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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.06.2019

Wie beim Klempner deer Wasserhahn tropft ...

Einmal Wolken und zurück
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kann auch bei einer Paartherapeutin fast unbemerkt die Beziehung den Bach hinunter gehen. Stina Hellers liebt ihren Beruf. Sie hilft gerne Paaren, ihre Beziehung wieder zu heilen. Ihren Mann David liebt ...

kann auch bei einer Paartherapeutin fast unbemerkt die Beziehung den Bach hinunter gehen. Stina Hellers liebt ihren Beruf. Sie hilft gerne Paaren, ihre Beziehung wieder zu heilen. Ihren Mann David liebt sie heiß und innig. Sie ist rundherum glücklich, doch dann - erwischt sie ihren Mann in seinem Büro bei einem Seitensprung mit seiner Sekretärin. Eine Welt geht unter!

Statt in den gemeinsamen Urlaub nach Frankreich fährt Stina allein ins Allgäu zum Wandern. Sie hofft, auf diese Art ihren Kummer los zu werden. Dort trifft sie auf den Hüttenwirt Florian.

Sie vertraut sich ihrer besten Freundin an, die den gleichen Beruf wie sie ausübt. Diese erinnert sie daran, der Liebe eine zweite Chance zu geben. David liebe sie doch noch.

Liv Eiken hat eine wunderbar spritzige Art, ihre Romane zu schreiben. Seht dazu auch "Verrücktes Herz" hier unter meinen Rezensionen. Man hält die Luft an, möchte die Protagonisten schütteln und kann auch zwischendurch immer mal wieder schmunzeln, ja lachen. Herrlich, wenn ich mir Stina im Supermarkt vorstelle! Ach nein, ich verrate euch nichts!

Wer eine nette Urlaubslektüre lesen möchte, die fesselt und gleichzeitig gute Laune verbreitet, ist hier richtig.

Das Buch ist als eBook und als Taschenbuch erhältlich.

Veröffentlicht am 04.06.2019

Der kalte Krieg schläft nicht

Schatten der Toten
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Der kalte Krieg schläft nicht


Das Cover des Buches ist dunkel gehalten, an einer Mauer führt eine Treppe ins Tiefe. Der Titel ist hell und erhaben, darüber der Name der Autorin Elisabeth Herrmann. Es ...

Der kalte Krieg schläft nicht


Das Cover des Buches ist dunkel gehalten, an einer Mauer führt eine Treppe ins Tiefe. Der Titel ist hell und erhaben, darüber der Name der Autorin Elisabeth Herrmann. Es macht sofort den richtigen Eindruch, dass der Roman ein Thriller ist.

Judith Kepler ist Tatortreinigerin. Ihr Chef liegt nach einem wiederholten Herzinfarkt auf der Intensivstation und möchte ihr die Firma übergeben. Als sie einen alten Bekannten wiedertrifft und dann auch noch ihr Kindermädchen, aus dem Waisenhaus stirbt, brechen alte Wunden auf. Judith will sich an ihrem Vater Richard Lindner, alias Bastide Larcan rächen, der ein gesuchter Verbrecher ist und viel Leid verursachte. Aber erst soll er ihr die für sie wichtigste Frage überhaupt beantworten. - Er war zu Zeiten des kalten Kriegs ein Romeo. Er machte sich an Frauen heran, die Geheimnisträger waren. Die Stasi war überall. Ist sie es noch?

Wird Judith sich auf die Suche in ihre Vergangenheit begeben, oder so weiterleben wie bisher? Wie der Titel verrät, entscheidet sie sich für Reise zu den Schatten der Toten, die ihr Vater zu verantworten haben soll.

Elisabeth Herrmann hat eine wunderbare Art, ihre Charaktere in den Romanen herauszuarbeiten. Der Roman ist sehr spannend und es ist erschreckend, wie grausam Staaten durch ihre Geheimdienste vorgehen, auch heute noch. Für Leser, die die beiden vorhergehenden Romane nicht kennen, ist es leider mühsam, in die Handlung einzusteigen.

Der Roman erschien im März 2019 im Verlag Goldmann.

Veröffentlicht am 02.06.2019

Es gibt Romane, die dürften nie zu Ende sein

Das Leuchten jenes Sommers
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Das Cover zeigt eine junge Frau, die an einem Strand ihr Spiegelbild betrachtet. Es ist grünblau, wie Wasser. Der Titel (oben) und der Namen der Autorin (unten) sind in heller erhabenen Lettern. Man wird ...

Das Cover zeigt eine junge Frau, die an einem Strand ihr Spiegelbild betrachtet. Es ist grünblau, wie Wasser. Der Titel (oben) und der Namen der Autorin (unten) sind in heller erhabenen Lettern. Man wird neugierig und möchte das Buch zur Hand nehmen.

Nun zum Titel meiner Rezension: Ja, es gibt solche Romane, bei denen man nicht schnell genug weiterlesen kann, andererseits aber viel zu schnell dem Ende entgegenkommt. So einen hat Nikola Scott mit "Das Leuchten jenes Sommers" geschrieben.

Die junge Maddy lebt weitab von der Welt und dem drohenden Krieg behütet auf dem Anwesen Summerhill in Cornwall. Sie erwartet die Rückkehr ihrer Schwester von ihrer Reise. Georgiana ist für sie 15 Jahre Mutter und Vater gewesen und für Maddy ist sie ihre beste Freundin. Sie begrüßt sie freudestrahlend, auch wenn der Freund der Schwestger, Victor, ihr nicht ganz geheuer ist. Doch sie kann nicht im Entferntesten ahnen, was er für Pläne hat!

70 Jahre später bekommt die junge schwangere Frau Chloe den Auftrag, Maddy auf Sommerhill zu fotografieren. Maddy und Georgiana haben Kinderbücher verfasst, die Chloe durch die Kindheit begleitet haben. Es gibt sogar eine Parallele, Chloe hat sich um ihren kleinen behinderten Bruder gekümmert. Auch er ist deshalb mit den Kinderbüchern aus Summerhill großgeworden. - Auch wenn ihr Mann etwas dagegen hat, die Anziehung ist für Chloe dermaßen gross, dass sie sich durchsetzt und nach Summerhill zu Maddy fährt. - Auf Summerhill gibt es jedoch ein zig-Jahre zurückliegendes Geheimnis. Dies soll ihr gesamtes Leben umkrempeln.

Nikola Scott hat die Gabe, die einzelnen Protagonisten so gut herauszuarbeiten, dass man sofort voll in der Geschichte ist und alles miterlebt. Sei es aus Maddys oder auch aus Chloes Sicht. Diese Darstellung der ach so unterschiedlichen Frauen ist ihr absolut wunderbar gelungen. Der Roman ist fesselnd von der ersten (im Jahr 1939) bis zur letzten (im Jahr 2009) Seite.

Es ist schön, dass die Autorin im Epilog noch einmal auf den Roman eingeht und nicht gleich Werbung für andere Bücher macht. So konnte ich alles nochmal sacken lassen. Nur mit Bedauern hab ich das Buch aus der Hand gelegt.

Der Roman erscheint im Verlag Wunderlich und hat einen Preis von 20 Euro, Es ist auch als E-Book erhältlich.

Veröffentlicht am 23.05.2019

Ursina sieht das anders

Ursina, die Bärin
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Dieses Buch habe ich mit sehr großem Interesse gelesen und mir die tollen Fotos angesehen. Eigentlich bin ich sehr zurückhaltend, was Tiere angeht, die im Zoo gehalten werden. Doch das Buch "Ursina, die ...

Dieses Buch habe ich mit sehr großem Interesse gelesen und mir die tollen Fotos angesehen. Eigentlich bin ich sehr zurückhaltend, was Tiere angeht, die im Zoo gehalten werden. Doch das Buch "Ursina, die Bärin" berichtet aus Sicht eines Zootieres und das hat mich schon interessiert.

Meine Meinung hat sich durch dieses Buch um einiges geändert. Es ist doch so wie im Leben von uns Menschen. Wenn nicht alles so läuft, wie es könnte, kann man den Kopf in den Sand stecken, verzweifeln oder sich arrangieren. Und wer weiß, ob wir uns überhaupt besser fühlen und/oder mit einem anderen Leben umgehen könnten und wollten.

Maja Johanna Warkotsch (Text) und Elke Schmid-Neebe (Bild) ist ein ganz tolles Buch gelungen, das voll und ganz aus der Sicht von Ursina, der Bärin erzählt wird. Sie beobachtet neben den anderen Zootieren übrigens auch uns Menschen und macht sich dazu so ihre ureigensten Gedanken.

Das Werk gibt Lebensweisheiten weiter, weist aber auch darauf hin, dass jedes Lebewesen seine Grenzen hat. So ist dieses Buch auch nicht ein Kinderbuch, wenngleich man es schon mit Kindern gemeinsam ansehen und - je nach Alter - auch lesen kann.

Das Büchlein erscheint in Kunstdruck und ist ja auch ein kleines Kunstwerk. Insofern ist es als ein besonderes Geschenk empfehlenswert.

Ich kann "Ursina, die Bärin" voll und ganz empfehlen. Es wurde in der Schweizer Literaturgesellschaft veröffentlicht und hat einen Preis von 16 Euro.

Veröffentlicht am 19.05.2019

Liebe in der Besseren Gesellschaft zu Zeiten der Französischen Revolution

Die Rose des Herzogs
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Das in grün gehaltene Cover zeigt eine Edeldame aus Zeiten der Französischen Revolution - wie ich aus dem Inhalt weiß - und in goldener Schrift den Titel "Die Rose des Herzogs.

Marita Spang hat über Prinzessin ...

Das in grün gehaltene Cover zeigt eine Edeldame aus Zeiten der Französischen Revolution - wie ich aus dem Inhalt weiß - und in goldener Schrift den Titel "Die Rose des Herzogs.

Marita Spang hat über Prinzessin Charlotte de Rohan-Rochefort geschrieben, die gegen Ende des 18. Jahrhunderts um ihren Verlobten trauert. Dem Werben des jungen Louis-Antoine, Herzog von Enghien kann sie deshalb noch nicht nachgeben. Doch der Herzog hat sich sehr verliebt und bleibt hartnäckig. Sie wird ihm eine Freundin und Vertraute und es entwickelt sich mehr.

Die gegenseitige Liebe trotzt den Kriegswirren und den privaten Komplikationen auf Seiten der Familie des Herzogs, die ihn reich verheiraten will. Erst als Napoleon Bonaparte davon hört, dass die Royalisten Louis-Antoine auf den Thron setzen wollen, spitzt sich die Lage gefährlich zu.

Es war leicht für mich als Leserin, mich in die Zeit zu versetzen, auch wenn ich mich gewundert habe, worauf die Prinzessin sich in dieser Zeit einlassen konnte mit Rückendeckung ihrer Familie. Ich habe beiden die Daumen gedrückt und immer wieder auf die Jahreszahl geschaut. Auch wenn viele Personen des Romans geschichtsträchtig sind, so muss ich gestehen, dass meine Kenntnisse leider nicht so weitreichend waren.

Charlotte liegt am 1. Mai 1841 auf dem Sterbebett und lässt friedlich alle ihre gemeinsamen Zeiten Revue passieren. So gibt es im Buch immer wieder ein Kapitel, das an ihrem Sterbetag spielt.

Marita Spang hat dieses historische Werk sehr kurzweilig und spannend, aber auch an Geschichtsdaten gelehnt, gestaltet. Charlotte und Louis-Antoine haben gelebt, viele Personen und Daten finden sich in der Vergangenheit wieder. Im Anhang hat die Autorin dazu auch noch etwas aufgelistet und geschrieben.

Der Roman erscheint bei Droemer-Knaur.