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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.01.2023

Eine Liebesgeschichte

Die Liebe an miesen Tagen
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Auf diesen Roman war ich sehr gespannt, da mich „Der große Sommer“ von Arenz sehr beeindruckt hat. Leider reicht er nicht an ihn heran. Für mich ist es eine triviale Liebesgeschichte mit inhaltlichen Mankos. ...

Auf diesen Roman war ich sehr gespannt, da mich „Der große Sommer“ von Arenz sehr beeindruckt hat. Leider reicht er nicht an ihn heran. Für mich ist es eine triviale Liebesgeschichte mit inhaltlichen Mankos. Es passiert einfach zu viel in viel zu kurzer Zeit. Die gesamte Handlung ballt sich in den Zeitraum März bis Spätsommer. In diesem kurzen Zeitraum verlieben sich die beiden Protagonisten, trennen sich zweimal, wechselt sie ihren Job und zieht fort, erkrankt er sehr schwer und gesundet (was übrigens ein Affront gegenüber unheilbar Kranken ist). Das ist einfach realitätsfern. Hinzu kommt, dass die Dialoge der beiden ebenso wie die von ihr mit ihrem Bruder geführten wie im Theater dargeboten wirken – theatralisch und gekünstelt. Sie drehen sich auch zu sehr um die Beziehung der beiden. Vater-Tochter-Gespräche klammern sicherlich in der Wirklichkeit die Beziehungen des Vaters aus.
Insgesamt also kein sich besonders abhebendes Buch.

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Veröffentlicht am 08.01.2023

Eine unübliche Großvater-Enkel-Beziehung

Frankie
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Von dem besonderen Erzählstil war ich schon ab der ersten Buchseite positiv eingenommen. Der Autor lässt seinen 14jährigen Protagonisten Frank aus dessen Perspektive von einigen Wochen aus seinem Leben ...

Von dem besonderen Erzählstil war ich schon ab der ersten Buchseite positiv eingenommen. Der Autor lässt seinen 14jährigen Protagonisten Frank aus dessen Perspektive von einigen Wochen aus seinem Leben erzählen. Das geordnete Zusammenleben mit seiner allein erziehenden Mutter nimmt nämlich einen Wendepunkt, als seine Großvater nach 18 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen wird. Bislang hat er ihn nur wenige Male besuchsweise gesehen, vom Grund der Inhaftierung weiß er nichts. Der Großvater ist sehr schroff zu Frank, der sich dennoch zu ihm hingezogen fühlt. Eine Spritztour in einem kurzgeschlossenen Auto endet mit einem Desaster …
Obwohl in Frank am Ende der Geschichte das Böse erwacht, hat man von ihm einen durchweg sympathischen Eindruck. Ein typisch Wiener Jung‘, der recht erwachsen über sein Leben und seine Mitmenschen sinniert. Da gibt es dann auch schon humorvolle Einstreuungen. Leider tut ihm der neue Einfluss seines Großvaters, dem er sich streng genommen freiwillig aussetzt, nicht gut und es kommt in schneller Abfolge zu unschönen Vorkommnissen. Die Frage nach dem Warum bleibt unbeantwortet, was ganz im Einklang mit den philosophisch anmutenden Betrachtungen des Großvaters steht, nach dessen Ansicht man das Wort warum streichen kann und man schlichtweg tut. Ich gehöre nun aber doch zu den Lesern, die alle offenen Fragen beantwortet haben wollen, hier konkret insbesondere: Was hat der Großvater verbrochen? Was ist aus ihm nach dem Vorfall auf dem Parkplatz geworden? Was hat Frank am Ende vor, als er erneut zu der Örtlichkeit fährt? Da das und noch andere Kleinigkeiten der Fantasie des Lesers überlassen bleiben, mache ich von der Höchstbewertung einen Abschlag.

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Veröffentlicht am 07.01.2023

Kurzweilig, wenngleich ohne rechte Spannung

Tea Time
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Das Buch ist eine kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch. Wenngleich die Autorin für ihre Kriminalgeschichten bekannt ist, handelt es sich vorliegend streng genommen nicht um eine solche.
Zwei Freundinnen ...

Das Buch ist eine kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch. Wenngleich die Autorin für ihre Kriminalgeschichten bekannt ist, handelt es sich vorliegend streng genommen nicht um eine solche.
Zwei Freundinnen aus Schulzeiten haben so ihre Macken und gründen mit vier weiteren, ähnlich tickenden Frauen den Club der Spinnereien, um sich nach Herzenslust über ihre Spleens auszutauschen. Bei einem solchen Treffen verliert die eine ihre Handtasche und wird hinterhältig vom Finder, dem Ex-Partner eines Clubmitglieds, in dessen Wohnung zur Abholung gelockt. Sie setzt sich zur Wehr und setzt damit eine Kette von Ereignissen in Gang, an deren Ende eine Leiche steht und sie sich fragen muss, die Todesursache gesetzt zu haben. Und noch bei drei der anderen Frauen tun sich (verbrecherische) Abgründe auf.
Über die Ticks zu lesen, ist recht amüsant. Sie treten aber recht rasch in den Hintergrund. Die Charaktere sind eher blass und nicht unbedingt sympathisch. Vor allem erscheint es mir als lebensfern, wie wenig schlechtes Gewissen es den Frauen macht, ein eventuelles Verbrechen begangen zu haben. Insgesamt hätte ich mir mehr Spannung gewünscht.

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Veröffentlicht am 03.01.2023

Eine Portrait der eigenen Mutter

Eine Frau
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Dreizehn Tage nach dem Tod der Mutter hat die Autorin begonnen und dies die folgenden zehn Monate fortgeführt, das Leben ihrer Mutter zu portraitieren und über das Mutter-Tochter-Verhältnis zu sinnieren. ...

Dreizehn Tage nach dem Tod der Mutter hat die Autorin begonnen und dies die folgenden zehn Monate fortgeführt, das Leben ihrer Mutter zu portraitieren und über das Mutter-Tochter-Verhältnis zu sinnieren. Der familiäre Hintergrund ist äußerst interessant. Die Mutter wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in eine Arbeiterfamilie geboren und richtete ihr gesamtes Bestreben darauf, sozial aufzusteigen, damit es der Tochter besser erginge. Dieser wurde anders als noch der Mutter auch Bildung zuteil, was unerwartete Weise eine Distanz zwischen beiden Frauen bewirkte. Dennoch haben sie einander geliebt und respektiert. Das lässt sich dem liebevollen Erzählstil der Autorin durchweg entnehmen. Leider war das Buch sehr kurz. Ich hätte gerne noch mehr von der Familiengeschichte gelesen

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Veröffentlicht am 02.01.2023

Doppelleben einer Jugendlichen

Irgendwann werden wir uns alles erzählen
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Das Buch ist die Neuauflage des bereits im Jahr 2011 erschienenen Debütromans der Autorin. Er hat mich sehr beeindruckt und erhält von mir eine Bestbewertung.
Die Geschichte ist angelegt zur Zeit der ...

Das Buch ist die Neuauflage des bereits im Jahr 2011 erschienenen Debütromans der Autorin. Er hat mich sehr beeindruckt und erhält von mir eine Bestbewertung.
Die Geschichte ist angelegt zur Zeit der Wende in der DDR im Jahr 1990 auf einem grenznahen Dorf. Die 16jährige Maria, die aus schwierigen familiären Verhältnissen kommt, findet Aufnahme in der Familie ihres gleichaltrigen Freundes auf deren Bauernhof und wird dort vorbehaltlos als vollwertiges Familienmitglied anerkannt. Sie verfällt sexuell dem einsiedlerischen 40jährigen Nachbarn und schleicht sich zu ihm über Monate hinweg, ohne dass ihr Doppelleben publik wird. Kurz bevor sie sich schließlich der Familie offenbaren will, um dann endgültig zum Geliebten zu ziehen, passiert etwas Einschneidendes.
Das Leben in der ehemaligen DDR wird gut beleuchtet, gerade auch, wenn es um Spitzeltätigkeit auf dem Dorf geht, ebenso die Aufbruchstimmung der Wendezeit. Noch besser aber ist Marias Lebensgeschichte, die, obwohl fast noch ein Kind, so erwachsen charakterisiert wird. Was ihr Beziehungsleben angeht, verschont die Autorin sie und den Leser nicht. Ob es letztlich realistisch ist, vermag ich, die gut behütet aufgewachsen ist, nicht zu beurteilen. Auf jeden Fall kommt Maria trotz ihres Doppellebens sympathisch rüber.

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