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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.10.2025

Unglaublich berührend

Die Verlorene
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Lauras Großmutter Änne kam nach dem Krieg allein mit ihrer kleinen Tochter aus Schlesien nach Frankfurt. Sie hat ungern von der alten Heimat erzählt und keiner hat deshalb nachgefragt. Nach Ännes Tod finden ...

Lauras Großmutter Änne kam nach dem Krieg allein mit ihrer kleinen Tochter aus Schlesien nach Frankfurt. Sie hat ungern von der alten Heimat erzählt und keiner hat deshalb nachgefragt. Nach Ännes Tod finden Laura und ihre Mutter Ellen alte Dokumente und Fotos, die ihnen Rätsel aufgeben. Laura beschließt daraufhin, in den Geburtsort ihrer Großmutter zu fahren, der heute in Polen liegt. Sie findet tatsächlich den alten Gutshof der Familie, aber anstatt Antworten auf ihre Fragen zu bekommen, stellen sich immer neue Fragen. Als Laura endlich die Wahrheit über ihre Großmutter erfährt, muß sie feststellen, daß sie Änne eigentlich gar nicht richtig gekannt hat.

"Die Verlorene" von Miriam Georg ist ein ganz besonderes Buch. Das Thema Krieg und Vertreibung hat die Autorin in einer unglaublich betroffen machende Geschichte verarbeitet, die nach ihren Angaben ihren Ursprung in der eigenen Familie hat. Miriam Georgs Schreibstil hüllt die Leser ein und nimmt sie mit in eine andere Welt. Dabei ist es egal, ob sie die herrlichen Sommer in Schlesien beschreibt oder später die grausamen Kriegsjahre. Sie findet immer die passenden Worte. Die Handlungsweise einiger Menschen erscheint auf den ersten Blick manchmal merkwürdig, aber sie ist dann doch der Zeit geschuldet. Niemand von uns kann sich wohl annähernd vorstellen, was die Menschen erdulden mußten. Miriam Georgs Geschichte zeigt dies eindrucksvoll. Dieses Buch ist ein absolutes Muß für Leute, die an der deutschen Geschichte interessiert sind!

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Veröffentlicht am 21.10.2025

Eine richtig gute Geschichte

Little Germany - Der Geschmack von Freiheit
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New York 1904: Little Germany ist erstarrt in Trauer um die Toten der Katastrophe auf der "General Slocum". Auch Lissi und Julia hat das Schicksal nicht verschont, doch sie kämpfen um den Erhalt ihrer ...

New York 1904: Little Germany ist erstarrt in Trauer um die Toten der Katastrophe auf der "General Slocum". Auch Lissi und Julia hat das Schicksal nicht verschont, doch sie kämpfen um den Erhalt ihrer Bäckerei. Als immer mehr vertraute Menschen Little Germany verlassen, sehen die Freundinnen ein, daß auch sie einen Neuanfang wagen müssen. Sie eröffnen eine Confiserie am German Broadway und bald werden sie durch ihre internationalen Leckereien berühmt. Auch privat müssen sie Entscheidungen treffen, die ihr Leben stark verändern werden. Aber zum Glücklichsein muß man manchmal Mut beweisen.

Der zweite Teil der "Little Germany" Saga beginnt gleich mit der Tragödie auf der "General Slocum". Dadurch ist der Teil, der den Titel "Der Geschmack von Freiheit" trägt, zunächst von Trauer gezeichnet. Das erzählt die Autorin Maria Nikolai mit sehr bewegenden Worten. Auch den Kampf der Menschen um Normalität nach der Trauer beschreibt die Autorin einfühlsam. Die Handlung wirkt so natürlich und lebensnah, als wäre alles genau so gewesen und nicht erdacht. Obwohl mir der erste Teil vielleicht eine Spur besser gefallen hat, finde ich dieses Buch ganz hervorragend. Man vergisst beim Lesen schnell den eigenen Alltag und träumt sich in die neue Welt zu Anfang des jungen 20. Jahrhunderts. Für mich ist dieses Buch einfach sehr gelungen!

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Veröffentlicht am 15.10.2025

Düster und anders, als erwartet

All the Other Mothers Hate Me
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Das Ex-Partygirl Florence lebt pleite und alleinerziehend mit Sohn Dylon in London. Dylon ist ihr ein und alles. Als der gleichalte Alfie, Erbe eines Tiefkühlimperiums, spurlos verschwindet, gerät Dylon ...

Das Ex-Partygirl Florence lebt pleite und alleinerziehend mit Sohn Dylon in London. Dylon ist ihr ein und alles. Als der gleichalte Alfie, Erbe eines Tiefkühlimperiums, spurlos verschwindet, gerät Dylon unter Verdacht. Florence muß seinen Namen reinmwaschen, um ihn nicht zu verlieren. Jedoch glaubt sie selbst nicht ganz an seine Unschuld.

Sarah Harman hat mit "All the other mothers hate me" einen schwarzhumorigen Krimi geschrieben. Mit Florence hatte ich zunächst ein paar Probleme, sie handelte oft sehr oberflächlich und nicht so, wie man sich eine Mutter vorstellt. Chaos ist bei ihr vorprogrammiert. Dabei gibt sie für ihren Sohn alles und kämpft um ihn. Die Autorin schreibt mit einer gehörigen Prise schwarzem Humor, der Spaß bereitet. Spannend wird das Buch jedoch leider erst zum Ende hin, bis ca. zur Hälfte hin muß man einfach durchhalten. Es lohnt auf jeden Fall. Für mich befindet sich dieses Buch irgendwie genau zwischen Jugendkrimi und Erwachsenenkrimi. Man kann es schwer einordnen. Deshalb empfehle ich es für jede Altersgruppe!

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Schwedische Gemütlichkeit trifft Spannung

Knäckeblut
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Es ist Inas erster Winter in Smaland. Die Bewohner des Tingsmälahofes veranstalten einen Kunsthandwerkermarkt. Der Höhepunkt des Festes soll ein Weltrekordversuch des Glasbläsers Oskar sein. Doch der erscheint ...

Es ist Inas erster Winter in Smaland. Die Bewohner des Tingsmälahofes veranstalten einen Kunsthandwerkermarkt. Der Höhepunkt des Festes soll ein Weltrekordversuch des Glasbläsers Oskar sein. Doch der erscheint einfach nicht und bleibt auch Tage später noch verschwunden. Für Krimiöiebhaberin Ina ist die Sache klar: Ein Verbrechen ist geschehen! Nun muß sie ihren Beinahe-Schwiegersohn und Polizisten Lars nur noch davon überzeugen, daß er Ermittlungen aufnehmen soll. Als dann der Schlittenhundeführer Ingmar tot im Schnee gefunden wird und es in der Gegend zu kuriosen Einbrüchen kommt, kann Ina nicht anders: Sie ermittelt auf eigene Faust!

Der neue Krimi von Björn Berenz ist mal wieder sehr humorvoll. Der Titel "Knäckeblut" verspricht nicht zu viel: Es fließt Blut! Trotzdem ist dieser Krimi eine locker geschriebene Geschichte über das Leben in Schweden. Die Menschen sind auch im tiefsten Winter ganz entspannt und genießen das Leben in der Gemeinschaft ihres Seniorenhofes. Daß diese Gemeinschaft immer größer wird, dafür sorgen schon die Familienmitglieder der Hauptperson Ina. Die Geschichte verbreitet so eine Gemütlichkeit, daß man sich sofort auf den Weg nach Schweden machen möchte, um auch dabei zu sein. Der schwedische Sprachkurs wird im Buch sogar mitgeliefert. Und spannend ist dieser Krimi natürlich auch! Eben ein echter Wohlfühlkrimi!

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Vote for Renate

Ihr habt es gut, ihr habt ja mich
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Renate Bergmann wird gebraucht! Sohn Stefan benötigt im brandenburgischen Spreeweide Hilfe im Haushalt, denn Ehefrau Ariane muß ihrem Vater im elterlichen Betrieb helfen. Kaum in Spreeweide angekommen, ...

Renate Bergmann wird gebraucht! Sohn Stefan benötigt im brandenburgischen Spreeweide Hilfe im Haushalt, denn Ehefrau Ariane muß ihrem Vater im elterlichen Betrieb helfen. Kaum in Spreeweide angekommen, prangert sie bei Bürgermeister Brummer Mißstände an. Sein Kommentar: "Dann kandidieren Sie doch!" bringt Renate Bergmann auf den Plan. Sie kandidiert als Gemeinderätin. Geschickt mischt sie sich unter die Bewohner, um möglichst viel über das Dorf zu erfahren.

Renate Bergmann schmeißt in "Ihr habt es gut, ihr habt ja mich" ihren Hut in den Wahlkampfring. Wie gewohnt schreibt sie hier mit losem Mundwerk, was ihr alles so in Spreeweide passiert. Ihre Begegnungen mit Bürgermeister Brummer und den Dorfbewohnern sind einfach witzig. Dabei prangert sie Mißstände an, über die man ganz nebenbei nachdenklich wird. Renate packt an, so baut sie aus einer alten Telefonzelle eine Büchertauschstelle und auch so versucht sie, das Dorfleben ein wenig aufzumöbeln. Ihre Aktionen bringen hier Tiefgang ins Buch, wird hier doch versteckt aufgezeigt, was jeder selbst tun kann, ohne sich auf die Politiker zu verlassen. Gemeinsam mit ihren Freunden schafft sie einfach alles - und das auf ganz besonders liebreizende und sympathische Art. Nun kann man gespannt sein, was Renate noch so in Spreeweide anstellt. Ich bin schon sehr gespannt darauf!

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