Ein Buch, das mich am Anfang gepackt und dann Stück für Stück verloren hat
The Story of a Love SongSelten hatte ich bei einem Buch so unterschiedliche Gefühle wie hier. Der Anfang hat mich richtig gepackt und je weiter ich gekommen bin, desto mehr ist mir davon abhandengekommen.
Luca und Griffin waren ...
Selten hatte ich bei einem Buch so unterschiedliche Gefühle wie hier. Der Anfang hat mich richtig gepackt und je weiter ich gekommen bin, desto mehr ist mir davon abhandengekommen.
Luca und Griffin waren über Jahre Brieffreunde, ohne sich je gesehen zu haben, bis plötzlich wieder ein Brief auftaucht. Diese Ausgangslage fand ich super und dass man ein paar der Briefe selbst lesen darf, mochte ich sehr.
Auch Luca hat mich überrascht. Sie kämpft mit vielen Ängsten und was ich so mochte, war, dass man den Auslöser direkt zu Beginn erfährt. Ich hasse es, wenn daraus ewig ein Geheimnis gemacht wird, obwohl man die Figur damit besser greifen könnte.
Die Art, wie das erzählt wird, fand ich allerdings sehr plötzlich und ehrlich gesagt etwas empathielos. Das zieht sich durchs ganze Buch, gerade bei der Konstellation zwischen Luca und ihrem Therapeuten. Ihn selbst mochte ich als Nebencharakter aber richtig gern. Er hat so eine skurrile Art und ist die gute Seele an ihrer Seite. Wenn man davon absieht, dass er ihr Therapeut ist, war ihre Dynamik sogar richtig schön.
Die Briefe in der Jetztzeit mochte ich grundsätzlich, nur wurden sie sehr schnell sehr spicy und irgendwann ging es nur um das eine. Gerade nach so vielen Jahren ohne Kontakt hat mich das echt gestört.
Nach dem ersten Aufeinandertreffen hat es mich dann immer weniger erreicht. Griffin hatte für mich mit der Zeit etwas von einer klassischen Red Flag. Seine Art gegenüber Luca war mir oft zu übergriffig und die Momente, die romantisch sein sollten, gingen zu sehr von ihm aus. Die Love Story habe ich deshalb nicht gefühlt.
Richtig gut gefallen hat mir dagegen die Struktur. Kein großes Drama am Ende, sondern Fortschritte und Rückschläge wie im echten Leben. Gekünstelt wirkte nichts und langweilig wurde es nie. Auch das Musiksetting mochte ich.
Fazit:
Die Idee mochte ich wirklich gern und das Buch hatte auf jeden Fall Potenzial. Für mich blieb es am Ende trotzdem nur okay.