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Veröffentlicht am 24.07.2025

sehr fesselnd, aber nicht brutal

Ihr werdet sie nicht finden
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Ihr werdet sie nicht finden“ von Andreas Winkelmann ist vom Äußeren her auffallend und vielversprechend. Mit seinem neongrünen Farbschnitt, der super zum Cover passt, ist das Buch ein richtiger Hingucker.

Ich ...

Ihr werdet sie nicht finden“ von Andreas Winkelmann ist vom Äußeren her auffallend und vielversprechend. Mit seinem neongrünen Farbschnitt, der super zum Cover passt, ist das Buch ein richtiger Hingucker.

Ich war sehr gespannt, ob mich der Thriller auch inhaltlich überzeugen würde und kann schon vorab sagen, dass Andreas Winkelmann meine Erwartungen auf jeden Fall wieder erfüllen konnte.

Jonas war als Polizist tätig, bis seine Tochter vor 7 Jahren spurlos verschwunden ist. Er hat damals einen Verdächtigen eigenmächtig per Selbstjustiz zur Rechenschaft gezogen. Die Privatdetektivin Franka ist nun auf einen neuen Vermisstenfall angesetzt. Die Spuren führen zurück in die Vergangenheit und zu diesem Cold Case….Lasst euch überraschen!

In wechselnden Perspektiven und Zeitsprüngen wird man durch das Buch geführt. Meiner Meinung nach hat Winkelmann dies sehr gut gelöst, ich hatte keinerlei Probleme zu folgen. So nach und nach erfährt man auch, was damals vor 7 Jahren passiert ist.

Es handelt sich eher um einen ruhigen und unblutigen Thriller, der aber mit einer spannenden Atmosphäre punkten kann. Durch diese düstere Atmosphäre versteht es der Autor einem beim Lesen so richtig zu fesseln. Es gibt immer wieder Wendungen und Überraschungen, so dass man gut mitraten kann. Die Handlung ist in sich schlüssig und das Ende war für mich gut eingefädelt.

Fazit: Ich liebe die Thriller von Andreas Winkelmann und auch diesmal hat er mich wieder absolut überzeugt, obwohl es nicht allzu blutig oder brutal zur Sache geht. Er versteht es mit einer gut durchdachten Handlung und einer spannungsgeladenen Atmosphäre den Spannungsbogen hochzuhalten. Gerne empfehle ich das Buch weiter.

Veröffentlicht am 24.07.2025

gefühlvoller Wohlfühlroman

Über den Wolken wohnen die Träume
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Ich liebe die Bücher und den Schreibstil von Meike Werkmeister sehr. Ihr neues Buch „Über den Wolken wohnen die Träume“ habe ich ungewöhnlich lange vor mir hergeschoben. Es beinhaltet nämlich 672 Seiten ...

Ich liebe die Bücher und den Schreibstil von Meike Werkmeister sehr. Ihr neues Buch „Über den Wolken wohnen die Träume“ habe ich ungewöhnlich lange vor mir hergeschoben. Es beinhaltet nämlich 672 Seiten und eigentlich mag ich so dicke Romane nicht. Wem geht es ähnlich?

Die 17jährige Morlen darf von Norderney an einen Küstenort in Kalifornien fliegen, da das Au-pair einer Freundin ihrer Mutter kurzfristig abgesagt hat. So kommt es, dass sie bei der Familie mit 3 Kindern vorübergehend als Au-pair tätig wird.

Das Setting ist wunderbar. Ich habe den kalifornischen Strand, die Wellen und die Surfer regelrecht vor Augen gehabt.

Der Roman wird nicht nur aus Morlens Sicht geschildert, sondern auch aus Heathers Perspektive. Aufgrund der Schwangerschaften hat sie damals ihr Studium abgebrochen, um ganz für ihre Kinder da zu sein, die jetzt so langsam groß werden. Mit ihrem Eheleben ist sie unzufrieden, und sie spürt mehr Knistern bei einem befreundeten Mann. Natürlich haben auch die Kinder allesamt schwierige Phasen und Probleme.

Der Schreibstil ist sehr gut und unterhaltsam zu lesen. Meike Werkmeister hat die Charaktere, ihre Probleme und Gefühle sehr gut dargestellt. Man kann sich gut in sie hineinversetzen, wobei ich mit Heather nie so richtig warm wurde. Ich hätte sie manchmal am liebsten geschüttelt und wachgerüttelt. Das Buch ist sehr einfühlsam geschrieben und weckt viele Emotionen.

Alles in allem ein sehr schöner Wohlfühlroman, der mit 2 Hauptprotagonisten unterschiedlicher Generationen Jung und Alt anspricht und zudem mit einem schönen Setting punkten kann. Zudem war es für mich auch spannend, da das Ende in nicht hervorsehbar war.

Jetzt kommt aber noch ein kleines Aber: Mit meiner Skepsis aufgrund der vielen Seiten lag ich nicht so falsch. Es kamen teilweise etwas Längen auf, weil man den gleichen Sachverhalt manchmal aus beiden Perspektiven geschildert bekam. Dies wäre vermeidbar gewesen. Zusätzlich waren es mir das Buch auch fast ein wenig überfrachtet mit den vielen Päckchen, die die Protagonisten zu tragen haben. Hier hätte ich mir doch bei dem ein oder anderen mehr Unbeschwertheit und Normalität gewünscht.

Fazit: Trotz kleiner Kritikpunkte handelt es sich um einen schönen Roman mit viel Gefühl und Emotionen, den ich auf jeden Fall gerne empfehle.

Veröffentlicht am 16.07.2025

ganz wunderbarer Schwedenroman

Mittsommerversprechen
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Selma ist Sportagentin und beruflich sehr erfolgreich. Sie betreut viele Sportler. Als die Hochzeitsplanerin eines bekannten Tennisspielers, den sie betreut, kurzfristig ausfällt, springt Selma dafür ein ...

Selma ist Sportagentin und beruflich sehr erfolgreich. Sie betreut viele Sportler. Als die Hochzeitsplanerin eines bekannten Tennisspielers, den sie betreut, kurzfristig ausfällt, springt Selma dafür ein und hat nun eine große Hochzeit zu planen. Mehr möchte ich euch nicht verraten.

Der Schreibstil ist wieder ganz wunderbar zu lesen. Man fliegt gerade so durch das Buch. Die schönen Beschreibungen der Umgebung lassen Bilder vor Augen entstehen. Ich habe mir die Hochzeitsvorbereitungen gut vorstellen können. Das Buch ist unterhaltsam und auch etwas humorvoll geschrieben. Auch Gefühle und Emotionen kommen nicht zu kurz. Ich habe mit Spannung die Entwicklung der Hauptprotagonisten und die damit verbundene Liebesgeschichte beobachtet. Besonders schön waren die Schlagabtauschs und kleinen Streitigkeiten zwischen den beiden. Diese haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht.

Ganz wunderbar ist diesmal auch das Nachwort der Autorin. Sie kann damit sicher vielen Menschen Mut schenken! Und sie verrät auch, dass das zauberhafte Cover nach einem Original-Foto der Autorin umgesetzt wurde. Den Ort der Handlung gibt es nämlich wirklich, nur unter einem anderen Namen

Fazit: Ein wunderbarer Wohlfühl- und Schwedenroman, der mir schöne Lesestunden geschenkt hat. Die Mischung zwischen Gefühl, Romantik, Liebe, Humor und Tiefgang ist Madita Tietgen perfekt gelungen. Ganz große Leseempfehlung!

Es gibt viele wunderbare Stellen. Als Lieblingszitat habe ich mich entschieden für „Warum immer in die Dunkelheit zurückblicken, wenn die Sonne dir den Weg nach vorn weist?“ (S. 109)

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.07.2025

großartige Fortsetzung von Yoko

John
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Ich habe „Yoko“ von Bernhard Aichner absolut geliebt. Nun gibt es mit „John“ eine Fortsetzung. Yoko ist inzwischen nach Griechenland geflüchtet und hat dort als John eine neue Identität angenommen. Nach ...

Ich habe „Yoko“ von Bernhard Aichner absolut geliebt. Nun gibt es mit „John“ eine Fortsetzung. Yoko ist inzwischen nach Griechenland geflüchtet und hat dort als John eine neue Identität angenommen. Nach einigen Jahren der Ruhe steht plötzlich eine deutsche Kommissarin bei John vor der Tür. Erneut beginnt für Yoko/John ein Kampf um Leben, Freiheit und Tod.

Auch dieses Buch ist wieder in der sehr eigenen Schreibweise von Bernhard Aichner abgefasst. Entweder man liebt seinen Schreibstil, oder man kann nichts damit anfangen. Es gibt zahlreiche kurze Kapitel, die einem regelrecht durch das Buch jagen. Es sind viele Gedankengänge oder Dialoge enthalten, die uns in die Gedanken von John eintauchen lassen. Die meisten Sätze sind kurz, aber prägnant, wodurch der Schreibstil eher abgehackt wirkt. Die Dialoge sind nicht als wörtliche Rede gekennzeichnet und auch ohne einleitende Wendungen. Schnörkellos und rasant geht es hier zur Sache. Man nimmt sich beim Lesen kaum die Zeit zum Durchatmen. Ich liebe diese Stilmittel von Bernhard Aichner und finde, dass der Spannungsbogen dadurch zusätzlich erhöht wird.

Auch diesmal geht es nicht zimperlich zur Sache und es fließt einiges an Blut. Die Handlung ist gut durchdacht und in sich schlüssig, auch wenn es nicht unbedingt realistisch erscheint. Ich konnte richtig eintauchen und mit John mitfiebern und mitzittern. Der Spannungsbogen ist enorm hoch und wurde durch Wendungen und Überraschungen immer noch höhergeschraubt. Auch die zwei unterschiedlichen Zeitebenen waren gut verständlich dargestellt. In meinen Augen hat der Autor alles perfekt gemacht. Ich feiere das Buch wieder

Fazit: Ein Thriller, der mich begeistert und gefesselt hat. Ich bin inzwischen ein großer Fan von Bernhard Aichner und liebe seinen Schreibstil sehr! Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und habe bis tief in die Nacht gelesen. Natürlich gibt es von mir eine Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 13.07.2025

großartiges Buch, nicht nur für Fußballfans interessant

»Wir waren Heldinnen«
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Momentan läuft die Fußball-EM der Frauen. Passend dazu habe ich eine Leseempfehlung, aber diese spreche ich auch für Nicht-Fußball-Fans aus.

„Wir waren Heldinnen“ ist untertitelt mit „Wie Frauen den Fußball ...

Momentan läuft die Fußball-EM der Frauen. Passend dazu habe ich eine Leseempfehlung, aber diese spreche ich auch für Nicht-Fußball-Fans aus.

„Wir waren Heldinnen“ ist untertitelt mit „Wie Frauen den Fußball eroberten“ und im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen. Der Schriftsteller, Journalist und Regisseur Torsten Körner hat hier ein Buch über die Entwicklung des Damenfußballs geschrieben. Interessante Zahlen und Fakten wechseln sich mit kleinen Erlebnisberichten ab. Das Buch ist also nicht nur informativ, sondern auch sehr gut lesbar. Mit viel Feingefühl und einer Portion Charme ist die ernste und teilweise bestürzende Thematik dargestellt.

Im Juli 1955 wurde bei einer Bundestagssitzung Frauenfußball offiziell verboten. Tatsächlich war er dann bis 1970 in Deutschland verboten. Ich selbst habe danach sehr bald begonnen im Verein Fußball zu spielen. Allerdings gehöre ich nicht zu den Heldinnen, die sich damals dem Verbot widersetzt haben. Da gehörte schon sehr viel Mut dazu. Absolut interessant und beeindruckend war es, die Lebensgeschichten dieser Pionierinnen (z. B. Christa Kleinhans oder Bärbel Wohlleben) zu lesen. Ausgangspunkt von Torsten Körner waren 15 Interviews, die er für einen Film geführt hat. Es ist nicht nur alles sehr gut recherchiert und dokumentiert, es ist auch viel Bildmaterial enthalten.

Natürlich geht es auch um gesellschaftliche Themen wie Vorurteile, Rollenverständnis und Sexismus. Also ein Buch welches nicht nur für Fußballfans interessant ist, sondern weit darüber hinausgeht. Es geht um Gleichberechtigung und um die Achtung und Freiheit der Frau. „Die Leistungen von Frauen sind über Jahrhunderte unsichtbar gemacht worden, und dieser Befund gilt erst recht für den Fußball.“ (S. 30)

Fazit: Ein wertvolles und sozialkritisches Buch, welches ein Stück Historie vermittelt, die sicher nicht jedem Mann und jeder Frau bekannt ist. Torsten Körner hat perfekte Recherchearbeit geleistet. Ein interessantes, wichtiges und lesenswertes Buch, welches ich sehr empfehlen kann. Es regt zum Nachdenken an und liest sich trotzdem mit einer gewissen Leichtigkeit.