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Veröffentlicht am 06.09.2024

Eine Bewältigung

Knife
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Der Schriftsteller Salman Rushdie fällt während einer Lesung im Amphitheater in Chautauqua im August 2022 beinahe einem Messerattentat zum Opfer. Mit vielfachen Stichwunden kommt er schwerstverletzt ins ...

Der Schriftsteller Salman Rushdie fällt während einer Lesung im Amphitheater in Chautauqua im August 2022 beinahe einem Messerattentat zum Opfer. Mit vielfachen Stichwunden kommt er schwerstverletzt ins Krankenhaus. Seine Frau Eliza reist an sein Krankenlager. Ihr wurde gesagt, Es wäre nicht sicher, dass Salman es schafft. Doch nach der Notoperation ist Salman Rushdie noch da. Es folgt eine lange Zeit der Rekonvaleszenz, in der es bergauf geht, allerdings nicht immer stetig. Zum Glück hat er die Unterstützung seiner Familie. Nach und nach beginnt er, sich mit dem Attentat auseinanderzusetzen. Als es ihm möglich ist, fängt er an, die Erlebnisse und Gedanken in diesem Buch niederzuschreiben.

Leider kommt man heutzutage schneller an Messerattentate heran als in früheren Zeiten. Das muss leidvoll auch der Autor Salman Rushdie erfahren. Sei vielen Jahren lebt er wegen seines Romans „Die satanischen Verse“ unter einer Todesdrohung. Wegen eben dieser langen Zeit, in der nichts geschah, ist der Gedanke an einen Angriff nicht völlig aus dem Kopf, aber natürlich war mit einem Mordversuch auf offener Bühne nicht zu rechnen. Und dann passiert das Unsägliche. Mit viel Glück, eisernem Willen und hervorragender medizinischer Versorgung überlebt der Schriftsteller den Anschlag. Mit diesem Buch verarbeitet er die schockierenden Erlebnisse.

Natürlich kann man sich an die schrecklichen Bilder und Meldungen aus dem August 2022 und wie froh man war, dass der Autor sich nicht unterkriegen ließ. Mit diesem Buch legt er seine sehr persönlichen Gedanken und Gefühle zu dem Attentat vor. Das ist sehr beeindruckend zu lesen. Man fühlt mit, erlebt sein Unverständnis, seine Auseinandersetzung mit dem Attentäter und mit welcher Energie er sich sein Leben zurückerobert. Da möchte und muss man sich verneigen. Auch seine Einstellung zur Religion ist bemerkenswert, Sätze, die aus der Seele sprechen. Diese Gedanken nach einem Mordversuch fordern und regen zum Nachdenken an. Eine Lektüre, die gerne weiter empfohlen wird.

Veröffentlicht am 05.09.2024

Der Gute

Mrs Potts’ Mordclub und der tote Bürgermeister
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Suzie Harris schmuggelt sich in eine Sitzung des Stadtrats. Sie will Bürgermeister Geoffrey Lushington ein Vorhaben nahebringen. Leider scheitert ihr Plan, denn der beliebte Bürgermeister stirbt vor ihren ...

Suzie Harris schmuggelt sich in eine Sitzung des Stadtrats. Sie will Bürgermeister Geoffrey Lushington ein Vorhaben nahebringen. Leider scheitert ihr Plan, denn der beliebte Bürgermeister stirbt vor ihren Augen. Nach dem ersten Schrecken reagiert Suzie geistesgegenwärtig und informiert ihre Freundinnen Judith und Becks, die sofort herbeieilen. Denn so einfach ist der Bürgermeister nicht gestorben. Die Polizei stellt fest, dass sein Kaffee vergiftet wurde. Judith, Suzie und Becks werden zu externen Beraterinnen ernannt. Polizistin Tanika Malik ist befördert worden und darf diese Entscheidung selber treffen. Mit Feuereifer gehen die drei Frauen an die Arbeit.

Judith Potts und ihre Freundinnen sind wieder da und ermitteln in ihrem dritten Fall. Es ist ein Rätsel. Wer sollte den überaus beliebten Bürgermeister umbringen wollen? Zunächst ergeben die Nachforschungen eher, dass Geoffrey Lushington den Menschen in seiner Umgebung selbstlos geholfen hat, wenn sie irgendwie in Not geraten waren. Das passt doch irgendwie nicht. Der Mann war einfach zu gut. Die Freundinnen fangen an, zu graben und zu überlegen. Wenn man es genau nimmt, kann der Täter nur ein Teilnehmer oder eine Teilnehmerin der Sitzung sein.

Eins auf Deutsch gelesen, eins auf Englisch und jetzt wieder auf Deutsch, aber immer erfreulich. Judith Potts, Suzie Harris und Becks Starling laufen zu hoher Form auf. Allerdings kommt Officer Tanika Malik ein wenig kurz. Durch das Einbeziehen der Freundinnen in die Ermittlung fehlt ein wenig die Anspannung der Heimlichkeit, mit der die Freundinnen vorher vorgehen mussten. Einerseits, andererseits können Judith und ihre Mitstreiterinnen so ihre Qualitäten besser ausspielen. Und die werden richtig gefordert, denn es gibt keine keine richtigen Verdächtigen, nur das mit der Vergiftung ist klar. Es ist spannend zu lesen, die sich immer neue Informationen und Verwicklungen ergeben. Schön ist es auch, dass auch eine ältere Dame wie Judith es schafft, sich weiterzuentwickeln. Ein schöner britischer Kriminalroman, dessen Cover eine schöne Vorstellung des Örtchens Marlow gibt.

Veröffentlicht am 05.09.2024

Mord an Mittsommer

Refugium
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Ihr Vater hat Gäste auf seine Insel eingeladen. Die 13jährige Astrid ist nicht glücklich, dass sie gewissermaßen repräsentieren muss. Als jedoch ein Boot am Anleger vorfährt und die Insassen unvermittelt ...

Ihr Vater hat Gäste auf seine Insel eingeladen. Die 13jährige Astrid ist nicht glücklich, dass sie gewissermaßen repräsentieren muss. Als jedoch ein Boot am Anleger vorfährt und die Insassen unvermittelt beginnen auf Eltern und Gäste zu schießen, ist Astrid so schockiert, dass sie erstmal verstummt. Zum Glück überlebt das junge Mädchen den Anschlag. Die ehemalige Polizistin Julia Malmros und ihr Gast Kim Ribbing hören die Schüsse und eilen an den Tatort. Helfen können sie nicht mehr. Immerhin finden sie Astrid, die nur leicht verletzt ist. Weshalb die wohlhabenden Eltern von Astrid und deren Gäste umgebracht wurden, ist so schnell nicht festzustellen.

Die ehemalige Polizistin Julia Malmros und der Hacker Kim Ribbing treffen in diesem Reihenstart erstmals aufeinander. Ein ungleiches Paar sollte man meinen, doch sie ergänzen sich gut. Julias Ex-Mann Johnny leitet die Ermittlungen von Seiten der Polizei. Das gibt manchmal Anlass zu Spannungen, allerdings sehen beide ein, dass die Regeln im Sinne der Ermittlungen hin und wieder etwas gebogen werden müssen. Trotzdem sind zu Beginn nur wenige Hinweise zu finden. Und Astrid ist zunächst noch so verstört, dass sie nichts über die Ereignisse sagen kann.

Das Ermittler-Team ist schon recht zusammengewürfelt. Die Ex-Eheleute und der jüngere Hacker bilden kein gleichschenkliges aber ein interessantes Dreieck. Dabei ist Kim Ribbing als finanziell unabhängiger Erbe mobiler als die anderen. Mit Leichtigkeit reist er um die Welt, um auch vagen Hinweisen nachzugehen. Mit seinen Mitmenschen hat er es nicht so leicht. Julia greift eigentlich auf ihre Fähigkeiten von früher zurück, da ihr Projekt als Krimi-Autorin ins Stocken geraten ist. Der Beginn des Romans bekommt dadurch einen besonderen Reiz. Später hat man eher einer normale Verbrecherjagd, die jedoch so packend geschildert sind, dass dieser Thriller schnell gelesen ist. Die Story entwickelt sich rasant und durch die vielen Schauplätze fast schon filmreif. Der nächste Band der Reihe ist bereits erschienen. Nur als kleine Erinnerungsstütze.

Veröffentlicht am 03.09.2024

Die Auserwählten

The Atlas Six
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Libby hat gerade ihren Abschluss an der Universität für Magische Angelegenheiten gemacht. Eigentlich ist sie etwas angesäuert, weil ihr Kommilitone Nico das begehrte Stipendium erhalten hat. Da bekommen ...

Libby hat gerade ihren Abschluss an der Universität für Magische Angelegenheiten gemacht. Eigentlich ist sie etwas angesäuert, weil ihr Kommilitone Nico das begehrte Stipendium erhalten hat. Da bekommen beide eine Einladung von dem geheimnisumwitterten Altas Blakely. Dieser vertritt die nach allgemeinem Wissen verschwundene Bibliothek von Alexandria und diese bietet alle zehn Jahre den sechs besten Absolventen an, ihre Studien in der Bibliothek fortzusetzen. Nur kurz haben die Kandidaten Zeit eine Entscheidung zu treffen. Als ewige Konkurrenten sagen Libby und Nico natürlich zu.

In diesem ersten Band einer Trilogie lernen sich die sechs Neulinge für die Bibliothek von Alexandria, die immer wieder ihren Ort gewechselt hat. Zu Libby und Nico, den Physiomagiern, gesellen sich Reina, eine Naturmagierin, der Empath Callum, die Telepathin Parisa und Tristan, der jede Illusion durchschaut, auch wenn man nur eine kleine Hautunreinheit abdecken möchte. Die Sechs sind schon sehr unterschiedlich und als sie erfahren, dass sie zwar sechs Kandidaten sind, aber nur fünf von ihnen aufgenommen werden, wird die Konkurrenzsituation noch intensiver. Wie sollen sie sich verhalten? Allianzen bilden? Sich zusammenraufen? Von den Angehörigen der Bibliothek bekommen sie nur wenig mit. Nur Atlas und Dalton Ellery halten einige Vorträge. Ansonsten sind sie frei in ihren Studien.

Manchmal hat die Bibliothek, hier die örtliche, doch etwas Gutes. Wenn man sich vor einiger Zeit nicht sicher war, ob einem ein Buch gefallen kann, hat man in der Bücherei die Chance seine Unsicherheit nahezu kostenfrei in Sicherheit zu verwandeln. Zunächst erscheinen die Kandidaten in diesem Roman übermäßig befähigt, tappen jedoch lange im Dunkeln, was die Bibliothek anbetrifft. So ist besonders der Beginn des Buches etwas mühsam. Ab einem gewissen Punkt gibt es jedoch Hinweise, dass der Zweck des Betriebs der Bibliothek von Alexandria ein anderer ist als der bloße Wissensspeicher und auch Atlas und Dalton eigene Pläne verfolgen, dann beginnt dieser erste Band einer Dark Academia Reihe richtig interessant zu werden. Es werden etliche Rätsel angerissen und wie es sich für einen ersten Band gehört nicht alle gelöst. Ob man die Reihe weiterverfolgen wird, wird man den Angeboten der Bücherei überlassen, denn die Unterhaltung war gut.

Veröffentlicht am 30.08.2024

Schwester Detektivin

Verbrannte Gnade
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Ihr Leben verlief nicht immer geradlinig, das hat ihr einige Tattoos eingebracht und einen besonderen Musikgeschmack. Von ihrer Liebe zu Frauen hat sie sich eine Auszeit verschrieben. Sister Holiday ist ...

Ihr Leben verlief nicht immer geradlinig, das hat ihr einige Tattoos eingebracht und einen besonderen Musikgeschmack. Von ihrer Liebe zu Frauen hat sie sich eine Auszeit verschrieben. Sister Holiday ist in ein Kloster in New Orleans eingetreten und unterrichtet in einer katholischen Schule, die zum Kloster gehört. Lehrer und Schüler sind gleichermaßen entsetzt als es in der Schule brennt. Doch Sister Holiday ist es, die es so eben schafft, zwei Schüler zu retten. Leider jedoch kann Jack, der Hausmeister, nur tot geborgen werden. Alles deutet auf Brandstiftung hin und Sister Holiday will herausfinden, wer einen Grund hatte der Schule zu schaden.

Mit diesem ersten Band einer neuen Reihe startet eine Amateur-Detektivin mit ihren Ermittlungen, die überrascht. Sie ist nicht mit Pater Brown zu vergleichen. Sister Holiday hat ihren eigenen Charme. In ihrer Jugend hat sie nichts ausgelassen, doch als ihre Freundin Nina einen Mann heiratet, ist sie verzweifelt. Nicht nur das, aber auch das veranlasst sie, sich vom weltlichen zurückzuziehen und im Kloster ein anderes Leben zu suchen. Sister Holiday merkt jedoch bald, dass sie immer noch nah am Leben dran ist. Nach der Brandstiftung unternimmt sie deshalb alles, um den Täter zu finden. Dabei hilft sie der Feuerwehrinspektorin Magnolia Riveaux.

Noch ist die Detektei Erlösung nicht geboren, aber dennoch stellen die beiden Frauen jede auf ihre Art Nachforschungen an. Das tun sie auf spannende Weise. Es ist nicht so einfach, dieses Rätsel zu entschlüsseln. Schließlich ist es kaum zu fassen, eine Brandstiftung in einer Schule und es wird in Kauf genommen, dass Menschen zu Schaden kommen. Kann es ein Schüler gewesen sein oder gar eine der Schwestern, jemand vom Personal oder jemand von außen. Auch als Leser oder Hörer beginnt man mitzurätseln und ist dann doch überrascht, ob des ein wenig abgehobenen Finales. Sister Holiday ist eine Ermittlerin, die neugierig macht und viel Sympathie weckt. Eine Reihe, die sich sicher noch entwickeln kann, die man sich dennoch gerne merkt.

Das Hörbuch wird hervorragend vorgetragen von Gisa Flake, die den handelnden Personen auf eine Art eine Stimme verleiht, dass man glaubt, man könne sie sich richtig vorstellen.

Was einen aber wirklich auf das Buch aufmerksam macht ist das psychedelisch farbenfrohe Cover, welches einem das Besondere an Sister Holiday nahebringt.