Meine Tochter liebt Gruselgeschichten und liest auch immer wieder gerne Comics. Und auch an Rätseln hat sie sehr viel Freude. Alles zusammen kombiniert in einem Buch – da wussten wir von Anfang an, dass ...
Meine Tochter liebt Gruselgeschichten und liest auch immer wieder gerne Comics. Und auch an Rätseln hat sie sehr viel Freude. Alles zusammen kombiniert in einem Buch – da wussten wir von Anfang an, dass es genau ihr Ding sein würde.
Die Geschichte rund um Rupert, der sich auf die Suche nach seinem verschwundenen Vater macht, kam hier gut an. Es entsteht eine gute Portion Spannung, wobei der auflockernde Humor ebenfalls nicht zu kurz kommt.
Die Illustrationen sind klasse und wirken gerade durch die düstere Farbgestaltung perfekt gruselig für kleine Krimifans und Spürnasen.
Und die vielen eingebauten Rätsel machen das Buch zu einem interaktiven Erlebnis.
Thematisch geht das Buch in eine Richtung, die nicht unbedingt für alle Kinder geeignet ist. Je nach Alter des Kindes kann es von Vorteil sein, das Buch gemeinsam zu lesen bzw. zu erleben.
Ich bin ein großer Fan von Matt Haig, und „Die Mitternachtsbibliothek“ war für mich ein absolutes Highlight. Dementsprechend habe ich dem Moment entgegengefiebert, „Die Mitternachtsreise“ in den Händen ...
Ich bin ein großer Fan von Matt Haig, und „Die Mitternachtsbibliothek“ war für mich ein absolutes Highlight. Dementsprechend habe ich dem Moment entgegengefiebert, „Die Mitternachtsreise“ in den Händen zu halten und wieder in diese magisch angehauchte Welt eintauchen zu können.
Diesmal begegnen wir Wilbur, einem sehr erfolgreichen Buchhändler, der am Ende seines Lebens angekommen ist. Kaum dass seine Lebenslichter erlöschen, findet er sich auf einem Bahnsteig wieder und trifft dort auf Agnes, die ehemalige Besitzerin von Wilburs erstem Buchladen. Agnes nimmt ihn mit dem Mitternachtszug auf eine Reise durch die bedeutsamsten Momente seines Lebens – die schönsten wie auch die schrecklichsten, die großen ebenso wie die ganz unscheinbaren. Und dabei lernt Wilbur sich selbst noch einmal ganz neu kennen.
Das Buch ließ sich – vor allem durch die kurzen Kapitel – sehr schnell und flüssig lesen. Man findet direkt in die Geschichte hinein, lernt die wichtigsten Figuren gut kennen und auch das besondere Konzept der „Zeitreise“ wird überzeugend vermittelt.
Im Großen und Ganzen hat mir die Geschichte gut gefallen, meine (zugegebenermaßen hohen) Erwartungen konnte sie allerdings leider nicht ganz erfüllen.
Die Idee des Mitternachtszugs gefällt mir sehr. Die Vorstellung, nach dem Tod noch einmal eine Reise durch das eigene Leben unternehmen zu können, ist unglaublich berührend und bietet viel Raum für Reflexion.
Trotzdem hat mich die Geschichte emotional nicht so sehr in den Bann gezogen, wie ich es mir erhofft hatte. Vieles blieb für mich auf eine gewisse Weise auf Distanz, wodurch mich die Ereignisse und Schicksale nicht so mitreißen konnten, wie ich es mir bei dieser Thematik gewünscht hätte.
Trotz der teils schweren Themen ist es insgesamt ein sehr ruhiges Buch. Für meinen Geschmack war es jedoch etwas zu ereignisarm.
Interessant fand ich, dass sich die Geschichte für mich stellenweise wie eine Hommage an „A Christmas Carol“ an, was durchaus seinen Charme hatte.
Schlussendlich ist „Die Mitternachtsreise“ zwar nicht mein liebstes Buch von Matt Haig, aber definitiv eines, das es schafft, eine schöne Geschichte mit Momenten zu verbinden, die zum Nachdenken anregen.
Was für eine wilde Fahrt, was für ein fantastischer Debütroman!
Natalie ist Influencerin, geliebt (und beobachtet) von Millionen Fans.
Ihr sorgfältig inszenierter „einfacher und ursprünglicher“ ...
4,5/5 Sternen
Was für eine wilde Fahrt, was für ein fantastischer Debütroman!
Natalie ist Influencerin, geliebt (und beobachtet) von Millionen Fans.
Ihr sorgfältig inszenierter „einfacher und ursprünglicher“ Lebensstil als Trad Wife mit eigener Farm und ihre große, scheinbar heile Familie haben ihr Ruhm in den sozialen Medien eingebracht. Doch je größer der Ruhm, desto größer auch der Druck, Perfektion darzustellen. Ihr ganzer Alltag ist bis ins kleinste Detail konstruiert. Und das ist auch nötig, denn die reale Natalie hat mit der liebenden Ehefrau und aufopfernden Mutter kaum Ähnlichkeiten.
Und dann wacht sie plötzlich im 19. Jahrhundert auf. All die (vor ihren Followern versteckten) Annehmlichkeiten des modernen Lebens sind weg, die Nannys sind weg, die Farmhelfer sind weg – es bleiben verschlissene Kleidung, eine Außentoilette, ein eisiges und heruntergekommenes Zuhause und täglich stundenlang harte Arbeit.
Natalie versteht nicht, was passiert ist: Steckt sie unwissentlich in einer Reality-Show fest? Ist sie durch die Zeit gereist?
Tradwives sind seit geraumer Zeit auf Social Media sehr präsent und haben gefühlt ein Stück weit den Mommy-Blogger-Boom abgelöst (hello Ruby Franke und Ballerina Farm). Perfekt gekleidet, streng christlich, (MAGA), immer mit einem Lächeln im Gesicht, präsentieren sie sich als die „perfekten“ Mütter und Ehefrauen.
Mit dem Wissen, dass ein Leben in völliger Unterwerfung unter den Ehemann/und Gott für viele Frauen tatsächlich Realität ist, kommt man bei diesen Online-Präsenzen als Außenstehender dennoch nicht umhin, sich zu fragen, wie viel von dem, was dort dargestellt wird, tatsächlich der Wahrheit entspricht.
Das Buch gliedert sich in drei Teile: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Den größten Teil nimmt die Gegenwart ein, in der wir in abwechselnden Kapiteln erleben, wie Natalie ihr Leben (räusper – ihr „Unternehmen“) aufbaut und wie sie mit dem Leben in der Pionierzeit klarkommt.
Ich fand beide Zeitstränge gleichermaßen spannend und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Natalie ist ein interessanter, komplexer Charakter, und auch wenn sie sich schon auf den ersten Seiten unbeliebt macht, fand ich ihren Ehemann und generell das System, in dem sie aufgewachsen ist und feststeckt, mindestens genauso schlimm. In Natalies Kopf blicken zu dürfen und ihre inneren Monologe zu erleben, fand ich sehr unterhaltsam.
Es werden viele Themen im Laufe der Geschichte angesprochen: Religion und Glaube, Verschwörungstheorien, postpartale Depression, mentale Gesundheit, Misogynie, die Scheinwelt der sozialen Medien sowie der Druck, eine Frau und Mutter zu sein.
Die Autorin geht bei der Schilderung dieser Themen sehr schonungslos vor, was mir gut gefallen hat.
Das Ende fand ich sehr gelungen.
Ich habe durchweg versucht herauszufinden, was da vor sich geht, und mich gefragt, wie die Autorin die beiden Zeitlinien zusammenführen wird – auf den Twist bin ich aber tatsächlich nicht gekommen.
Volle 5 Sterne gibt es von mir nicht, vor allem weil es eine bestimmte Szene gab, die einen sehr bitteren Beigeschmack hinterlassen hat.
Ich kann das Buch absolut empfehlen, denke aber, dass der Lesespaß unter anderem davon abhängt, wo man sich selbst politisch/religiös einordnet. Für Tradwives ist das Buch sicherlich nichts 😅
Nachdem ich vor 1,5 Jahren „Ava liebt noch“, den Debütroman von Vera Zischke, verschlungen habe und er ein absolutes Highlight für mich war, konnte ich es kaum erwarten, ihr neues Buch in den Händen zu ...
Nachdem ich vor 1,5 Jahren „Ava liebt noch“, den Debütroman von Vera Zischke, verschlungen habe und er ein absolutes Highlight für mich war, konnte ich es kaum erwarten, ihr neues Buch in den Händen zu halten.
Auch diesmal tauchen wir in das Leben einer Frau im mittleren Alter ein. Für Pina gibt es eigentlich nur einen Lebensinhalt: ihren Sohn Leo. Als alleinerziehende Mutter kümmert sie sich seit 20 Jahren mit viel Herz um Leos besondere Bedürfnisse. Als sie aufgrund eines komplizierten gesundheitlichen Vorfalls im Krankenhaus landet, stellt sich die Frage: Wer kümmert sich nun um Leo?
Wer außer ihr kann ihn so annehmen, wie er ist, und sich auf seine benötigte Tagesstruktur einlassen?
Wie auch schon bei ihrem ersten Roman fand ich den Schreibstil der Autorin sehr angenehm zu lesen, und den bunt zusammengewürfelten Haufen an Charakteren habe ich schnell ins Herz geschlossen.
Ganz so ein Highlight wie „Ava liebt noch“ war „Pina fällt aus“ für mich jedoch leider nicht. Der Funke ist einfach nicht komplett übergesprungen, auch wenn ich gar nicht genau sagen kann, woran es gelegen hat.
Trotz der sehr ernsten Themen ist es der Autorin gut gelungen, eine passende Menge Humor einfließen zu lassen.
Ich musste während des Lesens lachen und schmunzeln, aber auch schwer schlucken und die ein oder andere Träne wegwischen.
Das Buch regt zum Nachdenken an und ist durchweg sehr bewegend. Inklusion, Mutterschaft, Care-Arbeit, Einsamkeit sowie die Sehnsucht nach Liebe, Verbindung und Anerkennung – durch die vielen, sehr unterschiedlichen Charaktere rückt so einiges in den Fokus.
Nur die Kapitel aus Sicht eines bestimmten Charakters haben sich für mich nicht ganz stimmig angefühlt und wirkten stellenweise etwas zu lang.
Von mir gibt es 4.25/5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!
Mel, eine 24-jährige Privatdetektivin, wird von einer Familie aus ihrer Umgebung beauftragt, ihre vor Jahren verschwundene Tochter aufzuspüren und nach Hause zu bringen. Mel steht dieser Aufgabe zwiegespalten ...
Mel, eine 24-jährige Privatdetektivin, wird von einer Familie aus ihrer Umgebung beauftragt, ihre vor Jahren verschwundene Tochter aufzuspüren und nach Hause zu bringen. Mel steht dieser Aufgabe zwiegespalten gegenüber, denn sie kannte und liebte Chloe nicht nur, sondern hat als Teenager auch gemeinsam mit ihr einen Mord begangen. Angespornt von ihrem eigenen Wunsch, das Verschwinden von Chloe aufzuklären und nach all den Jahren Antworten zu bekommen, begibt sie sich dann doch auf die Suche und bringt sich damit in große Gefahr.
Dies war mein zweites Buch von Tess Sharpe. Nach ihrem YA-Thriller „The Girls I‘ve Been“ war ich sehr gespannt, wie mir ihre erwachsenen Protagonistinnen und die Geschichte insgesamt gefallen würden. Besonders gut gefallen hat mir, dass es in dem Buch so viele starke Frauen gibt, nicht nur Mel und Chloe, sondern auch unter den Nebenfiguren. Absolute Frauenpower, teilweise auch queer, davon brauchen wir noch viel mehr. Gerade die bisexuelle Repräsentation bedeutet mir als selbst bisexuelle Frau sehr viel, weil sie in Büchern und anderen Medien immer noch viel zu selten vorkommt.
Für meinen Geschmack hätte die Autorin auch gerne einen noch größeren Fokus auf die Beziehung von Mel und Chloe legen dürfen, insgesamt fand ich die Mischung aus Thriller und Romance aber sehr gelungen. Und der unterschwellige Humor war auch genau mein Ding.
Ebenfalls richtig gut gelungen fand ich die Atmosphäre, sowohl was die Spannung angeht als auch die bildhaften Beschreibungen der Natur und die Small-Town-Vibes. Ich bin immer auf der Suche nach Büchern mit „moody and rainy Pacific Northwest vibes“, und das hier kam dem sehr nah.
Trotzdem nur 4/5 Sternen hat das Buch von mir vor allem deswegen bekommen, weil ich mit dem Erzählstil nicht ganz warm geworden bin. Nach den sehr actionreichen und fesselnden ersten beiden Kapiteln setzt sich die Geschichte wie ein Puzzle zusammen, leider aus ziemlich durcheinandergeratenen Puzzleteilen. Man springt förmlich vor und zurück, hin und her und von POV zu POV, was mich immer wieder aus der Geschichte herausgerissen hat.
Und auch wenn ich es sehr passend fand und es sogar ein bisschen genossen habe, dass die männlichen Protagonisten durchweg sehr schlecht wegkommen, waren mir manche Szenen dann doch einen Ticken zu cheesy.
Ich kann das Buch auf jeden Fall absolut empfehlen, vor allem wenn man auf unterhaltsame, fast-paced Thriller und badass Protagonistinnen steht.