Eine Kindheit auf dem Dorf
LebensversicherungWer sich bislang noch nicht mit Versicherungen auskannte, wird es jetzt nach der Lektüre dieses Buchs ganz sicher tun. Bachs Protagonistin entstammt nämlich einer Familie, in der es in beiden Linien eine ...
Wer sich bislang noch nicht mit Versicherungen auskannte, wird es jetzt nach der Lektüre dieses Buchs ganz sicher tun. Bachs Protagonistin entstammt nämlich einer Familie, in der es in beiden Linien eine Anzahl von Versicherungsvertretern gegeben hat und auch ihre Eltern sind in diesem Metier erfolgreich tätig, und zwar in einem westdeutschen Dorf in den 1980er/1990er Jahren. Ausgehend von fundierten, knappen Erläuterungen zu jeder nur erdenklichen Versicherung blickt die Ich-Erzählerin auf ihre Kindheit, ihre Jugend und ihr junges Erwachsenenalter zurück. Wohlbehütet in einer weit verzweigten Familie aufgewachsen erzählt sie alle möglichen Details aus ihrem eigenen Leben und dem Leben ihrer Verwandten. Sie kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen, aber alles ist sehr interessant zu lesen, zumal es sehr lebensnah ist und ich selbst manch ähnliche Erinnerung an meine Vergangenheit habe. Bei aller Geborgenheit, die das Mädchen erfährt, verwundert es umso mehr, nach und nach zu erfahren, wie sehr es von Ängsten geplagt ist. Sie entwickelt eine Angststörung, hortet Medikamente, hat Brechanfälle und Panikattacken.
Ein sehr schöner Gesellschaftsroman mit Milieustudie.