Gänsehaut pur
Die Insel - einer kennt die ganze WahrheitSommerzeit ist Reisezeit und ich gönne mir „lesetechnisch“ jetzt einen Trip auf „Die Insel“ von Ulf Kvensler. Das broschierte Taschenbuch zieht mich auf den ersten Blick in den Bann. Nicht nur, dass es ...
Sommerzeit ist Reisezeit und ich gönne mir „lesetechnisch“ jetzt einen Trip auf „Die Insel“ von Ulf Kvensler. Das broschierte Taschenbuch zieht mich auf den ersten Blick in den Bann. Nicht nur, dass es einen giftgelben Farbschnitt besitzt (Herzklopf - wie schön ist das denn) und mit einem großartig gestalteten Cover (fast wie ein altes Gemälde) daherkommt, der mir vorab beim Betrachten eine leichte Gänsehaut verursacht, nein der Plot ist auch noch auf Gotland. Mein Schweden-Thriller verspricht also eine ganze Menge Krimi-Lese-Spaß. Begeistert fange ich an zu lesen. Das Buch gliedert sich in 66 Kapitel und 4 Teile, es spielt in der Gegenwart sowie in der Vergangenheit und an verschiedenen Orten. Und auch ich sehe in meinem Umfeld einige Menschen, die den neuen Thriller besitzen und auch zur selben Zeit lesen, wie ich. Als Protagonisten lernt man Altenpfleger Isak, seine Freundin Madde, Isaks Großvater Anders sowie Isaks Vater Fredrik kennen. Die Romanfiguren sind gut beschrieben, wirken aber allesamt irgendwie „merkwürdig“. In der Vergangenheit gab es eine Tragödie bei der Isaks Mutter und seine dreijährige Schwester Klara bei einem Brand ums Leben kamen. Das Setting ist durchaus spannend gemacht. Der mir vorher unbekannte Autor hat einen bildhaften Schreibstil, der mir sehr gut gefällt. Die Wortwahl und Beschreibungen der Umgebung wirken authentisch. Die Schönheit Schwedens, die Abgründe der Protagonisten und die Psychospannung werden gut zum Leser transportiert. Allerdings unaufgeregt und langsam, was zur Mentalität der Schweden, für meinen Geschmack, passen würde. Ganz nebenbei erfährt man Einiges zum Thema „Manipulation & Kontrollverlust“. Allerdings möchte ich nicht zu viel verraten, wer hier wen beeinflusst, um sich Vorteile zu verschaffen. Die Seiten fliegen beim Lesen nur so vor meinen Augen dahin. Die Story wird vom Ich-Erzähler Isak wiedergegeben, diesen plagen Angst, Panik und Alpträume, in denen er seine „halbverkohlte“ Schwester Klara sieht, die mit ihm spricht. Es gibt viele Geheimnisse und unerwartete Plot-Twists. So entstehen einige Überraschungsmomente für den Leser und es verändert auch immer irgendwie die Perspektive, die man vorher zur Thematik hatte. Mir geht es zumindest immer so. Nichts ist wie es scheint. Und das Ende birgt eine Überraschung, mit der man als Leser so nie im Leben gerechnet hätte.
Zitat:
… „Hätte ich damals gewusst,
was ich heute weiß,
wüsste ich es heute nicht“ …
(polnischer Lyriker Stanislaw Lerzy Lec)
Der Autor:
Ulf Kvensler, 1968 geboren, hat eine lange und erfolgreiche Karriere als Drehbuchautor, Regisseur und Showrunner hinter sich.
Weitere Bücher:
Der Ausflug
Fazit: ****Der Thriller „Die Insel - einer kennt die ganze Wahrheit“ Von Ulf Kvensler ist im Penguin Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat mit Danksagung 396 Seiten, die mich nachdenklich, mit Gänsehaut und sprachlos zurückgelassen haben.