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Veröffentlicht am 12.05.2022

Die Indigenen in Kanada

Der Flug des Raben
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Vom Autor habe ich früher bereits „Der gefrorene Himmel“ gelesen. Das hier besprochene Buch hat er zeitlich vorher als seinen Debütroman geschrieben. Er bleibt klar hinter seinem späteren Werk zurück.
Erneut ...

Vom Autor habe ich früher bereits „Der gefrorene Himmel“ gelesen. Das hier besprochene Buch hat er zeitlich vorher als seinen Debütroman geschrieben. Er bleibt klar hinter seinem späteren Werk zurück.
Erneut wird thematisiert, wie der Rassismus in der kanadischen Gesellschaft noch vor 50 Jahren verwurzelt war. Der Protagonist und Indigene Garnet wird als Kleinkind von den Behörden seinen Eltern weggenommen und wächst in wechselnden weißen Pflegefamilien auf. Von seiner indianischen Herkunft wollte er nie etwas wissen, ja er lehnte sie sogar ab. Erst im Alter von 25 wird er von seiner Herkunftsfamilie gefunden und kehrt zu ihr ins Reservat zurück. Dort trifft er auf den alten Keeper, der ihn die indianischen Wurzeln und Traditionen lehrt.
Die Schilderungen über die Stellung der Indigenen in der weißen kanadischen Gesellschaft waren höchst interessant. Allerdings fehlt es mir an einer Handlung und nehmen die philosophischen Betrachtungen sehr viel, gar zu viel Raum ein. Darunter sind viele nachdenkenswerte Betrachtungen, die sich aber nicht unbedingt leicht erschließen.

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Veröffentlicht am 05.05.2022

Anekdoten aus dem Leben historischer Persönlichkeiten

Fast ein Idyll
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Wer sich für das Leben namhafter historischer Persönlichkeiten interessiert, wird an diesem Buch viel Freude haben. Eine ganze Reihe nur wenige Seiten lange Erzählungen machen den Leser bekannt mit Episoden ...

Wer sich für das Leben namhafter historischer Persönlichkeiten interessiert, wird an diesem Buch viel Freude haben. Eine ganze Reihe nur wenige Seiten lange Erzählungen machen den Leser bekannt mit Episoden aus dem Leben von zumeist Schauspielern, Schriftstellern, Tänzern, Komponisten, Malern, Politikern der Zeitgeschichte. Es handelt sich dabei etwa um Namen wie Jane Austen, Bertha von Suttner, Ludwig van Beethoven, Max Schmeling. Nicht alle werden jedem geläufig sein. Mir sagte z.B. der Name Henriette Caillaux nichts. Aber es besteht ja dank Google die Möglichkeit, sich schnell über die Personen zu informieren. Das eigentlich Pfiffige ist, dass unklar bleibt, ob sich die geschilderten Ereignisse tatsächlich zugetragen haben. Bei den Personen, die einem bekannt sind, ist man oft geneigt zu sagen, dass etwas Wahres dran sein könnte. Die Erzählungen sind witzig dargestellt und verblüffen sehr, so dass die Lektüre insgesamt kurzweilig ist.

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Veröffentlicht am 01.05.2022

Krimi mit viel schwarzem Humor und einem genialen Erzählstil

Müll
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Zugegebenermaßen bin ich nicht gerade ein Krimi-Fan und lese dieses Genre schon lange nicht mehr. In der Annahme, es bei diesem Buch mit einem Roman zu tun zu bekommen, habe ich zu ihm gegriffen. Und ich ...

Zugegebenermaßen bin ich nicht gerade ein Krimi-Fan und lese dieses Genre schon lange nicht mehr. In der Annahme, es bei diesem Buch mit einem Roman zu tun zu bekommen, habe ich zu ihm gegriffen. Und ich bereue es kein bisschen! Der Protagonist Brenner, ein ehemaliger Polizeibeamter und jetzt Angestellter auf einem Wiener Wertstoffhof, ist ein Unikat. Der eigentliche Fall ist an sich recht einfach, nimmt dann aber vielfältige Verästelungen an – auf Brenners Arbeitsstätte werden Teile einer zerstückelten Leiche gefunden, die zum Aufdecken von Organhandel führen. Es spielen verschiedene Personen eine Rolle, deren Wege sich in vielfältiger Weise kreuzen, bis es am Ende noch mehr Tote und Verletzte gibt. Der Erzählstil ist sehr besonders, originell und humorvoll, ich weiß gar nicht, ob es einen technischen Fachbegriff dafür gibt. Da der Autor ein Österreicher ist, gibt es natürlich immer wieder die so wundervollen spezifischen Vokabeln. Ein wahres Lesevergnügen!

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Veröffentlicht am 27.04.2022

Seichte Unterhaltung für Gartenliebhaber und Feinschmecker

Der Koch, der zu Möhren und Sternen sprach
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Das Buch liest sich ganz nett. Vor allem Gartenliebhaber und Feinschmecker werden an ihm ihre Freude haben. Mir allerdings fehlen der Tiefgang und die Wirklichkeitsnähe. Wegen seines Bezuges zu Gemüse ...

Das Buch liest sich ganz nett. Vor allem Gartenliebhaber und Feinschmecker werden an ihm ihre Freude haben. Mir allerdings fehlen der Tiefgang und die Wirklichkeitsnähe. Wegen seines Bezuges zu Gemüse und gutem Essen passt der lokale Hintergrund der Geschichte im Elsass recht gut. Der Protagonist ist ein 52järiger Koch, der seit einem Trauma im Alter von 10 Jahren nie seinen Hof verlassen hat und zum Eigenbrötler und Einsiedler geworden ist. Schon das empfinde ich als unrealistisch. Er geht ganz in seinem Gemüseanbau und der Küche seiner Auberge auf, die seine Schwester aus dem Hof gemacht hat. Eine rasche und plötzliche Wandlung macht er durch, als seine Schwester eine algerische Haushaltshilfe und deren Sohn auf den Hof holt und diese eine Freundin aus England einladen.

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Veröffentlicht am 24.04.2022

Schicksale in einer deutschen Kleinstadt

Nebenan
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Dieses Buch habe ich sehr gerne gelesen, zumal es einige Bezüge zu meinem eigenen Leben aufweist.
Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen in einer mehr und mehr verödenden Kleinstadt in Norddeutschland. Die ...

Dieses Buch habe ich sehr gerne gelesen, zumal es einige Bezüge zu meinem eigenen Leben aufweist.
Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen in einer mehr und mehr verödenden Kleinstadt in Norddeutschland. Die eine 60, Hausärztin; die andere 40, selbständige Keramikerin, frisch zugezogen mit unerfülltem Kinderwunsch. In direktem Kontakt zueinander geraten beide nur selten. Verbunden sind sie über die betagte Tante der einen, die Nachbarin der anderen ist, sowie über ein verlassenes Haus mit scheinbar ungeklärtem Schicksal seiner Bewohner. In vielerlei Hinsicht sind sie sich ähnlich, vor allem in ihrem Hang zum Grübeln über sich und ihr Umfeld. Herausgekommen sind auf diese Weise abwechselnde Schilderungen über beider Leben, die sich sehr schön lesen.

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