ist so lieblich und wirkt leicht verschörkelt, dabei jedoch keineswegs aufgesetzt oder konstruiert. Er hat mich direkt in die Geschichte der Beiden hineingenommen und es mir ermöglicht, mir jede Situation hautnah engegen zu bringen. Besonders die Beschreibungen der Umgebung finde ich faszinierend. Manchmal konnte ich den Sand und das Meer selbst riechen.

Die Gestaltung der Kapitel finde ich sehr gelungen und die entsprechenden Kapiteltitel passend. Zu Beginn werden die Erzählungen über den Mann und die Frau getrennt gehalten und dem Leser abwechselnd präsentiert. Mitdem sie zueinander finden, findet auch die Erzählperspektive der Beiden zu einer zusammen.
Die Emotionen und Gedanken der beiden Protagonisten werden dem Leser zu jedem Zeitpunkt dargelegt. Daher konnte ich mich in ihre Situation sehr gut einfinden und mit ihnen und dem Geschehen mitfiebern.
In sich ist die Geschichte sehr schön geschlossen, ist stimmig und wirkt auf mich nicht konstruiert und nicht an den Haaren herbeigezogen und nicht zu kitschig. Ich empfinde den Roman als mitreißend, tiefgehend, berührend und zart zugleich.