Leuchtende Träume bis zum Zerplatzen
Träume aus FeuerHinter dem traumhaft schönen Cover verbirgt sich ein schmaler Band, der uns Einblick gewährt in die geheimnisvolle Welt der Alchemie im späten 17. Jahrhundert. Der Alchemist Johannes Kunckel hat vom brandenburgischen ...
Hinter dem traumhaft schönen Cover verbirgt sich ein schmaler Band, der uns Einblick gewährt in die geheimnisvolle Welt der Alchemie im späten 17. Jahrhundert. Der Alchemist Johannes Kunckel hat vom brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm, genannt der Große Kurfürst, die Pfaueninsel in der Havel bei Potsdam geschenkt bekommen, damit er dort im Geheimen sein Laboratorium errichten und seine feurigen Versuche durchführen kann. Natürlich träumt der Kurfürst davon, dass Kunckel den märkischen Sand und etliche geheimnisvolle Zutaten in Gold verwandeln könnte. Der aber ist schon zu sehr Naturwissenschaftler, um noch an solchen Zauber zu glauben, vielmehr zerreibt er Golddukaten zu feinem Pulver, um damit tiefrotes Glas von solcher Leuchtkraft herzustellen, dass auch dies einem Wunder gleicht – und dem Kurfürsten willkommene Einnahmen beschert. Sehr lebendig und mit einigem Witz erzählt Florian Illies die tadellos recherchierte Geschichte dieser zunächst glücklichen Zusammenarbeit, lässt auch den Intrigen am Hof ihren Raum und schildert anschaulich die Lebensumstände des barocken Fürsten ebenso wie der Arbeiter in Kunckels Glashütte auf der Pfaueninsel. Dass die Träume schließlich platzen werden war zu erwarten.
Diese Lektüre bildet nicht nur, sie ist eine Freude, und wir danken es Florian Illies, dass er diese Kunst so virtuos beherrscht.