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Veröffentlicht am 05.05.2019

Ken und Püppi

Die Todesbotin
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In Berlin wurde der Besitzer eines Handyladens erschossen. Er hatte Schulden. Ob die Tat irgendetwas mit seiner türkischen Herkunft zu tun hatte, ist unbekannt. Pikant dagegen ist, dass es sich bei dem ...

In Berlin wurde der Besitzer eines Handyladens erschossen. Er hatte Schulden. Ob die Tat irgendetwas mit seiner türkischen Herkunft zu tun hatte, ist unbekannt. Pikant dagegen ist, dass es sich bei dem Schuldeneintreiber, der kurz vor der Tat im Laden war, um den Bruder der Kommissarin Begüm Duran handelt. Diese bekommt eine Mitteilung, dass ihr Bruder bedroht wird und geht erstmal eigene Wege. Ihre Kollegen Viktor Puppe (Püppi) und Kenji Tokugawa (Ken) beginnen mit den Ermittlungen. Könnte es sich um Clankriminalität handeln? Eigentlich unlogisch, denn ein Toter zahlt seine Schulden gewiss nicht mehr. Kurz darauf kommt es in einem verlassenen Krankenhaus zu einer Explosion.

Das Berliner Triumvirat ist schon aus ihrem ersten Fall bekannt. Hier jedoch bekommen sie es mit einem besonders brisanten Fall zu tun, der sie an den Rand ihrer Kräfte bringt. Schnell wird heutzutage ein Anschlag vermutet und anstatt die Kräfte zu bündeln, scheint es so als bestehe jeder auf seiner Zuständigkeit und koche lieber sein eigenes Süppchen. Und so versucht der Staatsschutz die Ermittlungen an sich zu ziehen. Doch die Herrschaften haben ihre Rechnung ohne Puppe und Togugawa gemacht. Die bohren weiter und finden einen weiteren Ansatz. Derweil geht Duran immer noch eigene Wege, sich in jedem Moment bewusst, dass sie Gefahr läuft, ihren Job zu verlieren.

Man möchte an dieser Welt verzweifeln, wenn man von den Taten und ihren Hintergründen liest. Einiges ist überhaupt nicht in Ordnung in diesem Land und man gewinnt den Eindruck, als verschließe die Öffentlichkeit und auch die Politik die Augen. Niemand kann wohl eine Lösung anbieten, aber es sollte doch etwas getan werden, um Schlimmeres zu verhindern. Wissen wir überhaupt noch, wie gut es uns geht? Tief dringen die Ermittler in das reale Darknet dieser Republik. Wahrscheinlich hätten sie einige Sachen lieber nicht erfahren und sind doch aufmerksamer als zuvor. Der Fall ist nicht so einfach wie vermutet und in seiner Vielschichtigkeit fast nicht aufzulösen. Mit großem Einsatz gelingt es ihnen Licht ins Dunkel zu bringen, nur um erfahren, dass Verdunkelungsaktionen gestartet werden. Beim Lesen fällt man mitunter von einer Ohnmacht in die nächste. Man ist dann über die humorvollen Auflockerungen hinsichtlich verschiedener Dialekte schon dankbar und immer gepackt von den unglaublichen Ereignissen, die doch einen realen Hintergrund haben.

Veröffentlicht am 04.05.2019

Lauf schnell

Schattenfreundin
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Erst vor kurzem ist Katrin mit Mann und Kind nach Münster gezogen. Die Familie ist noch in der Eingewöhnung und Thomas beruflich viel unterwegs. Mit dem kleinen Leo wird es manchmal etwas viel und Katrin ...

Erst vor kurzem ist Katrin mit Mann und Kind nach Münster gezogen. Die Familie ist noch in der Eingewöhnung und Thomas beruflich viel unterwegs. Mit dem kleinen Leo wird es manchmal etwas viel und Katrin ist froh, als sie vor dem Kindergarten eine andere Mutter kennenlernt, mit der sie sich gleich versteht. Dann jedoch stirbt Katrins Vater unerwartet und die junge Mutter ist untröstlich. Wenige Tage später ist Leo verschwunden. Katrin kann es nicht fassen, wo ist ihr Junge. Kommissarin Charlotte Schneidmann und ihr Kollege Jäger beginnen sogleich mit den Ermittlungen.

Charlotte Schneidmann wirkt sofort sympathisch so wie sie sich in den Fall hineinkniet, dass sie manchmal an ihre eigene Kindheit denken muss, scheint unvermeidlich. Wenn ein Kind betroffen ist, nimmt es einen auch wenn man nur am Rande beteiligt ist, immer ganz besonders mit. Unvorstellbar, dass jemand etwas gegen ein kleines Kind gehabt haben könnte. Sie es dann die Eltern, die jemandem ein Dorn im Auge sind? Erste Hinweise gibt es, dass die Ehe von Katrin und Thomas nicht ganz ideal ist. Unter normalen Umständen und normalen Menschen sollte dies allerdings nicht unbedingt ein Grund sein. Wer allerdings kann und möchte sich schon in einen Verbrecher hineinversetzen.

Wenn man Münster hört, kommt man fast nicht umhin an Boerne, Thiel und Wilsberg zu denken. Die haben die Stadt irgendwie krimimäßig okkupiert. Dennoch braucht sich das Team Schneidmann und Jäger nicht zu verstecken. Die Kommissar ermitteln hartnäckig und gehen den Hinweisen auf den Grund. Katrins Überforderung erscheint manchmal etwas größer als nötig und Thomas lässt sich etwas schnell gehen. Katrins Sorge um ihren Sohn kann man dagegen sehr gut nachvollziehen. Für ihren Kleinen würde sie alles tun und sei es nur der Polizei zu helfen, ihren Leo endlich zu finden. In diesem ersten Band einer Reihe bekommt man gute Unterhaltung geboten, wobei Cathrin Bürger als Vorleserin des Hörbuch eine sehr passende Besetzung ist.

Veröffentlicht am 03.05.2019

Mathilda

10 Stunden tot
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Fabian Risk ist noch beurlaubt solange seine Tochter noch im Krankenhaus liegt. Seine Kollegen kommen auch ohne ihn klar, so einigermaßen jedenfalls. Doch als ein kleiner Junge grausam ermordet wird und ...


Fabian Risk ist noch beurlaubt solange seine Tochter noch im Krankenhaus liegt. Seine Kollegen kommen auch ohne ihn klar, so einigermaßen jedenfalls. Doch als ein kleiner Junge grausam ermordet wird und es zu weiteren Todesfällen kommt, bei denen offensichtlich Fremdeinwirkung im Spiel ist, kehrt Risk an seinen Arbeitsplatz zurück. Die Kollegen sind sich untereinander noch nicht einig, wo ein Motiv für die Taten zu sehen ist und ob es mögliche Zusammenhänge gibt. Es wird also zunächst mal in alle Richtungen ermittelt. Diesmal haben es Kommissar Risk und seine Kollegen mit Taten zu tun, die auf den ersten Blick keinen Zusammenhang aufweisen.

Die Reihe um Kommissar Fabian Risk geht hier in die vierte Runde. Es wird empfohlen, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da die Rahmenhandlung einige Wichtigkeit hat. Auch in seinem neuesten Fall bekommt es die Polizei mit Ereignissen zu tun, die sich als sehr komplex erweisen. Da Risk noch nicht wieder voll einsatzfähig ist, seine familiäre Situation eigentlich die volle Aufmerksamkeit fordert und er doch von einem alten Fall nicht lassen kann, geht doch einiges von seiner Zeit für den laufenden Fall verloren. Auch seine Kollegin Irene hat große Probleme und die Chefin lässt es sich nicht nehmen, ihre Kur abzubrechen, weil sie einfach nicht genug Leute haben.

Wer die vorherigen Bände der Reihe nicht kennt, wird vielleicht einige Schwierigkeiten mit dem Roman haben. Die anderen jedoch werden zumindest in weiten Bereichen gebannt an den Seiten kleben und die Handlung ohne große Pausen inhalieren. Der Autor schafft es einfach immer wieder mit seinem komplexen Konstrukt zu fesseln und zu begeistern. Vielleicht mag man ihm nicht in jeden einzelnen Schritt folgen, doch im Großen und Ganzen sind die Kriminalromane von Stefan Ahnhem einfach spannend und intelligent gestrickt. Man darf nur nicht erwarten, dass jede Frage sofort beantwortet wird. Schließlich gibt es weiter gefasste Zusammenhänge im Leben, die sicher noch Raum für weitere Bücher lassen. Doch auch im vorliegenden Band werden Vorgänge aufgedeckt, die es in sich haben und von denen man gleichzeitig eigentlich nie gelesen haben möchte. Gerade wie ernste Themen so packend dargelegt werden, macht den besonderen Reiz des Buches aus.

Veröffentlicht am 02.05.2019

Der schwarze Mann

Rachemädchen- Eine ist verschwunden. Eine ist angeklagt. Wer ist das Opfer?
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Schon früh wird Sadie Mutter. Sie ist glücklich mit dem Vater ihrer kleinen Tochter, dennoch sieht sie sich gezwungen, ihre kleine Familie zu verlassen. Miles gerät sogar in Verdacht, er könne seiner Frau ...

Schon früh wird Sadie Mutter. Sie ist glücklich mit dem Vater ihrer kleinen Tochter, dennoch sieht sie sich gezwungen, ihre kleine Familie zu verlassen. Miles gerät sogar in Verdacht, er könne seiner Frau etwas angetan haben. Es gibt allerdings keinen Beweis für eine Tat und so zieht Miles seine Tochter alleine groß. Als Sadie nach sechzehn Jahren wieder auftaucht, ist das eine Sensation. Weitere zwei Jahre später hat es Sadies Tochter Amber zu einer gewissen Bekanntheit gebracht. Sie wird von einem Filmteam begleitet, dass einen Film über die Ereignisse produziert, die Ambers Leben so zur Gänze verändert haben.

Die Storyline hält sich an das Drehbuch der Filmcrew, so fühlt man sich tatsächlich eher wie ein Zuschauer als ein Leser. In Rückblenden erfährt man nach und nach mehr zum Hintergrund der Geschichte und erst ganz zum Schluss kann man sich zusammenreimen, was damals mit Sadie und vor zwei Jahren mit Amber geschehen ist. Dieser Aufbau des Romans ist sehr klug und mal andersartig konstruiert als bei vielen anderen Kriminalromanen. Von der Art des Aufbaus her ist dieser Thriller wirklich toll strukturiert. Man kann sich den Film oder die Miniserie direkt vorstellen, wo mit dem Voranschreiten der Handlung die Spannung gesteigert wird.

Die Handlung als solche muss man allerdings erstmal verdauen, wenn man dann noch liest, dass die Idee auf einer Zeitungsnotiz gründet, wird es noch gruseliger. Nicht jeder wird sich in die Geschichte hineinfinden können. Gerade wenn man von den verqueren Gedanken, auf die Jugendliche machmal kommen und die zu gewissen Grausamkeiten führen können, eigentlich überhaupt nichts wissen will. Zu was sind gerade junge Menschen fähig, die die Folgen ihres Handelns noch nicht richtig überblicken können? Respekt, dass sich die Autorin mit so einem Thema beschäftigt hat und ein besonders im Aufbau tolles Buch geschaffen hat.

Veröffentlicht am 01.05.2019

Blau Gelb

Der Patriot
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Blau und Gelb sind die Farben Schwedens und die sollen von einer Gruppe unter der Führung von Carl Cederhielm verteidigt werden. Er und seine Kumpane verunglimpfen zunächst die freie Presse. Damit allerdings ...

Blau und Gelb sind die Farben Schwedens und die sollen von einer Gruppe unter der Führung von Carl Cederhielm verteidigt werden. Er und seine Kumpane verunglimpfen zunächst die freie Presse. Damit allerdings geben sie sich nicht lange zufrieden, bald schon werden die ersten Journalisten umgebracht. Vorgeschobener Grund für ihre Aktivitäten ist die angebliche Tatenlosigkeit, mit der die schwedische Regierung dem Flüchtlingsstrom begegnet. Unter den Journalisten lösen sie Angst und Schrecken aus. Die Redaktionen werden bewacht und die Zeitungsmitarbeiter überlegen sich jeden Schritt. Das weitere Vorgehen der Täter hat allerdings noch eine ganz besonders negative Qualität.

Der Autor war selbst lange als Journalist tätig. Er kennt die Szene, über die er schreibt, in und auswendig. Laut Autoren-Info war er vermutlich wegen seiner Tätigkeit selbst rechtspopulistischen Bedrohungen ausgesetzt, hat seinen Beruf aufgegeben und seinen ersten Roman verfasst. Mit diesem lehrt er die Leser wahrlich das Fürchten. Die dargestellten Szenarien wirken doch allzu realistisch. Man wünschte sich, niemand müsste auf solche Ideen kommen. Wie können vermeintlich normale Bürger nur so krude Ideen vertreten und dafür auch noch den Tod von Menschen in Kauf nehmen. Doch wie überall steht man diesem weltweit vorhandenen Phänomen wohl auch in Schweden ziemlich hilflos gegenüber.

Obwohl man bei der Handlung des Romans bei einigen Punkten ziemlich lange warten muss, bis man die Zusammenhänge versteht, wirken die Vorgänge besonders soweit sie in Schweden angesiedelt sind ausgesprochen spannend und sie scheinen die harte und raue Realität darzustellen. Das macht die Lektüre nicht gerade leicht, in Teilen liest sich das Buch eher wie ein Zeitungsbericht als wie ein Roman und dadurch wird er doch recht schwer verdaulich. Ob dieser Grausamkeiten fragt man sich, wie bloß das Schlimmste verhindert werden kann und findet doch keine Lösung. Der Patriot verstört, rüttelt auf und bringt das Gedankenkarussell ins Kreisen. Schweden ist leider überall.