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Veröffentlicht am 15.03.2017

Das Scherbenhaus

Das Scherbenhaus
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Inhalt:
Als Carlas Schwester Ellen, unter mysteriösen Umständen um Leben kommt, bietet sich ihr die Möglichkeit aus ihrer beschaulichen Heimatstadt Stade in das anonyme Berlin zu flüchten, denn Carla ...

Inhalt:
Als Carlas Schwester Ellen, unter mysteriösen Umständen um Leben kommt, bietet sich ihr die Möglichkeit aus ihrer beschaulichen Heimatstadt Stade in das anonyme Berlin zu flüchten, denn Carla erhält schon seit längerem bedrohliche Briefe und Fotos von einem Unbekannten.
In dem von ihrer Schwester entworfenem Haus fühlt sie sich sicher, das Save Haven verfügt über jede nur erdenkliche technische Spielerei um seine Bewohner vor der Außenwelt zu schützen.
Carla will herausfinden was wirklich mit ihrer Schwester geschah, deren Tod von der Polizei als Unfall zu den Akten gelegt wurde.

Meine Meinung:
Susanne Kliem hat mit dem Save Haven eine Umgebung geschaffen die nur auf den ersten Blick perfekt erscheint, das Haus soll seinen Bewohnern ein Gefühl von absoluter Sicherheit geben, nichts Böses soll von außen zu ihnen vordringen. Doch was wenn das Böse schon da ist?
Gemeinsam mit Carla lernen wir nach und nach die weiteren Bewohner des Hauses kennen und gemeinsam mit ihr spüren wir schon bald, das etwas nicht stimmt, das jeder ein Geheimnis hat, das sie zu einer verschworenen Gemeinschaft macht.
Mehr und mehr fühlt auch Carla die Gefahr der sie im Save Haven ausgesetzt ist.
Susanne Kliem hat es geschafft das ich die Atmosphäre im Haus und unter den Nachbarn fast körperlich spürte. Ihr Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, was mich über ein paar kleinere Längen hinwegsehen ließ.
Eines weiß ich gewiss und dieses Buch hat mich in meiner Einstellung noch bestärkt, niemals würde ich mein Hab und Gut und schon gar nicht meine Sicherheit einer Technik anvertrauen auf die andere zugreifen können.

Veröffentlicht am 24.02.2017

Die Prinzen

Die Prinzen
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Inhalt: Die Prinzen ist ein Sammelband und beinhaltet die drei Romane:
Der verschollene Prinz, zu dem ich schon früher eine Rezension geschrieben hatte.
http://lesenswertesausdembuecherhaus.blogspot.de/2015/07/der-verschollene-prinz-von-cs-pascat.html ...

Inhalt: Die Prinzen ist ein Sammelband und beinhaltet die drei Romane:
Der verschollene Prinz, zu dem ich schon früher eine Rezension geschrieben hatte.
http://lesenswertesausdembuecherhaus.blogspot.de/2015/07/der-verschollene-prinz-von-cs-pascat.html

Das Duell der Prinzen
und
Die Rückkehr des Prinzen

In den weiteren Geschichten lernen wir die Protagonisten noch besser kennen, ihre Gefühle, treten immer mehr zutage und der gemeinsame Kampf gegen Intrigen und Verrat, bindet Damen und Laurent mehr und mehr aneinander.

Meine Meinung:
Ich mochte schon den ersten Band, der veschollene Prinz und war davon überzeugt, das er nur der Auftakt zu einer fantastischen Trilogie sein könne und ich wurde nicht enttäuscht.
Die Autorin hat es geschafft die komplizierte Beziehung, Damens und Laurent in eine spannende und sehr interessante Geschichte zu verweben und obwohl Laurent als der undurchsichtige und vielleicht auch etwas zwielichtigere der Beiden erscheint, war er mir trotzdem sehr sympathisch auch wenn ich seine Handlungen nicht immer nachvollziehen konnte, etwas mehr Offenheit hätte ihm gut zu Gesicht gestanden. Damen ist der offenere der Beiden, er ist ein Kämpfer, rauh und selbstbewusst und beharrlich, konnte auch er meine Sympathie gewinnen.
Wer jetzt allerdings denkt, in diesem Buch ginge es vordergründig um die Beziehung zwischen Damen und Laurent verbrämt in einem Fantasyumfeld, der wird vielleicht etwas enttäuscht sein oder angenehm überrascht, das kommt auf die jeweilige Erwartungshaltung an.
Es geht um viel mehr, um politische Ränkespiele, Gewalt und Verrat und die Macht der Freundschaft.
Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen, das ist bei fast 900 Seiten sehr wichtig, nichts lässt mich ein Buch schneller abbrechen als ein zäher Stil, so interessant kann kein Thema sein.
Hier passt aber alles, ein guter Stil und ein spannende Handlung.
Daumen hoch und eine Leseempfehlung von mir.

Veröffentlicht am 28.01.2017

Operation Zagreb

Operation Zagreb
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Inhalt: Der Ermittler Bernie Gunther wird in Band 10 der Reihe beauftragt die Schauspielerin Daria Dresner zu finden und zu Goebbels zu schaffen, denn der Reichsminister möchte die Schauspielerin unbedingt ...

Inhalt: Der Ermittler Bernie Gunther wird in Band 10 der Reihe beauftragt die Schauspielerin Daria Dresner zu finden und zu Goebbels zu schaffen, denn der Reichsminister möchte die Schauspielerin unbedingt für einen Propagandafilm verpflichten und wenn der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda etwas möchte, dann wird ihm der Wunsch erfüllt, im Jahre 1942. Doch Daria stellt eine Bedingung, sie verlangt von Gunther, das er ihren Vater findet und so reist Bernie auf den Balkan, um dort festzustellen, dass Darias Vater ein Verbrecher der übelsten Sorte ist.


Meine Meinung:
Auch wenn Operation Zagreb der 10 Band der Reihe ist, es ist nicht zwingend erforderlich die vorigen Bände gelesen zu haben. Auf den ersten Seiten erfährt man alles wesentlich über Bernie Gunther, der als Sozi für die Nationalsozialisten arbeitet und so ziemlich alles dafür tut, um zu überleben. Kerr hält sich an keine chronologische Reihenfolge, so beginnt Operation Zagreb im Jahr 1956 an der französischen Riviera wo sich Gunther an die Ereignisse erinnert, die im Sommer 1942 beginnen und auch in der Geschichte springt der Autor immer mal wieder durch verschiedene Zeitebenen. Daran musste ich mich erst gewöhnen.
Kerr verarbeitet in seinem Roman ein Stück Zeitgeschichte, von dem ich zugegebener Maßen so gut wie nichts wusste, denn nicht nur die Nazis haben Gräueltaten begangen. Die faschistische kroatische Ustascha ermordete unzählige Juden und Serben, davon zu lesen ging mir schon ziemlich nah. Selten schaffen es Autoren das ich mich weiter informiere über das was sie in ihren Romanen schreiben, Philip Kerr ist hier wieder einmal eine Ausnahme.
Operation Zagreb hat darüber hinaus auch noch eine spannende Story, in der auch die Liebe nicht ganz zu kurz kommt. Kerrs Schreibstil lässt sich flüssig und leicht lesen und durch die Ich-Erzählung bekommt die Figur Gunther sehr schnell etwas Vertrautes. Ein Stil, der eine Nähe zur Hauptfigur schafft, alle anderen aber auf eine gewisse Distanz hält. Wer die klassischen Detektiv Geschichten z. B. mit Humphrey Bogart kennt, kann sich sicher vorstellen was ich meine.
Operation Zagreb ist sicher keine einfache Lektüre aber auf jeden Fall lesenswert.

Veröffentlicht am 27.01.2017

Sweetgirl

Sweetgirl
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Inhalt:
Auf der Suche nach ihrer drogensüchtigen Mutter findet die sechszehnjährige Percy im Haus des Dealers Shelton ein vernachlässigtes, halb erfrorenes Baby. Kurzerhand nimmt sie die kleine Jenna mit ...

Inhalt:
Auf der Suche nach ihrer drogensüchtigen Mutter findet die sechszehnjährige Percy im Haus des Dealers Shelton ein vernachlässigtes, halb erfrorenes Baby. Kurzerhand nimmt sie die kleine Jenna mit um sie in ein Krankenhaus zu bringen. Unterstützung bekommt sie von Portis einem Nachbarn Sheltons und ehemaligem Geliebten ihrer Mutter, gemeinsam machen sie sich auf den Weg durch den schlimmsten Schneesturm seit langem, aber nicht nur das Wetter ist ihr Feind, Shelton hat das Fehlen des Babys bemerkt und setzt alles daran es wiederzufinden und Shelton ist nicht nur ziemlich dämlich sondern auch gefährlich.


Meine Meinung:
Sweetgirl ist mehr als die Geschichte einer Flucht durch den eisigen Winters Michigans, das wäre leicht abgehandelt und genauso schnell wieder vergessen wie das Buch gelesen. Sweetgirl ist eher die Geschichte vom Erwachsen werden, davon wie viel Verantwortung ein junges Mädchen für sich und für andere übernehmen kann und soll. Percy steht für viele Kinder drogensüchtiger Eltern, sie vertuschen und gauckeln ihrer Umwelt, den Lehrern, Nachbarn und Freunden vor, das ihr Leben völlig normal verläuft, so wie Percy es gegenüber ihrer älteren Schwester tut, die mit ihrem Mann weggezogen ist und ihre kleine Schwester gern bei sich aufnehmen würde, gleichzeitig aber auch die Augen verschließt vor dem was eigentlich offensichtlich ist, die Mutter hat den Ausstieg aus den Drogen nicht geschafft und Percy muss die Rolle der Erwachsenen übernehmen. Das dieses Mädchen es schafft nicht selber abzurutschen sondern im Gegenteil den Mut aufbringt die kleine Jenna (Sweetgirl) zu retten. Das hat mich nachhaltig beeindruckt und mir wieder einmal klar gemacht, wie viel Schutz Kinder eigentlich brauchen, mögen sie noch so erwachsen erscheinen.
Travis Muhlauser hat einen sehr angenehmen Schreibstil, seine Beschreibungen der Örtlichkeiten und besonders des Wetters, sind grandios fast meinte ich die Kälte zu spüren unter der besonders die kleine Jenna so zu leiden hatte.
Seine Protagonisten sind, soweit ich das beurteilen kann, authentisch, sie passen in das Milieu und zu dem was Ausstehende sich so vorstellen.
Einzig den skurrilen Humor, der so oft angesprochen wurde wenn ich von dem Buch hörte oder las, habe ich vermisst aber Humor ist wie so vieles ja eine ganz persönliche Sache.
Insgesamt vergebe ich für das Buch eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 24.01.2017

Sagredo

Sagredo
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Inhalt: Etwas Böses geht um in dem kleinen spanischen Örtchen Sagredo. OK ganz so reißerisch ist das Buch an sich nicht.
Den Wissenschafter Ilja verschlägt es nach Sagredo, in dem 32 Einwohner Dorf lernt ...

Inhalt: Etwas Böses geht um in dem kleinen spanischen Örtchen Sagredo. OK ganz so reißerisch ist das Buch an sich nicht.
Den Wissenschafter Ilja verschlägt es nach Sagredo, in dem 32 Einwohner Dorf lernt er die junge Marisol kennen, die ihren Urlaub im Haus ihrer Tante verbringt. Ilja lässt sich von Marisol überreden, ein altes verlassen Haus zu erkunden in dem sie die Tagebücher Chillas finden, einer jungen Frau die in den 70er Jahren in Sagredo lebte und plötzlich verschwand. Als es in dem Dorf zu mehreren Todesfällen kommt, erkennen Marisol und Ilja das sie Chillas Schicksal aufklären müssen um weiteres Unglück zu verhindern.

Meine Meinung: Ich schrieb ja schon, das Buch ist nicht reißerisch, der Autor Alexander Drews spart sich allzu blutige Details und übermäßige Gewaltausbrüche, er spielt eher mit der Vorstellungskraft seiner Leser und das macht er gut. Sagredo erinnert an die Schauergeschichten aus früheren Zeiten ohne dabei altbacken zu sein. Drews Schreibstil ist modern und lässt sich leicht und flüssig lesen, die Spannung baut sich langsam auf um in einem großartigen Finale zu enden.
Nachdem Sagredo das zweite Buch des Autors ist, das ich gelesen habe, weiß ich das Alexander Drews eine Vorliebe für Spanien hat, ohne das Land und seine Geschichte durch die rosarote Brille zu sehen, das hat mir ausnehmend gut gefallen, ich habe Stichprobenartig die Fakten nachgeprüft und soweit ich das beurteilen kann, hat Drews sehr gut recherchiert.
Ich mag es wenn mir Unterhaltungsliteratur ganz nebenbei auch noch etwas beibringt.
Ich habe nur einen Kritikpunkt, der allerdings nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun hat: Das Cover, gefällt mir überhaupt nicht, es ist leider kein Hingucker und sollte bei einer Neuauflage auf jeden Fall ausgetauscht werden.
Für das Buch gebe ich eine absolute Leseempfehlung.