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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2019

Krebs - offen und ehrlich auf den Tisch gelegt

Brüste umständehalber abzugeben
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Nicole Staudinger berichtet vom Verlauf ihrer Krebserkrankung, ihren Ängsten, der Unterstützung, die sie bekam und von dem Alltag mit dem Tumor, Karl Arsch.

Im Prinzip hatte mich das Buch schon mit seinem ...

Nicole Staudinger berichtet vom Verlauf ihrer Krebserkrankung, ihren Ängsten, der Unterstützung, die sie bekam und von dem Alltag mit dem Tumor, Karl Arsch.

Im Prinzip hatte mich das Buch schon mit seinem Titel, dem Untertitel und dem Cover. Zusätzlich habe ich den Schreibstil schon nach den ersten Sätzen in mein Herz geschlossen.
Das Buch ist flüssig und entspannt zu lesen. Die Tatsachen - der Krankheitsverlauf und die Nebenwirkungen- werden nicht beschönigt, nicht verflucht, sondern neutral dargestellt; wie sie eben verliefen. Nicoles Erfahrungen und Empfindungen werden sehr gekonnt beschrieben: gefühlvoll, ernst, mitreißend und humorvoll zugleich.
Das Buch ist keine Klage an den Krebs, kein Aufruf zum Mitleid, sondern hatte für mich vom Anfang bis zum Schluss eine positive Basis. Ich denke, dass es für jede Frau ein passendes Buch ist, die sich in irgendeiner Art und Weise mit dem Brustkrebs beschäftigt. Den Betroffenen als Unterstützung, dass sie nicht allein sind, dass der Krebs in den meisten Fällen besiegbar ist und alles wieder gut wird, dass der harte Weg es wert ist, ihn zu gehen; Angehörigen als Hilfe nachzuvollziehen, was ihr geliebter Mensch durchmacht bzw. durchgemacht hat. Und allen "Gesunden", dass jeder Tag, an dem man gesund ist, lebenswert ist, und dass es schneller anders kommen kann, als geplant.

Wobei "Brüste umständehalber abzugeben" keinesfalls belehrend, mahnend oder mitleidserregend ist. Es strahlt eine mitfühlende Stimmung aus und unterhält streckenweise sehr - an anderen musste ich selbst eine Träne verdrücken. Ich kann nur sagen: Es handelt sich hier um ein tolles, absolut lesenswertes Buch!

Veröffentlicht am 10.02.2019

Ein Anschlag des Asozialen Netzwerks auf den Pinguin

Die Känguru-Offenbarung (Die Känguru-Werke 3)
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Im dritten Teil versuchen Marc-Uwe und das Känguru, das nach seiner Abschiebung wieder aus dem Untergrund auftaucht, den Pinguin zu finden. Sie wollen dessen Weltverschlechterungsplan zerstören. Dazu reisen ...

Im dritten Teil versuchen Marc-Uwe und das Känguru, das nach seiner Abschiebung wieder aus dem Untergrund auftaucht, den Pinguin zu finden. Sie wollen dessen Weltverschlechterungsplan zerstören. Dazu reisen sie quer durch die Welt.

Mir haben die beiden ersten Teile schon hervorragend gefallen und der dritte hat dort angeknüpft, wo der zweite aufhörte. Ich liebe die Art, wie Marc-Uwe Kling schreibt: witzig, kritisch, authentisch und absolut kreativ. Die Erlebnisse mit dem Känguru wirken zwar abstrakt, sind jedoch im Prinzip völlig real. Jeder hat einen Pinguin in seinem Leben!

Veröffentlicht am 10.02.2019

Lieblingsbuch aus der Jugend

Zwischen jetzt und immer
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Macy vermeidet seit dem Tod ihres Vaters Chaos. Sie baut sich eine perfekte Fassade auf und fühlt sich hinter ihr sicher. Als ihr "perfekter" Freund eine Beziehungspause fordert, bricht etwas in ihr zusammen. ...

Macy vermeidet seit dem Tod ihres Vaters Chaos. Sie baut sich eine perfekte Fassade auf und fühlt sich hinter ihr sicher. Als ihr "perfekter" Freund eine Beziehungspause fordert, bricht etwas in ihr zusammen. Sie fängt einen Job bei einer Cateringfirma an, in der das Chaos herrscht. Dort lernt sie Wes kennen, der ihr eine andere Sicht auf das Leben zeigt.

"Zwischen jetzt und immer" habe ich mir mit 15 oder 16 Jahren gekauft. Mittlerweile ist es so abgegriffen, dass es fast auseinanderfällt, weil ich es schon so oft gelesen habe. Ich liebe die Atmosphäre im Buch. Macy und Wes sind mir beide so sympathisch, ich fiebere immer wieder mit ihnen mit und genieße jeden Satz in dem Buch. Ich liebe den Schreibstil, die Atmosphäre, die Sarah Dessen konstruiert und die Charaktere, die sie erschafft. Die Geschichte war für mich nicht überraschend, aber dennoch kein Grund für eine Enttäuschung oder das Gefühl von Langeweile. Die Geschichte war von Anfang an gut, ich wurde mit zu den Höhepunkten und den Tiefpunken bis zum abgerundeten Ende mitgenommen. Es ist mein absolutes Lieblingsbuch!

Veröffentlicht am 10.02.2019

Ein wunderbares Buch

Morgen kommt ein neuer Himmel
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Bretts Mutter stirbt an Krebs und hinterlässt ihrer Tochter Briefe, in denen sie Brett Aufgaben stellt. Brett soll durch sie ihr Leben zu einem besseren verändern.

Ich habe zunächst nach dem Buch gegriffen, ...

Bretts Mutter stirbt an Krebs und hinterlässt ihrer Tochter Briefe, in denen sie Brett Aufgaben stellt. Brett soll durch sie ihr Leben zu einem besseren verändern.

Ich habe zunächst nach dem Buch gegriffen, weil mich das Cover ansprach. Da der Klappentext ebenfalls vielversprechend klang, nahm ich es mit. Und ich bereue es nicht. Das Buch ist mit so viel Gefühl und Empathie geschrieben, es liest sich so flüssig und lebendig, dass ich schon von der ersten Seite an mitten in der Geschichte hing. Ich mochte die Charaktere und finde das Ende super - genau so hatte ich es mir vorgestellt. Ich konnte oftmals laut auflachen, an anderen Stellen war ich den Tränen nahe - einfach fantastisch. Und obwohl ich es an einem Abend hätte durchlesen können, hob ich mir die zweite Hälfte für den nächsten auf.

Veröffentlicht am 09.02.2019

Wut statt Kritik und Reflexion

Im Blick
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Marie Luise Lehners Roman "Im Blick" verspricht laut Klappentext eine Erzählung "vom Schauen und vom Angeschautwerden, von Rollen, in die Frauen gedrängt werden, und von alltäglicher sexueller Gewalt. ...

Marie Luise Lehners Roman "Im Blick" verspricht laut Klappentext eine Erzählung "vom Schauen und vom Angeschautwerden, von Rollen, in die Frauen gedrängt werden, und von alltäglicher sexueller Gewalt. Minutiös zeichnet sie die Momente nach, in denen Frauen in unangenehme, oft gefährliche Situationen geraten, und lässt Wut in ihren Figuren aufkeimen. Eine Wut, die groß genug ist, um gegen Sexismus zu kämpfen."

Inhaltlich und formal trifft diese Beschreibung zwar, wurde jedoch nur ansatzweise umgesetzt. Die Autorin lässt die Ich-Erzählerin auf zwei Zeitebenen erzählen. Zum einen sind da Rückblenden in die Jugend mit der besten Freundin Anja, wie sie zusammen aufwachsen, in die Pubertät kommen, erste sexuelle Erfahrungen machen und die Protagonistin sich outet. Zeitlich orientieren sich die Rückbleden an Jahren, beginnend bei zehn Jahren bis hoch in die zwanzig. Trotz der groben Einteilung wirken sie assoziativ, unzusammenhängend und beschreiben plakativ einzelne Situationen, oftmals ohne nähre Beleuchtung. Zum anderen erzählt sie von der On-/Off-Beziehung in der Gegenwart, die einvernehmlichen Sex, Zuneigung, Sicherheit und Geborgenheit thematisieren.

Im ersten Teil des Romans thematisiert die Autorin wichtige Themen, sie beschreibt durch konkrete Situationen, welchen Erwartungen sie und ihre Freundin Anja sich ausgesetzt fühlten, welche Rollen sie einnahmen und einnehmen sollten. Bereits wenn die ersten sexuellen Erfahrungen geschildert werden, fällt auf, dass Sex nicht immer einvernehmlich ist und einige Mädchen überfordert sind. Während die Freundinnen vergewaltigt oder zum Sex gedrängt werden, wählt die Protagonistin, Feministin und links, ihre Sexpartnerinnen selbstbewusst.
Je älter die beiden Mädchen werden, desto mehr sexuelle Übergriffe werden beschrieben, bis es sich ausschließlich um die Aneinanderreihung derer handelt. Dabei spielen Alkohol, Drogen und das Mitgehen mit Fremden trotz Unwohlsein oftmals eine Rolle. Während die Erzählerin ihr Verhalten als Kampf um ihre Freiheit sieht, setzt sie sich diesen Situationen aus, und entwickelt gleichzeitig eine enorme Wut auf die Männer, die sich übergriffig verhalten.

Dabei wird leider nicht kritisch oder reflektiert mit sexuellen Übergriffen und Rollenzuschreibungen umgegangen. Vielmehr vermittelt Marie Luise Lehner das Bild, dass Frauen und Mädchen nicht allein draußen sein oder allein mit einem Mann im Aufzug fahren können. Alle ihre Freundinnen, jedes Mädchen, das sie kennt wurde vergewaltigt oder zum Sex gedrängt. Es entsteht eine enorme, plakative Wut, die sich jedoch nicht auflöst in Kritik, Reflexion und einen bewussten Umgang mit und gegen den Sexismus (im Alltag) und Belästigung. Stattdessen bleibt sie bis zum Schluss bestehen.
Wie zu Beginn angedeutet, scheint die gegenwärtige Liebesbeziehung als Gegenpol zu den Erfahrugen in der Jugend zu stehen, allerdings wird deren Bedeutung an keiner Stelle so dargestellt.

Während die Autorin Machtstrukturen, Geschlechterkonventionen und Grenzüberschreitungen im Alltag anprangert, prangert sie die Männerwelt als Ganzes an, entwickelt Wut und richtet sie in einem aggressiven Tonfall gegen sie. Leider überzeugt mich diese Denkweise des Feminismus so gar nicht, sondern stumpft mich durch den plakativ aggressiven Tonfall und das fehlende Diskussionsangebot eher ab.