Das Buch gehört in die Reihe um die Familie Bundschuh, zu der die weiteren Bände „Tief durchatmen, die Familie kommt“ und „Ihr seid natürlich eingeladen“ gehören. Die Autorin ist vor allem als Fernsehschauspielerin ...
Das Buch gehört in die Reihe um die Familie Bundschuh, zu der die weiteren Bände „Tief durchatmen, die Familie kommt“ und „Ihr seid natürlich eingeladen“ gehören. Die Autorin ist vor allem als Fernsehschauspielerin bekannt. Die chronologische Lesereihenfolge muss nicht eingehalten werden. Dieses Mal unternimmt die Berliner Familie Bundschuh mit Schwiegermutter, Bruder und Schwägerin sowie den beiden Familienhunden eine Reise nach Norderney. Alle Verwandten geraten in den verschiedensten Konstellationen aneinander und Mutter Gundula und Vater Gerald ziehen den Sinn ihrer Ehe in Zweifel. Das alles ist so amüsant geschrieben, dass man sich ein Dauerschmunzeln nicht verkneifen kann. Vieles könnte auch im wirklichen Leben passieren und so wird der eine oder andere vielleicht Parallelen in seinem eigenen Familienleben finden.
Fünf Sterne.
Ein solch tolles Buch mit seiner gelungenen Mischung aus zwei Lebensgeschichten und Reisebericht lese ich nicht alle Tage.
Bei der Besteigung des Kilimandscharo-Gipfels treffen sich unfreiwillig der reservierte ...
Ein solch tolles Buch mit seiner gelungenen Mischung aus zwei Lebensgeschichten und Reisebericht lese ich nicht alle Tage.
Bei der Besteigung des Kilimandscharo-Gipfels treffen sich unfreiwillig der reservierte Schriftsteller Hans aus Hamburg und der grantige, urige, etwas „großkotzige“ Bayer Tscharli, die es dorthin aus unterschiedlichen Motiven verschlagen hat. Zu Hause in Deutschland hätten sie einander gemieden. In Afrika aber bleiben sie auf Wunsch des gesundheitlich angeschlagenen Tscharli für eine ganze Woche zusammen und begeben sich auf eine gemeinsame Reise nach Daressalam und Sansibar. Beide erkennen allmählich, über den jeweils anderen falsch geurteilt zu haben. Sie werden zu Freunden und erzählen sich ihre Lebensgeschichten, in denen zwei Frauen und Afrika ihre tiefen Abdrücke hinterlassen haben.
Schon die Beschreibungen über Leben und Menschen in Afrika, hier vor allem in Tansania und Sansibar, sind sehr beeindruckend und widerlegen viele der Vorbehalte und Vorurteile, die wir gegenüber dem uns fremden Kontinent und seinen Bewohnern leicht zu hegen geneigt sind. Auf jeden Fall stimmen sie nachdenklich. Die Touren der beiden Protagonisten auf den Kibo, nach Daressalam und ihre Rollerfahrten auf Sansibar lassen sich anhand der Karten in den inneren Bucheinbänden schön nachvollziehen. Vielleicht wird beim einen oder anderen Leser die Lust zu einer Afrika-Reise geweckt; vielleicht begräbt er aber einen bereits vorhandenen Wunsch auch schnell wieder angesichts diverser geschilderter Gefahren, denen sich Tscharli und Hans, dieser auch schon auf einer ein Vierteljahrhundert zurückliegenden ersten Reise auf den Schwarzen Kontinent, ausgesetzt sehen.
Richtig lebendig wird die Geschichte durch den Protagonisten Tscharli. Mit einer Mischung aus bayrisch, erfundenem Suaheli und ein wenig englisch haut er, den man sich als Ur-Bayer vorstellen muss, durchweg in jeder Situation tolle Sprüche heraus, die sich Hans sogar notiert. Darunter befinden sich schöne Lebensweisheiten, die es wert sind, zitiert zu werden. Wie er als Mensch ist, lässt sich nur schwer einschätzen. Auch Hans hat immer mal wieder Anlass, an der Richtigkeit dessen zu zweifeln, was ihm erzählt wird. Doch egal, welche Verfehlungen sich Tscharli in der Vergangenheit hat zuschulden kommen lassen und wie man selbst dazu steht – als Mensch gewinnt man ihn im Laufe der Geschichte einfach nur lieb. Welche Frauengeschichten beide Männer verfolgen, will man natürlich erfahren und wird so geschickt an der Stange gehalten. Die tragischen Auflösungen erfolgen spannungserhöhend erst relativ spät.
Der Autor hat in dieses Buch Autobiografisches eingearbeitet, der während einer Afrika-Reise im Jahr 1993 lebensbedrohlich erkrankte (eine Parallele zu Hans).
Ein Buch, das ich uneingeschränkt mit fünf Sternen bewerte.
Nach vierzigjähriger liebevoller Ehe begeht Maggie einen Suizidversuch. Während sie im künstlichen Koma liegt, erklärt Frank ihr, warum er seit sechs Monaten nicht mehr mit ihr gesprochen hat. Doch bis ...
Nach vierzigjähriger liebevoller Ehe begeht Maggie einen Suizidversuch. Während sie im künstlichen Koma liegt, erklärt Frank ihr, warum er seit sechs Monaten nicht mehr mit ihr gesprochen hat. Doch bis er zu dem wesentlichen geheimnisvollen Punkt vordringt, findet er zu Hause Maggies Notizbuch, in dem auch sie ihm ausführlich ein Geheimnis offenbart. Beider Beichten betreffen die gemeinsame Tochter, zu der sie seit der Pubertät den Zugang verloren haben.
Die Geheimnisse entpuppen sich letztendlich nicht als so spektakulär, wie ich nach der spannend zulaufenden Geschichte mit mehreren Ansätzen seitens Frank zur Beichte erwartet hätte. Den Umstand, dass die beiden Protagonisten jahrzehntelang keine wesentliche Kommunikation miteinander geführt haben, finde ich sehr erstaunlich und nachdenkenswert. Gerade in einer Krisensituation sollten sie Freud und Leid doch miteinander teilen, auch um den Preis, dass der Partner verletzt sein könnte. Über weite Passagen finde ich das Buch sehr berührend, vor allem was Frank zu dem Beginn seiner Beziehung zu Maggie zu erzählen hat. Das Ende war sehr vorhersehbar. Franks sich häufig wiederholende Bekundungen, wie sehr er Maggie liebt, hätten auf ein vertretbares Maß reduziert werden können.
Für Leser von Liebes- und Familiengeschichten.
Dem im Anhang des Buches abgedruckten Interview mit dem Autor ist zu entnehmen, dass er als typisch für seinen Schreibstil ansieht, Wörter zu streichen, die nicht zwingend nötig sind, um mit wenigen Worten ...
Dem im Anhang des Buches abgedruckten Interview mit dem Autor ist zu entnehmen, dass er als typisch für seinen Schreibstil ansieht, Wörter zu streichen, die nicht zwingend nötig sind, um mit wenigen Worten möglichst effektiv zu sein. So ist er auch vorliegend verfahren und hat die endgültige Version um 25000 Worte auf 50000 Worte (234 Seiten) gekürzt. Genau diese Kürze ist es, die mich ein wenig an der Geschichte stört, weil sie auf diese Weise puzzleartig wirkt und letztlich kein wirkliches Bild des Toten wiedergibt. Selbst das Ausgangsthema wird in aller Kürze umrissen – nämlich der Tod des buchtitelgebenden Mattias, von dem wir erst ganz allmählich und auch nie ausdrücklich erfahren, was es mit ihm auf sich hat. Die einzelnen Kapitel sind dann acht Personen gewidmet, deren Leben aufgrund von Mattias Tod eine andere Richtung einschlagen. Von ihnen standen einige dem Verstorbenen sehr nahe (Mutter, Lebensgefährtin), andere kannten ihn kaum. Bei letzteren fragt man sich sogar, warum sie überhaupt in die Geschichte eingeführt werden (z.B. der alkoholkranke airnb-Vermieter). Genau das war das Anliegen des Autors – darzustellen, welche Konsequenzen das plötzliche Verschwinden eines Menschen auf das Leben der Zurückbleibenden haben kann. Das gleichfalls verarbeitete Thema der Trauer ist nur sekundär. Das Buch ist aber ein besonderes mit vielen schönen Sätzen und eingewobenen Musiktiteln.
In diesem Roman taucht Olive Kitteridge auf, die schon in früheren Büchern (die man aber nicht zwingend zuvor gelesen haben muss) der Autorin („Mit Blick aufs Meer“) eine wichtige Romanfigur war. Olive ...
In diesem Roman taucht Olive Kitteridge auf, die schon in früheren Büchern (die man aber nicht zwingend zuvor gelesen haben muss) der Autorin („Mit Blick aufs Meer“) eine wichtige Romanfigur war. Olive wohnt in der amerikanischen Kleinstadt Crosby in Maine und ist pensionierte Mathelehrerin. In Crosby ist nicht viel los. Es spielen sich dort aber wahre Lebensdramen ab, die die Autorin uns recht beschaulich erzählt. Wir erhalten kurze Einblicke in das Leben anderer Bewohner, die in Interaktion zu Olive treten, die so zum durchlaufenden roten Faden wird. Das Faszinierende an der Geschichte ist gerade die Person von Olive. Sie ist sehr merkwürdig, spricht wie es ihr gerade in den Sinn kommt, kann oft verletzend und brutal ehrlich sein. Aber sie hat auch ein goldenes Herz. Es werden vielfältige Themen angesprochen wie Altwerden, Alkoholismus, Untreue, Einsamkeit und Isolation. Vieles ist sehr traurig und in melancholischem Tonfall geschrieben. Doch schwebt über allem Hoffnung, weil es Olive wachsen und sich positiv entwickeln lässt. Ganz gewöhnliche Vorkommnisse, die den Alltag gewöhnlicher Menschen ausmachen, gestaltet die Autorin durch ihre besondere Erzählweise interessant. Am meisten haben mir die Passagen gefallen, in denen es um Olive selbst geht. Auf einige hätte vielleicht auch verzichtet werden können.
Wer Familiengeschichten mag, sollte unbedingt zu diesem Buch greifen.