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Veröffentlicht am 04.05.2020

Unzerstörbar

Vengeful - Die Rache ist mein
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Nach dem letzten Kampf ist Sidney Victor zur Hilfe geeilt. Sie hat ihm geholfen, aber sie hat auch etwas kaputt gemacht. Victor ist nicht mehr der Alte und es wird immer schlimmer. Sidney hat Angst um ...

Nach dem letzten Kampf ist Sidney Victor zur Hilfe geeilt. Sie hat ihm geholfen, aber sie hat auch etwas kaputt gemacht. Victor ist nicht mehr der Alte und es wird immer schlimmer. Sidney hat Angst um ihn und sie fühlt sich auch schuldig. In Merit erliegt Marcella einem Brandanschlag ihres Mannes, oder eher sie erliegt fast. Als sie wieder zu sich kommt, ist sie stinkwütend. Ihr Mann muss ihre Rache fürchten, er weiß es nur noch nicht. Eli Ever, der wirklich unzerstörbar ist, muss dies in seinem Gefängnis immer wieder unter Beweis stellen. Bis Agent Stell ihn von seinem Peiniger befreit, nur um ihn hinter noch dickere Wände zu stecken.

Mit ihrer etwas ungewöhnlichen Erzählung in der Zeitabfolge zieht die Autorin ihre Leser auch im zweiten Band um die Extraordinären in den Bann. Eine ganze weile musste man darauf warten, wie es mit Victor, Sidney und Eil weitergeht. Ihnen allen ist es nicht ganz so gut ergangen. Doch immer noch suchen sie nach weiteren Extraordinären. Ihre Ziele sind allerdings unterschiedlich. Marcella will einfach nur Macht, egal wer auf ihrem Weg dorthin sein Leben verliert. Victor und Eli sind auf der Jagd nach ihresgleichen, ihre Motivation könnte allerdings unterschiedlicher kaum sein. Und Sydney sehnt sich nach ihrer Familie.

Außergewöhnliche Menschen in einer eigentlich ganz normalen Welt. Sie fallen auf und von denen, die sie jagen, werden sie kaum als Menschen angesehen. Was sie wie es so oft geschieht zu Aussätzigen und Gejagten macht. Allerdings sind sie so unterschiedlich mit ihren besonderen Fähigkeiten, dass sie sich kaum verbünden können. Eine begeisternde, aber auch düstere Story entspinnt sich um die Extraordinären. Ihr Leben ist nicht leicht. Und Marcella, die Rächerin, setzt noch mehr aufs Spiel. Sie hat doch ein paar Verbündete um sich geschart und sie ist so unerschrocken. Mit ihrer Frechheit kann sie eigentlich nur gewinnen. Ein wenig bewundert man sie und wünscht ihr mehr Selbstbeherrschung. Auch wenn die erste Überraschung weg ist und der Schluss hoffen lässt, der nächste Band möge versöhnlicher für die Extraordinären sein, so packt dieser Roman mit seinem ungewöhnlichen Aufbau und seinen besonderen Helden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.05.2020

Nach dem Krieg

Heldenflucht
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Dezember 1918 - der Krieg ist vorbei. Doch in dem kleinen Eifeldorf Kirchbach sind die Kriegsfolgen deutlich zu spüren. Viele der jungen Männer sind gefallen oder vermisst, die Heimkehrer sind nicht mehr ...

Dezember 1918 - der Krieg ist vorbei. Doch in dem kleinen Eifeldorf Kirchbach sind die Kriegsfolgen deutlich zu spüren. Viele der jungen Männer sind gefallen oder vermisst, die Heimkehrer sind nicht mehr so wie sie waren. Agnes Papen, die als Kriegsberichterstatterin an der Front war, besucht ihren erkrankten Onkel. Sie sehnt sich in die Stadt zurück und sucht nach einem Job als Fotojournalistin. Der junge Franz hat noch etwas von einem Abenteurer und als er in der Nähe des Ortes eine Leiche findet, will er unbedingt erforschen, was weiter mit dem Toten geschieht, deshalb behalt er seinen Fund für sich.

Fast alle Einwohner des Dorfes sind in irgendeiner Form vom Krieg gezeichnet. Entweder haben sie liebe Menschen verloren oder selbst viel erlitten. Fast glücklich sind beinahe die, die entweder zu jung oder zu alt waren, um direkt in den Krieg gezogen zu werden. Doch auch die Wirtschaft liegt danieder, die Menschen haben nicht viel. Sogar dem Krämer fehlt es an Ware, weil sein Lieferant nicht kommt. Die Stimmung ist gedrückt und wenn es auf einem Hof mal besser gehen könnte, so sind die Besitzer doch missgünstig und geizig. Sie teilen nicht, sondern nehmen sich eher noch Frechheiten heraus gegenüber ihren Untergebenen.

Es ist eines dieser Bücher, die sehr überzeugend darstellen, dass die Folgen eines Krieges so schwer sind, dass sich niemand einen Krieg wünschen kann. Anhand eines kleinen Dorfes werden die Auswirkungen sehr eindringlich dargestellt. Bei manchen Menschen scheint diese Zeit das Schlechteste hervorgeholt zu haben. Und Heimkehrer leiden unter vielfältigen Störungen, womit die Familien häufig überfordert sind. Da freut man sich schon fast, wenn einige Menschen noch halbwegs normal geblieben sind und einiges an Initiative behalten haben. Es ist zu hoffen, dass ihnen die Zukunft gehört. Gepackt verfolgt man die Ereignisse im Dorf und ist sprachlos ob der teilweise herrschenden Gewalt. Dem Autor ist es wirklich gelungen, die düstere Stimmung nach dem Krieg nachzuzeichnen. Von Erleichterung ist da noch nicht viel zu spüren. Der überraschende Schluss schockiert zusätzlich. Dieser Roman mahnt, Frieden ist ein wertvolles Gut.

Veröffentlicht am 01.05.2020

Der Koffer

Die Möglichkeit eines Verbrechens Avi Avraham ermittelt
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Nach seiner Beurlaubung ist Avi Avraham zurück in Tel Aviv. Eigentlich hat er noch ein paar Tage frei und will den Kollegen nur mal Hallo sagen. Wegen der knappen Personalbesetzung übernimmt er das Verhör ...

Nach seiner Beurlaubung ist Avi Avraham zurück in Tel Aviv. Eigentlich hat er noch ein paar Tage frei und will den Kollegen nur mal Hallo sagen. Wegen der knappen Personalbesetzung übernimmt er das Verhör eines Verdächtigen. Vor einem Kindergarten wurde ein Koffer mit einer Bombenattrappe abgestellt. Auch die Leiterin des Kindergartens wird vernommen. Avi gewinnt den Eindruck, dass sie etwas verschweigt. Er fühlt sich an seinen vorherigen Fall erinnert, bei dem auch viele gelogen hatten. Seitdem ist sich Avi nicht mehr ganz sicher, ob er seiner Intuition vertrauen kann. Aber dennoch, mit den Beteiligten stimmt etwas nicht.

In seinem zweiten Fall hat Avi Avraham die Folgen seiner vorherigen Ermittlung noch nicht ganz überwunden. Dennoch stürzt er sich gleich in die Arbeit, wohl auch um die Einsilbigkeit seiner Freundin, die noch in Brüssel ist, nicht so laut zu hören. Der Fall fordert ihn sehr, schließlich sind kleine Kinder möglicherweise in Gefahr. Oder war eventuell ein anderer Laden oder ein Bewohner der umliegenden Häuser gemeint? Von der neuen Hilfskindergärtnerin erfährt Avraham jedoch, dass es einen Anruf gegeben hat. Und entgegen der Behauptung der Leiterin, hat es durchaus schon mal Differenzen mit den Eltern gegeben.

Avi Avraham ist ein Ermittler, der sich hinterfragt. In seinem letzten Fall hat er sich in einem Moment darauf verlassen, dass er die Wahrheit erzählt bekommt. Und nun fragt er sich, ob er überhaupt noch vertrauen soll. Sein Dilemma gibt diesem Kriminal eine besondere Spannung. Und dass er nach der etwas längeren Pause erst wieder in seinen Job hineinkommen muss. Zwar macht es einem der Fall und und auch sein Ermittler nicht immer ganz leicht, aber die ungewöhnliche Geschichte und das Zusammenwirken der unterschiedlichen Personen ist doch interessant. Und immer wieder sucht Avi Avraham die Nähe zum Meer, auch wenn der Sommer im Buch fast vorbei ist. Gerade in der momentanen Zeit, wo wohl in vielen eine gewisse Sehnsucht nach der Ferne wächst, hat der Gedanke ans Meer etwas Schönes.

Veröffentlicht am 30.04.2020

Die Taucherin

Manhattan Beach
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Annas Vater hat die Weltwirtschaftskrise leider nicht ungeschoren überstanden. Das Autor, das ihm früher gehörte, ist jetzt nur noch geliehen, von der Gewerkschaft. Von dort wird er mit Aufträgen betraut, ...

Annas Vater hat die Weltwirtschaftskrise leider nicht ungeschoren überstanden. Das Autor, das ihm früher gehörte, ist jetzt nur noch geliehen, von der Gewerkschaft. Von dort wird er mit Aufträgen betraut, zu denen er seine 12jährige Tochter Anna manchmal mitnimmt. So auch zu Dexter Styles, der sehr beeindruckt von der forschen Anna ist. Jahre später, der zweite Weltkrieg ist in vollem Gange, ist der Vater seit langem verschwunden. Anna arbeitet in den Docks von Manhattan Beach. Ihr Traum ist es Taucherin zu werden. Die meisten Männer sind eingezogen. Das ist ihre Chance. Eigentlich wird Anna nur auch Empfehlung ihres Chefs und als abschreckendes Beispiel zum Einstellungstest zugelassen.

Anna ist ihrer Zeit voraus. Sie ist geradeheraus und zielstrebig. Aber sie kümmert sich auch liebevoll um ihre behinderte Schwester und ist ihrer Mutter eine Stütze nachdem der Vater verschwand. Sein Verschwinden nagt an ihr und als sie Dexter Styles als 20jährige zufällig wieder trifft, sieht sie eine Chance, die Spur ihres Vaters aufnehmen zu können. Wie schon damals ist Dexter fasziniert von ihr, allerdings erinnert er sich nicht an sie. Und seinen gesicherten Stand in der Familie will er eigentlich nicht aufs Spiel setzen.

Das Thema dieses Buches, die weiblichen Mitarbeiter in der Kriegsmaschinerie, ist sehr spannend. Anna wirkt sehr energisch und es ist klasse wie sie ihrem Traum Leben einhaucht. Sie lässt sich nicht unterkriegen. Sie wird wie eine beschrieben, die ein Vorbild für andere sein kann. Dabei überstrahlt sie nicht alles, sie hat ihre kleinen Unzulänglichkeiten, was sie umso authentischer daherkommen lässt. Allerdings kann man den Eindruck gewinnen, dass die Geschichte ihres Vaters gröber zusammengeschraubt ist. Einige seiner Erlebnisse erscheinen zumindest recht weit hergeholt. Dennoch ist am Ende alles stimmig. Wenn man vielleicht mit früheren Büchern einige Mühe hatte, so ist man hier positiv überrascht über die sanft und stetig dahinfließende Geschichte, die vielleicht etwas gestrafft hätte werden können, die aber dennoch große erzählerische Kraft aufweist und damit nicht langweilig wird.

Veröffentlicht am 26.04.2020

Die Stunde

Das Erbe der Altendiecks
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Einmal im Leben greift der Uhrmachermeister Johann Christian Altendieck die Gelegenheit beim Schopf. Er ergattert im Jahr 1766 den Auftrag, im Saal des Bremer Rathauses eine große Uhr zu bauen. Ein großes ...

Einmal im Leben greift der Uhrmachermeister Johann Christian Altendieck die Gelegenheit beim Schopf. Er ergattert im Jahr 1766 den Auftrag, im Saal des Bremer Rathauses eine große Uhr zu bauen. Ein großes Werk, dass schwierig zu vollbringen ist. Altendieck ist zuversichtlich, dass er es schaffen wird. Sein Großvater bringt inzwischen seiner kleinen Enkelin Gesche viel von seinem Handwerk bei. Das Mädchen hat die nötige Geduld und auch den technischen Verstand. Allerdings wird sie als Frau niemals das Uhrmacherhandwerk ausüben können. Was ihr bleibt, ist ein Leben als Frau des Meisters. Ob Gesche sich an die Vorgaben ihrer Zeit halten wird?

Über mehrere Generationen kann das Schicksal der Familie Altendieck verfolgt werden. Die verschiedenen Familienmitglieder mit ihren Eigenheiten und Begabungen. Im Mittelpunkt steht dabei Gesche, die der Familie mit ihrem energischen und doch sympathischen Wesen ihren Stempel aufdrückt. Gesche hat einen Forscherdrang und ein Selbstbewusstsein, mit dem sie auch in die heutige Zeit gepasst hätte. Doch wie im wirklichen Leben geht es auch im Leben der Altendiecks nicht immer glatt. Dennoch bleiben sie ihrem Handwerk verhaftet, auch wenn sie manchmal lieber ihrer wahrend Berufung gefolgt wären.

Dieser historische Roman befasst sich mit einem interessanten Thema und ist in der freien Hansestadt Bremen angesiedelt. Wenn man die Stadt aus der heutigen Zeit kennt, freut man sich, wenn man einige Orte wieder erkennt, auch wenn man sich an die Uhr im Rathaussaal nicht unbedingt erinnert. Dennoch hat der Autor mit seiner Familiengeschichte auch einiges der Geschichte von Bremen verknüpft und macht seinen Roman somit zu einem interessanten Lehrstück und gleichzeitig zu einer packenden Erzählung einer Familie. Sogar, wenn man es nicht als ganz so glücklich empfindet, wenn Romane so viele Jahre umspannen, hat der Autor seine Historie doch so hervorragend abgerundet, dass man nach der Lektüre nichts missen möchte. Auf gelungene Weise bringt der Autor seine Begeisterung für Stadt und Handwerk zum Ausdruck und vermag es damit durchaus mitzureißen.