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Veröffentlicht am 16.12.2025

Hier fühlt man sich wohl

Die wunderbaren Schafe der Amelie und der Tote im Englischen Garten
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Amelie betreibt in München einen Laden für Wollwaren. Zur Adventszeit lebt sie in einem Schäferwagen mit Rauhaardackel Josef bei ihren Schafen, die Teil des Künstlerweihnachtsmarktes im Englischen Garten ...

Amelie betreibt in München einen Laden für Wollwaren. Zur Adventszeit lebt sie in einem Schäferwagen mit Rauhaardackel Josef bei ihren Schafen, die Teil des Künstlerweihnachtsmarktes im Englischen Garten sind. Am Nikolausmorgen liegt plötzlich ein Toter in einer Feuerschale. Es ist Sepp, der Wurstbrater und die einzigen Zeugen sind Amelies Schafe. Der Verdacht fällt schnell auf die Veganer, doch Amelie ist anderer Meinung und ermittelt auf unkonventionelle Weise.

"Die wunderbaren Schafe der Amelie und der Tote im Englischen Garten" ist ein wunderbar entschleunigender Krimi. Christine Rechl schafft eine Wohlfühlatmospäre, die den Leser von der ersten Seite an umschlingt. Man fühlt sich richtig in den Englischen Garten versetzt und spürt das besondere des Weihnachtsmarktes. Dabei lernt man noch vieles über München, seinen Viktualienmarkt und bekommt Einblick hinter dessen Kulissen. Dabei stößt man auf einige Mordmotive und kann richtig gut mitraten. Die Autorin verfügt über einen ruhigen, ausgewogenen Schreibstil, spielt ein wenig mit humorvollen Szenen, so daß man hier wirklich gern und entspannt liest. Das besondere an diesem Krimi besteht darin, daß hier die Tiere eine große Rolle spielen. Gerade die Schafe bringen Flair in die Handlung und es wird durch sie ein wenig mystisch. Wer also auf der Suche nach einem außergewöhnlichen Weihnachtskrimi ist, ist hier genau richtig!

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Sympathische Ermittler und typisch britisch

Das Grab von Trueslow Hall -
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Im Jahr 1999 gräbt ein Archäologenteam auf dem Gelände des Herrenhauses Trueslow Hall in Wiltshire. Sie stoßen dabei auf ein Grab aus der Bronzezeit. Ausgelassen feiern sie Ihren Fund. Am nächsten Morgen ...

Im Jahr 1999 gräbt ein Archäologenteam auf dem Gelände des Herrenhauses Trueslow Hall in Wiltshire. Sie stoßen dabei auf ein Grab aus der Bronzezeit. Ausgelassen feiern sie Ihren Fund. Am nächsten Morgen ist ein Mitglied ihrer Gruppe spurlos verschwunden. Die Suche nach der jungen Nazma Kirmani bleibt erfolglos, denn die Polizei ermittelt nur halbherzig. Im Jahr 2020, während der Corona-Pandemie, rollen Inspector Matthew Lockyer und seine Kollegin Constable Gemma Broad den alten Fall noch einmal auf. Sie glauben nicht, daß Nazma damals freiwillig verschwunden ist. Je länger sie die Spuren verfolgen, kommen sie immer mehr zu der Überzeugung, daß die junge Frau nicht mehr lebt. Sie setzen alles daran, den Eltern von Nazma endlich Gewissheit über das Schicksal ihrer Tochter zu geben.

Im Krimi "Das Grab von Trueslow Hall" geben die Ermittler Lockyer und Broad wieder ein perfektes Team ab. Sie verstehen sich auch ohne viele Worte, deshalb geht es in diesem Fall auch unaufgeregt und typisch britisch zu. Die Handlung spielt sich mitten in der Corona-Pandemie ab. Plötzlich ist alles wieder gegenwärtig: Die Masken, Kontaktverbote und die Einsamkeit. Man kann sich gut in die Geschichte hineinversetzen, denn all dies hatte man miterlebt. Der Fall wird spannend erzählt. Alles ist möglich und muß in Erwägung gezogen werden. Es gibt einige sonderbare Typen, die als Mörder in Frage kämen, wenn es überhaupt einen Mord gegeben hat? So hält sich die Spannung bis zum Schluß. Eben ein typischer Krimi von Katherine Webb. Einfach klasse!

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Veröffentlicht am 14.12.2025

Eine Tradition geht weiter

Opa, gib die Krippe her!
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Wie in jedem Jahr gibt es auch dieses Weihnachten eine Sammlung von Kurzgeschichten, die Dietmar Bittrich herausgegeben hat. Dieses Jahr trägt sie den lustigen Titel "Opa, gib die Krippe her!" und handelt ...

Wie in jedem Jahr gibt es auch dieses Weihnachten eine Sammlung von Kurzgeschichten, die Dietmar Bittrich herausgegeben hat. Dieses Jahr trägt sie den lustigen Titel "Opa, gib die Krippe her!" und handelt wieder von Weihnachten mit der buckligen Verwandtschaft. 21 Autoren haben hier die unterschiedlichsten Geschichten beigesteuert. Mal ist es witzig, mal besinnlich - und die nächste Geschichte regt zum Nachdenken an. Es geht um familiäre Weihnachtsfeiern im Wandel der Jahre, Bastelwahn, die Anschaffung einer Katze, abgesagte Weihnachten, Erlebnisse eines Buchhändlers, Spieleabende, einen Pannenhelfer, missglückte Gemälde als Geschenk und vieles mehr. Jede Geschichte für sich ist sehr gut lesbar, bereitet Freude während des Lesens und versüßt die Adventszeit. Natürlich trifft nicht jede Geschichte jeden Geschmack - dies ist bei einer Anthologie auch gar nicht möglich. Jedem wird eine andere Geschichte am besten gefallen. Mein Favorit war hier "Ein Engel namens Manfred", die äußerst humorvoll beginnt und dann am Ende nachdenklich macht. Hier versprüht jede Geschichte ihren eigenen Charme und lesenswert sind sie alle!

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Veröffentlicht am 13.12.2025

Nicht so spannend wie gedacht

Tiefe Schuld
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Liam Noone, ein wohlhabender Geschäftsmann, stürzt von der Klippe vor seinem Haus und stirbt. Die Polizei geht von einem Unfall aus. Sein Sohn Sam ist jedoch davon überzeugt, daß es ein Mord war. Gemeinsam ...

Liam Noone, ein wohlhabender Geschäftsmann, stürzt von der Klippe vor seinem Haus und stirbt. Die Polizei geht von einem Unfall aus. Sein Sohn Sam ist jedoch davon überzeugt, daß es ein Mord war. Gemeinsam mit seiner Halbschwester Nora will er herausfinden, was wirklich geschah. Sie forschen in der Vergangenheit ihres Vaters und entdecken ein Geheimnis, welches Liams Leben stark beeinflusst hat. Doch finden sie darin auch den Mörder?

Laura Dave konnte mich mit "Tiefe Schuld" nicht vollends überzeugen. So gut, wie sich der Klappentext anhörte, so wenig Spannung kam hier auf. Ich will nicht sagen, daß es gar keine Spannung gab, jedoch fesselt das Buch nicht. Natürlich möchte man wissen, was passiert ist, ob es sich um Mord handelt. Laura Dave schwenkt sehr oft in die Vergangenheit zurück. Diese Kapitel sind dann leider auch eher langatmig und haben meinen Lesefluss stark gestört. Die Ermittlungen von Sam und Nora sind dagegen interessant, laufen jedoch leider auch nicht vor Spannung über. Die Auflösung jedoch hat mich sehr überrascht und war schlüssig erklärt. Die Charaktere Sam und Nora waren sympathisch und es war interessant zu verfolgen, wie Nora ihre Meinung im Laufe der Handlung änderte. Zunächst war ihr alles eigentlich egal, doch dann fing sie plötzlich Feuer und war genau wie Sam der Meinung, daß es sich nicht um einen Unfall handeln konnte. Vom Schreibstil her hat mir das Buch sehr gut gefallen, denn es ist leicht, locker und gut verständlich geschrieben. Kurzerhand gesagt ist "Tiefe Schuld" ein gut lesbares Buch, aber kein Pageturner.

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Veröffentlicht am 11.12.2025

Sorgt für Beklemmungen

Die Farbe des Bösen
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Hamburg 1887: Johanna Ahrens kommt aus gutem Hause. Ihr Vater ist ein angesehener Richter. Trotzdem verliebt sie sich in den Sozialisten Jan Freisfeld. Um ihm zu imponieren, begleitet Johanna ihn zu einer ...

Hamburg 1887: Johanna Ahrens kommt aus gutem Hause. Ihr Vater ist ein angesehener Richter. Trotzdem verliebt sie sich in den Sozialisten Jan Freisfeld. Um ihm zu imponieren, begleitet Johanna ihn zu einer Kundgebung zur Tapetenfabrik Trempin. Dort sieht sie, wie zwei Männer eine Leiche abtransportieren. Sofort meldet Johanna ihre Beobachtung dem Criminalcommissar Hermann Rieker, doch der kann am Ort des vermeintlichen Verbrechens nichts verdächtiges finden. Als dann aber ganz in der Nähe der Fabrik ein grausam zugerichteter Toter gefunden wird, stellt Rieker schnell die Zusammenhänge her. Johanna hat sich indessen kurzerhand als Arbeiterin in die Tapetenfabrik eingeschleust und stellt dort eigene Nachforschungen an. Während die Polizei noch weitere Leichen findet, schwebt Johanna in Lebensgefahr, denn sie wird den Tätern zu neugierig.

Das von mir mit Spannung erwartete Buch aus der Serie um Johanna Ahrens und Hermann Rieker mit dem Titel "Die Farbe des Bösen" hat mich wieder nicht enttäuscht. Ralf H. Dorweiler hat einmal mehr einen spektakulären Krimi geschrieben, der von Anfang bis Ende für Gänsehaut sorgt. Der Autor beschreibt die düstere Atmosphäre in Hamburg im Jahr 1887 so lebendig, daß man die dunklen Gassen genau vor Augen hat. Die Personen agieren glaubwürdig und besonders die junge Johanna erscheint in ihrer Naivität extrem sympathisch. Dazu kann man noch einiges über diese Zeit lernen. Die Gesundheit der Menschen spielte damals keine Rolle und das Wort Umweltschutz war absolut unbekannt. Diese Serie hat sich jetzt schon einen festen Platz in meinem Bücherregal erobert und ich hoffe, daß noch viele Bücher diesen beiden tollen Krimis folgen werden. Der Platz dafür wird frei gehalten.

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