Profilbild von tigerbea

tigerbea

Lesejury Star
offline

tigerbea ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit tigerbea über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.03.2017

Ganz amüsant

On se left you see se Siegessäule
0

Tilmann nimmt den Job eines Stadtbilderklärers auf einem Berliner Ausflugsdampfer an. Er erlebt diverse Menschentypen. Von Amerikanern über Japanerinnen, von Bayern bis zu einer zunächst gelangweilten ...

Tilmann nimmt den Job eines Stadtbilderklärers auf einem Berliner Ausflugsdampfer an. Er erlebt diverse Menschentypen. Von Amerikanern über Japanerinnen, von Bayern bis zu einer zunächst gelangweilten fränkischen Schulklasse. Und er muß sich vielen Fragen stellen, von denen eine lautet: Wenn man nicht über die Mauer konnte, warum sind die Leute dann nicht außen herum gegangen?

Zunächst muß ich sagen: Bei diesem Buch kann man tatsächlich noch etwas über Berlin lernen, wenn man selbst noch nicht dort war. Denn es wird hier auch sehr liebevoll und verständlich in die Geschichte Berlins eingetaucht. Auch die Geschichte Preußens wird in einem Kapitel erklärt (wenn auch auf sehr unkonventionelle Art). Der Rest des Buches fällt eindeutig unter Klamauk, was ja auch zu erwarten ist. Die Geschichten rund um die Ausflugsfahrten sind zunächst noch sehr witzig und unterhaltsam, werden jedoch ab der Mitte des Buches einfach nur noch langweilig, da man sie dann einfach leid ist und sie übertrieben findet. Der Schreibstil des Autors ist locker und einfach, paßt zum Thema und zum Buch insgesamt.

Insgesamt ein schönes Buch für zwischendurch, wenn man mal ein Buch lesen möchte, bei dem man nicht ständig mitdenken möchte.

Veröffentlicht am 05.03.2017

Das war nix

Dunkelsprung
0

Julius Birdwell ist Direktor eines Flohzirkusses, Goldschmiedemeister und Einbrecher. Als er eines Abends verfolgt wird und überstürzt durch die frostige Nacht fliehen muß, erfrieren seine kleinen Stars ...

Julius Birdwell ist Direktor eines Flohzirkusses, Goldschmiedemeister und Einbrecher. Als er eines Abends verfolgt wird und überstürzt durch die frostige Nacht fliehen muß, erfrieren seine kleinen Stars - die Flöhe. Während er in einen Fluß stürzt, wird er von einer Nixe vor dem Tod gerettet und gibt ihr ein Versprechen. Während seiner Versuche, sein Versprechen zu halten, begegnet er vielen mysteriösen Gestalten, die es nur in der Fabelwelt geben kann.

Dies Buch ist einfach verwirrend. Es gibt hier viel zu viele Handlungsstränge, die einfach nur wirr verlaufen. Durch diese Fülle kann man als Leser keinem Strang wirklich ausführlich folgen. Es kommt keinerlei Spannung auf, man liest zwar, aber ohne Bezug. Auch die Charaktere werden nicht sehr gut beschrieben, so daß immer eine gewisse Distanz bleibt. Die Handlung selbst könnte eine gute Geschichte abgeben, wenn das Buch denn anders geschrieben worden wäre. Denn auch der Schreibstil ist hier nicht fesselnd. Es kommt einem so vor, als wenn die Sätze einfach heruntergeleiert würden. Was mich extrem genervt hat, sind die immer wiederkehrenden Fragesätze. Es gibt kaum Dialoge, hauptsächlich wird hier einfach eine Beschreibung oder Frage an die nächste gereiht.

Einziger Lichtblick bei diesem Buch ist die schöne Aufmachung. Das Cover ist wirklich hübsch gestaltet und im Innenteil sind an jedem Kapitelanfang Flöhe dargestellt.

Für mich war das Buch nach den tollen Schafskrimis von Leonie Swann eine große Enttäuschung.

Veröffentlicht am 05.03.2017

Unbedingt lesen

Das Buch der Finsternis
0

Der 13jährige Quirin wurde an seinen Meister verkauft um seinem Bruder eine Lehre zu ermöglichen. Nun muß er 25 Jahre als Hilfsarbeiter arbeiten. Nun begeben sich sein Meister, die beiden Lehrlinge und ...

Der 13jährige Quirin wurde an seinen Meister verkauft um seinem Bruder eine Lehre zu ermöglichen. Nun muß er 25 Jahre als Hilfsarbeiter arbeiten. Nun begeben sich sein Meister, die beiden Lehrlinge und Quirin auf die Reise von Salzburg nach Admont, um dort dort die handschriftlichen Bücher der Bibliothek des Klosters Admont zu drucken. Doch während der Arbeit entdeckt der Meister in einer Truhe das "Buch der Finsternis". Quirin erhält den Auftrag, dieses Buch nach Salzburg zum Bischof bringen.

Zeitgleich flieht Anna vor ihrem Vater und ihrem Verlobten, den sie nicht heiraten möchte. Zusammen erleben Quirin und Anna viele Abenteuer und trotzen vielen Gefahren.

Richard Dübell hat mit diesem Buch seinen ersten Jugendroman vorgelegt. Und dies Experiment ist ihm sehr gut gelungen! Sein Schreibstil ist, wie von ihm gewohnt, sehr schön flüssig und hier auf die Bedürfnisse der jugendlichen Leser angepaßt, so daß auch diese Altersklasse hier ihre Liebe zu historischen Romanen entdecken kann und nicht die Lust an solchen Romanen schon im Ansatz verliert, wie es leicht passieren könnte. Doch hier wird dies auf keinen Fall geschehen! Besonders schön ist hier, daß der jugendliche Leser, der vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben einen historischen Roman in die Hand nimmt, nicht mit den zeittypischen Wörtern überrollt wird, sondern diese erklärt bekommt. Dieser Roman hält von Anfang bis Ende seine Spannung und wird auch für Erwachsene an keiner Stelle langweilig.
Die Beschreibungen der Gegenden und die Lebensumstände der damaligen Zeit sind wundervoll bildhaft und erscheinen dem Leser sehr real vor Augen.
Auch die Charaktere sind wunderbar beschrieben, man empfindet für Quirin und Anna sofort eine gewisse Zuneigung und fiebert mit ihnen mit. Besonders schön ist hier die Entwicklung Quirins zu beobachten. Vom schüchternen Jungen zum Mann, der sich in allen Lebenslagen behaupten kann.

Für mich ein wundervolles Buch für alle Altersklassen!

Veröffentlicht am 05.03.2017

Vielseitig

Die Tochter des Königs
0

Als die junge Lehrerin Jess nach einer Party wach wird, weiß sie nicht mehr, ob sie ihren Freunden vertrauen kann. Verstört flieht sie zu ihrer Schwester, die ein abgelegenes Cottage in Wales bewohnt. ...

Als die junge Lehrerin Jess nach einer Party wach wird, weiß sie nicht mehr, ob sie ihren Freunden vertrauen kann. Verstört flieht sie zu ihrer Schwester, die ein abgelegenes Cottage in Wales bewohnt. Dort wird sie von unheimlichen Träumen und rätselhaften Geschehnissen verfolgt. Mit jedem Traum dringt sie tiefer in das Leben von Eigon, einer Keltenprinzessin, ein. Diese wird mit ihrer Mutter von einer Truppe Römern überfallen und nach Rom verschleppt. Dort wird sie immer wieder von ihrem Todfeind Titus bedroht. Um Jess auszuschalten dringt Titus Geist in Jess Freund Daniel ein, der bald dem Wahnsinn verfällt. Obwohl beide Frauen durch viele Jahrhunderte getrennt leben, müssen sie viele Gefahren gemeinsam überstehen, bevor es zum letzten Kampf auf genau dem Schlachtfeld kommt, wo alles begann. Aber nur so können die Geister der Vergangenheit ihre Ruhe finden.

Der Roman ist typisch für Barbara Erskine. Die Grundlage ist ein geschichtlicher Hintergrund, der von der Autorin gründlich recherchiert wurde. Das macht die Geschichte umso spannender, weil man sich in die Handlung total hinein versetzen kann. Die Neuzeit kommt aber auch nicht zu kurz. Auch diese parallel dazu laufende Geschichte ist sehr spannend und zieht den Leser in ihren Bann. Beide Geschichten zusammen ergeben mal wieder ein absolut lesenswertes Buch. Dafür ist Barbara Erskine seit Jahren schon bekannt und hat mich noch eigentlich noch nie enttäuscht. Ihre Bücher sind ein Garant für Geschichte, Mystik, Grusel und auch Romantik. Auch dieses Buch hat mir deshalb sehr gut gefallen.

Veröffentlicht am 05.03.2017

Toller Lokalkolorit

Fehltritt mit Folgen
0

Der berühmte Bizauer Künstler Sepp wird tot aufgefunden. Offensichtlich ist er bei einer Bergwanderung abgestürzt. Doch Kommissar Waldinger kann es nicht so recht glauben und beginnt, sich für das Privatleben ...

Der berühmte Bizauer Künstler Sepp wird tot aufgefunden. Offensichtlich ist er bei einer Bergwanderung abgestürzt. Doch Kommissar Waldinger kann es nicht so recht glauben und beginnt, sich für das Privatleben Sepps zu interessieren. Dabei kommt er Geheimnissen auf die Spur, die besser nie ans Tageslicht gekommen wären, denn diese ziehen ihre Kreise bis in seine eigene Familie. Als ein weiteres Mordopfer gefunden wird, daß ebenfalls auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen ist, sieht Waldinger sich in seiner Mordannahme bestätigt. Doch steckt wirklich das Privatleben hinter der Tat oder doch eher die gegenseitige Haltung in Bezug auf die geplante Erweiterung des Skigebietes?

Auch der nun zweite Band um Kommissar Waldinger ist wieder sehr spannend. Und dies ohne viel Blutvergießen oder Schockerszenen! Hier geht es ruhig und beschaulich zu, Daniela Alge kommt locker ohne Verfolgungsszenen und Schießereien aus, um eine Spannung aufzubauen, die den Leser sofort packt. Ihr Schreibstil ist sehr schön locker und paßt einfach zum Krimi und seinem Handlungsort. Um das Buch noch authentischer zu machen, läßt sie die alten Einwohner Bizaus im Dialekt sprechen. Der ist nicht immer verständlich, es erklärt sich aber alles aus den Sätzen drumrum, so daß man nicht das Gefühl bekommt, etwas entscheidendes zu verpassen. Schön ist es zu erleben, wie das Privatleben und vor allem Waldingers Familie sich hier weiterentwickelt. Besonders loben möchte ich an dieser Stelle die Tatsache, daß hier auch unbequeme Themen angesprochen werden. So wird hier sehr anschaulich erläutert, wie sich so eine Skigebietserweiterung auf die kleinen Dörfer und vor allem die Natur auswirkt. Mit Sicherheit ein heikles Thema für diese Region! Auch wenn dies eine Fortsetzung ist, kann man das Buch wunderbar ohne Vorkenntnisse lesen.

Für mich ein sehr empfehlenswerter Krimi!