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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein Kater hat mein Herz erobert

Schönheitsfehler
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Kater Socke hat es nicht leicht. Er wird von einem LKW angefahren, behält einen gelähmten Schwanz zurück, wird vom überfüllten Tierheim von seiner Pflegerin einfach bei ihrem Freund abgegeben und dann ...

Kater Socke hat es nicht leicht. Er wird von einem LKW angefahren, behält einen gelähmten Schwanz zurück, wird vom überfüllten Tierheim von seiner Pflegerin einfach bei ihrem Freund abgegeben und dann von ihr im Stich gelassen. Und dieser Freund beschließt dann, ihn einfach mit seinem Transportkorb im Park eines Hotels auszusetzen. Doch dann hilft ihm Katze Clooney aus dem Korb. Beide entdecken die Leiche von Schönheitschirurg Dr. Finkenberg. Clooney nimmt Socke erstmal mit in ihre Wohngegend, wo er sich bei Peter Flott einnistet, der zufällig Kommissar ist und in dem Mordfall ermittelt. Gemeinsam mit Socke, Clooney und ihren Freunden werden sie ein starkes Team.

Dieser Katzenkrimi ist sehr, sehr spannend. Hier wird die Spannung wirklich von Anfang bis Ende beibehalten. Sehr schön ist es, daß hier die Ermittlungen von zwei Seiten beschrieben werden. Zum einen die seriösen der Polizei, auf der anderen Seite die doch sehr witzigen Versuche der Katzen, geschrieben aus ihrer Sicht. Hier kommt der Humor sehr zum tragen, jedoch wird es niemals albern, sondern einfach nur niedlich und entzückend. Die einzelnen Charaktere sowohl auf der menschlichen als auch auf der kätzischen Seite sind wundervoll dargestellt. Vor allem die Katzen bestechen durch eine tolle Vielfalt. Die eine verfressen, der andere ein Klugscheißer und dann die verwöhnte, selbstverliebte Perserkatze, die für ihren Haushund alles geben würde. Und natürlich Socke, der eigentliche Held des Buches. Sie alle sind zusammen ein Team, das seinesgleichen sucht.

Ich hoffe, es wird noch mehr Fälle für Socke & Co geben, denn diese Katzen stehen ihren berühmten ermittelnden Vorgängern in nichts nach!

Kater Socke - ein neuer Stern unter den Katzenermittlern!




Veröffentlicht am 15.09.2016

Autor mit Suchtfaktor

Die Insel tanzt
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Sina, 49 Jahre alt und Balletttänzerin, steht vor dem Ende ihrer Karriere. Doch sie hat ein neues Ziel: auf ihrer Heimatinsel Föhr eine Tanzschule eröffnen und dort Salsa-Unterricht geben. Gleichzeitig ...

Sina, 49 Jahre alt und Balletttänzerin, steht vor dem Ende ihrer Karriere. Doch sie hat ein neues Ziel: auf ihrer Heimatinsel Föhr eine Tanzschule eröffnen und dort Salsa-Unterricht geben. Gleichzeitig hat Dachdecker Jan, Witwer und Vater der 10jährigen Leevke, das Problem, daß seine Tochter in ein Internat will, damit ihr Vater endlich eine neue Frau findet. Als sie von dem Tanzkurs erfährt, ringt sie ihrem Vater das Versprechen ab, 3 Tanzstunden zu nehmen, damit er endlich unter die Leute kommt. Und Jan findet Gefallen an dem Tanzkurs und entwickelt ungeahntes Talent im Salsa tanzen. Dabei kommt er sowohl Sina als auch Leevkes Grundschullehrerin Gesche, mit der er eigentlich nicht auf einer Wellenlänge liegt, näher. Und plötzlich beginnt für ihn ein neues, unterhaltsames Leben...

Auch mit "Die Insel tanzt" hat Janne Mommsen wieder einen Roman geschrieben, der sehr unterhaltsam ist. Durch seinen tollen Schreibstil fliegt man als Leser nur so durch die Seiten. Die Charaktere werden typisch friesisch dargestellt. Herzlich, hilfsbereit, sympathisch - manchmal jedoch ein wenig verbohrt. Halt mit Ecken und Kanten. Dadurch bekommt jeder Darsteller des Buches einen eigenen, allerliebsten Charakter, den man einfach mögen muß. Man hat sofort das Gefühl, diese Leute schon länger zu kennen und ist sofort im Geschehen einbezogen. Die Geschichte selbst ist auf ihre Art sehr spannend, denn man fiebert mit Jan, Leevke, Sina und Co. sofort mit, ob alles so klappt, wie sie sich das so vorstellen. Der Humor kommt auch hier nicht zu kurz, ist stets vorhanden, jedoch nie aufdringlich oder albern. Sondern wohldosiert und niemals dümmlich. Dir Insel Föhr ist so liebevoll und genau beschrieben, daß man merkt, der Autor ist selbst Föhr-Fan und hat die Handlungsorte sehr genau recherchiert. Man sieht alles so vor sich, als wenn man selbst vor Ort wäre. Einfach toll gemacht.

Ich kann sagen, Janne Mommsen ist ein Autor mit Suchtfaktor. Dies ist nun mein sechstes Buch von ihm, und ich kann nicht sagen, welches mir das liebste ist. Denn sie sind alle für sich absolute Spitzenklasse!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Empfehlenswert

Schwarze Elbe
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Carola und Robert von Ahren leben mit ihrer 17jährigen Tochter Pauline ein glückliches, finanziell sorgloses Leben. Doch dann wird das Glück durch einen Umstand erschüttert, bei dem kein Geld der Welt ...

Carola und Robert von Ahren leben mit ihrer 17jährigen Tochter Pauline ein glückliches, finanziell sorgloses Leben. Doch dann wird das Glück durch einen Umstand erschüttert, bei dem kein Geld der Welt helfen kann: Pauline erkrankt an Leukämie, die Chemotherapie schlägt nicht an. Einzig ein Stammzellenspender kann helfen. Doch in der Datenbank findet sich niemand passendes. Die einzige Hoffnung sind die Carola und Robert. Doch Carola hat ein düsteres Geheimnis und um dies zu schützen, tut sie alles, was in ihrer Macht steht.... Ein neuer Fall für Kommissarin Lyn!

Dieser Krimi hätte eigentlich die Bezeichnung Thriller verdient. Er ist von Anfang bis Ende spannend, man kann als Leser einfach nicht aufhören und zu lesen und so kommt es, daß man dieses Buch "verschlingt". Was auch durch den tollen, fließenden Schreibstil der Autorin gefördert wird. Ich muß aber warnen: für sensible Gemüter ist hier so manche Szene drin, die wirklich brutal ist und bei der man selbst als hartgesottener Leser schlucken muß. Die Charaktere sind wirklich gut gezeichnet, so daß man mit ihnen mitfiebert und -zittert. Dazu die Dramatik um die Krankheit Leukämie, die hier vor Augen geführt wird. Hier wird nichts beschönigt und die Geschichte läßt den Leser doch nachdenklich zurück.

Eine absolute Empfehlung für alle, die gute Thriller/Krimis mögen!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Urlaub!

Krabbenbrot und Seemannstod
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Neuharlingersiel im tiefsten Winter. Im zugefrorenen Hafenbecken entdecken Postbote Henner und seine frisch zugezogene Nachbarin, Lehrerin Rosa, den Geschäftsführer der Krabbenschälfabrik ermordet auf ...

Neuharlingersiel im tiefsten Winter. Im zugefrorenen Hafenbecken entdecken Postbote Henner und seine frisch zugezogene Nachbarin, Lehrerin Rosa, den Geschäftsführer der Krabbenschälfabrik ermordet auf einer Eisscholle. Für die Kripo Wittmund ist der Täter schnell lokalisiert: Hauke Matthiesen, denn seine Frau soll ja ein Verhältnis mit dem Toten gehabt haben. Doch Dorfpolizist Rudi, Henner und Rosa ermitteln auf eigene Faust und kommen den fiesen Machenschaften der Krabbenindustrie auf die Schliche....

Dieser Krimi hat einen sehr hohen Unterhaltungswert! Ich habe das Buch förmlich verschlungen. Es ist unheimlich toll und flüssig geschrieben, spannend mit einer Prise norddeutschen Humor. Die Landschaft sowie die Einheimischen sind wirklich sehr authentisch beschrieben. Wenn der Norddeutsche nicht will, dann will er halt nicht - basta. Und genau das macht die Charaktere (genau wie im echten Leben) so sympathisch. Die Landschaft ist wirklich toll und wahr beschrieben. Man sieht Neuharlingersiel wirklich vor sich. Besonders authentisch wirkt das Buch durch den Dialekt, mit dem die Charaktere sich hier verständigen. Aber keine Sorge - man wird hier nicht totgesnackt, man versteht wirklich jedes Wort. Nebenbei lernt man noch die typisch norddeutsche Küche kennen mit Grünkohl und Pinkel und dem stets getrunkenen Grog (übrigens alles wirklich lecker!) Auch die Teezeremonie hat natürlich hier mal kurz ihren Platz. Bemerkenswert finde ich, daß der Leser hier noch einiges über die Machenschaften der ausländischen Krabbenfischer lernt. Da möchte man am liebsten nur noch frisch vom deutschen Kutter kaufen.

Ein Krimi, der mir sehr viel Spaß bereitet hat. Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung!





Veröffentlicht am 15.09.2016

Erfundenes vermengt mit Wahrheit - sehr gelungen

Die Steinheilerin
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Freising, 1590. Auch die Stadt Freising wird von der Hexenverfolgung nicht verschont. Die Hebamme und Kräuterkundige Brigitta wird beschuldigt, da der Apotheker in ihr eine große Konkurrenz sieht. Doch ...

Freising, 1590. Auch die Stadt Freising wird von der Hexenverfolgung nicht verschont. Die Hebamme und Kräuterkundige Brigitta wird beschuldigt, da der Apotheker in ihr eine große Konkurrenz sieht. Doch Gret, Brigittas "Lehrmädchen", will ihr mit allen Mitteln helfen. Sie sucht Hilfe beim Sohn des Tuchhändlers, Merten Behrend. Doch anstatt ihr zu helfen, macht er die Situation nur noch schlimmer. Sie entkommt knapp ihrer Verhaftung und flieht mit Jacob, einem Schuhmachergesellen. Doch Gret macht einen Fehler nach dem anderen. Kann sie ihrer Verhaftung dennoch entkommen?

"Die Steinheilerin" ist ein sehr gut und leicht zu lesender Roman. Hier wird eine fiktive Geschichte mit den Schriften von Hildegard von Bingen vermischt. Diese Stellen finde ich sehr interessant und auch lehrreich. Die Handlung ist spannend, ohne Hänger. Die Charaktere sind gut dargestellt und haben alle ein Eigenleben. Wobei es hier auch Charaktere gibt, über die man sich einfach nur aufregen kann.... Aber auch diese beleben die Geschichte ungemein. Sehr gut dargestellt wird hier die Hexenverfolgung mit ihrer Grausamkeit und der Begeisterung der Bevölkerung am denunzieren. Manchmal bleibt einem beim Lesen wirklich die Luft weg.

Alles in allem ein Buch, welches man mit Begeisterung liest.