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Veröffentlicht am 27.05.2017

Der Hochzeitsring

Glückssterne
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Der turbulente und humorvolle Roman von Claudia Winter erzählt die Geschichte von Josefine Sonnenthal, einer jungen und erfolgreichen Anwältin. Sie steht kurz vor der Hochzeit mit ihrem Kollegen Justus, ...

Der turbulente und humorvolle Roman von Claudia Winter erzählt die Geschichte von Josefine Sonnenthal, einer jungen und erfolgreichen Anwältin. Sie steht kurz vor der Hochzeit mit ihrem Kollegen Justus, dem nach der Eheschließung die Beteiligung an der Kanzlei prophezeit wird. In Josefines Familie gibt es einen ganz speziellen Ring, der den Frauen aus der Familie Glück bringen soll. Alle Ehen, bei denen die Braut dieses Erbstück nicht getragen hat, sind in die Brüche gegangen. Während der Hochzeitsvorbereitungen erfährt Josefine, dass ihre Cousine Charlie, das schwarze Schaf der Familie, mit einem schottischen Musiker durchgebrannt ist - im Gepäck das Schmuckstück. Daraufhin entzieht ihre abergläubische Großmutter Josefine den Ehesegen. Wutentbrannt reist sie ihrer Cousine hinterher und gerät schon im Flugzeug an den gutaussehenden Schotten Aidan, der immer wieder ihren Weg zu kreuzen scheint....

Nachdem man den Klappentext liest, ahnt man natürlich schon, wie diese Geschichte ausgehen wird. Nichtsdestotrotz sind die vierhundert Seiten bis dahin voller Humor und Herzblut geschrieben. Hier hat man eindeutig einen Wohlfühlroman in den Händen, der gut unterhält und das Herz erwärmt.
Mit Josefine lernt man aber keineswegs eine romantische Protagonistin kennen, sondern eine pragmatisch veranlagte junge Frau, die ihr Leben gerne plant und in geordneten Bahnen lebt. Da kommt ihr die kurz vor der Hochzeit ungeplante Reise nach Schottland alles andere als gelegen. Mit Überraschungen kann die manchmal auch tollpatschige Josie nur schwer umgehen, doch kaum angekommen wartet bereits die Erste auf sie. Im Hotel, das sie gebucht hat, erwarten sie ihre Großtanten Lieselotte und Brigitte, kurz genannt Li und Bri, die sie auf ihrer Reise begleiten wollen. Die 73jährigen Zwillingsschwestern sind unzertrennlich und trotzdem total verschieden. Die Neckereien und Reibereien der Beiden mischen das Leben von Josie und in der Folge auch den Roman gehörig auf. Sie bringen Schwung in die Geschichte und beweisen, dass man auch im hohen Alter noch jede Menge Spaß haben kann.
Mit Josefine hatte ich anfangs kleine Schwierigkeiten, denn sie ist so überhaupt kein spontaner Mensch und lebt ihr bereits "vorgefertigtes" Leben. Sie ist eindeutig ein "Kopfmensch" und manchmal kam sie mir wie eine Spaßbremse vor, die jedoch von einer unglücklichen Situationen in die nächste gerät.
Aber auch der gutaussehende und anfangs nervende Schotte, der Josefine immer wieder über den Weg läuft und ihr aus einigen Schwierigkeiten hilft, entpuppt sich langsam als sympathischer Kerl und Retter in der Not, der mehr mit Josefine gemeinsam hat, als die Beiden denken. In einem etwas anderen Roadtrip machen sich Josefine, Aidan, Li und Bri gemeinsam auf und versuchen Charlie und ihren Musiker ausfzuspüren. Diese Reise voller Hindernisse wird für Josefine am Ende eine Reise zu sich selbst.

Die sympathischen Charaktere, witzige Dialoge und ein paar überraschende Wendungen ließen mich über ein bisschen viel Klischee und unglaubwürdige Zufälle hinwegsehen. Und am Ende gibt es noch ein paar Rezepte, unter anderem auch die titelgebenden Glückssterne.

Schreibstil:
Claudia Winter hat einen sehr spritzigen Schreibstil, der mit einer Prise Humor gewürzt und mit etwas Romantik vermischt wurde.
Die bildhaften Beschreibungen des Schauplatzes hat die Autorin wunderbar eingefangen, auch wenn der sprichwörtliche Dauerregen in den schottischen Highlands normaler Weise eine trübe Stimmung aufkommen hätte lassen können. Trotzdem war die Beschreibung der Handlungsorte perfekt.

Fazit:
Ein witzig-spritziger Wohlfühlroman mit bildhaften Beschreibungen aus Schottland. Etwas vorhersehbar und klischeehaft, aber für einen lauen Leseabend auf der Terrasse, kombiniert mit einem Schuss schottischen Whisky perfekt. Zum Abtauchen und Träumen.

Veröffentlicht am 27.05.2017

Von Geheimnissen, Verlust und Verrat

Seelendunkel
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Der Klappentext zu diesem Psychothriller hat mich wahrlich angesprochen und deshalb freute ich mich umso mehr, als ich dieses Buch in meiner Bücherei entdeckt habe. Die Autorin ist mir noch unbekannt und ...

Der Klappentext zu diesem Psychothriller hat mich wahrlich angesprochen und deshalb freute ich mich umso mehr, als ich dieses Buch in meiner Bücherei entdeckt habe. Die Autorin ist mir noch unbekannt und so ging ich gänzlich unvoreingenommen an den Roman heran.

Die Geschichte startet rasant mit dem Verschwinden der 3-jährigen Sophie. Jill Lassiter, die Mutter des Mädchens, hat sie nur kurz aus den Augen gelassen, um einer anderen Frau zu helfen. Nachdem die Polizei gerufen wird, taucht Sophie jedoch wieder auf. Alle sind froh und glücklich, dass das kleine Mädchen wieder gesund und munter zurückgekommen ist, nur ihre Mutter bleibt wachsam. Und trotzdem geschehen in den darauffolgenden Wochen einige ungewöhnliche Dinge im Lassiterhaus: umgeschmissene Blumentöpfe, offene Fenster oder durchwühlte Schränke - Dinge, die man bemerkt, aber eher abtut und an sich selbst zweifelt. Doch es gibt eine Person, die auf Rache sinnt und diese hat bereits eine Möglichkeit gefunden, sich Zutritt zum Haus zu verschaffen....und sie ist geduldig. Drei Monate nach dem ersten Verschwinden liegt die kleine Sophie plötzlich nicht in ihrem Bettchen, als sie ihre Mutter frühmorgens aufwecken möchte. Das ist der Beginn eines Alptraumes.....

Nach diesem dramatischen Einstieg lässt die Spannung allerdings ziemlich nach, jedoch benötigt der Leser diesen Abschnitt, um die Personen näher kennenzulernen. Die Autorin geht dabei besonders auf die Gefühle und Emotionen der Eltern ein und auf die darauffolgenden Spannungen und Schuldzuweisungen. Die sehr einseitige Ermittlung der Polizei, die sich eindeutig auf das Elternpaar fokusiert und die nicht besonders geglückte Pressekonferenz tun das Übrige. Die Lassiters werden auf Schritt und tritt von den Medien verfolgt und von den Menschen in ihrem Umfeld verurteilt. Der Fokus beginnt sich mit der Zeit immer mehr auf Jill zu richten, die durch ihre eher kühl wirkende Art nicht die Herzen der Zuschauer und der Ermittler gewinnt.
Die Emotionen und Gefühle, die vorallem die Mutter durchmachen muss, sind hervorragend und sehr bewegend geschildert. Ehrliche Gefdanken über Erziehung und Ehe, sowie den Schmerz des Verlustes und des Verrates werden so real und intensiv beschrieben, dass mich der Thriller in seinen Bann hielt.
Generell lebt die Geschichte von den unterschwelligen Gefühlen, Vorwürfen, Geheimnissen und Vorurteilen. Die Autorin zeigt auf, wie schnell wir mit einer vorgefertigten Meinung bei der Hand sind und Menschen verurteilen, die wir kaum kennen. Viel zu selten hinterfragen wir Dinge und nehmen sie als gegeben hin.

Obwohl man schon sehr früh weiß, wer hinter der Entführung steckt, (was doch einige Leser sehr gestört hat, wie ich aus einigen Rezensionen herauslesen konnte) erfährt man erst nach und nach die Hintergründe dazu. Und man lernt auch diese Person und ihre Art zu denken besser kennen. Hier hat der Leser den Vorteil, denn die Polizei und die Eltern tappen völlig im Dunkeln.
Ab der Hälfte des Buches beginnt der Spannungsbogen wieder kontinuierlich anzusteigen. Die Autorin hat einige überraschende Wendungen eingebaut, die mich an den Seiten kleben ließen. Mit einem runden Abschluss undeinem schlüssigen Ende klappte ich das Buch zufrieden zu.

Schreibstil:
Die Autorin hat einen flüssigen Schreibstil, der sich besonders durch die grandios beschrieben Emotionen der Charaktere hervorhebt. In abwechselnden Handlungssträngen, die tief in das Seelenleben der drei Hauptprotagonisten blicken lassen, erleben wir ein Auf und Ab an Gefühlen.

Cover:
Die englischsprachigen Cover sagen mehr über den Inhalt aus, als das deutsche, trotzdem spricht es mich mehr an.
Von den beiden Originalcover (links Taschenbuch, rechts Hardcover) gefällt mir eindeutig das linke Cover besser als das rechte, da es auch für ein anderes Genre passend wäre. Das linke Bild, das durch das Abwenden und "weggehen" von Mutter und Tochter eher mit dem Inhalt zu identifizieren ist, spricht mich hier eindeutig mehr an.

Fazit:
Mir hat dieser Thriller, obwohl man den Täter sehr früh weiß, was auch beabsichtigt ist, sehr gut gefallen. Denn hier spielen vorallen die Emotionen und Geheimnisse, die alle Beteiligten haben, eine große Rolle und lassen die Spannung ansteigen. Einige überraschende Wendungen und ein schlüssiges Ende runden diesen Thriller perfekt ab.

Veröffentlicht am 23.05.2017

Der Dornengarten

Der Dornengarten
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Ich habe die KLappenbroschur gelesen! (die findet man hier leider nicht)

Ich muss zugeben, dass mir eine Rezension zu diesem Buch sehr schwer fällt. Die richtigen Worte zu finden und die Aussage dieses ...

Ich habe die KLappenbroschur gelesen! (die findet man hier leider nicht)

Ich muss zugeben, dass mir eine Rezension zu diesem Buch sehr schwer fällt. Die richtigen Worte zu finden und die Aussage dieses Romans wiederzugeben, ist hier wirklich nicht einfach. Ich hatte mir etwas ganz anderes vorgestellt...eine Geschichte, ähnlich den historischen Romanen, die ich bis jetzt gelesen habe und wurde absolut überrascht.

Leider hatte ich zu Beginn einige Schwierigkeiten in das Buch zu finden. Der Schreibstil der Autorin ist besonders, die Geschichte so gänzlich anders, als alles was ich bisher gelesen habe. Doch nach den ersten hundert Seiten bekam ich das Gefühl für die Sprache und die Atmosphäre und habe den Rest in einem Rutsch durchgelesen. Und das ist gar nicht einfach, denn für dieses Buch benötigt man Zeit und Muße!
Für einen Vielleser, wie mich, nicht so einfach ;) Doch für manche Schätze muss man sich diese Zeit nehmen.
Obwohl ich bereits einige christliche Bücher gelesen habe, überraschte mich der religiöse Hintergrund des Romans. Dieser findet sich aber vorallem zu Beginn der Erzählung. Unsere Protagionistin Maria von Eschweih lebt total zurückgezogen auf einem heruntergekommen Gutshof. Als uneheliches Kind wurde sie von den Menschen im Dorf ausgestoßen und nach dem Tod ihrer Mutter von ihrem strenggläubigen Onkel aufgezogen. Der weltfremde Priester lehrte Maria zwar das Lesen, Schreiben und fremde Sprachen, aber vorallem lebte er ihr seine religiöse Lehre vor, die alles Schöne und Weltliche verbannt. Sie wächst in emotionaler Kälte und Isolation auf. Im Haus regierte alleinig der Gott des Zornes und der Askese und nicht der Gott der Liebe, der vergibt. Als Marias Onkel stirbt ist sie jedoch bereits gefangen in einer Welt, in der es nur Schuld, Sühne und Verdammnis gibt....

Die Anzahl der Figuren ist beschränkt. Die Autorin konzentriert sich auf Maria und später auch auf Herwigh. Durch die Ich-Perspektive der Hauptprotaginistin, erleben wir ihre Gefühle und Gedanken hautnah mit. Diese waren nicht immer für mich verständlich, denn Maria ist in einer düsteren Welt gefangen, in der sie unfreiwilig aufgewachsen ist. Sie hat dieses vorgegebene Weltbild nie in Frage gestellt und sich immer als Sünderin und Verdammte gesehen. Männer sind für sie raue Gesellen, die Frauen nur schänden wollen.
Durch den Restaurator Herwegh kommt erstmals ein nicht gottesfürchtiger Mann auf den Gutshof, dem noch dazu kein guter Ruf voraus eilt. Er soll ein Fresko in der Kapelle restaurieren, das den Fortbestand von Marias Erbe sichern soll. Für vierzig Tage lebt er auf dem Gutshof, gerade so lange bis das Bild wiederhergestellt ist. Maria erstarrt in Furcht vor dem Mann.

Mit Marias Gedanken und Handlungen tat ich mir schwer. Ich konnte vieles nicht nachvollziehen, doch mit der Zeit erfährt man, warum sie sich mit diesen Überlegungen auseindersetzt. Man hofft, dass sie sich aus dieser Welt, die sie gefangen hält, endlich befreien kann. Herwegh macht sie mit den Lehren des Philosophen David Hume bekannt und lernt durch ihn ein völlig neues Weltbild kennen. Doch jahrzehntelange "Gehirnwäsche" lässt sich nicht so schnell verbannen...
Die Atmosphäre ist bedrückend und trostlos. Die Einsamkeit, die von Maria ausgeht, ist spürbar. Nur langsam beginnt sie sich der Außenwelt zu öffnen und ihr Denken zu ändern. Aber auch Herwegh ist ein verschlossener Mann mit Vergangenheit. Hinter seinen rauhen Schale versteckt sich ein guter Mensch, der jedoch die christliche Lehre ablehnt und sich mehr der philosphischen Gedankenwelt eines David Hume zuwendet. Zu dieser Zeit sind jedoch Religion und Wissenschaft nicht wirklich vereinbar.

Die christlichen Werte und die philosophischen Ansichten eines David Hume sind die Eckpfeiler der Geschichte. Die Fragen nach dem "Wer bin ich?" und "Wohin gehe ich?", wie auch der Aspekt, ob sich der Mensch wirklich ändern kann, sind allgegenwärtig. Auch die Vergangenheit spielt eine große Rolle und ebenso Vorurteile gegenüber anderen Menschen. Einordnen lässt sich dieser vielschichtige Roman schwer, da er genreübergreifend ist, aber der Kern ist eindeutig historisch.
Wer hier Romantik sucht, wird sie nicht finden. Wer aber etwas ganz Besonderes lesen will, der ist mit "Der Dornengarten" gut beraten.
Warum trotzdem keine fünf Sterne? Die anfänglichen Startschwierigkeiten waren doch massiv und Marias Gedanken konnte ich nur schwer nachvollziehen. Erst wenn man sich auf die Geschichte einlässt, fühlt man das Besondere dara.


Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist einzigartig. Er ist der Zeit angepasst, jedoch sprachgewaltig und voller Emotionen. Man spürt Marias Zweifel, ihre Einsamkeit und die Unsicherheit. In sehr poetischen Worten und gänzlich anders, als ich es kenne, erzählt Eva Wahrburg hier eine Geschichte, die noch lange nachhallt. Man muss sich darauf einlassen und falls man, wie ich, anfangs Schwierigkeiten damit hat, nicht zu schnell aufgeben.

Fazit:
Ein ungewöhnlicher Roman, der mich nach anfänglichen Startschwierigkeiten, gefangen genommen hat. Die Geschichte ist vielschichtig, poetisch und düster. Man muss sich auf diese Geschichte einlassen können und sich Zeit für den Roman nehmen.

Veröffentlicht am 20.05.2017

Von Trommelweibern und Flinserln

Letzter Fasching
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Bewertung: 4 1/2 Sterne

Endlich wieder ein neuer Gasperlmaier! Hat man einmal an dieser humorvollen Reihe Blut geleckt, fiebert man jedem neuem Buch entgegen. Der schrullige und eher unbeholfene Gasperlmaier, ...

Bewertung: 4 1/2 Sterne

Endlich wieder ein neuer Gasperlmaier! Hat man einmal an dieser humorvollen Reihe Blut geleckt, fiebert man jedem neuem Buch entgegen. Der schrullige und eher unbeholfene Gasperlmaier, der im letzten Band die Nachfolge von Friedrich Kahlß als neuer Postenkommandant übernommen hat, steckt diesmal ganz schön in der Klemme.
In Band sechs treibt es der Autor nämlich bunt, denn es steht das letzte Faschingswochenende vor der Tür. In Bad Aussee wird die fünfte Jahreszeit groß gefeiert. Ein anonymer Brief, indem gedroht wird, dass ein Trommelweib ermordert wird, trübt jedoch die Stimmung. Besonders beim Franz, denn der Gasperlmaier muss deswegen inkognito in der Kleidung eines Trommelweibes mitmarschieren, dabei hat er mit all dem Rummel so gar nichts am Hut. Und wie soll er alleine eine Gruppe von Männern in Frauenkleidung und Gesichtslarve kontrollieren? Die vielen Schnäpse tun das Übrige und so trifft auch das ein, was er befürchtet hat: Ein erstochenes Trommelweib liegt vor der öffentlichen Toilette. Es ist Kurt Sagleitner, der im Bio-Hotel als Chefkoch arbeitet. Bei den Nachforschungen stoßen Gasperlmaier und seine Kollegin Manuela auf dubiose Geschäfte des Haubenkochs. Doch diese sind nicht die einzigen Spuren. Somit gibt es jede Menge Verdächtige, vorallem rund um das örtliche Treiben während des Faschingsumzuges. Die "Vernehmungen" gestalten sich zunehmend schwierig, wo doch kaum jemand mehr nüchtern anzutreffen war. Gott sei Dank hat der Franz wieder Hilfe von der Frau Doktor, Chefinspektorin Renate Kohlross, die aus dem Karenz zurückkehrt und bei den Ermittlungen hilft. Da überschlagen sich die Ereignisse und eine weitere Leiche wird gefunden.....

Wie gewohnt erzählt der Autor in seiner Reihe rund um Franz Gasperlmaier seine Geschichte mit viel Lokalkolorit und Humor. Hungrig sollte man aber bei den Krimis von Herbert Dutzler nicht sein! Gasperlmaiers liebste Beschäftigung ist die Pause, die er vorallem mit einer zünftigen Jause oder einem schmackhaften Mittagessen, verbringen möchte. Auch private Einblicke in das Leben des neuen Postenkommandanten und seiner Familie werden wieder in die Geschichte miteinbezogen. Vorallem seine Frau Christine und Tochter Katharina sind immer wieder präsent. Die Dialoge zwischen Gasperlmaier und der Frau Doktor sind ebenfalls herrlich erfrischend.

Diesmal ist der Fall richtig komplex und die Ermittlungen gestalten sich alles andere als einfach. Der Autor präsentiert einige Verdächtige, jedoch ist es ihm hervorragend gelungen, den wahren Täter zu verschleiern. Verblüffende Wendungen sorgen für einige Verwirrung und so gibt es am Ende eine richtige Überraschung, die trotzdem logisch und schlüssig ist und alle Fragen beantwortet.

Das Brauchtum dominiert in "Letzter Fasching" und obwohl ich Österreicherin bin, sind mir fast alle der beschriebenen Bräuche fremd. So ist es wirklich interessant neben dem Krimianteil auch jede Menge Traditionen aus einer anderen Region kennenzulernen. Die Gegend rund um das Salzkammergut wird ebenfalls wieder sehr gut beschrieben, wie auch die Eigenheiten der Bewohner. Ein echtes Lesevergnügen!

Schreibstil:
Der Schreibstil von Herbert Dutzler ist humorvoll und voller Lokalkolorit. Es gibt viele Dialoge und bildhafte Beschreibungen der Umgebung. Der Autor lässt dem Leser auch wieder an den Gedankengängen des Franz teilhaben und bringt mich damit jedes Mal zum schmunzeln. Die beschriebenen Charaktere sind allesamt sehr lebendig und haben Charakter ;)

Fazit:
Eine Reihe, die mit ihrem Lokalkolorit und dem eigenwilligen Postenkommandanten alleine schon punktet. Der sechste Band hat außerdem eine sehr vielschichtige, mit viel Brauchtum gewürzte, Kriminalgeschichte, zu bieten. Das Ende ist schlüssig und lässt keine Fragen offen. Für mich ein perfekter Regionalkrimi und einer der Besten der Reihe.

Veröffentlicht am 20.05.2017

Leider ein schwacher zweiter Teil

Das Glück schmeckt nach Zitroneneis
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Anna und Matteo leiten mittlerweile Viviens himmlisches Eiscafé in Brighton, das Imogen und Anna von Vivien vererbt bekommen haben. Matteo beginnt jedoch immer mehr an Heimweh zu leiden und möchte zurück ...

Anna und Matteo leiten mittlerweile Viviens himmlisches Eiscafé in Brighton, das Imogen und Anna von Vivien vererbt bekommen haben. Matteo beginnt jedoch immer mehr an Heimweh zu leiden und möchte zurück nach Italien. Da Anna ihren Freund glücklich wissen möchte und auch die gemeinsame Tochter Isabella den italienischen Familienzweig besser kennenlernen sollte, mieten sie für ein halbes Jahr ein Eiscafé in Sorrent. Auch in Italien werden Anna's Eiskreationen ein Renner, doch mit dem Auftauchen von Matteos Mutter, ziehen die ersten dunklen Wolken am Himmel auf. Sie möchte der jungen Familie unter die Arme greifen und drängt sich immer mehr zwischen Anna und Matteo.......

Nachdem ich vor kurzem den ersten Band gelesen habe, war ich sofort wieder mitten im Geschehen. Die ersten Kapitel sind auch wirklich amüsant, jedoch schleicht sich bald wieder das Gefühl ein, dass hier ein Ereignis nach dem anderen aneinandergereiht wird. Kaum ist man in den Abschnitt eingetaucht, folgt der Szenenwechsel. So hat man große Mühe Emotionen für all die Konflikte aufzubringen, die sowieso wieder viel zu schnell und problemlos gelöst werden und sich alles in Wohlbefinden auflöst.

Obwohl man natürlich weiß, dass es sich hier um einen luftig leichten Sommerroman handelt, wurden mir auch im Folgeband viele Dinge zu oberflächlich behandelt. Ein unterhaltsamer Roman, mit dem man dem Alltag entfliehen kann, muss nicht unbedingt seicht sein! Dazu gibt es viele Beispiele....
Doch Abby Clements hat sich mit "Das Glück schmeckt nach Zironeneis" leider nicht gesteigert, sondern hat meiner Meinung nach zu viele Handlungsstränge angerissen, die nebeneinander laufen. Besonders bei der Geschichte um den geheimnisvollen Brief von Großmutter Vivien hätte ich mir viel mehr Informationen gewünscht. Hier steckte so viel Potential drinnen und doch wurde dieses Thema wieder nur angerissen und nicht ausgeschöpft. Auch den Strang rund um Clarissa fand ich völlig überflüssig, denn er trug zur Handlung eigentlich nicht wirklich viel bei.
Einzig Imogens Wandlung fand ich gelungen. Die jüngere Schwester, die nicht sesshaft werden möchte, entwickelt sich im Laufe dieses Bandes wirklich weiter. Ihre inneren Konflikte und der Wunsch mehr aus ihrem Leben zu machen bzw. den Entschluss welche Richtung sie in Zukunft einschlagen möchte, hat die Autorin gut und nachvollziehbar beschrieben (mit Ausnahme einer völlig übereilten Reaktion, die ich nicht nachvollziehen konnte).

Die traumhaft schöne Landschaftsbeschreibungen rund um die Amalfiküste weckten Urlaubsehnsüchte in mir. Am liebsten würde man die Koffer packen und dem regenerischen Wetter hier den Rücken kehren.
Trotz der vielen Kritikpunkte ist dies eine leichte Sommerlektüre und ich hatte auch nichts anderes erwartet. Unterhalten hat mich der Roman allemal, auch wenn er mich etwas enttäuscht zurück lässt.
Wer kurzweilige Unterhaltung sucht, die sich schnell weglesen lässt, sollte zugreifen. Ein Must-Read ist der Roman allerdings nicht wirklich. Und deshalb auch meine 3 Sterne Bewertung, die bei mir heißt: Kann man lesen, muss aber nicht sein.

Schreibstil:
Auch diesmal ist der Schreibstil wieder flüssig und lässt sich gut lesen, bleibt aber wieder sehr oberflächlich. Man fliegt durch die Seiten und hat trotzdem das Gefühl nicht wirklich anzukommen. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Anna oder Imogen erzählt.


Die leuchtenden Pastelltöne und der Blick auf die Piazza spiegeln den Inhalt des Romans zu 100% wider. Ich finde es zwar passend und auch gelungen, aber irgendwie stört es mich, wenn Reihen nicht zusammenpassen. Wie geht es euch damit?

Fazit:
Der Folgeband zu "Viviens himmlisches Eiscafé" ist leider schwächer als sein Vorgänger. Der Roman bietet kurzweilige Unterhaltung, bleibt aber sehr an der Oberfläche. Die vielen Ereignisse und verschiedenen Stränge werden zu schnell abgehandelt und man keine richtige Beziehung und Emotionen zu den Charkteren aufbauen. Kann man lesen, muss man aber nicht.