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Veröffentlicht am 02.06.2021

Hier stapeln sich die Leichen

Ed ist tot
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„Ed ist tot“ von Russel D McLean lässt eine unscheinbare Buchhändlerin unfreiwillig zur gefährlichsten Frau Schottlands werden.
Jen Carter hat mit Anfang dreißig ihren Traum von der Schriftstellerei aufgegeben ...

„Ed ist tot“ von Russel D McLean lässt eine unscheinbare Buchhändlerin unfreiwillig zur gefährlichsten Frau Schottlands werden.
Jen Carter hat mit Anfang dreißig ihren Traum von der Schriftstellerei aufgegeben und lebt ein eher unspektakuläres Leben. Sie hat das Gefühl, irgendwie festzuhängen und ergreift die erste Maßnahme, die sie schon seit Jahren vor sich her schiebt. Sie macht endlich mit ihrem nichtsnutzigen Freund Ed Schluss und feiert das Ganze mit ihrer Freundin und einer Menge Prosecco. Bei ihrer Heimkehr kommt es zu einer Verkettung unglücklicher Umstände, an deren Ende Ed mit einem riesigen Messer in der Brust in Jens Flur liegt. Doch das ist erste der Anfang von Jens Odyssee.

Die Beschreibung klingt richtig witzig und nach einer bitterbösen Story, so dass ich schon vorab sehr neugierig war. Letztendlich enthielt das Buch aber nicht so viel schwarzen Humor und Biss, wie ich mir erhofft hatte.
Die leicht chaotische Jen ist die typische Antiheldin in der Geschichte. Sie stolpert ungewollt von einer brisanten Situation in die nächste, wobei sie im Angesicht des Todes erstaunlich schnell die Nerven behält und auf Gangsterbraut umschalten kann. Irgendwie geht immer etwas schief und es kommt eine neue Leiche dazu, so dass Jen sie fast schon nicht mehr zählen kann. Auf der Flucht vor den gefährlichen Gangstern und der Polizei häufen sich immer mehr blutige Zwischenfälle und es wird Jen klar, dass ihr beschauliches und ruhiges Leben vorbei ist.
Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig und die kurzen Kapitel lassen es nicht langatmig werden. Man fiebert bis zum Ende mit Jen mit und ist gespannt, was als nächstes wieder schief gehen wird. Die Story ist schon ziemlich brutal, was für mich kein Problem ist, aber ich hätte mir eindeutig mehr schwarzen Humor gewünscht. Der geht bei Jens skurrilem Trip etwas unter.

Mein Fazit:
Das Buch ist ohne Frage unterhaltsam und ich hatte Spaß beim Lesen. Von mir gibt es gern eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 01.06.2021

Alte und neue Träume

New Chances
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„New Chances“ ist der fünfte Band der zauberhaften New Adult Reihe Green Valley Love von Lilly Lucas.
Die 21-jährige Leonie will sich mit einem sechsmonatigen Work-and-Travel-Aufenthalt in den USA ihren ...

„New Chances“ ist der fünfte Band der zauberhaften New Adult Reihe Green Valley Love von Lilly Lucas.
Die 21-jährige Leonie will sich mit einem sechsmonatigen Work-and-Travel-Aufenthalt in den USA ihren langgehegten Traum erfüllen. Doch das aussichtsreiche Praktikum bei einer Craft- Beer-Brauerei hat sich wortwörtlich in Rauch aufgelöst. Eigentlich will sie bereits ihren Rückflug organisieren, als sie unfreiwillig in der kleinen Stadt Green Valley strandet. Ihren Kummer ertränkt sie abends in einer Sports-Bar, wo sie den gutaussehenden Barkeeper Sam kennenlernt. Doch nach einem heißen Kuss, tritt dieser abrupt auf die Bremse. Das Wiedersehen folgt unverhofft, als sich Sam als Vater der kleinen Maya entpuppt, für die Leonie kurzfristig einen Job als Nanny ergattert hat.

Es ist problemlos möglich die Teile der Reihe unabhängig voneinander zu lesen, denn die Geschichten sind jeweils in sich abgeschlossen, auch wenn es natürlich ein Wiedersehen mit den liebgewonnenen Charakteren gibt.
Ich mochte Leonie von Anfang an, die mich mit ihrem ungewöhnlichen Beruf und ihrer Leidenschaft für ihren Traum tief beindruckt hat. Sie lässt sich auch nach ihrer unglückseligen Pechsträhne nicht unterkriegen und bleibt ihrem Ziel treu.
Sam ist alles andere als ein Aufreißertyp, der jeden Abend eine andere abschleppt, auch wenn es zunächst diesen Eindruck macht. Er kümmert sich liebevoll um seine kleine Tochter und hat niemals damit gerechnet, dass er Leonie wiedersehen würde. Sein Verhalten im Anschluss will ich mal seinem Schock zuschreiben, denn in diesem Moment mochte ich ihn nicht wirklich. Später konnte ich seine Emotionen und Beweggründe viel besser nachvollziehen, auch wenn das gesamte Buch ausschließlich aus Leonies Perspektive erzählt wird. Und am Ende wird sich wohl jeder ehrlicherweise ein wenig in Sam verliebt haben.
Der Schreibstil liest sich wie immer leicht und locker und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Dem Zauber von Green Valley und seiner liebenswerten Bewohner kann man sich absolut nicht entziehen und der Abschied wird mir schwer fallen.

Mein Fazit:
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und die vollen fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 01.06.2021

Gefühlsachterbahn

Backstage in Seattle
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„Backstage in Seattle“ ist der erste Teil des Backstage-Duets von Mina Mart.
Die zwanzigjährige Eliza studiert in Seattle und lebt mit ihren zwei besten Freundinnen in einer WG. Als sie eines Abends in ...

„Backstage in Seattle“ ist der erste Teil des Backstage-Duets von Mina Mart.
Die zwanzigjährige Eliza studiert in Seattle und lebt mit ihren zwei besten Freundinnen in einer WG. Als sie eines Abends in ihrer Stamm-Collegebar mit einem attraktiven Unbekannten zusammenprallt, ist es völlig um sie geschehen und sie vergisst alles um sich herum. Der Unbekannte entpuppt sich als Bruder des neuen Freundes ihrer besten Freundin, der gerade erst nach Seattle gezogen ist. Obwohl sie Finn eigentlich auf Abstand halten will, stürzen sich beide in eine Art Affäre, bei der jegliche Gefühle ausdrücklich ausgeschlossen sind. Aber dies funktioniert natürlich nicht.

Auch wenn das Buch eine Neuauflage ist, kannte ich es vorher nicht. Der Einstieg fällt relativ leicht, denn auch wenn die Geschichte vergleichsweise viele Seiten umfasst, liest sich der Schreibstil flüssig und locker.
Finn ist ein aufstrebender Rockstar, was er aber nie geplant hat und was nur irgendwie nebenbei passiert. Er hat persönliche Gründe für seinen Neuanfang in Seattle, die im Laufe der Handlung aber nur zu Bruchteilen aufgedeckt werden. Eliza ist eine willkommene Ablenkung für ihn, die wie ein Licht in seiner Dunkelheit strahlt. Anfangs benutzt er sie nur, aber seine immer tiefer werdenden Gefühle kann er letztendlich nicht verleugnen.
Eliza hatte noch nie eine feste Beziehung und hat Liebe für sich komplett ausgeschlossen. Deshalb kommt ihr das Arrangement mit Finn auch so perfekt vor. Dass beide ihrer eigenen Illusion aufsitzen, wird immer wieder schmerzhaft klar.
Gefühlsachterbahn beschreibt noch nicht einmal annähernd, welchen Kampf zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt sich Finn und Eliza liefern. Nach Momenten des Glücks dauert es meist noch nicht einmal Stunden, bis einer dem anderen die schlimmstmöglichen emotionalen Verletzungen beibringt. Objektiv betrachtet bringt ihre Beziehungsdynamik sie nicht nach vorn, sondern reißt sie beide in tiefste Abgründe. Diese Gefühlsumschwünge sind für mich nicht immer nachvollziehbar, weil ich oft nicht verstanden habe, warum jeweils einer von ihnen plötzlich so destruktiv reagiert. Die Menge der Dramen ist unglaublich hoch und ehrlicherweise überwiegen eindeutig die negativen Momente in ihrer Nicht-Beziehung.
Am Ende steht ein fieser Cliffhanger, bei dem man sich fragt, ob die beiden tatsächlich zusammenkommen sollten oder ob sie zum eigenen Schutz einfach an maximal entfernte Orte auf dem Globus ziehen müssten.

Mein Fazit:
Ich bin natürlich trotzdem neugierig, wie die herzzerreißende Lovestory zwischen Finn und Eliza weitergehen wird, denn langweilig ist sie auf keinen Fall. Von mir gibt es insgesamt 4 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, bei diesem gefühlten emotionalen Schleudergang nicht seekrank werden.

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Veröffentlicht am 01.06.2021

Gelungene Fortsetzung

Doggerland. Fester Grund (Ein Doggerland-Krimi 3)
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„Doggerland. Fester Grund“ ist der dritte Band der Krimireihe von Maria Adolfson, der auf der fiktiven Inselgruppe Doggerland spielt.
Nach dem Ende ihres letzten traumatischen Falls kämpft Kommissarin ...

„Doggerland. Fester Grund“ ist der dritte Band der Krimireihe von Maria Adolfson, der auf der fiktiven Inselgruppe Doggerland spielt.
Nach dem Ende ihres letzten traumatischen Falls kämpft Kommissarin Karen Eiken Hornby immer noch mit den Nachwirkungen. Sie fühlt sich körperlich erschöpft und überfordert und ist emotional angeschlagen. Da hilft es auch nicht, dass sie entdeckt, dass Leo und die kürzlich zurückgekehrte Musikern Luna, die momentan gemeinsam mit ihm an ihrem Comeback arbeitet, früher eine Beziehung hatten. Als Luna spurlos verschwindet, ermittelt Karen nur widerwillig, denn eigentlich liegt ihr viel mehr daran, den brutalen Serienvergewaltiger zu schnappen, der nach Monaten erneut aktiv geworden ist.

Ich habe schon die ersten beiden Bände gelesen und war überrascht und gleichzeitig erfreut, dass die eigentlich auf eine Trilogie ausgelegte Reihe nach diesem Teil doch weiter fortgesetzt wird und nicht hier endet. Um die Gesamtheit der privaten Verwicklungen und Probleme zu verstehen, sollte man die Vorgängerbände im besten Fall kennen, da diese einen nicht unerheblichen Teil der Handlung ausmachen.
Karen ist ein streitbarer Charakter, mit dem ich am Anfang so meine Probleme hatte. Sie besitzt sehr viele Ecken und Kanten, aber immer wenn ich mich über sie oder ihre Reaktionen aufrege, geschieht wieder etwas, wo ich plötzlich nur noch mit ihr mitfühle und volles Verständnis habe. In dieser Hinsicht beweist die Autorin großes Können, vor allem weil sie manchmal mit nicht Gesagtem enorm viel aussagt.
Neben Karens privaten Unsicherheiten liegt der Fokus auf zwei unterschiedlichen Kriminalermittlungen. Zum einen ist die berühmte Pop-Diva Luna verschwunden, was bei Bekanntwerden einen Sturm der Klatschpresse auslösen würde, und zum anderen gibt es ein neues Opfer des sogenannten Moerbeck-Schweins, eines grausamen Serienvergewaltigers, zu dessen Identität es leider noch keinerlei Spuren gibt.
Die Geschichte wird in vielen kurzen Kapiteln erzählt, die aber nie oberflächlich sind und die Spannungskurve konstant oben halten. Gegen Ende spitzen sich die Ereignisse zu und ich habe nur noch atemlos mitgefiebert.

Mein Fazit:
Ein fesselnder und emotionaler Krimi mit einer facettenreichen und interessanten Kommissarin, von der ich gern noch mehr lesen möchte. Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 31.05.2021

Ein Bad Boy zum Verlieben

Hot Kisses, Cold Feet (College Love 3)
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„Hot Kisses, Cold Feet“ ist der dritte Band der unterhaltsamen College Love Reihe von Teagan Hunter.
Montana Andrews hat ihr strenges Elternhaus und ihren betrügerischen Verlobten hinter sich gelassen ...

„Hot Kisses, Cold Feet“ ist der dritte Band der unterhaltsamen College Love Reihe von Teagan Hunter.
Montana Andrews hat ihr strenges Elternhaus und ihren betrügerischen Verlobten hinter sich gelassen und ist kurzerhand zu ihrer Zwillingsschwester gezogen. Eine neue Stadt, ein neuer Job und ein neues Leben warten auf sie. Als sie dies in einer Bar feiern will, landet sie plötzlich mit einem tätowierten Fremden auf der Damentoilette und lässt sich von der unglaublichen Anziehung zwischen ihr und dem muskulösen Bad Boy mitreißen. Als sie einen kurzen klaren Moment hat, flieht sie überstürzt, aber nicht ohne ihm ihre Handynummer zu hinterlassen. Nie hätte sie erwartet, dass sich Robbie tatsächlich melden würde.

Das Buch funktioniert problemlos unabhängig von den anderen Teilen, aber ich würde empfehlen, auch die vorangegangenen Bände zu lesen. Die Reihe ist einfach unfassbar witzig und amüsant und ich liebe sämtliche Charaktere.
Robbie kennt man seit dem ersten Teil und der alleinerziehende Vater hat damals schon sämtliche Sympathiepunkte von mir bekommen. Er sieht vielleicht aus wie ein Bad Boy und hält sich auch für einen, aber charakterlich ist er sowas von überhaupt nicht „bad“. Beweis dafür ist allein der Umgang mit seinem zuckersüßen Sohn Xavier.
Monty genießt erstmals ihre Freiheit und freut sich, endlich eigene Entscheidungen treffen zu können. Was jedoch nicht bedeutet, dass sie komplett aus ihrer Haut heraus kann. Sie ist zurückhaltend, höflich und irgendwie unschuldig und gerade das reizt Robbie an ihr. Man könnte meinen, hier prallen totale Gegensätze aufeinander und das ist vielleicht aus so, aber gleichzeitig liegen die beiden absolut auf einer Wellenlänge und ergänzen sich perfekt.
Wie in den anderen Bänden spielt sich ein Großteil der Handlung in den witzigen und frechen Textnachrichten zwischen den Protagonisten ab. Ich weiß nicht, wie Teagan Hunter das hinbekommt, aber schon nach der ersten Seite hatte ich ein Lächeln auf dem Gesicht, welches bis zum Ende des Buches nicht verschwunden ist. Die Charaktere sind einfach großartig und in Robbie kann man sich nur verlieben. Hier fliegen die Funken im Dauerfeuer und es knistert ganz gewaltig. Der lockere und leichte Schreibstil zeichnet die Autorin aus und ihre Bücher stehen für die absolute Gute-Laune-Garantie.

Mein Fazit:
Ich liebe diese Reihe und Robbie und Monty hätten fast mein Lieblingspaar Zach und Delia abgelöst. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung und am liebsten mehr als fünf Sterne!

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