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Veröffentlicht am 03.03.2025

Weißte alles, weißte nichts

Poppers - Das Handbuch zur schwulen Sex-Droge
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33 / 100
Um das Prinzip der „Legal Highs“ ranken sich einige Mythen und trotz ihrer Verbreitung sind Anwender heute fast genauso schlau wie vor 20 Jahren.

Dass das Buch schon zwei Jahrzehnte auf dem Buckel ...

33 / 100
Um das Prinzip der „Legal Highs“ ranken sich einige Mythen und trotz ihrer Verbreitung sind Anwender heute fast genauso schlau wie vor 20 Jahren.

Dass das Buch schon zwei Jahrzehnte auf dem Buckel hat, wird stilistisch als auch inhaltlich deutlich. Dass eine Produktpalette abgebildet ist, die in dieser Form eigentlich nicht mehr existiert – nun ja. Dass es eigentlich keinerlei wissenschaftlichen Mehrwert oder Konsens gibt – was soll das dann?

Im Buch gibt es lange Interviewpassagen, die sich nur peripher um das Hauptthema drehen – und wenn, dann nur mit schwammigen Formulierungen wie „Mir gefällt das“, „Mir gefällt das nicht“, „Ich habe gehört, dass...“ und „Ich glaube, dass...“. Fundierte Analysen, die wirklich Aufklärung gebracht hätten? Fehlanzeige. Selbst wenn klar wird, dass auf Herstellerseite niemand offen reden möchte, hätte man diese sehr wahllos zusammengeschriebene Oberflächlichkeit auch gleich sein lassen können.

Ich nehme an, dass es damals wie heute ungefähr keinen der Anwender interessiert, ob man mit dem Zeug den Videokopf seines Recorders sauber bekommt. Also: Wenn Infos gesucht werden, wendet man sich dann doch lieber an einschlägige bzw. unabhängige Seiten im Netz. Dieses heftartige Buch hilft mittlerweile jedenfalls gar nicht mehr weiter.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

Was vom Nichts bleibt

Vier minus drei
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70 / 100
Wie macht man weiter mit und in einem Leben, dessen wichtigste Puzzleteile einem plötzlich entrissen werden? Mit einer für die allermeisten Menschen unvollstellbaren Situation sah (und sieht) ...

70 / 100
Wie macht man weiter mit und in einem Leben, dessen wichtigste Puzzleteile einem plötzlich entrissen werden? Mit einer für die allermeisten Menschen unvollstellbaren Situation sah (und sieht) sich Barbara Pachl-Eberhart konfrontiert und nutzte diese Form der Energie zum Verfassen eines autobiografischen Buchs.

Wer sich mit dem Schicksal der Familie beschäftigt hat, kann einigermaßen nachvollziehen, welche Schwere die Ereignisse mit sich gebracht haben müssen. Die Autorin lässt die Lesenden an ihrer Trauer, ihren Versuchen der Bewältigung und ihrer Sicht auf die Menschen um sie herum teilhaben. Dabei sind einige Passagen augenöffnend, insbesondere jene, in denen ihr bewusst wird, dass sie zwar vielleicht das meiste Leid abbekommen hat, jedoch nicht nur sie allein davon betroffen ist. Auch die Abschnitte kurz nach dem Ereignis (vor allem im Krankenhaus) gehen an die Substanz.

Leider ist das Buch nicht chronologisch verfasst; häufig wird zwischen Zeitpunkten hin- und hergesprungen, was das Folgen der menschlichen Entwicklung erschwert. Zudem werden ein paar Sachverhalte nur kurz angeschnitten und nicht weiter ausgeführt (etwa, dass sie keinen Kontakt zu ihren Schwiegereltern mehr hat). Bis zur letzten Seite habe ich da irgendwie noch auf einen Fingerzeig gehofft, leider vergeblich.

Nichtsdestotrotz ist auch das wieder ein Buch, das über alle Maßen Dankbarkeit üben lässt.

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Veröffentlicht am 20.11.2024

Überhöhte Melancholie der überkreativen Nische

Das All im eignen Fell
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65 / 100
Twitter, in der geschilderten Form seit einigen Monaten de facto nicht mehr existent, war ein Nährboden für technisch erzwungen kurze Texte.

Im ersten Teil präsentiert der Autor einige seiner ...

65 / 100
Twitter, in der geschilderten Form seit einigen Monaten de facto nicht mehr existent, war ein Nährboden für technisch erzwungen kurze Texte.

Im ersten Teil präsentiert der Autor einige seiner eigenen Kreationen, darunter manche, die zum längeren Nachdenken einladen und nicht nur schrägen Humor darstellen.
Im zweiten Teil zeigt er Relikte weiterer User:innen und zieht Parallelen zu anderen schriftstellenden Personen aus verschiedenen Literaturepochen. Hier findet dann auch die titelgebende Überhöhung statt, denn Clemens Setz scheint mitunter derart besessen von mutwillig fehlerbehafteten Kurznachrichten zu sein, dass mir sein bedingt objektiver Blick auf die Twitterpoesie als solche abhandengekommen zu sein scheint. Insbesondere die Konstrukte des Computerfan2001 finden bei ihm aus (für mich) kaum nachvollziehbaren Gründen in geradezu utopischem Maße Anklang.

Überhaupt ist der zweite Teil nur von sehr wenigen Twitteraccounts geprägt, die unter keinen Umständen ein adäquates Schema für die Humornote der unzähligen anderen Tweets sein können. Das mag auch nicht der Anspruch sein, doch etwas mehr einordnende Substanz hätte dem Buch spätestens an dieser Stelle gutgetan.

Es ist aus meim Blick leider zu wenig Inhalt für 1 so hohen Kaufpreis.

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Veröffentlicht am 20.11.2024

Quiz for your life

Steh bei Jauch nicht auf dem Schlauch!
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67 / 100
Peter Wiesmeier, seit Anbeginn der Fernsehquizgeschichte von ebenjenem fasziniert, nimmt uns in diesem Buch mit auf seiner Reise durch die buntesten TV-Quizformate und erzählt einige Anekdoten ...

67 / 100
Peter Wiesmeier, seit Anbeginn der Fernsehquizgeschichte von ebenjenem fasziniert, nimmt uns in diesem Buch mit auf seiner Reise durch die buntesten TV-Quizformate und erzählt einige Anekdoten aus dem Sendungsablauf, vom Hinter-den-Kulissen-Stehen und von Begebenheiten, die in der Zwischenzeit geschahen.

Als Werbetexter durchaus geübt darin, den richtigen Ton an der richtigen Stelle im Text zu treffen, beschreibt er seine Erfahrungen sehr lebhaft und mit viel, bisweilen auch derbem Humor. Dabei gelingt ihm das Kunststück über den Grat zwischen Sarkasmus und Boshaftigkeit zu wandeln, ohne nennenswert die Balance zu verlieren.

Dass ihm bei WWM nun besonders wenig Zeit und Gelegenheit für seinen Charakter gegeben war (und er sich später eine Klage von Herrn Jauch selbst eingefangen hat), mag vor diesem Hintergrund eine besondere Bitternote darstellen. In jedem Fall eine nette, unterhaltsame Zeitreise für zwischendurch, die mit ein paar Sendungsbildern garniert ist.

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Veröffentlicht am 15.11.2024

Ein knapper Erfahrungsbericht

Zugunglück von Eschede überlebt: Mein schwerer Weg zurück ins Leben
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64 / 100
Das ICE-Unglück von Eschede übt eine morbide Faszination auf mich aus, weswegen ich seit einiger Zeit Bücher aller Art zu diesem Thema lese.

Natürlich gehört dann mit Udo Bauch auch eines der ...

64 / 100
Das ICE-Unglück von Eschede übt eine morbide Faszination auf mich aus, weswegen ich seit einiger Zeit Bücher aller Art zu diesem Thema lese.

Natürlich gehört dann mit Udo Bauch auch eines der bekanntesten Unfallopfer in diese Sammlung. Vor über 20 Jahren schrieb er zum ersten Mal ein Buch über seine Erfahrungen, schildert seine alten und neuen Lebensumstände, berichtet von Schwierigkeiten in Bezug auf das Management der Deutschen Bahn, erzählt von der Intensivierung seines Glaubens.

Allein: Auf exakt 100 Seiten (inkl. Schwarz-Weiß-Fotografien) ist es nahezu unmöglich ein Bild von ihm, seinem Leben und seinem Schicksal zu bekommen, das über die Grundrisse hinausgeht. Ebenso wiederholt er einige Aspekte (was auch daran liegen mag, dass er das Buch nicht unmittelbar am Stück verfasst hat) und sein Ton bzw. seine Ausformulierungen wirken mitunter sehr plump. Darüber werde ich mir ein Urteil allerdings verbieten, denn ich kann die Lage, in der er sich befand und befindet, nicht nachfühlen.

Anlässlich des 25. Jahrestags des Unfalls hat er noch ein zweites, offenbar deutlich umfangreicheres Buch geschrieben (das selbstverständlich auch bei mir liegt). Dazu werde ich dann wohl demnächst kommen und darauf hoffen, dass sich das Puzzle seiner Berichte dadurch vervollständigt.

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