Schokolade
Bretonische VersuchungenKommissar Dupin will, genauer gesagt, hat die Anweisung, endlich seine Phobie gegen Aufenthalte auf dem Meer zu überwinden. Er steht quasi schon mit einem Bein auf dem Boot als sein Telefon läutet. Er ...
Kommissar Dupin will, genauer gesagt, hat die Anweisung, endlich seine Phobie gegen Aufenthalte auf dem Meer zu überwinden. Er steht quasi schon mit einem Bein auf dem Boot als sein Telefon läutet. Er könnte kaum glücklicher sein. Das Glück währt allerdings nicht lange, denn es gab einen Mord. Die Mitinhaberin einer Confiserie ist in einem Bottich mit flüssiger Schokolade ertrunken. Ein grausamer Tod. Dupin und seine Kollegin Nolwenn eilen an den Tatort. Die Verstorbene und ihre zwei Geschwister führten die für ihre hervorragenden Schokoladenkreationen bekannte Firma. Schnell stellt sich heraus, dass es in letzter Zeit Unstimmigkeiten in der Firma gab.
In seinem vierzehnten Fall taucht Kommissar Dupin gemeinsam mit seinem Team in die geheimnisvolle Welt der Schokoladenherstellung ein. Da gibt es mehr zu erfahren als er geahnt hat und auch mehr zu verkosten. Die Schokolade ist viel mehr und kann auch viel mehr. Zart schmelzend zergeht sie im Mund und entfaltet ihre vielfältigen Aromen. Unglaublich, dass einer Produzentin solcher Köstlichkeiten jemand nach dem Leben trachten könnte. Und dennoch ist der Mord geschehen. Zunächst müssen natürlich die überlebenden Geschwister befragt werden. Und auch die engsten Mitarbeiter könnten vielleicht etwas zu verbergen haben. Bis auf weiteres ist für Dupin jeder Gedanke an Schlaf gestrichen.
In der Welt von Kommissar Dupin führt man sich immer beinahe wie zu Hause. Man sieht das Meer, den Strand, die idyllischen Orte. Man riecht förmlich den Duft der Schokolade, man bekommt Appetit bei den Beschreibungen der köstlichen Speisen. Besonders interessant sind die Ausführungen über den Anbau, die Ernte, den Transport der Kakaobohnen und die Herstellung der Schokolade. Ob es allerdings so realistisch, dass der leitende Ermittler so völlig auf Schlaf verzichtet? Und wäre es nicht auch spannend, wenn gewisse Ereignisse im Zusammenhang mit dem Genuss der Schokolade einen Zusammenhang mit dem Fall ergeben hätten. Und doch ist die Lektüre ein echter Genuss. Man freut sich, Dupin, Nolwenn und die anderen wiederzutreffen. Bei den Beschreibungen des Essens läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Und es wächst die Sehnsucht, sich die Orte mal im Rahmen eines Urlaubs anzuschauen. Diese Reihe darf gerne noch lange weitergehen.