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Veröffentlicht am 26.01.2025

Dreiecksbeziehung zweier Cousinen während der Vorwendezeit in DDR/Ungarn

Rückkehr nach Budapest
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Der Roman ist eine schöne Familiengeschichte vor besonderem historischem Hintergrund. Die beiden Protagonistinnen sind Cousinen mit enger Bindung, Ungarinnen, eine auch mit deutschen Wurzeln. Wenige Jahre ...

Der Roman ist eine schöne Familiengeschichte vor besonderem historischem Hintergrund. Die beiden Protagonistinnen sind Cousinen mit enger Bindung, Ungarinnen, eine auch mit deutschen Wurzeln. Wenige Jahre vor der Vorwendezeit lebt die eine mit ihren Eltern in Ostberlin, die andere in Ungarn. Während eines Besuchs in Ostberlin lernen beide einen Schriftsteller kennen und lieben und geraten in die oppositionelle Künstlerbewegung. Eine komplizierte Dreiecksbeziehung beginnt.
Die Einbettung der Geschichte in die Zeitgeschichte macht den Roman so interessant. Es ist so viel zu erfahren über den Alltag in einem sozialistischen Land, wobei es markante Unterschiede zwischen der DDR und dem offeneren Ungarn gab. Der Umgang mit kritisch eingestellten Personen sowie auch mit intellektuellen, oppositionellen Künstlern macht betroffen. Wichtige Themen sind Liebe, Verrat, Schuld.
Einmal mit Lesen begonnen, will man das Buch bis zum Ende gar nicht mehr aus der Hand legen. Eine eindeutige Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 15.01.2025

Kammerspiel

Drei Wochen im August
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Der Roman wird im Bucheinband als „Kammerspiel“ bezeichnet, ein Begriff, der die Geschichte tatsächlich treffend beschreibt. Denn er umschreibt eine Handlung, die nur an einem klar abgegrenzten Schauplatz ...

Der Roman wird im Bucheinband als „Kammerspiel“ bezeichnet, ein Begriff, der die Geschichte tatsächlich treffend beschreibt. Denn er umschreibt eine Handlung, die nur an einem klar abgegrenzten Schauplatz spielt und sich auf wenige Figuren konzentriert, wodurch die Aufmerksamkeit auf die inneren Konflikte der Figuren gelenkt wird. Bei den paar Romanfiguren handelt es sich um die beiden – abwechselnden – Erzählerinnen Elena und ihr Kindermädchen Eve, Elenas zwei Kinder, eine Freundin des einen, der Hausmeister und ein späterer Überraschungsgast mit jugendlicher Begleitung, die drei Sommerwochen in einem Ferienhaus an der französischen Atlantikküste verbringen. Atmosphärisch ist alles sehr düster und gerade deshalb gelungen dargestellt. Alles wirkt irgendwie bedrohlich. Die Personen sind alle irgendwie gestört, ohne dass konkrete Antworten auf die sich dem Leser stellenden Fragen gegeben werden. Ihre Beziehungen zueinander passen nicht und sind von Problemen überlagert. Im Vordergrund steht dabei vor allem das Verhältnis der beiden Erzählerinnen, die sich als Konkurrentinnen um die Gunst der Kinder dargestellt werden.
Der Roman ist etwas für Leser mit Interesse an ungewöhnlicher Literatur.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Beste Unterhaltung

Wackelkontakt
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Mit großem Vergnügen habe ich bereits das letzte Buch von Wolf Haas gelesen („Eigentum“), das ich mit fünf Sternen bewertet habe. Sein neuester Roman „Wackelkontakt“ ist noch einmal eine Krönung! Allein ...

Mit großem Vergnügen habe ich bereits das letzte Buch von Wolf Haas gelesen („Eigentum“), das ich mit fünf Sternen bewertet habe. Sein neuester Roman „Wackelkontakt“ ist noch einmal eine Krönung! Allein der formale Aufbau ist sehr besonders – der Trauerredner Franz Escher wartet auf das Erscheinen des Elektrikers Marco Steiner und vertreibt sich die Zeit mit dem Lesen eines Mafia-Romans, der die Geschichte Steiners zum Inhalt hat; Steiner wiederum ist mit alter Identität inhaftierter Kronzeuge in einem italienischen Gefängnis und wartet auf den Start seines neuen Lebens in Deutschland, unterdessen liest er einen Roman über den Trauerredner Escher. Im Fortgang liest mal der eine, mal der andere bzw. sogar weitere Personen in dem jeweiligen Buch weiter, wodurch sich beider Lebensgeschichten entfalten. Der Clou erfolgt dann am Ende, wo sich der Kreis schließt und beide Protagonisten in der Realität aufeinandertreffen. Das mag jetzt etwas verwirrend klingen, bei der Lektüre erschließt sich aber alles ganz einfach. Seine Protagonisten beschreibt Haas sehr detailverliebt und gewohnt humorvoll. Einige ihrer Marotten werden sich mir einprägen, z.B. Eschers Liebe zum Puzzlespielen oder Steiners Bemühungen, deutsch zu lernen. Sprachlich glänzt der Roman durch Wortspiele und Wortwitz, ohne dass es übertrieben wirkt.
Der Roman ist beste Unterhaltung!

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Veröffentlicht am 10.01.2025

Ein wortwitziger Liebesdialog

In einem Zug
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Von Daniel Glattauer habe ich bereits eine Menge Bücher gelesen – „Die spürst du nicht“, „Die Liebe Geld“, „Der Weihnachtshund“, „Die Wunderübung“, „Ewig Dein“, „Geschenkt“, „Alle sieben Wellen“ und „Gut ...

Von Daniel Glattauer habe ich bereits eine Menge Bücher gelesen – „Die spürst du nicht“, „Die Liebe Geld“, „Der Weihnachtshund“, „Die Wunderübung“, „Ewig Dein“, „Geschenkt“, „Alle sieben Wellen“ und „Gut gegen Nordwind“. Alle haben mir gut gefallen, genauso wie sein hier besprochenes, neues Buch. Dieses ist am ehesten vergleichbar mit den beiden zuletzt genannten Email-Romanen. Diese bestehen komplett aus wechselseitigen Emails der Protagonisten, während die beiden Romanfiguren vorliegend – der ältere, schon lange nicht mehr durch Veröffentlichungen in Erscheinung getretene Liebesromanautor Eduard Brünhofer und die Therapeutin (neben anderen Berufen!) Catrin Meyr – ähnlich sarkastisch, ironisch und wortgewandt einen Dialog führen. Das Ganze während einer vier Stunden dauernden Bahnreise von Wien nach München. Vor allem Catrin, die selbst sehr zurückhaltend mit Auskünften zu sich ist, analysiert Eduard derart geschickt, dass er, der eigentlich nicht sehr redselig ist und gar nicht über die Liebe und sein privates Liebesleben sprechen will, nach und nach sehr viel von sich preisgibt, nicht ahnend, dass das Ganze geschickt eingefädelt ist. Diese überraschende Wendung erfährt die Geschichte auch erst sehr spät, was einen großen Reiz beim Lesen ausmacht. Sprachlich überzeugt das Buch durch den für Glattauer eigentümlichen trockenen Humor und Wortwitz. In bleibender Erinnerung wird mir insoweit eine sage und schreibe zwei Seiten umfassende Passage bleiben, in der die beiden Romanfiguren über die korrekte Rechtschreibung des Vor- und Nachnamens von Catrin sprechen.
Das Buch ist absolut empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 12.12.2024

Eher eine Lektüre für junge Leser

Only Margo
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Vermutlich bin ich schlichtweg zu alt für dieses Buch mit seiner zu mir um vier Jahrzehnte älteren Protagonistin, die sich das Geld für ihren Lebensunterhalt und den ihres außerehelich geborenen Babys ...

Vermutlich bin ich schlichtweg zu alt für dieses Buch mit seiner zu mir um vier Jahrzehnte älteren Protagonistin, die sich das Geld für ihren Lebensunterhalt und den ihres außerehelich geborenen Babys durch Aktivität auf einem Porno-Onlinekanal verdient, indem sie pornografische Bilder von sich postet. Jedenfalls ist es mir sehr schwer gefallen, bis zum Ende bei der Stange zu bleiben. Allein schon die Strukturen und Zusammenhänge der verschiedenen Social Media-Kanäle waren für mich schwer zu durchschauen. Getoppt wurde das Ganze noch dadurch, dass der Vater der Protagonistin in der Wrestler-Szene beheimatet ist und dadurch jede Menge mir unverständliches Vokabular aus diesem Bereich Eingang in die Geschichte erhielt. Die Sprache ist auf einem eindeutig jugendlichen Niveau angesiedelt. Einziger Pluspunkt für mich war, dass die Hauptfigur eine intelligente Frau mit durchaus vernünftiger Lebenseinstellung ist.

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