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Veröffentlicht am 08.04.2026

Brooklyn

Der andere Arthur
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Der 58jährige Arthur Opp hat sein Haus in Brooklyn seit Jahren nicht verlassen. Schon immer hat er gerne gegessen mal aus Lust eher aber aus Frust. Inzwischen wiegt er über 250 Kilo und ist kaum noch in ...

Der 58jährige Arthur Opp hat sein Haus in Brooklyn seit Jahren nicht verlassen. Schon immer hat er gerne gegessen mal aus Lust eher aber aus Frust. Inzwischen wiegt er über 250 Kilo und ist kaum noch in der Lage, sich zu bewegen. Da erhält er einen Anruf von einer ehemaligen Studentin. Charlene Turner war es die sich ewig nicht gemeldet hat und jetzt nimmt sie den Kontakt wieder auf? Zwar freut sich Arthur, aber er wird auch nervös. Er hat sich doch sehr verändert. Der 17jährige Kel braucht Hilfe, um seinen Schulabschluss zu machen. Und er will Baseballprofi werden.

Zwei Menschen, die wohl als Außenseiter angesehen werden können. Arthur Opp, der einstige Professor, hat sich von der Welt zurückgezogen. Soll er wieder auf die Menschen zugehen? Wie werden sie auf ihn und sein Äußeres reagieren? Der junge Kel hat mit anderen Problemen zu kämpfen. Er spielt sehr gut Baseball, ist aber kein besonders guter Schüler. Alles wird überschattet von der Sorge um seine Mutter, die schon seit langem nicht mehr gesund ist. Alles wird besser werden, wenn er seinen Profi-Vertrag hat. Das jedenfalls ist seine Hoffnung. Auf welchem Weg werden Arthur und Kel zueinander finden, wenn es überhaupt zu einem Treffen kommt.

Im Original erschien der Roman bereits im Jahr 2012 erschienen. In manchen Momenten merkt man das auch. Doch insgesamt ist die Handlung so zeitlos, dass das Erscheinungsdatum nicht relevant ist. Arthur und Kel sind auf ihre Art alleine. Arthur hat sich selbst zurückgezogen. Bei Kel scheint es so als sei es eher der Schulwechsel gewesen. Die Handlung des Romans deprimiert allerdings nicht, denn die beiden Hauptpersonen sehen die Möglichkeit des Resignierens, doch sie resignieren nicht. Aus Kleinigkeiten versuchen sie; Mut zu schöpfen. Auch wenn sie einem beim Lesen erst nach und nach sympathisch werden, so hofft man doch für Beide, dass sie eine gemeinsame Basis finden. Familie hat man und man hat sie sich nicht ausgesucht. Freunde findet man und vielleicht können sie manchmal auch eine Art Familie sein. Ein lesenswertes Debüt, dass Interesse an den weiteren Werken weckt.

Veröffentlicht am 08.04.2026

Chicken Hill

Himmel & Erde
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In Pottstown, Pennsylvania, soll ein neues Baugebiet erschlossen werden. Bei den ersten Arbeiten wird in einem alten Brunnen ein Skelett gefunden. Vor mehr als dreißig Jahren ist es dort gelangt. In den ...

In Pottstown, Pennsylvania, soll ein neues Baugebiet erschlossen werden. Bei den ersten Arbeiten wird in einem alten Brunnen ein Skelett gefunden. Vor mehr als dreißig Jahren ist es dort gelangt. In den 1930er Jahren lebten in dem einfachen Viertel leben jüdische Einwanderer und schwarze Amerikaner. Moshe Ludlow und seine Frau Chona, die mit einigen Theatern angefangen haben, führen einen Lebensmittelladen. Ihre Geschäfte haben sie immer auch für ihre afroamerikanischen Nachbarn geöffnet. Obwohl das nicht jedem im Ort gefallen hat, stehen sie dazu. Doch mit Chonas Gesundheit steht es nicht zum Besten und Moshe macht sich große Sorgen um seine Frau.

Chona Ludlow ist gewissermaßen der Mittelpunkt der Gemeinde. Sie wird von den meisten Anwohnern gemocht. Bei manchen ist sie allerdings auch angeeckt. Mit einer guten Freundin ist der Kontakt beinahe abgerissen. Chona ist es versagt geblieben, eigene Kinder zu bekommen. Während Berenice mit Kindern gesegnet ist. Und nicht alle in Pottstown sind begeistert, dass Chona und Moshe immer auch Kontakt zu den afroamerikanischen Nachbarn hatten und ihre Unternehmen für sie geöffnet haben. Zu dem macht sich Moshe große Sorgen um Chonas Gesundheit. Zeitweise befürchtet er, sie könne ihm viel zu früh genommen werden.

Die Handlung des Romans verläuft etwas anders als gedacht. Zwar wird auf einer Baustelle ein Skelett gefunden, jedoch entwickelt sich kein Krimi, sondern eher ein historischer Roman. Aus dem Zusammenleben der jüdischen Einwanderer und der einheimischen Afroamerikaner, die im selben Viertel leben, entspinnt sich eine interessante Geschichte. Dabei ist der Roman in mehrere Handlungsstränge gegliedert, die fließend ineinander übergehen. Manche Beschreibungen berühren sehr und lesen sich sehr fesselnd. Man erfährt etwas über eine ungewöhnliche Gemeinschaft, die von denen, die sich als Stadtobere verstanden, nicht uneingeschränkt gut geheißen wurde. Zum Glück verstehen die handelnden Personen es, zu ihren Wünschen und Zielen zu stehen. Insgesamt ist der Roman zwar nicht wie erwartet, aber doch ein lehrreicher Beitrag über einen Teil der amerikanischen Geschichte.


Veröffentlicht am 05.04.2026

Die Rede

Nein sagen
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Der Schauspieler Matthias Brandt hielt zum Gedanken an den 20. Juli 1944 im Jahr 2025 eine Rede. Er war zunächst nicht so sicher, ob er die Einladung annehmen sollte. Er ist Schauspieler und nicht unbedingt ...

Der Schauspieler Matthias Brandt hielt zum Gedanken an den 20. Juli 1944 im Jahr 2025 eine Rede. Er war zunächst nicht so sicher, ob er die Einladung annehmen sollte. Er ist Schauspieler und nicht unbedingt ein politischer Mensch und schon gar kein Politiker. Der Politiker war sein Vater, der ehemalige Bundeskanzler Willy Brandt. Und doch, je mehr sich Matthias Brandt mit dem Thema beschäftigte, desto wichtiger wurde es ihm, seine Gedanken zu formulieren. Seine Eltern Willy und Rut waren in ihrer Jugend welche, die aufstanden, die keine Mitläufer waren, für die es ein Anliegen war, Widerstand zu leisten. Willy musste ging bereits kurz nach der Machtübernahme ins Exil. Dort führte er seine Arbeit des Widerstands weiter. Und er behielt den Glauben an ein besseres demokratisches Deutschland. Sein Sohn kommt zu der Erkenntnis, dass die Demokratie nicht so gefestigt ist wie gehofft, nicht so sicher wie geglaubt. Doch sie ist es wert verteidigt zu werden. Deshalb sollte man sich nach Möglichkeit engagieren und die Demokratie verteidigen.

Man wäre gerne dabei gewesen als Matthias Brandt seine Rede gehalten hat. Doch auch von der etwas ausführlicheren Niederschrift ist man berührt und man wird nachdenklich. Was kann man selbst tun? Wählen gehen ist die einfachste Sache. Darüberhinaus ist es wahrscheinlich an der Zeit, sich zu informieren, welche Möglichkeiten es vor Ort gibt. Jeder kleine Anfang ist ein Anfang. Wie schnell sich die Verhältnisse ändern können sieht man allenthalben. Vielleicht kann man beitragen, das Gute zu erhalten. Vielleicht gibt es eine Änderung zum Besseren. Jedenfalls darf die Vergangenheit nicht vergessen werden. Matthias Brandt findet genau die richtigen Worte, man möchte sie sich merken.

Veröffentlicht am 04.04.2026

Streitbar

Ein guter Blick fürs Böse
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Beverly, Margot und Elsie sind sehr unterschiedlich, aber eines haben sie gemeinsam: Die Männer, die sie einmal geheiratet haben, wurden des mehrfachen Mordes überführt. Alle drei fragen sich, ob sie früher ...

Beverly, Margot und Elsie sind sehr unterschiedlich, aber eines haben sie gemeinsam: Die Männer, die sie einmal geheiratet haben, wurden des mehrfachen Mordes überführt. Alle drei fragen sich, ob sie früher hätten etwas merken müssen. Und wieder werden im Kalifornien des Jahres 1966 junge Frauen ermordet aufgefunden. Die drei Frauen haben nicht den Eindruck, dass die Polizei fieberhaft ermittelt. Obwohl sie durch ihre Vergangenheit oder auch ihren Beruf Kontakte zur Polizei haben, werden ihre Gedanken nicht ernst genommen. Was also tun? Elsie, Beverly und Margot wollen unbedingt verhindern, dass es weitere Opfer gibt. Was liegt also nahe? Sie stellen selbst Nachforschungen an.

Die drei Frauen, die sich durch die ungewöhnlichen Gemeinsamkeiten ihrer Vergangenheit gefunden haben, bilden ein besonderes Team. Sie leiden unter den Erinnerungen und auch unter Schuldgefühlen. Aber sie hoffen auch, von ihren Erfahrungen zehren zu können. So müssen sie doch einfach eine Spur finden. Die Zeit ist noch nicht reif für weibliche Detektive. Das merken die drei Frauen recht schnell. Sie werden klein gemacht und keiner will ihren Hinweisen Bedeutung beimessen. Natürlich sind Elsie, Beverly und Margot auch unsicher, aber das hält sie nicht davon ab weiterzumachen. Wenn sie die Gefahr für die Frauen verringern können, dann ist das was.

In den 1960ern wurden weder auf Frauen gehört, noch wurden sie überhaupt gehört. Sie hatten hübsch zu sein, die Kinder groß zu ziehen oder eine Zierde für den Mann. Nur hin und wieder konnte es schon mal einige geben, die sich auch im Beruf durchsetzten. Da kann man froh sein, dass man in der Gegenwart lebt. Auch wenn man den Eindruck gewinnt, dass zu Beginn des Romans eine gewisse kalifornische Leichtigkeit herrscht, gewinnt man später die Gewissheit, dass die Spannung steigt. Die Frauen finden tatsächlich Hinweise, die sich nach und nach zu einem Bild zusammenfügen. Mitunter brauchen Margot, Beverly und Elsie ihren ganzen Mut und sie setzen ihn gut ein. Dabei gibt es überraschende Wendungen. Allerdings fragt man sich, wem man überhaupt vertrauen kann, was leider auch noch für die heutige Zeit gilt. Immerhin können die drei Frauen sich aufeinander verlassen und diese Solidarität macht den Roman in großen Teilen aus. Dieser Roman fesselt bis zum Schluss.

Veröffentlicht am 03.04.2026

Alte Freunde

Sörensen geht aufs Haus
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Am liebsten wäre es Sörensen, wenn alle Tage immer gleich verliefen, vielleicht hin und wieder etwas zu tun auf der Wache, aber sonst keine Veränderung. Aber bei wem haut so etwas schon hin? Bei Sörensen ...

Am liebsten wäre es Sörensen, wenn alle Tage immer gleich verliefen, vielleicht hin und wieder etwas zu tun auf der Wache, aber sonst keine Veränderung. Aber bei wem haut so etwas schon hin? Bei Sörensen jedenfalls nicht. Nach dessen Erkrankung hat er seinen Vater aufgenommen. Seine Kollegin Jenni Holstenbeck spricht von Veränderungen, eine neue Polizeianwärterin hat angefangen und nun wurden auch noch Knochen im Garten der Familie Göttlich gefunden. Das an sich ist schon schlimm genug. Es stellt sich jedoch heraus, dass es sich bei dem Herrn Göttlich um Sörensens alten Schulfreund Schiefel handelt. Einfach zu viele Veränderungen.

Morde in Katenbüll - seit seinem Umzug von Hamburg nach Katenbüll ermittelt KHK Sörensen nun zum sechsten Mal. Obwohl es erstmal nicht direkt um Mord geht. Aber anscheinend wurden menschliche Knochen auf einem Grundstück gefunden. Die Nachbarn meldeten den Fund und tischen eine wahrlich abenteuerliche Geschichte auf. Das muss Sörensen erstmal sortieren. Aber die Tatsache mit den Knochen bleibt. Tja, und der Garten gehört seinem alten und einzigen Freund Schiefel. Sörensen wusste nicht einmal, dass der in Katenbüll wohnt. Der Kontakt war auch abgerissen. Noch ahnt Sörensen nicht, dass auch die Eltern einer Sechzehnjährigen, die seit über zwei Jahren verschwunden ist, auf dem Weg nach Katenbüll sind.

Wenn am Anfang die Lachmuskeln einmal ordentlich durchgerüttelt wurden, kann man sich so langsam auf den Fall konzentrieren. Ein Cold Case, der nicht so kalt ist wie man vielleicht gemeint hat. Sörensen, der Veränderungen tatsächlich überhaupt nicht mag, muss hier mit etlichen Neuerungen klarkommen. Das fängt schon mit Schiefel an, der eigentlich aus seinem Leben verschwunden war. Dabei werden in Sörensen Erinnerungen wach, so dass man beim Lesen mehr von seiner Vergangenheit erfährt. Vergangenheit und Gegenwart, Cold Case, und die verhassten Veränderungen, auf Sörensen stürzt einiges ein. Zusammengefügt ergibt sich ein fesselnder Kriminalroman mit einem Sörensen, der einen Schritt weiterkommt. Vielleicht sind Veränderungen nicht immer schlecht, vielleicht ist es manchmal gut, wenn sie ausbleiben. Dieser Sörensen macht Vorfreude auf den nächsten.