Beeindruckend, berührend, emotional und sehr zu empfehlen!
Zwei Leben„...empfinde ich eine seltsame Art von Glück. Nicht das Glück, eine Familie zu haben. Nicht das Glück, zu lieben oder geliebt zu werden….Ein anderes, nicht greifbares, unmöglich in Worte zu fassendes kleines ...
„...empfinde ich eine seltsame Art von Glück. Nicht das Glück, eine Familie zu haben. Nicht das Glück, zu lieben oder geliebt zu werden….Ein anderes, nicht greifbares, unmöglich in Worte zu fassendes kleines Glück“ (Zitat 256)
Auch wenn ich historische Romane nur selten lese, so hat mich der Familienroman „Zwei Leben: Hinter dem Schweigen“ von Astrid Korten unglaublich gefesselt und berührt.
Der Roman spielt in 2 verschiedenen Zeitebenen. Einerseits lernen wir Nora kennen, die 2013 die Trennung von ihrem Mann verarbeiten muss. Als ihre Großmutter stirbt und Nora beim Ausräumen des Hauses hilft, findet sie eine Holzschatulle mit Gegenständen, die Fragen aufwerfen und neugierig machen. Zusammen mit einem Journalisten macht sie sich auf die Reise in die Vergangenheit.
In der zweiten Zeitebene, die den größeren Anteil hat, darf man Hannah durch die Zeiten des Zweiten Weltkriegs begleiten. Lest es unbedingt selbst!
Abwechselnd lässt uns Astrid Korten an den Erlebnissen und Gedanken dieser beiden Hauptprotagonisten teilnehmen. Die Personen sind gut ausgearbeitet und authentisch dargestellt.
Mit Hannah erleben wir eine sehr starke und beeindruckende Frau. Niemand möchte erleben, was sie mitgemacht hat. Die Geschichte selbst hat mich mehr als gepackt. Die Autorin hat das Kriegsgeschehen sehr beeindruckend, aber mit viel Fingerspitzengefühl geschildert. Mich hat das Buch unglaublich berührt und zum Nachdenken angeregt. Ich bedaure es jetzt sehr, dass ich mit meinen Großeltern und Eltern nur so wenig über Kriegszeiten geredet habe. Die Autorin verdeutlicht, dass es ein Thema ist, über welches (zu) viel geschwiegen wird.
Fazit: Ein sehr emotionaler historischer Familienroman, den ich euch mehr als empfehlen kann. Auch wenn die Thematik oft traurig und ernst ist, so ist der Roman doch mit einer gewissen Leichtigkeit geschrieben, so dass er sich sehr gut lesen lässt. Ein Roman, der niemanden kalt lässt und mitten ins Herz trifft. Hier wird ein Stück Geschichte wieder lebendig! Ganz große Leseempfehlung!
Zum Abschluss ein Zitat von S. 106: „Manchmal ist kaum zu erkennen, wo das echte Leben endet, und der Albtraum beginnt“.