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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.02.2017

Flop

Sie da oben, er da unten
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Dieter erwürgt seine Frau Sabine im Streit aus Affekt. Sabine genießt nun ihr Leben im Himmel mit vielen Stars und Bekannten, während Dieter versucht, in seinem neuen Leben klar zu kommen.

Wie man schon ...

Dieter erwürgt seine Frau Sabine im Streit aus Affekt. Sabine genießt nun ihr Leben im Himmel mit vielen Stars und Bekannten, während Dieter versucht, in seinem neuen Leben klar zu kommen.

Wie man schon anhand der Inhaltsangabe sehen kann, hat dieses Buch wenig wirkliche Handlung. Es ist abwechselnd aus der Sicht von Dieter und Sabine geschrieben. Zu Beginn ist es noch witzig. Doch läuft sich das Thema sehr schnell tot. Die Handlung selbst ist ziemlich unglaubwürdig, so geht Dieter selbst zur Polizei und meldet, daß er seine Frau erwürgt hat. Doch die schickt ihn wieder nach Hause, da sie keine Beweise dafür finden. Naja. Aus der Geschichte hätte man deutlich mehr machen können, denn die Grundidee selbst ist gar nicht so schlecht. Allein die Umsetzung ist hier nicht gelungen.

Veröffentlicht am 27.02.2017

Lustig und wunderschön

Die Breznkönigin
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Fanny lebt im beschaulichen Mingharting, also im tiefsten Bayern. Zusammen mit ihrer Familie gehören ihr die "Minghartinger Stuben", ein Dorflokal, daß ziemlich gut läuft. Eines Tages betritt Quirin das ...

Fanny lebt im beschaulichen Mingharting, also im tiefsten Bayern. Zusammen mit ihrer Familie gehören ihr die "Minghartinger Stuben", ein Dorflokal, daß ziemlich gut läuft. Eines Tages betritt Quirin das Lokal. In seiner Heimat Berlin besitzt er mehrere Szene-Lokale und ist begeistert von den Minghartinger Stuben. Er hat die Idee, so ein Restaurant in Berlin zu eröffnen. Und Fanny muß mit. Zunächst ist sie begeistert, denn es war schon immer ihr Traum, aus der Provinz herauszukommen. Doch schnell merkt sie, daß nicht alles Gold ist, was glänzt....

"Die Breznkönigin" ist der nun zweite Roman von Emma Sternberg. Auch hier ist ihr wieder ein guter Unterhaltungsroman gelungen. Hier kommt nichts zu kurz: Liebe, Humor und eine gewisse Spannung, ob Fanny ihr Leben in Berlin meistert oder nicht. Besonders toll sind die bayrischen Dialekte. Diese sind wohldosiert und stören nicht. Sie sollten auch von jedem verstanden werden. Fanny als Hauptcharakter ist einfach reizend und liebevoll dargestellt. Mein Favorit war jedoch die Oma: resolut, herzlich und liebevoll.

Ein toller Roman um mal einen Gang runterzuschalten!

Veröffentlicht am 27.02.2017

Spannend

Kathrinatag
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Die 17jährige Judith feiert mit ihren Freunden den traditionellen Kathrinatag in dem kleinen Dörfchen Au. Ein Freund fährt sie angeblich nach Hause. Doch wie sich später herausstellt, geht sie einen Teil ...

Die 17jährige Judith feiert mit ihren Freunden den traditionellen Kathrinatag in dem kleinen Dörfchen Au. Ein Freund fährt sie angeblich nach Hause. Doch wie sich später herausstellt, geht sie einen Teil des Weges auf einer schmalen, kurvigen Bergstraße mitten durch den Wald alleine zu Fuß und wird lebensgefährlich angefahren. Der Zeitungsbote des Dorfes findet sie schwerverletzt am anderen Morgen. Der Kripobeamte Waldinger muß nun in seinem Heimatdorf und zwischen seinen Bekannten und Freunden ermitteln. Erschwerend kommt hinzu, daß die Dorfgemeinschaft zusammenhält, denn: so etwas tut nur ein Auswärtiger!

"Kathrinatag" ist ein besonderer Krimi, denn hier geht es beschaulich zu! Dies Buch kommt ohne Schockeffekte, brutale Morde und viel Blutvergießen aus. Und trotzdem ist es hier sehr spannend! Denn schon alleine durch die Verschwiegenheit der Dorfgemeinschaft und den Konflikt Waldingers, seine Freunde und Bekannte genauso zu verdächtigen, als wenn es Fremde wären, kommt hier eine unterschwellige Spannung auf, die man in anderen Büchern so nicht findet. Die einzelnen Charakter sind dorftypisch dargestellt, sie sind absolut eigentümlich, zum Teil sympathisch, zum Teil sofort unsympathisch und haben alle ihre Ecken und Kanten, die sie zu etwas besonderem machen. Der Text ist fließend und einfühlsam geschrieben, so daß man die inneren Konflikte Waldingers während seiner Ermittlungen sehr gut nachvollziehen kann.

Ein Krimi der besonderen Art!

Veröffentlicht am 27.02.2017

Schade

Wind aus West mit starken Böen
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Katharina, glücklich in einer Bremer Rechercheagentur beschäftigt, erhält den Auftrag für den Bestsellerautor Bastian de Jong auf ihrer Heimatinsel Sylt für seinen neuen Roman zu recherchieren. Katharina ...

Katharina, glücklich in einer Bremer Rechercheagentur beschäftigt, erhält den Auftrag für den Bestsellerautor Bastian de Jong auf ihrer Heimatinsel Sylt für seinen neuen Roman zu recherchieren. Katharina ist zunächst nicht begeistert, denn bisher hat sie ihre Heimat gemieden. Doch sie nimmt den Auftrag an. Dort trifft sie alle wieder. Angefangen bei ihrer chaotischen Schwester Inken, die dort eine Segelschule betreibt, Klassenkameraden, ihre Lehrerin und natürlich ihre große frühere Liebe Hannes, den sie seit 22 Jahren nicht mehr gesehen hat. Wird sie für ihn ihren Freund Jens verlassen?

Dies ist der bisher schlechteste Roman von Dora Heldt. Ich war sehr enttäuscht. Der Schreibstil ist nicht so witzig wie von Dora Heldt gewohnt. Es kommt mir eher so vor, als ob krampfhaft die Seiten gefüllt werden mußten. Hier hätte man durchaus locker 100 Seiten einsparen können. Man liest sich regelrecht durch "Durststrecken", die sehr ermüdend wirken. Wenn über eine halbe Seite lang beschrieben wird, wie die Wellen am Strand branden, zurückrollen, sich wieder aufbäumen und an den Strand branden usw., hört bei mir der Spaß auf. Dazu die unendlichen Charakterbeschreibungen und ständigen Wiederholungen, wie chaotisch doch Inken ist und wo sie wieder was in ihrer Wohnung hat liegen gelassen. Ganz nebenbei ist Inken die einzig wirklich sympathische Person in diesem Buch. Nicht die eigentliche Hauptperson Katharina. Sie wirkt durch ihre Art, wie sie sich ständig korrekt geben will und gestriegelt durch die Gegend läuft eher unsympathisch.

Dies Buch ist definitiv nicht in der Liga der "Urlaub-mit-Papa-Serie" anzusiedeln und in keinster Weise zu vergleichen.

Veröffentlicht am 27.02.2017

Unbedingt lesen

Hostienfrevel
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Im Jahre 1415 wird im Freiburger Münster ein Kreuzbruder erschlagen, am Altar werden mit Tierblut entweihte Hostien aufgefunden. Es wird schnell ein Schuldiger gefunden. Menzel, der jüdische Schuster. ...

Im Jahre 1415 wird im Freiburger Münster ein Kreuzbruder erschlagen, am Altar werden mit Tierblut entweihte Hostien aufgefunden. Es wird schnell ein Schuldiger gefunden. Menzel, der jüdische Schuster. Die Begine Serafina glaubt nicht an die Schuld Menzels und nimmt die Ermittlungen auf. Doch dies ist nicht ihre einzige Sorge. Sie wird von ihrer Vergangenheit eingeholt, denn es gibt jemanden in der Stadt, der ihre Vergangenheit als Hübschlerin kennt. Wird Serafina den wahren Schuldigen finden? Und wird sie selbst unbeschadet aus dieser Geschichte heraus kommen?

Astrif Fritz hat hier einen wirklich guten historischen Krimi geschrieben. Sie hat es geschafft, Fakten und Phantasie so geschickt zu verweben, daß man eine durchgängig spannende Handlung vorfindet, die niemals langweilig wird. Dies Buch läßt sich auch hervorragend lesen, wenn man den Vorgängerband nicht kennt. Es werden die wichtigsten Fakten wiederholt, ohne die eigentliche Handlung zu unterbrechen und der Leser das Gefühl hat, einen Sprung ins andere Buch zu machen. Das ist Astrid Fritz sehr gut gelungen. Auch die Stadt Freiburg wird wunderbar bildlich vorgestellt. Man fühlt sich richtig in die Zeit versetzt und sieht die alten Häuser, die man zum Teil auch heute noch dort antrifft, bildlich vor sich. Sehr hilfreich finde ich immer, wie hier auch vorhanden, ein Personenverzeichnis direkt als erstes im Buch. So kann man immer mal wieder nachschlagen, falls man mal nicht mehr sicher ist, wo man die Person einordnen soll. Die Charaktere sind wirklich sehr liebevoll dargestellt, man lernt sie kennen und zu mögen.

"Hostienfrevel" ist sehr spannend, dabei flüssig geschrieben und somit (leider) schnell lesbar. Leider deshalb, da es echt schade ist, wenn man dies Buch beendet hat, denn hier trifft es wieder zu: Gute Bücher sind immer viel zu schnell vorbei.